Parteienstreit nach Fahndungserfolg hilft der Polizei nicht
Berlin. Als nicht hilfreich hat der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, den Parteienstreit um die Online-Durchsuchung nach dem Fahndungserfolg der Polizei bezeichnet. Den Vorschlag, die Bundeswehr im Innern einzusetzen, nannte er âvöllig abwegigâ.
Freiberg: âMit ihrem Streit versuchen die Politiker, von den eigentlichen Problemen der Polizei abzulenken.â Die Parteien sollten zur Kenntnis nehmen, so Freiberg, dass der jĂŒngste Schlag gegen mutmaĂliche Terroristen eine zeitliche und personelle Kraftanstrengung erfordert habe, zu der die Polizei nicht immer in der Lage sein werde, wenn der Personalabbau so weitergehe.
Ăber 300 Beamte seien monatelang rund um die Uhr mit den Ermittlungen befasst gewesen.
Freiberg: âDer Kreis der potenziell gefĂ€hrlichen Personen, die polizeilich beobachtet werden mĂŒssen, wird immer gröĂer. Auch auf anderen KriminalitĂ€tsfeldern zeichnen sich bedrohliche Entwicklungen ab, wie die Mafia-Morde von Duisburg und die Entwicklung des Rechtsextremismus zeigen. Statt Papiere hin- und herzuschieben, sollten die Regierungen in Bund und LĂ€ndern der Polizei das geben, was sie am Nötigsten braucht.â Ein klares Bekenntnis zur inneren Sicherheit wĂ€re nach Ansicht der GdP eine deutliche Personalaufstockung und eine Modernisierung der technischen Ausstattung.
Den Einsatz der Bundeswehr im Innern mit den jĂŒngsten Ermittlungen gegen mutmaĂliche Terroristen zu begrĂŒnden, nannte Freiberg âabwegigâ. Sieben Mal sei es in der Vergangenheit gelungen, durch reine Polizeiarbeit AnschlagsplĂ€ne in Deutschland zu vereiteln. Freiberg: âNiemand konnte mir bisher sagen, in welcher Situation ein Einsatz der Bundeswehr hilfreich gewesen wĂ€re.â
