31. Juli 2007
Die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) angeregte Reform der Bundespolizei, welche die Verwaltung verschlanken und die Kriminalitätsbekämpfung verstärken sollte, verfehlt nach der bisherigen Planung eines ihrer zentralen Ziele.Nach einer “Dienststellenvergleichsübersicht” aus seinem Ministerium soll bei der Zusammenlegung der bisherigen Direktion und der fünf untergeordneten Präsidien zu einem Bundespolizeipräsidium die Verwaltung um mehr als 500 Stellen auf 3510 aufgeblasen werden.
Die Arbeitsplätze bei der Bereitschaftspolizei sinken dagegen um rund tausend auf 6276. Selbst am Frankfurter Flughafen, wo Schäuble eine Verstärkung der Kriminalitätsbekämpfung zur Terrorabwehr versprochen hatte, werden Stellen gestrichen.
Für Staunen sorgt bei den Beamten zudem der Plan, die Polizeikräfte am Bahnhof Aachen fast zu verdoppeln, der bislang nicht als Kriminalitätsschwerpunkt aufgefallen ist.
“Die Neuorganisation widerspricht allen Zielen, die der Bundesinnenminister angekündigt hat”, klagt Josef Scheuring von der Gewerkschaft der Polizei.
da kann man nur hoffen, dass aus diesem artikel von den verantwortlichen stellen die richtigen konsequenzen gezogen werden - und damit meine ich nicht eine gegendarstellung in der nächsten ausgabe des spiegels……
Eintrag von christian ternes am 31.Juli 2007
Nach den Plänen des BMI wird jede Bundespolizeidirektion eine sogenannte MKÜ bekommen, die in der Gesamtheit ca. 1200 PVB umfasst. Also man streiche ca. 1000 Stellen in den Einsatzverbänden und schafft dann MKÜ´s, die verbandsmäßig gegliedert sind und als Einsatzkräfte bei polizeilichen Großlagen eingesetzt werden können und wohl auch werden.Rechnerisch sind das dann etwa 200 Stellen mehr. Tolle Rechnung, oder?
Hat man sich einmal ernsthaft Gedanken gemacht, wo diese Leute herkommen? Genau: Das sind die Mitarbeiter aus den aufgelösten Stäben, die die MKÜ´s und die KrimB auffüllen sollen. Hat man überhaupt eine Ahnung, wie die Alterstrucktur und die Verwendbarkeit dieser Menschen aussieht?
Und überhaupt: Hat man sich im BMI wirklich und umfassend über die tätsächliche Struktur in der Bundepolizei informiert?
Hier sieht es wirklich danach aus, dass die Umorganisation an der Realität vorbei geht.
Eintrag von Günter Rohde am 31.Juli 2007
Die Neuorganisation entpuppt sich schon jetzt zu einer gewaltigen Farce! In der Wirtschaft rollen für so eine unqalifizierte Arbeit regelmässig die Köpfe; der kleine PVB wird durch die Republik gejagt und die vermeintlich Großen schieben sich die Posten zu! Wann hört diese Politik endlich auf, die ja mittlerweile nichts, aber auch gar nichts mit polizeitaktischen Denken zu tun hat!
Eintrag von Opfer 07 am 31.Juli 2007
Da kann mal sehen, was die Bundespolizei für KÜNSTLER im BMI hat. An den Schwerpunkten im Ruhrgebiet, vor allem Dortmund, Essen usw… fehlen die PVB an jeder Ecke.
Wenn ein PVB so eklatante Fehler macht, wie die “Kameraden” im BMI, wird man an den nächsten Haken gehängt. Der Minister kann am wenigsten dafür. Er sollte sich seine Beamten im BMI mal zur Brust nehmen und das Ergebnis schnell korrigieren.
” DIE HOFFNUNG LEBT”
Eintrag von PVB BPOLIDortmund am 31.Juli 2007
Wer wird dassinkende Schiff als erster verlassen?
Eintrag von Magic G am 1.August 2007
Zu PVB BPOLI Dortmunt
Der Minister kann sehr wohl dafür, das ist nicht nur ein Versehen was hier abgeht. Das hat System ! IM Beckstein (BY) scheint aber der einzige seiner Amtskollegen zu sein der versucht dagegen aufzumucken. Von den anderen IM hörste gar nichts- können die auch nichts dafür? Der von Sachsen findet das “alles nicht so schlimm”.
Gruß Jochen
Eintrag von jochen am 1.August 2007
In der Vielzahl von Information über die Umorganisation der Bundespolizei ist die Rede davon, dass diese unter polizeitaktischen Grundsätzen durchgeführt wird. Meiner Ansicht nach muss sich die Bundespolizei erst von der noch immer vorhanden Struktur und dem Denken als Bundesgrenzschutz lösen, dann kann man in den Entscheidungsgremien über Polizei und und polizeitaktischen Grundsätzen reden und entscheiden.
Meines Erachtens findet die Umorganisation nicht nach polizeitaktischen Grundsätzen, sondern wieder mal nach Vorgaben der derzeitigen “Politischen Stimmung”, statt.
Die Hoffnung stirbt als letzte …
G. aus Koblenz
Eintrag von G. aus Koblenz am 1.August 2007
Hallo G.und andere
Schau(t) mal in die INFOTHEK 31.KW das ist ein Papier eingestellt -die Langfassung- ein Teil der neuen Struktur leitet(zumindest scheint es so) sich von da ab.
jochen
Eintrag von jochen am 1.August 2007
die rechenkünstler unter euch sollten mal versuchen, zu ergründen, wo im präsidium 500 mehr- und in den abteilungen 1000 minus-stellen herkommen.
die zahlen und neuanbindungen von (teil-)einheiten sind schon lange bekannt.
wer nicht selbst rechnen möchte, dem sei als lektüre das intranet, aktuelle einstellungen vom 30.07. empfohlen.
