9. Januar 2007
„Die Diskussionen auf der Tagung des Deutschen Beamtenbundes in Köln machen uns vor allem deutlich, dass sowohl die Politik als auch die oberen Verbandsvertreter die Interessen der arbeitenden Menschen in den Sicherheitsbereichen des Bundes vollkommen aus den Augen verloren haben.“ Das stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring (Bild) in Berlin fest.
Allein 260 000 der insgesamt 315 000 aktiven Beamten und Soldaten des Bundes sind im Sicherheitsbereich tätig. Die überwiegende Mehrheit dieser Beschäftigten ist im mittleren Dienst und damit im unteren Einkommensbereich angesiedelt. „ Für diese Beschäftigten geht es überhaupt nicht darum „ein möglichst hohes Einkommen“ zu erzielen. Es geht vielmehr darum, dass unsere Kolleginnen und Kollegen nach einschneidenden Einkommenskürzungen in den zurückliegenden Jahren zukünftig überhaupt noch soviel verdienen, dass sie mit ihren Familien ein lebenswertes Leben führen können. Dazu sind deutliche Einkommensverbesserungen zwingend notwendig.
„Es ist vollkommen unakzeptabel, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in Afghanistan und im Libanon, in Brennpunkten der Gewaltkriminalität in Deutschland, an den Grenzen, den Bahnhöfen und den Flughäfen Tag und Nacht den Kopf für das Land hinhalten und gleichzeitig auch um ihre eigene Existenz kämpfen müssen“, so Scheuring.
Und wenn der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Heesen beklagt, Schäuble habe das Ziel, das Dienstrecht zu reformieren, weitestgehend aufgegeben, dann nimmt er nicht zur Kenntnis, dass diese „Reform“ die von der Vorgängerregierung eingeleitet wurde, wegen ihrer Bürokratielastigkeit von der Gewerkschaft der Polizei und anderen im Sicherheitsbereich des Bundes angesiedelten Interessensvertretungen, von Anfang an abgelehnt wurde.
„ Modernisierung heißt für uns, dass Berufsbeamtentum auf den Kernaufgabenbereich des Staates zu reduzieren und die, die für die Sicherheit unseres Landes den Kopf hinhalten, akzeptabel zu bezahlen. Wenn das in den derzeitigen Gewerkschaftsstrukturen nicht mehr durchsetzbar ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als eine, für den Sicherheitsbereich insgesamt verantwortliche Sicherheitsgewerkschaft in Deutschland zu entwickeln“, so Scheuring.
Der Innenminister hat Forderungen von Beamten nach mehr Geld eine Absage erteilt. Der Beamtenbund-Chef ist empört.
„Wer in seinem Leben ein möglichst hohes Einkommen erzielen will, darf nicht in den Öffentlichen Dienst“ – mit diesem Satz hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf der Arbeitstagung von Beamtenbund (dbb) und Tarifunion in Köln Hoffnungen auf eine höhere Besoldung für Staatsdiener im Keim erstickt.
Quelle: Focus – online
Mir fehlen erst einmal die Worte ……
Ein Satz dazu fällt mit ein , eigentlich dachte ich das das Sklaventum abgeschafft worden ist…??
Oder doch nicht ?
Lieber Jupp..
Ich glaube nun ist es höchste Eisenbahn mal endlich„ richtig Druck“ zu machen.
Das kann doch alles nicht mehr wahr sein.
Diese Aussage unseres Innenministers, ist eine kalte Ohrfeige in das Gesicht eines jeden Polizeibeamten,
der Rund um die Uhr für die Sicherheit der Bürger da ist.
Eintrag von Birgit am 9.Januar 2007
…..und das sagt uns ein Mann, der selber ca. 14.000 € monatlich (ohne zusätzliche Einkommen wie z.B. Aufwandsentschädigungen, Aufsichtsratstantiemen, Mitarbeiterpauschalen und sonstigen Vergünstigungen, z.B. Bahnfreikarten usw.) erhält…….
“Wenn die Politik in die Natur eingreifen könnte,
würden auch da die Mäuse knapp werden.”
(Siegfried Wache)
Eintrag von kimi am 9.Januar 2007
Einen anderen Spruch hätte ich von dem Innenminister auch nicht erwartet.
Seine damalige, erste Amtsperiode als Innenminister hat schon einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Das er für uns nichts übrig hat ist doch wohl kein Geheimnis.
Herr Dr. Schauble. Schämen sie sich dafür, dass sie die Garanten für einen unabhängigen und demokratischen Staat, so im Regen stehen lassen.
Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals soviel verdient zu haben, dass man mir und meiner Familie immer mehr wegnimmt. Die Grenze des erträglichen ist schon lange überschritten!!!
Eintrag von Lurchi am 10.Januar 2007
Ich habe gestern den Artikel “Schäuble enttäuscht Staatsdiener” in FOCUSonline gelesen und musste erst einmal meine grenzenlose Enttäuschung und Wut darüber einigermaßen verdauen. Schon alleine das Bild von Schäuble mit dem verbitterten Blick lässt einen nichts gutes erahnen. Ich verstehe nicht, wie man als Bundesminister seinen Mitarbeitern gegenüber mit so einer Arroganz und Respektlosigkeit auftreten kann. Hat er vergessen, dass er alleine den Polizistinnen und Polizisten des Bundes und der Länder zu verdanken hat, dass die WM 2006 so friedlich und geordnet verlaufen ist? Hat er auch vergessen, wer ihm tagtäglich den persönlichen Schutz sichert?
Das neue Jahr fängt schon “gut” an. Ich bin mal gespannt, was da noch alles so auf uns zukommt.
Eintrag von Roland Braun am 10.Januar 2007
Die Äußerungen des Bundesinnenminister Schäuble sind für mich nicht mehr nachvollziehbar. „Wer in seinem Leben ein möglichst hohes Einkommen erzielen will, darf nicht in den Öffentlichen Dienst“ Da schüttet einer blanken Hohn auf uns. Von politischen Führungskräften solche Äußerungen? Weiß der BMI eigentlich noch was beim kleinen Mann los ist? Wir halten unseren Kopf hin, egal ob im In- und Ausland und dann dies.
Herr Schäuble, soviel Motivation für die Bundespolizei ist fast unerträglich!
Eintrag von Simon am 10.Januar 2007
Guten Tag liebe Kollegen,
liebe GdP,
eigentlich ist ja bereits alles zu den Äußerungen unseres obersten Dienstherrn Herrn Schäuble gesagt.
