AuslandseinsĂ€tze der Polizei muss das Parlament beschlieĂen
Berlin. EinsĂ€tze der Polizei bei internationalen Missionen in Krisengebieten sollen kĂŒnftig nur noch durch das Parlament beschlossen werden können, fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in einem heute vom GdP-Bundesvorstand verabschiedeten Positionspapier zu polizeilichen AuslandseinsĂ€tzen.
Bundesvorsitzender Konrad Freiberg: âSolch weit reichende Entscheidungen, die EinsatzkrĂ€fte in lebensgefĂ€hrliche Situationen bringen können, sollten nicht von Regierungen oder gar Ministern allein entschieden werden. Der Respekt vor den Betroffenen und deren Familien gebietet es, dem Bundestag die Verantwortung dafĂŒr zu ĂŒbertragen.â Vor dem Hintergrund einer von der Regierung beabsichtigten Erhöhung des Polizeikontingentes im zunehmend gefĂ€hrlicher werdenden Afghanistan-Einsatz, erneuere die GdP die Forderung nach einem entsprechenden Entsendegesetz.
Als notwendige Konsequenz parlamentarischer Entscheidungen zu Polizeimissionen sollten, so Freiberg, in einer zentralen Koordinierungsstelle auf Ministerebene die FĂ€den fĂŒr alle AuslandseinsĂ€tze der deutschen Polizeien zusammenlaufen. Freiberg: âRund um die Uhr mĂŒssen dort kompetente Ansprechpartner fĂŒr alle Fragen rund um die EinsĂ€tze erreichbar sein.â
Rund 240 Polizistinnen und Polizisten seien momentan an elf laufenden EinsĂ€tzen u. a. im Kosovo, in Liberia, in Nahost, im Sudan und in Afghanistan beteiligt. Freiberg: âDie GdP spricht sich ausdrĂŒcklich fĂŒr die Beteiligung deutscher PolizeikrĂ€fte im Ausland aus. EinsĂ€tze dĂŒrfen aber nur im Rahmen zivilen Krisenmanagements nach Beendigung eventueller bewaffneter Auseinandersetzungen erfolgen. Höchste PrioritĂ€t muss die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen haben.â
Strikt abgelehnt werde die Ăbertragung von Polizeiaufgaben an das MilitĂ€r. Freiberg: âDas zivile Krisenmanagement ist allein Aufgabe der Polizei. Organisatorische Vermischungen entsprechender EinsatzkrĂ€fte kommen fĂŒr uns nicht in Frage.â
Der Einsatz deutscher PolizeikrĂ€fte im Ausland dĂŒrfe zudem, sagte Freiberg, nicht zu Lasten der Einsatzbereitschaft in Deutschland gehen. Polizeimissionen im Ausland dĂŒrften nicht durch gleichzeitige Stelleneinsparungen im Inland erst ermöglicht werden.
