CASTOR statt Fussball!

fussball.jpgEs wäre das Top – Ereignis der Regionalliga Nord gewesen: Der SV Babelsberg gegen den Hallescher FC, immerhin Tabellendritter! Doch aus diesem Spiel wird nichts, denn die komplette Bereitschaft der Brandenburger Polizei und auch der Bundespolizei muss am Wochenende mithelfen, den Castor (12) -Transport sicher nach Gorleben zu geleiten. Mehrere Tausend Beamte aus allen Bundesländern und von der Bundespolizei werden im Einsatz sein.

Der massive Polizeieinsatz hat einen kräftigen Einfluss auf die Spielpläne der Fußball-Ligen an diesem Wochenende. Mehrere Spiele mussten abgesagt werden, weil die Polizei eine sichere Austragung nicht mehr gewährleisten kann. Neben dem Spiel zwischen Babelsberg und Halle wurde das Spiel Germania Schöneiche gegen den Berliner FC Dynamo in der Oberliga Nord abgesagt. Auch die Begegnung der zweiten Mannschaften von Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg in der Regionalliga Nord wurde abgesagt, so der DFB.

Das Spiel in Babelsberg stufte die Polizei als „C-Spiel“ mit erhöhtem Sicherheitsrisiko ein, besonders die Fans aus Halle als gewaltbereit und ausländerfeindlich gelten. Die Potsdamer Polizei hätte das Spiel daher nur mit Unterstützung durch Hundertschaften begleiten können. Da diese nicht zur Verfügung stehen musste das Spiel abgesagt werden.

Neben der Castor-Sicherung kann die Bereitschaftspolizei keine weiteren Einsätze fahren. „Wir sind regelrecht leergefegt“, kritisiert Andreas Schuster , Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Nun werde der Personalabbau bei der Polizei spürbar und gebe keine andere Möglichkeit, als die Spiele abzusagen, so Schuster weiter.
Die Gewerkschaft der Polizei hat zwar Verständnis für aufgebrachte Fans und Spieler. Diese müssen aber, ihren Frust nicht an den Polizistinnen und Polizisten auslassen, sondern sollten sich über den Personalabbau bei der Politik beschweren.

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Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken