GdP: Verfahren bei Abordnungen ungeordnet

„Bei den eingeleiteten Abordnungsverfahren von den deutschen Ostgrenzen in die westdeutschen Ballungsräume ist ein verantwortliches koordiniertes Vorgehen der beteiligten Behörden überhaupt nicht erkennbar. Bis heute verfügen die betroffenen Beschäftigten noch nicht über die notwendigen Grundinformationen, die für ihre Abordnung quer durch die ganze Bundesrepublik notwendig sind. Wenige Tage vor Abordnungsbeginn wissen viele Betroffenen noch nicht einmal, ob sie nach München, Frankfurt, Stuttgart oder in andere Bereiche abgeordnet werden. Das Intranet der Bundespolizei enthält bisher keinerlei Informationen der aufnehmenden Dienststellen über die dienstlichen Rahmenbedingungen, die Dienstpläne, die Unterbringung, Parkmöglichkeiten und andere notwendige Informationen für die Abzuordnenden.

„Wir erwarten, dass diese Informationen jetzt unmittelbar einsehbar sind“, das stellte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, Josef Scheuring in einem Gewerkschaftsgespräch mit dem Präsidenten des Bundespolizeipräsidiums Potsdam, Mathias Seeger fest, an dem auch der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg teilnahm.

Seeger sagte, er gehe davon aus und erwarte, dass die beteiligten Dienststellen alle erforderlichen Rahmenbedingungen herstellen, um eine akzeptable Aufnahme der abgeordneten Kolleginnen und Kollegen sicherzustellen. Gerade die Dienststellen in den Ballungsräumen sind gut beraten, sich um die Abgeordneten wirklich zu kümmern, um auch Akzeptanz für eine dauernde, freiwillige Verwendung in diesem Bereich herzustellen.

„Ich werde mich direkt noch einmal persönlich darum kümmern, wie der Stand der Abordnungsverfahren ist,“ so Seeger. Beide Seiten waren sich einig, dass die Aufgabenstellung der Bundespolizei insgesamt und die laufende Neuorganisation den Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei massive Belastungen abverlangen. „Daraus löst sich für uns, die Führung der Bundespolizei, auch eine besondere Verantwortung aus“, so Seeger.

„Diese Verantwortung darf nicht in der Erklärung bleiben, sondern muss sich spürbar bei den Beschäftigten wiederfinden -und das ist nicht nur bei den derzeit laufenden Abordnungsverfahren überhaupt nicht der Fall. Wir werden jedenfalls Mißstände in diesem Bereich nicht nur öffentlich und politisch deutlich machen, sondern ihnen auch insgesamt mit allen Mitteln entgegentreten. Das sind wir den Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei schuldig“, so Josef Scheuring.

( Über das gesamte Gespräch wird die GdP berichten )

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Themenbereich: Internes & Personalien | Drucken