Grundüberlegungen der Gewerkschaft der Polizei zum Schicht – und Wechselschichtdienst in der Bundespolizei

LogoKeine andere Form der Festlegung der Arbeitszeiten belasteten den Menschen sowohl körperlich als auch psychisch mehr als der Schicht – und Wechselschichtdienst!

Daher ist die Festlegung der Anfangs- und Endzeiten der Schichten für unsere Kolleginnen und Kollegen im Schicht- und Wechselschichtdienst für die Gestaltung des Lebensalltags und ihre Lebensplanung schlechthin von entscheidender Bedeutung.

Die familiären- und anderen persönlichen Beziehungen müssen diesen unregelmäßigen Arbeitszeiten angepasst werden. Die Teilnahme an regelmäßigen Freizeitaktivitäten wie die Teilnahme am Training im Sportverein, das gemeinsame Proben im Musik- oder Gesangverein, die aktive Beteiligung am Leben in einer Kirchengemeinde o.a. werden durch den Schicht oder Wechselschichtdienst deutlich erschwert und häufig sogar unmöglich gemacht. Aber auch die Nutzung anderer Freizeitangebote ist deutlich eingeschränkt.

Diese Beeinträchtigung zeigen, dass Menschen, die gezwungen sind in Schichtsystemen zu arbeiten, sich allein dadurch schon deutlich intensiver in den Arbeitsbetrieb einbringen müssen. Deutlich erschwerend kommt für unsere Kolleginnen und Kollegen hinzu, dass der Beruf als Beschäftige/r bei der Polizei weitere besondere Belastungen mit sich bringt.

Daher haben aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei unsere Kolleginnen und Kollegen im Schicht – und Wechselschichtdienst einen besonderen Anspruch auf eine Kontinuität in den Schichtabläufen und auch eine verlässlich planbare Freizeit außerhalb dieser Schichtblöcke. Ihnen muss die besondere Fürsorge des Dienstherren und aller politisch verantwortlich Handelnden gelten.

Daher muss auch jede Veränderung festgelegter Schichtdienstpläne sorgsam auf deren absolute Notwendigkeit geprüft werden. Hier muss mit höchster Sensibilität vorgegangen werden. Die Interessen jedes einzelnen Kollegen und jeder einzelnen Kollegin müssen in diesen Prozess einbezogen werden. Denn nur eine Akzeptanz des Schichtplanes und die Ermöglichung die dienstlichen – und die privaten Interessen ausgewogen in Einklang bringen zu können führt zu einer beruflichen Zufriedenheit, die eine unabdingbare Voraussetzung für Leistungsfähigkeit und Einsatzfreude ist.

Richtigerweise sind dafür die Dienstvorgesetzten vor Ort zuerst in der Verantwortung. Nur mit verträglichen und durch die Kolleginnen und Kollegen akzeptierten Arbeitszeiten können sie ein Gesamtarbeitsklima schaffen, in dem erfolgreich polizeilich gearbeitet werden kann. Daran müssen sich alle Verantwortlichen messen lassen.

Der arbeitende Mensch im Mittelpunkt –
Dafür stehen wir – GdP

Share

Themenbereich: Finanzielles & Laufbahn | Drucken