26. März 2007
Berlin/Hilden, den 26. März 2007: Während sich der in Afghanistan eingesetzte Hauptfeldwebel der Bundeswehr nach einer Meldung der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ bald darauf einstellen kann mit 50 Jahren in den Ruhestand zu gehen, muss der dort zur gleichen Zeit eingesetzte, gleich bezahlte Polizeiobermeister der Bundespolizei damit rechnen, zukünftig deutlich über seinem 60. Lebensjahr hinaus arbeiten zu müssen.
„ Es ist kaum zu glauben, dass diese vollkommen unterschiedlichen Zielrichtungen von ein und der selben Bundesregierung zu verantworten sind“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin.
„ Wir haben großes Verständnis dafür, dass die Berufssoldaten bei den erst jüngst durch den Wehrbeauftragten dargestellten Zuständen in der Bundeswehr ihren Beruf so schnell wie möglich hinter sich lassen möchten. Kein Verständnis haben wir allerdings dafür, dass die Kolleginnen und Kolleginnen der Bundespolizei bei vergleichbaren Belastungen immer länger arbeiten sollen“, so Scheuring.
Wenn der Frust der Soldatinnen und Soldaten der Grund für ihre Frühpensionierung ist, dann fordern wir in der gleichen Weise Frühpensionierungen für die Bundespolizei. Nach Jahren mit Einkommensabsenkungen und gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitzeit und des Arbeitsdrucks ist der Frust bei der Bundespolizei genau so groß wie bei der Bundeswehr, so die Gewerkschaft der Polizei.
……nicht zu vergessen, dass es mittlerweile durch verfehlte Einstellungspolitik der letzten Jahre nicht mehr ungewöhnlich in der Bundespolizei ist, wenn die Kollegen bis zum Pensionseintritt Wechselschichtdienst leisten und mit 58 Jahren noch als SE-Kräfte Fußballfans zu Auswärtsspielen begleiten müssen !!
MfG
kimi
Eintrag von kimi am 26.März 2007
Es wird immer seltsamer!
Wahrscheiinlich reicht mein bescheidener Horizont nicht aus, um die Entwicklung in unserer Bundespolizei nachzuvollziehen. Da werden jahrelang keine Kollegen eingestellt um plötzlich festzustellen das ein ganzer “Haufen” urplötzlich und völlig überraschend in Pension geht. Es werden Kollegen die Altersteilzeit verweigert und anderen, die gerne länger arbeiten würden (Sicherung der höheren Gehaltsstufe) dieses verweigert.
In jedem erfolgreichen Konzern gibt es studierte Leute die sich über die Personalentwicklung Gedanken machen und eine entsprechende Planung machen.
Die Gdp hat sich damals gegen einen Einstellungsstop ausgesprochen, wurde aber nicht gehört. Es wäre schön wenn die Politik nicht so beratungsresistent wäre!
Eintrag von Ole Bielenberg am 26.März 2007
Richtig Kimi kann Dir nur Beipflichten und ist das nicht eine Ungleichbehandlung.Was macht der über alles geliebte Dienstherr nur mit uns.
Eintrag von Birgit am 27.März 2007
Mich wundert mit dieser Politik bald nichts mehr. Es kann nicht sein, dass 4200 Soldaten die 50 Jahre oder älter sind, vorzeitig entlassen, sprich in den Ruhestand geschickt werden. Mit den gefährlichen Auslandseinsätzen kann man es nicht mehr allgemein argumentieren. Ich denke unsere Haushaltskassen sind leer. Es scheint aber nicht zu stimmen, wenn man die Soldaten vorzeitig in den Ruhestand schicken will. Es sieht doch so aus, dass die Bundeswehr die Aufgaben der Bundespolizei im Innland und die Bundespolizei die Aufgaben der Bundeswehr im Ausland übernehmen soll. Dann müssten eigentlich die Beamten und Beamtinnen der Bundespolizei mit 50 Lebensjahren in den Ruhestand geschickt werden und die Soldaten mit 60. Es darf und kann einfach nicht wahr sein. Der Polizeidienst muss bis zum 60. Lebensjahr (die Politik, sprich, unser hervorragender Bundesinnenminister, will ja eventuell die Lebensarbeitszeit fur die Bundespolizei anheben) Dienst verrichten und das rund um die Uhr. Ich kann nur dem Jupp und senen Mitstreitern alles Gute für die künftige Arbeit wünschen, denn es wird nicht einfacher. Irgendwann reicht es uns. Noch sind wir geduldig, aber es kann sich ändern. Denn irgenwann hat man die Schnauze gestrichen voll.
