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29. November 2007

Terroristen schütteln auf der Datenautobahn ihre Verfolger ab

freiberg_portrait_hell_stern_176_quer.jpgBerlin. Ohne spürbare Personalverstärkungen in den Spezialdienststellen zur Terrorismusbekämpfung, bessere technische Ausstattung und eindeutige Rechtsgrundlagen zur Kommunikationsüberwachung, sind nach Auffassung des Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Konrad Freiberg, die Chancen gering, künftige Anschläge zu verhindern.


Freiberg: „Eine Analyse der Ermittlungen, die im September zu den Festnahmen der drei mutmaßlichen Terroristen im nordrhein-westfälichen Medebach-Oberschledorn geführt haben, kommt zu alarmierenden Ergebnissen. Fehlende personelle, technische und rechtliche Möglichkeiten haben die Ermittlungen jederzeit in Gefahr gebracht. Hätte es in diesem langen Zeitraum eine weitere polizeiliche Großlage ge-geben, wäre die Katastrophe perfekt gewesen.“

Mit Nachdruck, so die Gewerkschaft der Polizei, müsse sich die Innenministerkonferenz auf ihrer bevorstehenden Herbstkonferenz in Berlin mit den Konsequenzen der aufgedeckten Anschlagsplanung befassen. Freiberg: „Wer sich, wie die festgenommenen mutmaßlichen Terroristen, derart konspirativ und professionell der Möglichkeiten der IT-Technologie bedient, führt die Polizei rasch an ihre personellen, technischen und rechtlichen Grenzen.“

Die Einschränkungen der Überwachungsmöglichkeiten für die Ermittler, so Freiberg, hätten sich im jüngsten Fall nur durch einen kaum zu vertretenden Personaleinsatz kompensieren lassen, der andere Bereiche der Kriminalitätsbekämpfung monatelang lahm gelegt hat. Freiberg: „Ich bezweifle, dass das in einem zukünftigen Fall wieder gelingt. Die Konsequenz wäre ein folgenschwerer Anschlag.“

Einträge:

Ja so ist es hier bei uns. Wir bewegen uns z.T. auf dem Niveau der Landreiter. Wir haben nun einmal eine veränderte Welt, in der die Menschen einander anders begegnen. Ehemals abgegrenzte Wirtschaftsräume vermengen sich, schon durch vor nur wenigen Jahrzehnten unvortstellbaren Transportmöglichkeiten von Menschen, Gütern, Kapital, Daten. Und damit verändert sich auch die Kriminalität. Und wir reagieren mit Fußstreifen! Klar dorch, Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls ist doch wichtiger als dem Kriminellen wirklich auf die Schliche zu kommen. Der Wähler sieht den netten Bürgerpolizisten auf der Straße und denkt sich doch: “Mensch, echt sicher hier, so viel Polizei!” Die Bekämpfung der unsichtbaren Kriminalität dagegen bedarf natürlich Arbeitsmethoden, welche nach außen hin kaum wahrnehmbar sind. Die kosten sogar noch richtig Geld! Wir brauchen keine Schaufensterdekorationspolizei, mit geputzten Schuhen und der allgegenwärtigen Frage nach Führerschein, Fahrzeugschein und Warndreieck! Wir brauchen echte Sicherheit und wenn der Kriminelle inzwischen Porsche fährt, wird der Landreiter vergangener Tage keine Chance mehr haben. Vergleichen wir es mit dem Militär: Irgendwann kamen die Panzer auf das Gefechtsfeld, wer sich keine anschaffte, sondern lieber weiter auf die Kavallerie setzte, verlor ganz einfach. Also: Sicherheit kostet was!

Eintrag von Rabe am 4.Dezember 2007


Jo, Sicherheit kostet etwas und den Mehrbedarf an Mensch und Material kann man dann ja wieder kostenneutral bei den Gehältern einsparen… (Achtung, das war Ironie!).

Eintrag von Jens H. am 6.Dezember 2007


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