„Wo POLIZEI drauf steht, ist auch Bundespolizei drin!“

Streit um Bundespolizei-Uniformen – GdP-Protest zeigt erste Erfolge:
Der deutliche Protest der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, wegen der Defizite bei der neuen blauen Uniform der Bundespolizei und deren Ausgabe an private Sicherheitsdienste zeigt erste Erfolge.
Das Bundesinnenministerium hatte aus Kostengründen die weiße Polizeimütze für die Bundespolizei abschaffen und den Schriftzug „Polizei“ auf die neuen blauen Uniformen nicht aufbringen lassen wollen. Als das Bundesinnenministerium auch noch der Deutschen Bahn AG gestattete, seine privaten Wachschützer mit der Bundespolizeiuniform auszustatten, mehrte sich der Unmut in der Bundespolizei wegen der Verwechslungsgefahr. Massive Beschwerden und Proteste waren die Folge.
Wie das Bundesinnenministerium gestern (06. Juni 2006) per Rundschreiben ankündigte, soll nunmehr „kurzfristig“ ab Mitte Juli mit zunächst mehreren hundert weißen Polizeimützen eine neue Kopfbedeckung zur blauen Uniform der Bundespolizei eingeführt werden. Eine weitere Belieferung erfolge im September. An erster Stelle werden die Bahnpolizeidienststellen vor allem in Berlin, Hamburg, Hannover und Frankfurt/Main ausgestattet, weil dort die Gefahr der Verwechslung mit privaten Wachschützern der Bahn am größten ist.
Um „die Erkennbarkeit von blau uniformierten Bundespolizeiangehörigen in der Öffentlichkeit deutlich zu erhöhen“ will das Bundesinnenministerium nunmehr auch der Forderung der Gewerkschaft der Polizei nachkommen und die Uniformen mit dem Schriftzug „Polizei“ versehen lassen. Dafür werde gerade eine „Annähanleitung“ durch die Bundespolizeidirektion Koblenz erarbeitet. Auch die blauen Einsatzanzüge der geschlossenen Einheiten sollen mit dem Schriftzug „Polizei“ nachgerüstet werden, weil Bürger die Bundespolizisten als solche nicht erkennen konnten.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring (53) dazu: „Dieser Schritt des Bundesinnenministeriums ist längst überfällig. Die Mogelpackung, die bisher dem Bürger verkauft wurde, war völlig inakzeptabel. Polizei muss für den Bürger auch als Polizei unzweifelhaft erkennbar sein.“
Mit der Einführung der blauen Uniform war es zu massiven Beschwerden der Bundespolizisten und der Gewerkschaft der Polizei gekommen, weil für den Bürger nicht erkennbar war, dass es sich um Polizeiangehörige handelt.
GdP-Vorsitzender Josef Scheuring hatte sich in einem Brief bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble darüber beschwert, dass die Bundespolizisten nun wie Wachschützer bzw. diese wie Bundespolizisten bekleidet seien, was einer „geduldeten Amtsanmaßung“ nahe käme, und eine eindeutigere Polizeikennzeichnung angemahnt. Auch ranghohe Polizeiführer waren im Bundesinnenministerium vorstellig geworden, um zu remonstrieren und sich über die mangelnde Unterscheidbarkeit der Polizeikräfte von privaten Wachschützern der Bahn massiv zu beschweren.

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Themenbereich: Ausstattung & Ausrüstung | Drucken