Eintrag von DR aus Stuttgart am 27.März 2007
Hier handelt es sich um eine klassische Gleichbehandlung durch den Gesetzgeber. Da uns der Dienstherr so sehr liebt, läßt er uns auch nicht gehen und schon gar nicht früher. Soldaten sind nun etwas Besonderes, was man von Polizisten nicht behaupten kann. Nur so läßt sich diese ungleiche Auslegung / Behandlung erklären. Nur, wer stellt diese Zustände ab? Wahrscheinlich niemand wie immer. Ein Aufschrei ohne Folgen / Wirkungen.
Eintrag von ESch am 27.März 2007
Viele Positionen und Einträge gefallen mir eigentlich super, das war nicht immer so.
Oder ist das wieder eine Ente? Oder schon die Spaltung des gerade begonnenen Schultersschlussses?
Ist mir eigentlich egal, die EUROS bin ich jetzt breit zu investieren, schlechter kann es sowieso nicht mehr werden.
Könnte mich durchringen in Berlin über mindestens zwei Tage ein Zeltlager aufzuschlagen (Kind,Frau und Kegel)und mit Berlinern gemeinsam zu feiern. Auch da würde ich mich nützlich machen wollen? Ich weis, blöder Vorschlag und nicht umsetzbar.
Wollte aber auch einmal Senf dazugeben.
Eintrag von URLAUBER am 28.März 2007
Es ist schon erstaunlich, was sich diese “Herrschaften” in Berlin so einfallen lassen. Dass aber ein Berufssoldat nicht mit 60 in den Ruhestand geht, sondern mit 54 (soviel wie ich weis) und das dann auch noch mit vollem Pensionsansprüchen scheint auch noch keiner so richtig gemerkt zuhaben. Stellt sich nur noch die Frage, ob man für weniger Leistung belohnt werden muss! Unsere Kollegen, die im Ausland tätig sind oder waren, werden deshalb auch nicht eher nach Hause geschickt. Selbst die jenigen die fast ihre gesamte Dienstzeit im Schicht-/ Wechseldienst verbracht haben, werden noch damit belohnt, dass sie bis zum letzten Tag Schichtdienst leisten müssen. Bei diesen Vorstellungen kann ich nur noch Hurra rufen und nach hinten wegtreten.
Die s.g. Fürsorgepflicht des Dienstherrn steht doch eh´ nur noch auf dem Papier.
Eintrag von Harwey am 29.März 2007
Von der Bundeswehr lernen, heißt (letztendlich) siegen lernen
Die Bundeswehr erhält doch eigentlich nur den in den frühen Jahren der Bundesrepublik erworbenen Standard zurück.
Der wurde zwar durch die Politik seinerzeit - ohne die Betroffenen zu fragen - ausgehebelt (längere Lebensarbeitszeit für Berufsunteroffiziere) wird nun aber wieder zurückgeführt.
Was sich der Bund momentan mit Sicherheit nicht leisten will, ist bei denen den Bogen gänzlich zu überspannen….
Also kommen die BonBons. So einfach.
Eintrag von Bräunsdorf, Hans-Jürgen am 2.April 2007
Man sollte hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, dass passt nicht und von “vergleichbaren Belastungen” zu sprechen schon gar nicht, hier sind schon gravierende unterschiede zu finden. Und, man darf das ganze auch nicht nur auf ein Beispiel,(Auslandseinsatz)Begründen. Die Belastungen eines Berufsunteroffieziers sind schon auf die gesamte Dienstzeit bezogen nicht ohne. Warum haben denn soviele Unteroffiziere bei ihrer Pensionierung gesundheitliche Probleme???
Eintrag von uffz am 4.April 2007
@ uffz,
ich kenn leider viele uffz die, als es mal Ernst wurde, Bosnienkrieg, Afghnanistan etc… erklärten, dass sie dafür nicht zur Verfügung stehen.
Da fällt mir der Spruch der 80er ein ” Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin”. So viel dazu, dass das Leben eine uffz nicht ohne ist. Weisst du eigentlich was es heißt, jeden Tag rund um die Uhr für die innere Sicherheit zu sorgen? Und immer da zu sein, wenn der Bürger Hilfe braucht? Und als Spielball der Politik immer auf jeder Demo in der ersten Reihe zu stehen? Das kennst du nicht.
Überdenke deine Sätze noch mal. Du wirst merken du tust jedem Polizisten Unrecht.
Wir geben alle immer das Beste für Deutschland, wahrscheinlich auch Du. Aber ich möchte dein Gesicht sehen, wenn du durch zwei gewalttätige Burschen bedroht wirst, und dir zwei 67 Jahre alten Polizeiobermeister zu Hilfe eilen!
Erst denken, dann schreiben…!! Klappt meistens!!
Ich grüße diesmal alle Polizeimeister!!!
Ciao
Eintrag von Andreas Mangiacapra am 10.April 2007
Salam aleikom,
laut Aussage unseres Uffz sind die “Belastungen eines Berufsunteroffiziers schon nicht ohne”! Natürlich kann man die Belastungen eines Polizeibeamten nicht gleichsetzen mit denen eines Soldaten, aber ist unser Dienst nicht auch extrem belastend? Angefangen bei der Schlichtung von Streitigkeiten auf dem Bahnhof, der Deeskalation auf der gewalttätigen Demo, der Freundlichkeit gegenüber eines genervten Fluggastes bei der Kontrolle und dem Dienst im Ausland? Die Aufzählung ließe sich noch ellenlang fortführen.
Wir sollten uns davor hüten, uns auseinander dividieren zu lassen! Gewinnen wird dann die Politik und nicht eine adäquate Lösung für die Kollegen!
Ich grüße aus Afghanistan!
OLE
Eintrag von Ole Bielenberg am 11.April 2007
Ich kenne einen Oberstabsfeldwebel, der dieses Jahr mit 50 Jahren ohne Abschläge in Pension gehen durfte, weil seine Einheit aufgelöst wurde. Sozusagen als Trostpflaster. Ich verstehe diese Ungleichbehandlung auch nicht mehr.
Eintrag von SL am 25.April 2007
@ Andreas Mangiacapra
“Erst denken, dann schreiben…!! Klappt meistens!!”
Wenn Du meinst,scheinst ja das großen gepachtet zuhaben.
Eintrag von uffz am 8.Mai 2007
Nur Fakten schaffen eine solide Grundlage. Diskussionen kann man sich sparen. Wer das innere Gefüge kennt der weiss, dass die Streitkräfte (alle TSK) eines ständigen Wandels unterliegen. Veränderungen gibt es seit Bestehen der Bundeswehr. Eine “Strukturreform” jagt die andere, ohne die angestrebte Reform je zu Ende gebracht zu haben. Das ganze nennt sich “Transformation”. Ein vor ca. 30 Jahren eingestiegener Soldat hat nie eine “Normalphase” erlebt. Das Aufgabenspektrum wurde / wird immer größer. Die Alterstruktur hat sich den Erfordernissen (Einsatzbreite / - weite / dauer ) nie richtig angepasst. Die personelle Entwicklung hinkt ihrer Zeit weit hinter her. Aufgrund von Erhöhungen des Renteneintrittsalters auf bis 67 Jahre kann man der Bevölkerung natürlich schlecht verkaufen, dass man einen Schnitt bei bestimmten Jahrgängen machen muss. Diese Maßnahme ist aber längst überfällig. Besonders die Jahrgänge `59 und `60 sind überproportional vertreten. Hier soll auch der erforderliche Schnitt gemacht werden. Vergleiche mit Polizei / Lehrerschaft etc. entbehren jeder Grundlage. Jeder Berufsstand im öffentlichen Dienst ist getrennt zu betrachten und zu bewerten !!
Ein Insider
Eintrag von Anonymous am 16.Mai 2007
Jetzt schreibe ich !!
Ich glaube , dass bei der speziellen Berufsgruppe der Soldaten auch die besonderen Belange einer einsatzfähigen Bundeswehr berücksichtigt werden müssen.
So ist die Initiative für eine frühzeitige Pensionierung von Berufssoldaten begründet und berechtigt:
Die Bundeswehr hat wie keine andere Organisation in den vergangenen 15 bis 20 Jahren Personalreduzierungen durchgeführt. Die Bundeswehr ist von 495.000 auf 252.000 im Umfang geschrumpft. Das hat zu deutlichen Strukturver-werfungen beim Personal geführt.
Deshalb ist beabsichtigt, das sogenannte Personalanpas-sungsgesetz zu verabschieden, das einem sehr begrenzten Personenkreis ermöglicht, vorzeitig, nämlich ab dem 50. Lebensjahr, in den Ruhestand zu gehen. Die genaue Zahl steht noch nicht fest, es werden aber ca. 1.200 Soldaten sein.
Um die Leistungsfähigkeit der Soldaten und somit der Bun-deswehr als ganzes sicherstellen zu können, muss eine stete Regeneration mit jungen Menschen erfolgen. Ein normales Pensionsalter für alle Soldaten würde bedeuten, dass die Bundeswehr innerhalb kürzester Zeit überaltert wäre. Dies wird auch durch die frühere Pensionierung einiger Soldaten gewährleistet. Aber auch nach den bisherigen Ruhestandsregelungen war es nur einem kleinem Personenkreis – nämlich Soldaten in der Laufbahn Feldwebel / Bootsmann (vglb. mittlerer Dienst) und Offiziere des militärfachlichen Dienstes bis zum Dienstgrad Hauptmann / Kapitänleutnant (vglb. gehobener Dienst) – möglich, mit 54 Jahren in den Ruhestand versetzt werden. Für diese Laufbahnen gibt es nicht genug Anschlussverwendungen.
Eine Weiterbeschäftigung dieser Soldaten ist insofern schwierig, da sie für nachrückende Jahrgänge einen Aufstieg blockieren und selbst keine Aufstiegschancen mehr haben, da die Dienstposten durch die Reduzierung der Streitkräfte weggefallen sind. In nicht wenigen Fällen dienen die angesprochenen Gruppen 15 Jahre und mehr mit dem selben Dienstgrad und der gleichen Besoldung unter sich ständig wechselnden Bedingungen (Stabsdienst / Einsatzdienst). Gerade in der TSK Marine ist deshalb die Notwendigkeit besonders gegeben da sie, wie keine andere “TSK” seit Bestehen der Bundeswehr, im nationalen wie internationalen Rahmen agiert. Abwesenheiten, wie sie andere TSK (Heer / Luftwaffe) in den letzten beiden Jahrzehnten kennengelernt haben, sind für die MUT seit jeher „normal“. Wenn man dann die Gehaltsentwicklung betrachtet, wird man schnell sehen, dass die zu erbringende Leistung reziprok zur Entlohnung steht.
Die familieären Probleme haben sich drastisch verschlech-tert, Trennungen / Ehescheidungen waren nie höher als jetzt.
Bei allem Verständnis für andere Berufsgruppen bitte ich um mehr Objektivität.
Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung in der Bevölkerung darf man nicht außer acht lassen, dass diese Pensionierung für die betroffenen Personen einen nicht zu vernachlässigenden Härtefall darstellt.
Die Pension ist, im Gegensatz zu den Renten von Arbeitern und Angestellten, voll zu versteuern, außerdem werden die Hinzuverdienstregelungen äußerst stringent gehandhabt.
Hinzu kommt: bei vielen Betroffenen befinden sich die Kinder noch in der Ausbildung und benötigen noch elter-liche Unterstützung.
Mit Sicherheit werden sich mehr als genug Soldaten finden, die von der Möglichkeit dieser evtl. eintreffenden Regelung der Frühpensionierung, denn noch ist nichts beschlossen, Gebrauch machen werden.
Die Gründe sind u.a. hier „erschlagend“ erläutert: http://www.dbwv.de/dbwv/interd.nsf/d/starta
Ein Betroffener
Eintrag von Matthias am 17.Mai 2007
@ uffz
Lieber uffz,
erst Deutsch lernen, dann schreiben! Klappt wirklich!
Ich grüße alle, die im Ausland unser Land vertreten.
Eintrag von Andreas Mangiacapra am 21.Mai 2007
Jungs (und Mädchen)!
Ihr zerfleischt Euch und unser aller Dienstherr lacht! Das Wort “dienen” sagt viel über unsere Berufe aus. Polizisten haben viel mit dem Bodensatz der Gesellschaft zu tun - Soldaten gehen in alle möglichen Einsätze und werden aller 2-3 Jahre quer durch Deutschland versetzt. Die angemessene Alimentierung durch den Dienstherren ist mittlerweile auf unterstem Niveau. Wenn wir mal sehen wer in unserer Republik Quasi-Beamtenstatus hat und deutlich besser dran ist, wird jedem ganz anders: VW/Audi/Siemens/Telekom/BASF…. nach 15 Jahre unkündbar, Öffentlicher Dienst das Gleiche, Banken selbiges (+ 14 Monatsgehälter).
Der Beamtenstatus nützt nur einem: dem Dienstherren - es ist billiger, Willkür kann in Gesetze gegossen werden, kein Ärger mit nervigen Gewerkschaften etc.
Laber, Laber etc. p.p.
Ich bin Soldaten (aus Überzeugung), gehe mit 62(!) in Pension, war schon einige Male im Einsatz (habe z.B. sieben Monate mit weiteren 5 Mann im Kosovo im Zelt gelebt)und bin gerade das sechste Mal umgezogen. Bitte weniger Neid (ist ja in uns Deutsche einprogrammiert) und mehr Einigkeit!!!!
Eintrag von Alex am 22.Mai 2007
@Ein Betroffener
Wenn die von Dir aufgeführten Gründe Voraussetzung sind, mit 50 in den Ruhestand zu gehen, dann haben die BEamten der BPOL ja gute Chancen.
Auch bei uns ist eine Überalterung eingetreten, die “Alten” blockieren die Aufstiegschancen, usw.
Naja, ich freu mich trotzdem schonmal auf mein 50jähriges Dienstjubileum (mit 17 eingesetellt, mit 67 in Pension)
Eintrag von Uninteressierter am 30.Mai 2007
Hallo miteinander,
habe mir gerade mal eure Beiträge zu diesem Thema zu Gemüte geführt und ich muss sagen:
Ich finde keine Worte!
Auch ich bin eine Polizeibeamtin, die an der Front kämpft, Wechselschichtdienst leistet und ich werde von meinem Dienstherrn ganz sicher bald wieder auf eine Reise geschickt, deren Ziel ich heute noch nicht kenne…
Aber sind die von euch immer wieder angeführten physischen und auch psychische Belastungen, welche wir in unserem beruflichen Alltag als Polizeibeamte und Soldaten ertragen müssen, tatsächlich ein Grund uns so massiv beschweren zu müssen?
…ich für meinen Teil, lehne dies entschieden ab!
Und ich möchte hier auch gern meine Gründe dafür kurz erläutern:
Ich sehe einen Menschen, der mir sehr nahe steht…mein Vater. Wir sitzen gemeinsam am Tisch zum Abendessen, welches er mit sehr viel Mühe und Liebe für uns zubereitet hat. Nach dem Essen erhebt er sich von seinem Stuhl und schafft es nur unter erheblichen Schwierigkeiten und starken Schmerzen den Weg zum Wohnzimmersofa auf seinen eigenen Beinen zu gehen.
Und was soll ich sagen…dieser Anblick zerreißt mir das Herz!
Mein Vater ist 54 Jahre alt und hat sein gesamtes Leben schwer körperlich arbeiten müssen als Maurer auf dem Bau.
Eigentlich müsste er dies auch heute noch tun und auch die nächsten 13 Jahre. Er würde es auch von Herzen gern, weil er gut ist in dem, was er tut und er hat Freude daran, Dinge zu erschaffen. Nur leider kann er es nicht mehr, da seine Glenke zu stark geschädigt sind.
Mein Vater ist Empfänger von Arbeitslosengeld II und eine Rente wird er vermutlich gar nicht mehr erhalten.
Und mit diesem Bild vor Augen würde ich an jedem noch so kleinen Laut, der in euren “Singchor” einstimmen würde, ersticken!
Eintrag von Krümelchen am 31.Mai 2007
Ein Hallo an alle Leser,
die Meinung von Krümelchen finde ich sehr ernüchternd und sollte allen die hier nur das Haar in der Suppe suchen die Augen öffnen und zum Nachdenken anregen!
Wir alle sehen immer gern das was wir nicht haben aber sollten wir uns nicht mal zu dem bekennen was wir haben.
Wir besitzen fast alle einen sicheren Job und damit eine sehr gute Voraussetzung unser Leben finanziell zu planen und vorzubeugen. Jeder Bedienstete ob Soldat oder Bundespolizist hat sein Leben somit schon mal ganz anders gesichert als ein Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft. Dabei meine ich nicht die eine oder andere gut verdienende Randgruppe. Es gibt immer Berufszweige die eine Gegendarstellung möglich machen würden aber darum geht es doch gar nicht.