Gute Polizeiarbeit und motiviertes Personal in der BPol ist geprägt von Idealismus und einem Herzen, welches für den Beruf des Polizeibeamten schlägt. Es wäre einfach nur gerecht, wenn Herr Schäuble die Meinungen der Basis der BPol persönlich kennen würde.
Die Bundespolizei war ein wichtiger Garant für den erfolgreichen Verlauf der WM 2006. Die Reform 3 ist aus polizeilicher und haushaltsrechtlicher Sicht nachvollziehbar. Deartige Äußerungen zum Einkommen der Beamten jedoch nicht mehr. Wo ist das Feingefühl? Wo ist hier die dienstliche Fürsorgepflicht bei stetigen Kürzungen???
Fazit:
Minister kommen und gehen. Doch eines gewiss: Ich werde meine Ideale nicht verlieren und stets gerne zum Dienst gehen! Ich enttäusche die Bevölkerung nicht, denn ich werde jederzeit im Rahmen meiner Dienstausführung bereit sein. Aber!!
Warum lässt uns die Politik nur derart im Stich????
Das enttäuscht jeden Beamten, der seinen Dienst bei der BPol mag!
Eintrag von Bundespolizist am 10.Januar 2007
Forderung nach Gehaltssteigerungen mit der Vision einer eigenen Sicherheitsgewerkschaft Nachdruck verleihen!
Insgesamt gibt es ca. 1.800.000 Millionen Beamte im unmittelbaren öffentlichen Dienst (Bund und Länder).
Davon sind:
höherer Dienst 390.000 entspricht ca. 22 %
gehobener Dienst 873.000 entspricht ca. 48 %
mittlerer Dienst 504.000 entspricht ca. 28 %
einfacher Dienst 41.000 entspricht ca. 2 %
In unserer Bundespolizei kämpfen wir darum, dass wir im Jahr 2013 – was Dank des Attraktivitätsprogrammes erreicht wird – einen Anteil des gehobenen Dienstes von 40 % zu erreichen.
Dabei darf man nicht vergessen, dass wir dann immer noch einen Anteil von ca. 57 % im mittleren Dienst haben. Also immer noch doppelt so hoch wie der Durchschnitt alle Beamten in Deutschland und somit viel zu viel.
Der reine Vergleich der Beamten des Bundes sieht noch deutlicher aus.
Die aktuellen Aussagen des dbb Vorsitzenden und des Bundesinnenministers sind für die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei mehr als eine Blamage!
Man kann aber sehr wohl erkennen, welches Klientel der dbb vertritt – oder?
Die Forderung der GdP – Bezirk Bundespolizei nach einer klaren Steigerung und Anhebung von Löhnen und Gehältern ( … von deutlich über fünf Prozent), ist m.E. mehr als gerecht und im Vergleich noch schmeichelhaft.
Es ist daher gut, wenn die GdP unsere berechtigten Forderungen klar und deutlich, auch innerhalb des DGB, aber auch in der Öffentlichkeit artikuliert.
Sofern dieses mit unseren heutigen Gewerkschaftsstrukturen nicht mehr durchsetzbar ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als eine, für den Sicherheitsbereich insgesamt verantwortliche Sicherheitsgewerkschaft in Deutschland zu entwickeln.
Meine konstruktive Unterstützung fände diese Idee. Es ist Zeit darüber zu sprechen!
Roland Voss, Saarbrücken
Eintrag von Roland Voss am 10.Januar 2007
Eins ist sicher, die CDU werde ich nach so einer Aussage nicht mehr wählen!
Eintrag von Hape am 10.Januar 2007
Es wird Zeit, dass wir einen eigenen Polizeitarif bekommen !
Von W. Schäuble bin ich enttäuscht ! Aber war ja nicht anders zu erwarten. Müssen wohl noch bis 2009 mit ihm auskommen :-(
Eintrag von Ulf am 11.Januar 2007
Nägel mit Köpfen
So langsam merken es alle, wie der Hase für uns läuft…
Dem Bundesminister Schäuble müssen wir alle dankbar sein.
Er hat blank gezogen. Die Hosen sind unten.
Nun kann niemand mehr wegschauen, auch wenn das manchem Kollegen (verständlicherweise) viel lieber wäre.
Der Ärger, die Wut und die Enttäuschung sind berechtigt. Seit vielen Jahren werden wir benachteiligt und betrogen.
Ein Ende der Kürzungen ist seitens der Politik - das hat offensichtlich jetzt jeder begriffen - weder geplant noch erwünscht.
Unsererseits müssen jetzt Fakten geschaffen werden, die uns helfen, unsere Situation entscheidend und vor allem nachhaltig zu verbessern. Dabei dürfen auch die uns bisher weggenommenen finanziellen Leistungen nicht Außen vor bleiben!
Wir brauchen eine unabhängige Gewerkschaft Öffentliche Sicherheit und wir brauchen das Streikrecht!
Eintrag von Bräunsdorf; Hans-Jürgen am 11.Januar 2007
Herr Schäuble und die gesamte Regierung (die ja immer einmütig zustimmt, wenn es um Kürzungen bei Beamten geht) haben nun seit Jahren einen guten Wachhund (Beamte der Landes- und Bundespolizei), der ihnen ihr Anwesen immer schön sauber hält.
Nun sind diese Herrschaften meiner Meinung nach zu dem Schluss gekommen, dass man auf seinen Wachhund auch mal einschlagen könnte, um zu sehen, was der sich eigentlich so gefallen läßt.
Erster Schlag (Verlängerung der Arbeitszeit), der Wachhund knurrt und duckt sich.
Zweiter Schlag (Streichung Urlaubsgeld), der Wachhund knurrt und duckt sich wieder.
Dritter Schlag (Radikale Kürzung des Weihnachtsgeldes), der Wachhund knurrt lauter, duckt sich aber wieder.
Da sich der Wachhund nach den Schlägen immer wieder nur duckt und nicht zurückbeisst, wird der Hausherr mit Sicherheit auf die Idee kommen, weiterhin auf den Wachhund einzuschlagen um auszutesten, wieviel Schläge der Hund denn eigentlich bereit ist, einzustecken.
Vielleicht lässte er sich ja noch ein paar mal schlagen, bis er sich dagegen zur Wehr setzt.
Darum meine Bitte an unsere Vertreter in den Gewerkschaften:
Setzt euch für uns endlich massiv zur Wehr und zeigt den Herrschaften in der Regierung massiv die Zähne, da wir sonst in eine endlose Kürzungsspirale verfallen.
