Erneuter Warnstreik im öffentlichen Dienst der Bundesländer

Hilden/Berlin, 27.02.2009: Kundgebung auf Hamburger Fischmarkt

Allein in Hamburg sind rund 60.000 Beamte und Angestellte vom Tarifkonflikt betroffen, darunter Polizisten, Lehrer, Schulhausmeister, Sozialpädagogen und Schleusenwärter. Am heutigen Donnerstag legten in der Hansestadt Mitarbeiter von Behörden, Zulassungsstellen, Bauhöfen, aber auch Schulen die Arbeit nieder. Insgesamt mehr als 5000 Beschäftigte beteiligten sich an einem Demonstrationszug vorbei an den Arbeitgebern von den Messehallen bis zum Fischmarkt, wo eine zentrale Kundgebung mit Redebeiträgen von Verdi, GEW, dem Bundesvorsitzenden der GdP Konrad Freiberg und der dbb-Tarifunion stattfand.

Anlass des erneuten Warnsteriks ist das „lausige Angebot“ der Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Gehalt, mindestens 200 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber unterbreiteten bisher ein Angebot mit so vielen Nullmonaten, dass es von den Beschäftigten spöttisch als Doppelt-Null bezeichnet wird. Die Beschäftigten erwarten jetzt von den Arbeitgebern in der vierten Verhandlungsrunde für die rund 700.000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder (außer Hessen und Berlin), die am 28. Februar in Potsdam beginnt, ein Einlenken und ein abschlussfähiges Angebot. Dafür gingen sie heute in Hamburg auf die Straße. Sollten die Länder kein deutlich verbessertes Angebot vorlegen, dann werde es eine Urabstimmung und unbefristete Streiks geben.

„Nach Jahren des Reallohnverlustes haben die Beschäftigten kein Verständnis für die Kaltschnäuzigkeit, mit der ihnen die Arbeitgeber 2010 eine weitere rote Nullrunde zumuten wollen.

8% mindestens 200 € mehr. Das ist unser Beitrag zum Konjunkturprogramm!

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Themenbereich: Über den Tellerrand | Drucken