Ich orientiere mich deshalb nicht am “oben” sondern am “unten” und kann denke ich als POM doch ganz zu frieden sein.Ich bin glücklich über meinen Arbeitsplatz bin also nicht arbeitslos und habe keine körperlich zerreisende Arbeit zu leisten d.h. nicht, dass es immer einfach ist aber es gibt doch “schlimmeres” nicht wahr!!!!
Ob einer früher oder später in Rente gehen darf, wenn er einen vergleichbaren Beruf wie unseren hat ist doch eigentlich zweitrangig.
Es sollte sich aber finanziell bemerkbar machen um wenigstens darin eine gewisse Gerechtigkeit und einen Ausgleich zu schaffen, wenn es strukturell und politisch nicht anders einzurichten geht und unterschiedliche Renteneintritszeiten unvermeidbar sind.
Dabei beziehe ich mich aber nur auf Beamte und Soldaten
Es wurde und wird doch keiner gezwungen seinen Beruf auszuüben. Vielleicht wäre ich aber heut arbeitslos wenn ich nicht Polizist wäre !? Mich hat aber keiner gezwungen Beamter zu werden.
Was nützt ein hohes Einkommen in der freien Wirtschaft ohne zu wissen ob ich es morgen noch habe.
Die Marktwirtschaft um uns herum ermöglicht es uns aber mit dem sicheren Einkommen welches wir ja im Gegensatz zu anderen haben einen Grundstein zu legen für Investitionen die uns im Alter zusätzlich absichern können und für den einen oder anderen ist es sogar möglich unabhängig des Renteneintritsalters in den Vorruhestand zu gehen weil freiwerdende Vorsorgegelder wie zum Beispiel - Auszahlungen aus Lebensversicherungen und Zusatzrenten oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder ein eigenes Haus uns eine gewisse Unabhängigkeit ermöglichen.
Das und einiges mehr ist schon möglich und das ist nicht an den Haaren herbeigezogen, denn ich habe ja sehr viele Kollegen um mich herum und sehe was die aus Ihrem Leben machen und was man alles schaffen kann. Ich gehöre auch zu denen die sich auch in einer dieser Form auf das Alter vorbereiten.
Aus einer sicheren beruflichen Basis heraus ist schon einiges möglich! Dazu muss man sich aber mit diesen Materien auseinandersetzen!
Von nichts kommt auch nichts!
Es gibt so viele Menschen die nicht mal zu Zeit der Erwerbstätigkeit genug Geld haben und schon gar nicht einen kleinen Betrag zu Vorsorge beiseite legen können, aber das wird leider oft nicht gesehen.
Wir wissen im Gegensatz zu den heute älteren Menschen was politisch auf uns zu kommen könnte.
Die heutigen Rentner, gerade aus den neuen Bundesländern, wussten es nicht und konnten nicht mehr auf die politischen Veränderungen reagieren. Sie zählen zur sogenannten Verlierergeneration.
Ich denke wir sollten uns hier nicht gegeneinander aufreiben. Sicher hat jeder für sich sein Päckchen zu tragen. Man kann auch unter uns Beamten und Soldaten nicht jeden miteinander vergleichen. Das macht die ganze Sache ja auch so schwierig.
Versucht mal alle positiver zu denken auch wenn vieles nicht immer so ist wie gewünscht.
Ändern können wir eh nichts an den politischen Entscheidungen aber wir können aufmerksam machen.
Das sollte jedoch sachlich und bedacht geschehen.
Jeder sollte über sein eigenes Leben nachdenken und nicht andere persönlich auf dieser Ebene hier angreifen.
Nehmt Euer Leben selbst in die Hand soweit Ihr es selbst steuern könnt und seit zufrieden über das was Ihr dabei erreicht… es Lebt sich ganz sicher leichter !
Viel Glück dabei….
Eintrag von Tobse - Bundespolizist (36) am 23.Juni 2007
Hallo Tobse!