Die Stimmung an der Basis brodelt und Äußerungen des Bundesinnenministers (betreffend öffentlicher Dienst und hohes Einkommen) tun ihr Übriges.
Meiner Meinung nach ist jetzt die Zeit gekommen, in der wir alle zusammenstehen müssen. Nur gemeinsam können wir uns gegen weitere Ungerechtigkeiten wehren. Ich glaube, das viele Kolleginnen und Kollegen meine Meinung teilen.
Eine letzte Bitte an unsere Gewerkschaftsvertreter:
Legt Eure Samthandschuhe ab und zeigt den Herrschaften in der nächsten Runde, wo der Hammer hängt!
Eintrag von Norbert am 12.Januar 2007
Hallo Josef,
Deine Idee von einer Gewerkschaft für die innere Sicherheit ist genial aber wie willst Du sie umsetzen. Eine Gewerkschaft bestehend aus GdP, DPolG, bgv, BDZ, und vielleicht sogar BdK ohne Dachverbandszwänge wäre mit Sicherheit eine der stärksten Gewerkschaften Deutschlands. Wie könnte man denn so etwas anpacken. Hättest Du da schon eine Idee ? Da die GdP die größte von den 5 ist müßte doch die erste Idee von dort kommen. Sicher ist das beide Dachverbände oft genug nicht die Interessen der Polizei vertreten. Wir als Polizei haben ein gutes Ansehen in der Bevölkerung. Wir sollten das nutzen. Am spannendsten wäre für mich ob diese Gedanken von Dir wirklich ernst gemeint sind und wie man so etwas anfangen könnte. Viele liebe Grüße aus dem Süden
Eintrag von Sandy am 12.Januar 2007
Hallo Sandy,
Du kannst ganz sicher sein, dass dieser Gedanke ernst gemeint ist, sehr ernst sogar!
Wir arbeiten bereits konkret daran. Du wirst die nächsten Wochen davon mehr hören. Wer sich in diesen Zeiten noch im kleinkarierten Verbandsegoismus aufhält, der schadet dem Ziel, die Interessen der Kolleginnen und Kollegen im Sicherheitsbereich wirksam gegen eine immer ignorantere Politik durchzusetzen. Der Weg immer mehr kleine “Vertretungsgrüppchen” zu bilden ist deutlich erkennbar falsch. Die Ergebnisse sind verheerend. Wir brauchen eine starke und mit einer Stimme sprechende Interessensvertretung für die Kolleginnen und Kollegen der Sicherheitsorganisationen in Deutschland. Und wenn es den Interessen der Kolleginnen und Kollegen dient, bin ich dafür notfalls auch bereit mit dem “Teufel” zusammen zu arbeiten.
Herzliche Grüsse
Josef Scheuring
Eintrag von Josef Scheuring am 14.Januar 2007
Hallo Josef !!
Du weisst ja, wer sich mit dem Teufel einlässt, verliert seine Seele !! “” Spass bei Seite “”
Ich habe einen interessanten Artikel in der “Taz” gefunden !
Weniger Neubau für Schäuble
Das Bundesinnenministerium hat einem Bericht des Spiegels zufolge seine Pläne für einen Neubau in der Nähe des Kanzleramts abgespeckt. Die bisher geplanten drei Bauabschnitte A, B und C mit einer Fläche von 40.000 Quadratmetern seien nicht mehr aktuell, teilte der Bundesrechnungshof jetzt dem zuständigen Haushaltsausschuss des Bundestags mit. Der Neubau werde mit nur 30.000 Quadratmetern erheblich kleiner als der derzeitige Standort im Berliner Stadtteil Alt-Moabit - von dem die Beamten bislang behauptet hatten, er sei viel zu eng, heißt es weiter in dem Bericht. Die Baukosten könnten sich nach Ansicht des Rechnungshofs nun um 70 Millionen auf 150 Millionen Euro verringern. DDP
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taz Berlin lokal vom 15.1.2007, S. 22, 25 Z. (Agentur)
Liebe Kollegen und Kolleginnen !
Nun wisst Ihr, warum wir keine Gehältserhöhung bekommen sollen. Das Geld geht für den Neubau drauf !!!
In diesem Sinne…gutes Schaffen !!:-)))
Eintrag von Birgit am 15.Januar 2007
Hallo Jupp.
Ich finde deine Aussagen zu der Idee/Vision einer Interessensvertretung der Sicherheitsorganisationen in Deutschland ganz erstaunlich,……. und überaus erfreulich !!
Dieser (für einige sicher schwere) Schritt ist längst überfällig.
Für die großen Dachorganisationen DGB und DBB sind Polizeibeamte offenbar nur schmückendes Beiwerk bei ihren Großdemonstrationen, die man aber gerne öffentlichkeitswirksam mit großen Flaggen in den vorderen Reihen platziert.
Wenn es aber um die konkrete Ausgestaltung von den Rahmenbedingungen der polizeilichen Bezahlung/Arbeit geht, dürfen wir uns von einem Peter Heesen (Studiendirektor) vom DBB und Frank Bsirke (Berufsfunktionär, mit abgeschlossenen Studium der Politikwissenschaft) von verdi verar…..en lassen.
Manch Polizeiführer hat zum Beispiel seine ganze Kreativität entdeckt, als es um die Ausgestaltung neuer Rahmendienstpläne nach der neuen AZVO (41 Std-Woche) ging.
Wo mancher Bürger noch müde lächelt und meint da würde der “Büroschlaf” eines Finanzbeamten, eines Lehrers, eines Beamten der öffentlichen Verwaltung usw. eben nur um eine Viertelstunde pro Tag verlängert, hat die Polizeiführung der Bundespolizei für 12-Stunden-Dienste an Sams- und Sonntagen gesorgt, plus einem zusätzlichen (nicht planbaren) Einsatzwochenende im Fünf-Wochen-Rhythmus.
Und da redet eine Frau von der Leyen von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf……., wenn man selbst nahezu vom familieren, sowie sozialen und gesellschaftlichen Leben ausgeklammert wird.
Der Polizeiberuf hat besondere Anforderungen, weshalb auch nicht jeder diesen Beruf ergreifen kann.
Daher mein Appell das die Angelegenheiten von Polizeibeamten auch nur von Polizisten verhandelt werden sollten !!
Lieber Jupp, ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Vision, ich denke du bist auf dem richtigen Weg.
Oder laß es mich mit einem Spruch aus dem Buddhismus sagen:
“Wer seinen eigenen Weg geht, dem wachsen Flügel.”
