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28. April 2009

Polizeitraining – Kompetent handeln!

Lange erwartet und seit dem 17. Juni in Kraft gesetzt: Die Konzeption Polizeitraining. Doch was heißt das genau? „Das bedarfsgerechte, funktionsbezogene und fächerübergreifende Training, der in der Ausbildung erworbenen polizeilichen Grundbefähigungen.“, lautet die Konzeption. „Das Polizeitraining soll die Handlungskompetenz, die Durchführung polizeilicher Eingriffsmaßnahmen und die Bewältigung eskalierender Lagen verbessern.“, heißt es weiter.

Einsatzmäßiges Schießtraining gem. PDV 211

Einsatzmäßiges Schießtraining gem. PDV 211

Polizeitraining – Inhalte

Grundsätzlich ist die Teilnahme am Polizeitraining für alle Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Bundespolizei verpflichtend. Dafür ist ein Zeitansatz von 84 Stunden pro Jahr und Beamtem vorgesehen. Die Stunden teilen sich auf die folgenden 3 Bereiche auf:

1.) Situationstraining einschließlich Einsatztraining 46,5 Stunden
2.) Schießfortbildung 7,5 Stunden
3.) Innerdienstlicher Sport (i.d.R. 3 Stunden/Monat) 30 Stunden

Einzige Ausnahme: Beamte, in deren Tätigkeitsbereich keine polizeilichen Eingriffsmaßnahmen fallen, führen lediglich 16 Stunden Situationstraining einschließlich Einsatztraining durch.

Polizeitraining – Wieso eigentlich?

Um dem immer anspruchsvolleren Polizeialltag selbstbewusst und handlungssicher entgegenzutreten wurde das Polizeitraining konzipiert.
Praktisch gesehen ist das Polizeitraining eine dauerhafte Weiterbildung für alle Kolleginnen und Kollegen. Der polizeiliche Alltag ändert sich ständig. Was in der Ausbildung gelernt wurde reicht teilweise nicht mehr aus oder ist einfach zu lange her.

Wissen vermitteln, Praxis erfahren

Interne Kommunikation, Polizeigesprächsstellung (PGS), Vier-Hände-Regel, Distanz- und Deckungsverhalten: Fachbegriffe, die jeder Beamte kennen und handlungssicher durchführen können sollte. Sie prägen den praktischen Schwerpunkt des polizeilichen Handelns. Ihr kompetentes Durchführen sichert im Ernstfall das eigene Leben. Das Polizeitraining schult und aktualisiert unter anderem derartige Schwerpunkte einer polizeilichen Alltagssituation. Polizeitraining wirkt dadurch wie eine unsichtbare „schusssichere Weste“.

Beamte der BPOLI Münster trainieren Festnahmetechniken

Beamte der BPOLI Münster trainieren Festnahmetechniken

Die praktische Durchführung

Mittlerweile hat wohl jeder Beamte erste Erfahrungen mit dem Polizeitraining gesammelt. Am Beispiel der Bundespolizeiinspektion Münster kann sich jeder einen Eindruck von den ersten Schritten machen.

Aufwendig und umfangreich lassen sich die ersten Maßnahmen beschreiben. Denn was sich auf dem Papier leicht anhört, erwies sich in der Praxis problematisch: 84 Stunden Polizeitraining in bereits durchgeplanten Fortbildungstagen unterzubringen, mit einheitlichen Standards, neuen Trainingsstätten und dazu noch in einer Flächeninspektion mit 5 Dienstgruppen, entpuppte sich als echte Herausforderung.

Schritt 1 beschäftigte sich mit der zeitlichen Einteilung. Vor Einführung der Konzeption standen zwei Fortbildungstage innerhalb eines Fünf-Wochen-Schichtdienstplans zur Verfügung. Hinzu kamen Fortbildungszeiten für die Führungsgruppe und den Ermittlungsdienst, der nicht nur im Inspektionssitz Münster vertreten ist, sondern ebenfalls auch mit einigen Mitarbeitern im Revier Bielefeld.

Es galt letztlich eine Struktur zu finden, mit der allen Mitarbeitern 84 Stunden Polizeitraining angeboten werden konnte, egal in welchem Standort der Bundespolizeiinspektion Münster sie ihren Dienst versehen.

Die Lösung kam in Form einer vorläufigen Rahmenvorgabe. Sie gibt vor wann und wo das Polizeitraining stattfindet. Ergänzt wird sie durch einen internen Fortbildungskalender. Insbesondere im Bereich des Einsatztrainings werden dadurch einheitliche Standards innerhalb der Inspektion vermittelt.
Diese Rahmenvorgabe ist zunächst ein Testlauf bis zum 30. Juni dieses Jahres. Eine anschließende interne Analyse wird zeigen, wo Verbesserungen nötig sind, um einen reibungslosen Ablauf des Polizeitrainings gewährleisten zu können.