Eintrag von Andreas Küster am 1.August 2007
INFOTHEK 31.KW: Da ist nichts mehr eingestellt.
Der hier gesuchte, versehentlich seitens BMI eingestellte neue ODP hat eine Länge von 25 Seiten + voranstehende Erläuterungen. Sehr interessant! Ich hab ihn gespeichert!
Eintrag von Stuttgart am 4.August 2007
Sollte es dazu kommen, die Polizeikräfte im Bahnhof Aaachen im Rahmen der anstehenden Reform (fast) zu verdoppeln, darf / sollte man nicht verkennen, dass diese PVB auch in der Fläche eingesetzt werden. Mit dem derzeitigen Personalsoll pro Schicht, kann der Bereich Bahnhof Aachen, einschliesslich möglicher Bestreifungen der Züge schon heute nicht immer geleistet werden. Hier sind Einsatzmassnahmen, Fahndungen, ad hoc Lagen, Sondereinsätze z. B. bei Fussballspielen noch nicht berücksichtigt. Koll. Scheuring, ich lasse mich von der Überlegung leiten, dass Du nicht davon ausgehst, dass im Rahmen der Neu-. / Umorganisation der BPOL im Bahnhof Aachen ein Sanatorium oder Tummelplatz für “ausgediente oder fusskranke” PVB eröffnet wird.
Mit freundlichem und kollegialem Gruss
Harald Lehmann
Eintrag von Harald Lehmann am 5.August 2007
Lieber Harald Lehmann,
ich habe keinesfalls etwas gegen die personelle Verstärkung der Bundespolizei im Bereich Aachen.
Wir haben in vielen Bereichen zu wenig Personal, das gilt fraglos auch für Aachen. Und in Aachen wurde schon immer auf hohem Niveau gearbeitet. Ich war selbst von 1974 - 1976 dort und in Aachen AB Nord aber auch am Hbf eingesetzt.
Herzliche Grüsse an alle Aachener und an Dich lieber Harald Lehmann.
Josef Scheuring
Eintrag von Josef Scheuring am 5.August 2007
Lieber Josef Scheuring, mein besonderer Dank sei an Dich für Deine klärenden Ausführungen gerichtet.
Es kann kein Dauerzustand sein, dass die Kollegen im Bereich der BPOL nur noch zum Duschen nach Hause kommen, die Wäsche wechseln, sodann der Frau und den Kindern den Abschiedskuss gibt, weil der nächste Einsatz wartet. In jedem Einsatzbefehl wird die MEHRARBEIT angeordnet, der Zeitrahmen des Ausgleichs vorgegeben, an dem sich, jeder weiß es keiner hält, weil eine BPOLI ansonsten abgeschlossen werden müsste. Also bleibt den Kollegen nichts anderes übrig als “krank zu machen” um einmal ausgeschlafen etwas mit der eigenen Familie zu unternehmen. Sich darüber Gedanken zu machen, warum die Krankenrate innerhalb unserer Behörde ansteigend ist, ist müssig….. Der Frust im Kollegenkreis trägt im Übrigen auch dazu bei. Es reicht ja, wenn man so tut, als sei in seinem Zuständigkeitsbereich alles in Ordnung. Die Grundrechte, hier insbesondere die Artikel 1, 2 und 6 GG haben ohnehin kein Gewicht in unserer Behörde. Es wird nicht besser werden, solange wir Polizeiführer in unseren Bereichen haben, die mit voarauseilendem Gehorsam für alles und jedes nur “abnicken”. Die Gründe mag sich jeder selber ausdenken können. Meine Tage sind gezählt; zum Teitpunkt der Texterstellung 329 Tage Brutto. Ich weiss nur nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll, wenn ich an die jüngeren Kolleginnen und Kollegen denke. Eins weiß ich aber gewiss, dieser Kreis ist nicht so dumm und formbar oder lassen sich “eintüten” wie es einige Führungskräfte im Bereich der BPOL gerne hätten. Da wäre ich wieder bei den Beurteilungen; hier müssen sie sich dann zerquetschen lassen.
Nun soll es genug sein………
Liebe Kolleginnen und Kollegen, gehen wir wieder mit viel arbeitsfreude ans Werk (?)
Mit freundlichem und kollegialen Gruss
Harald Lehmann
Eintrag von Harald Lehmann am 6.August 2007
Den Spiegel-Bericht kann und darf eigentlich niemanden verwundern. Selbstverständlich müssen wir unterscheiden zwischen dem (öffentlich angekündigten) “offiziellen Ziel” und dem “tatsächlich gewollten Ziel” der BPOL-Reform. Und das wirklich gewollte Ziel ist eine Straffung der gesamten Behördenstruktur, und sonst gar nichts! Einen wirklichen Zusatz von Personal im operativen Bereich wird es (auf die gesamte BPOL bezogen) nicht oder kaum geben. Es geht einzig und allein darum, unseren Laden leichter (u.a. ohne die bisherigen Mittelbehörden) zu führen. Und in diesem Zusammenhang ist doch klar, dass der Begriff des ‘jederzeit bundesweit einsetzbaren PVB’s’ eine neue Bedeutung bekommen wird!
Eintrag von KSB am 7.August 2007
Sparen, Sparen Sparen, aber selbst in vielen Aufsichtsräten hocken und seit 2000 gute 6,5% mehr an Altersversorgung einstreichen - das sind die “richtigen” Ratgeber und Entscheidungsträger für uns…..manmanman :(
Eintrag von Jens H. am 8.August 2007