Ich kann Dir in großen Teilen Deines Berichts nur zustimmen, aber die Ungerechtigkeit, gerade in Sachen Beurteilungen und Beförderungen sollten wir, die schon im Ausland tätig waren nicht aus den Augen verlieren, denn die Herren da oben könnten sich mal eine Sonder-Gratifikation für öfter im Ausland tätig gewesene Beamte Gedanken machen, egal, ob sie für die Polizei oder für die Bundeswehr Deútschland im Ausland vertreten haben. Dann hätte jeder die Möglichkeit, diese Gratifikation einzustreichen, und bräuchte sich auch nicht so viele Gedanken machen, ob es sich überhaupt lohnt, z. B. eine EU-Mission wie in Bosnien mitzumachen, und als einer aus einem der schlechtest bezahlenden Teilnehmerländer sich das antun zu müssen. Vielleicht wäre auch, wie schon von anderen Kollegen angesprochen, eine frühere Pensionierung anzudenken, wie es von anderen EU-Ländern praktiziert wird. Holländer gehen z. B. pro Jahr Ausland 1 Jahr eher in Pension, ein (holländischer) Kollege von mir ging nach 5 Jahren Ausland mit 55 Jahren in den Ruhestand, ohne jeden Abzug, auch ein Anreiz, oder?
So, das war mein Beitrag, Gruß an alle “Ausländer”, die von dort ihre Beiträge einbringen, ich bin auch bald wieder weg…
Eintrag von Koni am 27.Juni 2007
Wegen mir können die das Pensionsalter ruhig anheben!!!
Bei den Arbeitsbedingungen am Flughafen, dem stetig wachsendem Druck, der Wechselschicht, das tolle Betriebsklima, etc. wird meiner Meinung nach eh kaum jemand das Pensionsalter erreichen!!!
Eintrag von Frusti vom Flughafen Ffm am 2.August 2007
Hallo, ich kaann die Begründung unsrer Regierung im neuen DNeuG zzur Ruhestandsregelung für Soldaten auch nicht nachvollziehen. Einen anspruchsvollen Beruf, Auslandseinsätze, was ist mit unsrem Schichtdienst, Demo, usw.
War früher auch bei der Bw, Berufsunteroffiziere sind in der Regel als Führer eingesetzt, sei es als Spieß, Zugführer, Fahrlehrer usw.. Was berechtigt diese Personen mit 55 Jahren in den Ruhestand zugehen. So Anspruchsvoll ist dieser Job auch nicht, habe einige Kollegen von der Bw, überarbeiten tun die sich nicht. Auslandseinsätze, ein Kumpel freut sich richtig darauf, obwohl er eine schwere Rücken-OP hinter sich hat.
Ich werde so wie es aussieht noch mit 62 Jahren über den Flughafen Streife laufen oder als erster Ansprechpartner für Reisende in der Box sitzen, wenn dann auch nicht mehr so frisch wie heute, die paar Falten usw. werden durch Lifting, was der Dienstherr hoffentlich bezahlt, wegoperiert.
Gruß
Eintrag von Düse am 4.September 2007
Hallo,
jeder Mann bzw. jede Frau hat die Möglichkeit bei der Bundeswehr Dienst zutun. Also verstehe ich die neidischen Bemerkungen nicht… Wenn das Leben als Soldat “ja so angenehm ” ist, dann hätte die Bundeswehr keine Nachwuchsprobleme.
Gruß
Eintrag von Jürgen Staudinger am 18.Oktober 2007
Gibt es einen Bundespolizisten, der mit AO1 eingestellt wurde?
Wieviele Jahre braucht ein Bundespolizist in Niedersachsen um die Besoldungsgruppe A09 zu erreichen?
Der Soldat im “mittleren Dienst”, Diensteintritt 1980: 21 Jahre (mindestens).
Hört auf rumzujammern und absurde Vergleiche tu treffen, es steht einem doch auch frei Soldat oder Uniformträger anderer Bundesbehörden zu werden.
Eintrag von SFw am 20.Oktober 2007
Hallo SFw,
bin seit ca. 25 Jahren dabei und bin A08, weiß also nich wie du auf A09 kommst.
Und “absurde Vergleiche” sind doch gerechtfertigt, ihe seit doch auch Bundesbeamte oder habe ich da was falsch gelesen. Wiso kann ein Berufsunteroffizier nicht bis 62 Dienst verrichten, ist der Job so anstrengend. Der normale Arbeiter soll bis 67 arbeiten und das in weitaus anstrengenderen Berufen. Mein Kollege ist oberstaber und er ist noch nicht solange im öffentlichen Dienst, ca. 20 Jahre erst.
Ich weiß nicht ob du je Schuchtdienst geleistest hast. Sicher nur von 0700 bis 1630 Uhr und die meisten WE frei.
Wünsche Dir noch viel Spaß
Eintrag von Ohne am 23.Oktober 2007
Da stellt sich die Frage, warum bist Du nach 25 Jahren noch A8…..
Eintrag von Nordi am 4.Mai 2008