Schritt 2 beschäftigte sich mit der Bereitstellung akzeptabler Trainingsstätten. Was man bereits jetzt mit Sicherheit sagen kann: Trainingsstätten, sowohl im Bereich der Schießfortbildung, als auch im Bereich des Situations- und Einsatztrainings müssen noch verbessert werden. Eine präzise Raumbedarfsermittlung wird ebenfalls durch die interne Auswertung der Analyse ermittelt werden.

Beispielweise sind in der Bundespolizeiinspektion Münster unterschiedlich gut ausgestattete Trainingsstätten vorhanden. Im Bereich des Reviers Paderborn, ca. 150 km vom Inspektionssitz Münster entfernt, befindet sich ein interaktives Schießkino und ein professionelles Sportzentrum für Einsatztraining und Dienstsport. Allerdings werden diese Trainingsstätten nur von den Mitarbeitern der Reviere Bielefeld, Paderborn und dem Dienstverrichtungsraum (DVR) Paderborn Flughafen genutzt. Grund dafür ist die zu lange Fahrzeit für Beamte aus den anderen Revieren der Bundespolizeiinspektion Münster. Ein weiterer Grund: Die Trainingsstätten lassen es nicht zu mit einer Dienstgruppenstärke von bis zu 50 Beamten anzutreten.

Trainingscenter in Paderborn

Trainingscenter in Paderborn

Nachteile haben derzeit deshalb das Revier Münster mit dem DVR Flughafen Münster/ Osnabrück und das Revier Hamm. Bei schlechter Witterung kann keine Schießfortbildung stattfinden, denn alle vorhandenen Schießstände sind „offene“ Schießstände. Auch eine Sporthalle steht bisweilen nur für zwei Stunden pro Woche zur Verfügung.

"Offener" Schießstand in Münster

"Offener" Schießstand in Münster

Das Polizeitraining kann bedingt dadurch, innerhalb des Testlaufs, nur in Form einer Basisfortbildung stattfinden.

Der 3. Schritt beschäftigte sich mit der Bereitstellung von professioneller Ausstattung und tut es leider noch. Zum Beispiel Schutzausstattung, Therabänder oder Nordic- Walking Stöcke. Zur Durchführung eines professionellen Einsatztrainings, einer adressatengerechten und modernen Sportfortbildung oder einer professionellen Schießfortbildung ist professionelle Ausstattung ein Muss. Notwendige Änderung der Ausstattungsnachweise (AN) sind dazu unabdingbar und hätten sicherlich zeitgleich mit der Einführung der Konzeption Polizeitraining erscheinen müssen.

Entsprechend schwierig ist es, notwendige aber bisweilen nicht im Ausstattungsnachweis aufgeführte Ausstattung, bei der zuständigen Bundespolizeidirektion zu erhalten.

Schießkino in Paderborn

Schießkino in Paderborn

Entsprechende Kosten entstehen zurzeit in der Inspektion Münster durch den Transport der vorhandenen Ausstattung in die unterschiedlichen Trainingsstätten, die wie erwähnt teilweise bis zu 150 km auseinander liegen. Eine schnelle Entscheidung auf Änderung der AN in Verbindung mit der Konzeption Polizeitraining wird auch deshalb von der Inspektion Münster unterstützt.

Ausbildung contra Mangelsituation

Heimerzheim, Neustrelitz, Eschwege, Oerlenbach oder Walsrode: Die Modulausbildung zum Polizeitrainer ist im vollen Gange. Auch Münster ist mit mehreren angehenden Polizeitrainern beteiligt. Mit mittlerweile drei ausgebildeten Polizeitrainern ist die Bundespolizeiinspektion Münster zurzeit noch immer nur durchschnittlich bestückt.
Über zusätzlich insgesamt 22 Schießausbilder, fünf Einsatztrainer, zehn Sportübungsleiter, zwei Prüfer im Schwimmen und Retten und einem TASK- Trainer verfügt Münster weiterhin über qualifiziertes Personal, das teileinheitsübergreifend eingesetzt wird. Organisiert und koordiniert wird dies durch den Bereich A/F in Absprache mit den jeweiligen Teileinheitsführern und natürlich auf freiwilliger Basis mit den Trainern. Es wird darauf geachtet, dass die Fortbildungen im Rahmen des Polizeitrainings grundsätzlich durch mindestens zwei Trainer durchgeführt werden.

Der Schwerpunkt des Polizeitrainings liegt im Bereich des Situationstrainings. Die Durchführung der Situationstrainings stellt sich allerdings schon als weitaus schwieriger dar. Nicht nur die Planung und Vorbereitung der unterschiedlichen Situationen für das Situationstraining erfordern umfangreiche Recherchen, sondern auch die Durchführung der Situationstrainings muss von einem qualifizierten Polizeitrainerteam vorgenommen werden. Dieses sollte mindestens aus 3 Beamten bestehen.

Der erste Polizeitrainer wird als polizeiliches Gegenüber in Situationsdarstellungen eingesetzt. Je nach Situation sind sogar mehrere Polizeitrainer notwendig. Ein weiterer Polizeitrainer sollte als Kameramann eingesetzt werden. Ein dritter Polizeitrainer muss sich in den „gespielten Situationen“ Notizen zum anschließenden Auswerten und Besprechen machen. Mit dieser erforderlichen Besetzung stößt die Inspektion Münster schnell an ihre Grenzen.