Viel Glück und Gruß
kimi
Eintrag von kimi am 18.Januar 2007
Hallo, Kolleginnen und Kollegen,
ich verstehe den Ärger über die Aussagen des “obersten Dienstherren”. Ich bin deshalb sehr erfreut, dass in den meisten Beiträgen keine Resignation, sondern der Wille deutlich wird, diese überhebliche Aussage eines auf Zeit ernannten (nicht in diese Funktion gewählten) Innenminister nicht einfach zu “erdulden”!
Dies ist genau der richtige Weg. Rückblickend kann ich sagen, dass uns gemeinsam nie etwas geschenkt wurde. Der Kampf um die sog. zweigeteilte Laufbahn hat 1972 unter dem Titel “Die gebremste Gewalt” begonnen. Die damals für eine Verbesserung im Polizeibereicht gekämpft haben, hatten meistens nichts mehr von dem Ergebnis.Trotzdem haben sie nicht resigniert.
Also: Steht zusammen und laßt Euch nichts gefallen.
m.f.g.
Dieter Wimmer
Eintrag von Dieter Wimmer am 18.Januar 2007
Wenn ein Minister solche Äußerungen von sich gibt,hilft eigentlich nur noch ein Kirchengang, denn dort erhält er die erforderliche Erleuchtung.
Eintrag von Erich Schneider am 19.Januar 2007
Wenn Ich mich richtig erinnere hat Herr Schäuble letztes Jahr geäußert, dass an der inneren Sicherheit (zu der gehören die PVB´s und somit ihre Bezüge auch) bisher nicht gespart wurde und dass dieser Kurs nicht länger beibehalten werden kann. Vielmehr müßte jetzt auch an der inneren Sicherheit gespart werden.
Damit ist dann auch klar was uns erwartet und wie kompetent dieser Mann ist. Wenn ich einer seiner Personenschützer wäre, hätte ich um sofortige Versetzung gebeten.
Was das Berufsbeamtentum betrifft:
Der Gang zum Verfassungsgericht wird Zeit.
Eintrag von Ulf Sommer am 22.Januar 2007
Es genügt nicht “Rote Karten” hochzuhalten - wir müssen das Spielfeld halt mal für ein paar Tage verlassen (Warnstreik). Ob der für uns verboten ist, sollte uns nicht interessieren, der Dienstherr hält sich ja auch an nichts mehr.In Erinnerung ist mir allerdings ein Streik der Fluglosten, damals Beamte im gD, wollten wieder wie zuvor Angestellte werden (!) in den 70er Jahren, für den der damalige Flugleiterverband haftbar gemacht wurde.Unsere GdP kann das also offiziell nicht anleiern, aber im Zeichend von Internet dürfte es doch nicht schwierig sein, anonym einen oder mehrere Warnstreiktage bekannt zu geben. Das vielleicht noch während irgendwelcher Pseudoverhandlungen mit dem BMI, die doch nur ein Lachnummer sind. Nur, und nur so können wir und unsere Familien noch in die Zukunft sehen. Warnstreik der Beamten!
Eintrag von Karo am 24.Januar 2007
Karo hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Zumindest sollten wir laut über einen bundesweiten Dienst nach Vorschrift nachdenken!!!
Eintrag von Frank am 25.Januar 2007
Im Moment herrscht im Kollegenkreis eine sehr miserabele Stimmung. Viele sind nach eigenen Aussagen noch nie so pleite gewesen wie im Januar 2007.
Dieser Unmut wird sich wohl nicht mehr lange unterdrücken lassen. Auch hier wurde von Streik oder Dienst nach Vorschrift gesprochen.
Verständlicherweise handelt sich hierbei um lebensältere Kollegen die schon seit Anfang der 80ziger Jahre vieles an Kürzungen hinnehmen mussten um die Deutsche Staatskasse zu sanieren.
Ich glaube es hat noch kein BMI in so kurzer Zeit geschafft, so viele Leute, in so kurzer Zeit zu demotivieren.
Eintrag von Lurchi am 25.Januar 2007
…das Schlimme ist, daß man dann im Zuge der nächsten Tarifrunde und der sich anschließenden Frage der Übertragung auf den Beamtenbereich den ewig gleichen Käse wieder hören wird. Vielleicht wird man aber zur Kompensation der dann anstehenden (?)-Stunden-Woche beschließen, daß die Bezüge nur gering abgesenkt weden…..
Eintrag von Gerhard Medgenberg am 26.Januar 2007
Lange habe ich überlegt, ob ich einen Beitrag schreibe. Nachdem ich aber immer mehr Resignation aus den Beiträgen lese mit denen ich mich identifizieren kann, habe ich es mir anders überlegt. Es wird immer mehr von finanziellen Problemen, familiären Schwierigkeiten und der Tendenz für eine Anfälligkeit die nicht mit dem GG vereinbar ist, berichtet.
Kollegen, bitte setzt nicht unseren Rechtsstaat auf´s Spiel. Hier ist eine Interessenvertretung gefragt, die sich dieser angesprochenen, oft existenzieller Probleme mit Nachdruck annimmt und sich nicht schon an der Haustür abwimmeln lässt. Solche Probleme gehören an die Öffentlichkeit. Ich bin überzeugt, dass die Massenmedien sich solchen Einzelschicksalen, die sich aber häufen, auch annehmen werden und somit eine öffentliche Diskussion losgetreten werden kann. Es kann doch nicht sein, Kriminalität bekämpfen zu lassen von Leuten die am Existenzminnimum leben? Was wäre denn das Ergebnis?
Die Kürzungen der letzten Jahrzehnte und die steigenden Forderungen des Dienstherrn treiben unsere Kolleginnen und Kollegen doch genau dahin wo sie der Dienstherr bestimmt nicht haben will. Nach dem Motto: “Was mir der Staat nimmt hole ich mir anderswo wieder.” Ein Ausspruch den auch ich schon oft im Dienstbetrieb gehört habe. Das soll heißen, die Sicherheitskräfte werden mit staatlichem Volldampf in die Korruption getrieben.
Ich kann als Chef nicht von meinem Personal verlangen finanzielle Kürzungen und persönliche Einschränkungen (Wochenarbeitszeit, Schichtdienst, kaum ein Wochenende oder Feiertag frei, usw.) hinzunehmen und auf der anderen Seite, dass sie vollen Einsatz leisten. Das macht ein vernunftbegabtes Wesen auf Dauer nicht mit.
