Polizeiliche Auslandseinsätze – schnelle Antworten lösen keine Probleme

scheuringj26106-1304cd913300.jpgBerlin/Hilden: 17.08.07
„Wir warnen davor durch schnelle Antworten die tatsächlich vorhandenen Probleme bei polizeilichen Auslandseinsätzen jetzt wieder wegzureden“. Das stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring, in Berlin fest.


Wie nach dem Tod der beiden GSG 9 Beamten im Irak, gäbe es jetzt erneut aus der Politik und von den so genannten Sicherheitsexperten jede Menge Ratschläge.

Niemand sagt aber welche Schlussfolgerungen man bisher aus dem damaligen Anschlag gezogen hat und mit welchen Maßnahmen die Einsatzbedingungen der polizeilichen Sicherungskräfte in den Krisengebieten verbessert wurden.
So klagen jedenfalls die dort eingesetzten Kolleginnen und Kollegen weiter, dass die für militärische Einsätze erstellten Sicherheitsanalysen für sie ungeeignet sind, da sie vollkommen andere Aufträge hätten und sich somit auch anders bewegen müssten.
Zudem wurde auch die polizeiliche Aus -und Fortbildung nicht der veränderten Sicherheitslage angepasst.

„Wir brauchen in Deutschland jetzt endlich eine intensive polizeifachliche Auseinandersetzung über alle Problemfelder dieser hochbrisanten Polizeieinsätze unter Einbeziehung des Erfahrungswissens der dort eingesetzten Kolleginnen und Kollegen.
Daraus muss die deutsche Politik sehr zügig die erforderlichen Strukturen und Rahmenbedingungen für polizeiliche Auslandseinsätze schaffen. Nach unseren Wahrnehmungen sind auch bei den polizeilichen Auslandseinsätzen viele unterschiedliche Behördenbereiche zuständig – aber keiner ist verantwortlich. Auch das muss dringend geändert werden“ so Scheuring.

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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken