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25. Juli 2008

Tarifrunde 2008 - Weitere Vereinbarungen

Nachdem wir bereits am 23.7.2008 die wesentlichen Erfolge der Redaktionsverhandlungen zur Tarifrunde 2008 veröffentlicht haben, wollen wir Euch heute weitere wichtige Detailinformationen zu den Ergebnissen der Redaktionsverhandlungen zum Tarifergebnis 2008 geben:

  • Schadenshaftung: Die Neuregelung stellt sicher, dass Beschäftigte bei dienstlich oder betrieblich veranlassten Tätigkeiten nur noch fĂĽr Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit haften mĂĽssen. Damit ist im Wesentlichen die vor dem TVöD bestehende rechtliche Lage wiederhergestellt.
  • Verbesserter Stufenaufstieg: Ab 1. Juli 2008 können in verstärktem MaĂźe Erfahrungen aus unmittelbar vorangegangenen Arbeitsverhältnissen im öffentlichen Dienst (öD) angerechnet werden. Somit wird der Wechsel zwischen einzelnen Arbeitgebern des öD fĂĽr die Beschäftigten wieder lukrativer.
  • Erhöhung Garantiebetrag: Der Garantiebetrag bei Höhergruppierung wird ĂĽberproportional erhöht. FĂĽr die EG 1—8 auf 30 Euro, fĂĽr die EG 9—15 auf 60 Euro.
  • Verbesserungen bei Höhergruppierungen ĂĽber zwei oder mehr Entgeltgruppen: ZukĂĽnftig wird fĂĽr jede einzelne Entgeltgruppe eine faktische Höhergruppierung vorgenommen. Das kann unter anderem dazu fĂĽhren, dass in der neuen Entgeltgruppe im Vergleich mit den bisherigen Regelungen höhere Stufen erreicht werden können.
  • Auszahlung des Entgelts: Die vielfach kritisierte Regelung zur Auszahlung des Entgelts wurde geändert. ZukĂĽnftig muss das Entgelt wieder vor Wochenenden bzw. vor Feiertagen am Monatsende rechtzeitig auf dem Konto sein.
  • Altersteilzeit und Arbeitszeitverlängerung: Keine Auswirkung fĂĽr Beschäftigte, die sich in einem Altersteilzeitarbeitsverhältnis befinden bzw. bei denen ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis spätestens am 1. Juli 2008 begonnen hat, verbleibt es bei der bisherigen Arbeitszeit von 38,5 Stunden. Dies gilt auch fĂĽr die Berechnung des Tabellenentgelts und der Zulagen.
  • Einmalige Sonderzahlung: Januar 2009 Die durchgesetzte Sonderzahlung von 225 Euro fĂĽr alle Beschäftigten, die dem TVĂ–D unterliegen, ist mit dem Entgelt fĂĽr den Monat Januar 2009 zu zahlen. Teilzeiter erhalten die Sonderzahlung anteilig.

Teilzeitkräfte:    Keine Nachteile

  • Erschwerniszuschläge: Stundenweise gezahlte Erschwerniszuschläge sind im vollen Umfang zu zahlen; Pauschalen jedoch nur anteilig. Kinderbezogener Besitzstand: Bei Teilzeitkräften kam es bislang — auch bei einer Erhöhung der Arbeitszeit — zu einer Reduzierung des kinderbezogenen Besitzstandes, da dieser anschlieĂźend „ratierlich“, d. h. nur im Verhältnis zur regulären Arbeitszeit gezahlt wird. Bei einer Erhöhung der Arbeitszeit auf Grund der Arbeitszeitverlängerung kommt es jedoch ausdrĂĽcklich nicht zu dieser Reduzierung. Der kinderbezogene Besitzstand bleibt dabei gleich.
  • Rufbereitschaft: Differenzierte Regelung; Die Rundungsregelungen bei Rufbereitschaft sind ab 1. Juli 2008 differenziert gestaltet. Bei Rufbereitschaft per Telefon oder mittels technischer Geräte werden mehrere Einsätze zukĂĽnftig addiert und dann aufgerundet Bei allen anderen Fällen der Ruf bereitschaft wird die Zeit jeder einzelnen Inanspruchnahme auf eine volle Stunde aufgerundet.
  • Strukturausgleiche Ost: Anhebung; FĂĽr die Beschäftigten beim Bund erhöhen sich die Strukturausgleiche entsprechend der Anpassung des Bemessungssatzes. FĂĽr die Entgeltgruppen 2—9 bei den Kommunen gelten ab 1. Januar 2008 ebenfalls die Beträge fĂĽr das Tarif gebiet West.

Einträge:

Kolleginnen und Kollegen,
ganz wichtig war die Wiederherstellung der Schadenshaftung, besonders auf die Flughäfen bezogen. Wie oft bleiben dort Koffer, Taschen und andere Behältnisse aufgrund von Störungen der MRKA´ s liegen. Nun ist es nicht mehr Möglich, diese Schäden auf die “ärmste Sau”, den LuftAss(Bund) abzustreifen. Schönes Wochenende, oder ruhigen Dienst.

Eintrag von Matthias Böckenhauer am 25.Juli 2008


Hallo Kollegen und Kolleginnen!
Na? Seid Ihr immer noch alle total begeistert von den “Erfolgen” unserer Gewerkschaften in Bezug auf unsere Einkommensverbesserungen? Ich nicht!!!! Ca, € 100,– mehr sollen es auf meinem Konto jeden Monat sein. Von diesen € 1200,– mehr im Jahr kann ich alleine nach meinem Lohnsteuerjahresausgleich nach Ă„nderung der Pendlerpauschale ca € 400,– abziehen. Europa teilt gestern eine Inflationsrate von ĂĽber 4 % mit. Damit hat es sich bereits vor Auszahlung einer ersten Abschlagszahlung mit unserer Einkommensverbesserung erledigt. Diese und weitere Verschlechterungen der finanziellen Rahmenbedingungen haben unsere Erhöhung der BezĂĽge schon aufgefressen.
Sollte die Entwicklung unverändert so weitergehen, dann ist zu erwarten, dass unsere wirtschalftlichen Möglichkeiten im Dezember 2008 schlechter sind als im Dezember 2007. € 50,– + 3,1 %? Die Masse davon wird wohl in die Staatskasse und nicht in mein Portmonnaie wandern. Also ich bin deutlich ernĂĽchtert…

Eintrag von ErnĂĽchtert am 1.August 2008


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