Wenn ich einen Hund immer Schlage, wird er mir bei nächster Gelegenheit weglaufen und verwildern, um ein Beispiel aus den Kommentaren aufzugreifen.
Soll heißen, wenn ich gutes Personal will, das gute Arbeit macht, muss ich es auch anständig bezahlen und entsprechend behandeln. Und der Staat, sprich die Polizei insbesondere, sucht durch seine Einstellungstests sogar noch die Besten heraus.
Was macht der Herr Minister, wenn sich die Wirtschaftslage bessert und sein Sicherheitspersonal innerhalb kürzester Zeit kündigt?
Zu dem Ganzen kommt ja noch die interne Überwachung des Dienstbetriebes hinzu. Zumindest im “noch” Präsidium Süd. Hier gibt es Kollegen die diesen “Verfolgungsdruck” nicht mehr ausgehalten haben und aus psychischen Gründen aufhören mussten.
Es stellt sich die Frage: Warum lass ich denn das alles über mich ergehen? Geht es mir in Deutschland nicht besser wenn ich nichts habe und nichts tue?
Übrigens, bei 1,8 Mill. Beamte (hab ich aus einem der oberen Kommentare) handelt es sich um 1,8 Mill. Wählerstimmen. Mit der Familie (Ehegatten/-innen, Eltern, Kinder usw.) verdrei- oder vervierfacht sich diese Summe auf ca. 5 - 6 Mill. Einigkeit macht stark. Nur mal so als Argumentationshilfe für die Gewerkschaft.
Fazit: Ich fordere die Gewerkschaften auf, sich diesem Thema mit voller Hingabe zu widmen. Seid vernünftig und fasst die Sicherheitskräfte unter einem Dach zusammen, kämpft nicht nebeneinander und bekriegt euch gegenseitig. Wir haben dochh alle das gleiche Ziel: Mit einem anständigen Lebensstandard, in einem sicheren Land zu leben. Macht der politischen Führung klar, wer eigentlich ihren Stall sauber hält, denn ohne uns Sicherheitskräfte ist der Staat nicht lebensfähig.
Eintrag von Jürgen am 26.Januar 2007
Lieber Jürgen,
man muss als Polizeibeamter einfach zur Kenntnis nehmen, dass wir seit 20 Jahren nur Einsparungen hin- nehmen müssen. Weit über 30, z. T. eklatante Massnahmen,mussten wir hinnehmen. Im gleichen Zeitraum haben die 17 (!) Regierungen für sinnlose Projekte Unsummen ausgegeben. Nichts gegen die Kollegen, die uns in den Gewerkschaften vertreten. Aber es läuft doch immer nur auf argumentieren raus und die Gutsherren haben es drauf, Argumente höhnisch vom Tisch zu wischen, wenn sie sich da überhaupt hinsetzen. Und wählen? Wen? Pest oder Cholera? ALLE Fortschritte der Arbeitnehmer haben diese mit Druck (Streik) erreicht. Die Franzosen würden sich das nicht gefallen lassen. Wir sind und bleiben obrigkeitshörig, das haben wir Deutsche einfach im Blut. Leider!Es geht nicht dass wir uns länger bücken, in dieser Haltung schreit man nach Prügel. Also Auge um Auge, Zahn um Zahn,Warnstreik!
Eintrag von Karo am 27.Januar 2007
Lieber Jürgen, ich kann hier beim besten Willen keine Tendenz für eine Anfälligkeit gegen das GG erkennen, ganz im Gegenteil. Irgendwo, ich erinnere mich dunkel, steht zB. geschrieben, dass zum Einen die Würde des Menschen unantastbar ist und dass zum Anderen einem Beamten eine amtsangemessene Besoldung zugedacht werden soll. Da Demokratie immer von der Meiner der andersdenkenden profitiert, ich stimme Dir in diesem Punkt zu, muss das Problem viel viel Stärker in die Presse und an die Öffentlichkeit getragen werden und wir müssen viel stärker und mit mehr Vehemmenz für unserer Interessen eintreten. Die Arroganz der Macht, insbesondere die unserer sog. “politischen Führung”, ist mehr als befremdend. Aus diesem Grunde habe ich auch wenig Hoffnung, dass dieselben Leute, die Wasser predigen und Wein trinken, an diesem Zustand etwas ändern wollen/werden. Insofern kann ich den Kollegen leider nur zustimmen, dass offenbar ein “Dienst streng nach Vorschrift” bzw. ein wie auch immer geartetes Streikrecht, erfolgversprechender erscheint (siehe unbekanntes Ergebnis des lediglich angekündigten Streiks bei den Fluglotsen). In diesem Sinne: “Immer weiter”.
Eintrag von Prediger am 28.Januar 2007
Hallo Kollegen!
ich bin der Meinung, dass es in unserem Land schon lange nicht mehr in vielen Bereichen gerecht zugeht. Und ich möchte es mir ersparen an dieser Stelle alle Dinge auf zu zählen, weil das den Rahmen sprengen würde.
Vielmehr sollten sich unsere Berufsvertretungen mit den Gedanken beschäftigen, den ganzen Sicherheitsbereich von den allgemeinen Regeln wie Erholungsurlaub, Arbeitszeit, Besoldung usw. ab zu koppeln.
Ansonsten kann ich mich nur den Aussagen der Vorschreiber anschliessen.
Gruß
Günni
Eintrag von Günter Rohde am 28.Januar 2007
Liebe Kolleginnen und Kollegen !
Ich befürchte zu fast 99 %, das reine “Verhandlungen und Gespräche ” nichts mehr bringen werden.
Sehen wir uns die Situation der letzen Jahre doch mal an.
Mindestens alle halbe Jahr irgendeine Veränderung oder Kürzung.
Es ist keine Sicht auf Besserung zu sehen, das Gegenteil ist der Fall. Es wird noch schlimmer werden.
Das neuste was nun auf dem Markt ist, oder in der Planung ist :
-Verpflichtung eines jeden PVB , Dienst im Ausland zu verrichten.
( Quelle: Generalanzeiger Bonn )
- Mit dem Dienstrechtneuordnungsgesetz wird sich im März das Kabinett befassen.
Dieses Gesetz, beinhaltet die „ zukünftige „ leistungsorientierte Bezahlung der Bundespolizei sowie die Anhebung des Pensionsalters unter anderem, bis auf 67 Jahre.
Ich habe einen schönen Artikel gefunden:
Bundestagspräsident für höhere Diäten
Bundestagspräsident Norbert Lammert setzt sich für eine Erhöhung der Diäten für Bundestagsabgeordnete ein. Im vergangenen Jahr war er mit seinem Vorschlag, die Bezüge entsprechend der allgemeinen Lebenshaltungskosten steigen zu lassen, gescheitert.
Berlin - “Ich halte eine Diätenerhöhung für überfällig”, sagte Lammert der “Welt”. Er habe schon zu Beginn der Legislaturperiode in seinem Bericht “deutlich gemacht, dass wir seit Jahren die gesetzlich geregelte Besoldungshöhe klar verfehlen”. Lammert wies darauf hin, “Ansehen und Leistungsvermögen der Politik” hätten “etwas damit zu tun, dass die Bedingungen eines politischen Mandates für viele Menschen, die außerhalb der Politik erfolgreich tätig sind, immer weniger attraktiv sind”.
Die Bundestagsabgeordneten erhalten zurzeit monatliche Diäten von 7009 Euro. Dazu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von 3647 Euro, die gemäß der Entwicklung der allgemeinen Lebenshaltungskosten steigt. Der Vorschlag Lammerts, dieses Modell auch auf die Diäten anzuwenden, ist vergangenes Jahr gescheitert. Die SPD wäre dazu nur bereit gewesen, wenn das Parlament auch das Pensionssystem neu geregelt hätte.
(Quelle : Spiegel – online )
Liebe Politiker ich gehe sofort in die Politik. Hallo hier bin ich !! Und wenn ich dann in der Politik bin, formuliere ich diesen Satz einfach um:
„Ansehen und Leistungsvermögen in der Bundespolizei“ „ hätten „ etwas damit zu tun , dass die Bedingungen eines Amtes in der Bundespolizei für viele Menschen ……..weniger attraktiv ist .
@ Kollege „ Jürgen „
Thema: Korruption und Überwachung
Korrupt, können wir an den Flughäfen doch gar nicht werden. Dafür hat man doch schon vorgesorgt. Alles aber auch alles was PVB am Flughafen macht, wird dokumentiert. Welchen Ein – Ausreise Stempel er benutz, welche Maßnahmen er getroffen hat. Alles aber auch wirklich alles, wird im Pikus, ETB , Zusatzblätter auf die Minute genau erfasst und festgehalten. Und nicht zu vergessen die Kameraüberwachung ( Chef sieht alles ) Ich warte auf den Tag, an dem noch erfasst wird, wie lange ich auf Toilette war.
Und seit neuestem, müssen alle, jeden Tag dieses KLR am Computer ausfüllen. D.h. alles selbst noch mal dokumentieren, was man am Tag gemacht habt. ( die 20 Minuten am Tag ? (für so etwas ist Geld genug da )
Noch Fragen ??
Es grüsst: Birgit
Eintrag von Birgit am 28.Januar 2007
Nägel mit Köpfen II
Lieber Josef Scheuring, liebe Kollegen,
….da haben also die Fluglotsen ernst gemacht.
Die machen d a s einfach, weil die d a s schon in der Vergangenheit - sehr erfolgreich ! - so gemacht haben.
Diesmal allerdings haben sie sich zum Schweigen verpflichten lassen (müssen), damit w i r nicht merken, wie einfach das geht, die eigenen Interessen durch Interessenvertretungen diskret, aber hart durchzusetzen!
So viel Angst vor Nachahmern sitzt also bei unserem obersten Dienstherrn…..
Lieber Josef Scheuring, liebe Kollegen,
unsererseits müssen jetzt Fakten geschaffen werden, die uns helfen, unsere Situation entscheidend und vor allem nachhaltig zu verbessern. Dabei dürfen auch die uns bisher weggenommenen finanziellen Leistungen nicht außen vor bleiben!
Wir brauchen eine unabhängige Gewerkschaft Öffentliche Sicherheit und wir brauchen das l e g a l e Streikrecht!
Übrigens, wo bleiben die versprochenen Berichte zur Umorganisation?
Eintrag von Bräunsdorf; Hans-Jürgen am 29.Januar 2007
Eigentlich wollte ich mich nicht an der Diskussion beteiligen, aber ich bin nun auch schon 20 Jahre dabei und habe auch diese Einschränkungen von allen Seiten mitgemacht. Meine Erfahrungen waren bisher meist viel Gerede und dennoch ein negatives Ergebnis für uns.
Dass eine Hand die andere wäscht ist auch klar. Selbstverständlich habe ich auch die Aufstiegsmöglichkeiten mit beobachtet. Diese zu finanzieren ging anscheinend nur durch Einschnitte in anderen Bereichen.
Klar ist, dass wir etwas tun müssen. Klar ist auch dass dies nur zusammen geschehen kann, soll heißen, alle Gewerkschaften die Sicherheitskräfte vertreten, müssen sich zusammenschließen (die gegenseitigen Anfeindungen an den schwarzen Brettern muß aufhören).
Weiter muss diese Vertretung denen da oben mal klar machen was es heißt Polizist auf der Straße zu sein. Fordert die Jungs doch z.B. mal auf zu einem Maiausflug an die entsprechenden Örtlichkeiten nach Berlin mitzukommen, aber in der ersten Reihe. Und sagt denen, “So, dass war´s wir gehen jetzt!”….”aber ohne Euch!”…
Eintrag von Jürgen am 29.Januar 2007
Ich kann hier den Beiträgen nur voll zustimmen. Mich würde mal die Meinung von Jupp interessieren, was er von “Dienst nach Vorschrift” oder “Streik” hält?! Ich bin ebenso der Meinung, dass man mit reden hier nichts mehr erreicht, wir müssen was dagegen tun….und damit meine ich nicht auf die Straße gehen mit Plakaten usw. Die Flughafenpasskontrolle könnte ja mal lääääänger dauern….so dass tausende Ihren Flieger verpassen, oder Unsummen von Strafen gezahlt werden müssen, weil ein Flieger nicht pünktlich geht…..das sind DRUCKMITTEL, die wir einsetzen müssen. Das berühmte “Fass”, welches alle Gewerkschaften kennen….ist schon laaaange übergelaufen!!!! Es muss etwas passieren!!!
Eintrag von Andreas W. am 29.Januar 2007
Ich warte auf folgenden Zeitungsartikel:
“Bundespolizist, Vater von 3 Kindern, wegen Ansehensschädigung der Bundespolizei
entlassen worden. Was ist passiert:
Aufgrund der anhaltenden und massiven Einkommenskürzungen konnte der Familienvater, Rechnungen und allgemeine Zahlungen zur Lebenshaltung etc. nicht mehr begleichen. Dadurch wuchs die Zahl der Gläubiger und der Gehaltspfändungen in einem für die Bundespolizei unerträglichem Maße, so dass eine Weiterbeschäftigung wegen Ansehensschädigung nicht mehr möglich war.”
Eintrag von Günter am 29.Januar 2007
“Die Ankündigung “Dienst nach Vorschrift” steht dem § 54 S.2 BBG entgegen ! Das könnte theoretisch zu einem D-Verfahren führen ! ”
Als mir das ein Kollege sagte, dachte ich erst an einen Witz, aber ist so. Nicht umsonst sind wohl im jährlichen BPOL-Haushalt ein paar tausend Euro “”vorweg”" als Einnahme als Strafe angesetzt. Das Geld muss ja irgendwie reinkommen.
Mehr fällt mir dazu nicht ein ! Wirklich nicht ! ….
Eintrag von PVB am 29.Januar 2007
Lieber Andreas,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
vielen Dank für Euere engagierten Beiträge. Was das Streikrecht für Polizistinnen und Polizisten betrifft, stelle ich dazu noch einmal den Artikel von Jörg Radek ( Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand der GdP) vom 12. Dezember 2007 ein.
Streikrecht:
” Einschnitte in der Besoldung, Versorgung, Verlängerung der Arbeitsziet und die Durchsetzung von Lohn- und Gehaltsforderungen sind immer wieder ein guter Anlass über Kampfmaßnahmen der Beamtenschaft nachzudenken.
Ein Streikrecht für Polizeibeamte gibt es z.B.: in der Schweiz, in Belgien und in Schweden.
Ein Streikrecht für Polizeibeamte würde in Deutschland keineswegs zu einer Exotenstellung führen.
Diese Modelle sind für die GdP Denkanstöße.
Grundlage einer Diskussion ist die EU - Grundrechte - Charta. Sie wurde auf dem EU - Gipfel in Nizza im Jahr 2000 verabschiedet.
Zum Streikrecht enthält diese Charta zwei wichtige Bestimmungen(Art.12 Abs.1 Gewerkschaftsrechte; Art.28 Kollektivverhandlungen).
Unser Ziel ist es diese Grundrechte in einer europäischen Verfassung zu verankern.
Die Zeit einer deutschen EU - Ratspräsidentschaft mit dem Ziel den Prozess um die Verabschiedung der EU - Verfassung wieder aufzunehmen ist ein gute Anlass dies Ziel zu verfolgen.” Jörg Radek
Zum Themenbereich “Dienst nach Vorschrift” hat der Bundesgerichtshof - BGH 16.6.77 AP Nr.: 53 und BGH 3.1.78 AP Nr.:61 in zwei Grundsatzurteilen festgestellt, dass “Dienst nach Vorschrift” für Beamte ein rechtswidriges Handeln darstellt.
Damit stehen sowohl Streik als auch “Dienst nach Vorschrift” für die Auseinandersetzungen über die Einkommensentwicklung im Bundesbeamtenbereich derzeit nicht zur Verfügung. Die erhobene Forderung, das Streikrecht für die Polizei und damit eine größere Wehrhaftigkeit gegen rücksichtslose und unangemessene politische Entscheidungen durchzusetzen, ist angesichts des derzeitigen Umgangs der schwarz-roten Regierung mit uns richtig und zwangsläufig.
Zudem werden wir die Kräfte der Mitarbeitervertretungen im Sicherheitsbereich bündeln um gemeinsam gegen diese unakzeptable Politik anzutreten. Die Kolleginnen und Kollegen aus diesen Sicherheitsbereichen verteidigen die Demokratie Tag und Nacht in Deutschland, am Hindukusch und in vielen anderen, besonders problematischen Bereichen der Welt. Sie sind in der Lage und sie haben vor allem auch die Kraft, ihre eigenen Rechte, den Anspruch auf würdigem Umgang und eine Bezahlung, die ein würdiges Leben ermöglicht, durchzusetzen. Genau das werden wir in den nächsten Monaten sehr deutlich machen. Lasst nicht zu , dass die Enttäuschung in die Politik in eigene Frustration führt. Wir machen miteinander eine ungemein wichtige Aufgabe. Wir stehen für die Sicherheit der Menschen in Deutschland und darüber hinaus. Die Menschen in unserem Land schätzen unsere Arbeit und wollen, dass wir vernünftig behandelt werden. Wir haben viele schwierige Situationen durchgestanden und werden auch jetzt wieder aus der Defensive kommen. Lasst uns miteinander dafür einstehen. Gemeinsam werden wir es schaffen, da bin ich ganz sicher.
Mit herzlichen Grüssen
Jupp Scheuring
Eintrag von Scheuring Josef am 30.Januar 2007
Hallo Kollegen von der Polizei,
vergesst die anderen verbeamteten Kollegen z.B.in den Kommunal- oder staatlichen Verwaltungen nicht. Was die aushalten müssen ( ich sage nur Ausländeramt, Sozialhilfeverwaltung) ist auch nicht von Pappe. Wir haben ebenfalls eine angemessene Bezahlung und würdige Behandlung verdient. Viele haben dort auch die Schnauze voll
Eintrag von punica am 31.Januar 2007
Wir sollten uns tunlichst nicht auseinanderdividieren lassen, die Föderalismusreform ist hier bereits schlimm genug! Wenn jetzt auch jede Beamtengruppe ihr eigenes Süppchen zu kochen versucht, spielt man unseren Herren Schäuble & Co. noch in die Hände!
Eintrag von VOS am 31.Januar 2007
Ich bin zwar kein PVB, kann aber die Sorgen und Nöte bestens nachvollziehen, ja in gewissen Bereichen sicher auch etwas besser. Glücklicherweise bin ich aufgrund meiner Ausbildung nicht an unseren “Dienstherren” und habe meinen Entschluss jedenfalls gefasst: Vor Realisierung der wunderbaren Reorganisation raus aus der BPOL und raus aus Deutschland, denn ein solches Maß an gefährlicher Kombination von Inkompetenz und Arroganz der Politik und der “Führungskräfte” ist mir jedenfalls noch nicht begegnet. Ich wünsche Euch jedenfalls Alles Gute und vor allen Dingen viel Mut nachhaltig gegen all den Unsinn vorzugehen.
Eintrag von Thomas D. am 31.Januar 2007
- eine Berufsvertretung für alle Sicherheitskräfte,-?- Gemeinsam in die Zukunft und nicht mehr untereinander gegeneinander? Dann trete ich sofort wieder in eine solche Berufsvertetung ein. Auch nur so, sehe ich eine Möglichkeit für uns Alle.
Eintrag von insulaire am 1.Februar 2007
Mir meinen durch den derzeitigen Dienst entstandenen Frust hier von der Seele zu schreiben, würde den Rahmen wohl sprengen. Aber es ist eine ungeheure Frechheit, dass wir PVB wohl oder übel alles hinnehmen sollen.
Wir brauchen eine unabhängige Gewerkschaft der Sicherheitsorgane in der Bundesrepublik. Ich bin gern Polizeibeamter und ich denke jeder von uns hat schon viel privates an Finanzen und Energie in sein dienstliches Umfeld gesteckt um den Dienst effektiver und annehmbarer zu gestalten. Doch auch hier liegt zum Teil der Hund begraben, wir zeigen soviel Eigeninitiative um Unzulänglichkeiten unseres Staates auszugleichen, dass dieser gar keinen Handlungsbedarf sieht. Im Gegenteil, wir besorgen uns bessere Ausrüstung um unseren Dienst vernünftig leisten zu können oder entwickeln für unseren jeweiligen Bereich sogar Computerprogramme um effektiver arbeiten zu können. Kriegt der Dienstherr aber Wind davon, hängt einem sofort ein D-Verfahren am Ar… Es gibt sogar Dienststellen, da haben Vorgesetzte nichts Besseres zu tun, als nach einem Fehlverhalten zu suchen, um gegen Beamte(vorwiegend mD) D-Verfahren einzuleiten. Wir leben mittlerweile nach den ganzen Kürzungen und Einschnitten in unsere Besoldung wirklich am unteren Limit der Einkommensgrenze, halten aber für die BRD und namentlich auch für solche Politiker wie den Schäuble den Kopf hin und das wohl nicht schlecht. Unser Dienst wir immer schwieriger und gefährlicher (AMOK-Lage), aber dafür bekommen wir weniger Geld… Wir müssen uns einfach anfangen zu wehren und dafür müssen die Gewerkschaften an einem Strang ziehen. Ich denke mit einer Gewerkschaft der Sicherheitsbehörden sind wir da auf dem richtigen Weg! So, jetzt bin ich doch etwas Frust los geworden, allen Kolleginen und Kollegen weiterhin alles Gute und trotz allem noch Spaß am Dienst!
Eintrag von Marcus K. am 1.Februar 2007
Noch niemand hat hier geschrieben wie denn eine solche Sicherheitsgewerkschaft aussehen soll oder wie man sie sich vorstellen könnte. Welche Gewerkschaften sollten denn dort mitmachen und wie soll man die Sache auf den Weg bringen. Hat jemand eine Idee - oder vielleicht sogar Du Josef ???
Gruß aus dem Süden
Eintrag von Sandy am 3.Februar 2007
Das gerade der mD, der oft durch Eigeninitiative seinen Dienst angenehmer gestaltet (wie Marcus beschrieben z.B. durch eigene Ausrüstung o. Computerprogramme), “Opfer” von D-Verfahren o.ä. ist, liegt vermutlich an der Führungslehre unserer Ausbildungsstätten für unsere Führungskräfte. Dort wird immer noch intensiv gelehrt, wie man den mD an der kurzen Leine hält. Diese Ausbildungsstätten sind scheinbar mit ihrer Entwicklung vor 20 Jahren im Offizierskeller stehengeblieben.
Mehr Teamarbeit und Motivation, wie im Leitbild, fehlt. Schließlich sitzen wir doch alle in eÃnem Boot.
Eintrag von PVB am 3.Februar 2007
@Sandy - Form einer “Sicherheitsgewerkschaft”
Wie das Wort schon sagt, kann das nur eine gemeinsame Interessenvertretung der mit Innerer und Äußerer Sicherheit befassten Organisationen sein.
Polizei - Bundeswehr - Feuerwehr- THW - Zoll. Selbstverständlich mit e i g e n e m Dachverband.
Außen vor bliebe der übrige öffentliche Dienst und seine Vertretungen.
Ob man dafür neu gründet oder Zusammenschlüsse herbeiführt ist Ansichtssache.
Wichtig ist dabei die unbeschränkte Möglichkeit, nicht nur als geduldete Interessenvertretung zu agieren, sondern als Gewerkschaft, d.h. mit allen Kampfmöglichkeiten, die Gewerkschaften üblicherweise besitzen.
Eintrag von Bräunsdorf; Hans-Jürgen am 8.Februar 2007
Ich sehe eigentlich nur noch, dass wir immer mehr Knochen zwischen die Beine geworfen bekommen. Warum kann sich unser DHerr nicht mal vernüftig hinter uns stellen. Und nicht immer gleich die D-Verfahren rauszuholen wenn mal was falsch läuft. Einfach mal wieder den Rücken stärken kann.
Eintrag von Black am 23.Februar 2007
Anstatt einer starken Gewerkschaft haben wir bei der Polizei leider eine Vielzahl von Gewerkschaften (z.B. GDP, BDK, DPOLG, BGV, etc.), welche einen schon fast gnadenlosen Konkurrenzkampf gegeneinander führen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass unsere Gewerkschaften ihre Hauptaufgaben darin sehen, anderen Gewerkschaften durch Diffamierungen oder Lockangeboten Mitglieder ab zu werben.
Ihren eigentlichen Auftrag scheinen so manche Funktionäre schon längst aus den Augen verloren zu haben.
Die Folge: Der Einfluss unserer Gewerkschaften auf die jeweiligen Regierungen (Land, Bund) ist zurzeit gleich bei Null. Das weiß auch Herr Schäuble, ansonsten würde er sich nicht Benehmen wie die Axt im Walde.
Miteinander anstatt Gegeneinander, so sollte die Devise heißen, nur so können wir uns in Zukunft auch erfolgreich Gehör verschaffen.
Ansonsten, der lachende Dritte ist bekannt.
Das Beispiel von dem Kollegen mit dem Hund, der verprügelt wird, fand ich sehr gut. Ich möchte dieses Gleichnis ein wenig ausschmücken. Bei dem Hund handelt es sich um ein Rudel Hunde. Während sich die Hunde im Rudel gegenseitig in den Hintern beißen, kann der Hausherr ganz in Ruhe seine nächsten Prügelattacken vorbereiten.
Eintrag von Jürgen Wortmann am 8.März 2007