Identitätsfeststellung im Rahmen eines Situationstrainings

Identitätsfeststellung im Rahmen eines Situationstrainings

Polizeitrainerhandbuch für einheitliche Standards

Das Trainerhandbuch Polizeitraining ist ein Lehrbuch für Polizeitrainer und auch eine Hilfestellung für die Durchführung des Polizeitrainings zugleich.
Es gliedert sich in verschiedene Abschnitte.
Im Abschnitt Einsatztraining werden zum Beispiel verschiedene Angriffs- und Verteidigungstechniken ausführlich erklärt und größtenteils mit Bildern dargestellt.
Dadurch wird für die Polizeitrainer eine Möglichkeit geschaffen, sich gezielt vor einer entsprechenden Fortbildung auf den Inhalt professionell vorzubereiten und die verbindlichen Durchführungshinweise unterschiedlicher polizeilicher Eingriffstechniken kompetent weiterzugeben. Eine offizielle Version des Handbuchs ist zurzeit aber noch nicht verfügbar.

Training von Grundschlägen beim Einsatztraining

Training von Grundschlägen beim Einsatztraining

Fazit Polizeitraining – ein Meilenstein in der Fortbildung!

Dauerhafte Weiterbildung für kompetentes Handeln ist die zentrale Aufgabe des Polizeitrainings. Sowohl der geübte Umgang mit den unterschiedlichen und neuen Einsatzmitteln, als auch das sichere Handeln in Stresssituationen muss immer wieder trainiert werden.

Die vorläufige Rahmenvorgabe in der Bundespolizeiinspektion Münster gibt derzeit die Struktur des Polizeitrainings vor. Sie wird am Ende des Testlaufs aufdecken, wo in der Praxis Verbesserungspotential besteht.

Auf Ausbildungs-Seite bleibt zu hoffen, dass 2010 genügend Polizeitrainer zur Verfügung stehen werden. Das ist Voraussetzung um Situationstrainings zukünftig überhaupt durchführen zu können. Diese verantwortungsvolle Doppelfunktion sollte nicht unterschätzt, sondern entsprechend honoriert werden. Besonders Dienstvorgesetzte können einen großen Teil dazu beitragen, denn das Polizeitraining ist eine Führungsaufgabe.

Einsatztraining in Paderborn

Einsatztraining in Paderborn

Noch steckt das Polizeitraining in den Kinderschuhen. Deshalb muss es im Rahmen der Neustrukturierung weiterhin besonders gefördert werden. Entsprechend regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit durch die Bundespolizeiakademie würde auf den Dienststellen für Akzeptanz, Verständnis und neuen Schwung sorgen.

Daniel Moge
Polizeitrainer
BPOLI Münster

Einträge:

Lob und Anerkennung an den Autor!
Informativ, konstruktiv kritisch und zugleich fordernd.
Ich hoffe, das kommt auch ganz oben an.
Ich als “nur” Schießausbilder und ETRA (noch) unterschreibe das sofort.
Bei der momentan noch nicht ausreichenden Anzahl an Polizeitrainern in den einzelnen BPOLIen und den BPOLRen ist das noch vorhandenen Aus- und Fortbildungspersonal aufgrund der nicht vorhandenen Ausbildungsstätten gezwungen, in allen Bereichen zu improvisieren. Das ist manchmal wirklich nicht einfach.
Resultat aus der Tatsache ist, dass wir nicht der Konzeption entsprechend arbeiten müssen.
Die Aus- und Fortbildungszeiten sind in einigen Bereichen teilweise unrealistisch, nur sehr schwer umsetzbar und stossen aus diesem Grunde bei den Mitarbeitern auf Inakzeptanz.
Ein weiterer Punkt, den die hohe Führung, so glaube ich, vergessen hat, ist der doch sehr hohe Altersdurchschnitt der noch vorhandenen Trainer, die nicht unbedingt bereit sind, sich für unzählige Wochen auf Lehrgänge zu begeben, deren Inhalt sie seit Jahren an die Kollegen weiter geben.
In meinen Augen hat man mit der Einführung des Polizeitrainings und dem Fehlen der eigendlich wichtigen Basis das Pferd von hinten aufgezäumt.
Was nützt mir ein gutes Auto, wenn das Lenkrad fehlt.
Ich finde das Konzept des Polizeitrainings eine sehr wichtige und auch realisierbare Sache für alle Kollegen, wenn nur die Grundvoraussetzungen nicht fehlen würden.
Teilweise sehr lange Anfahrtswege zu Sportstätten oder Schießständen oder fehlende Ausstattung für den Dienstsport tragen nicht unbedingt dazu bei, die Akzeptanz der Mitarebiter zu steigern.
Fazit: Das Polizeitraing im Ganzen stellt eine sehr hohe Anforderung an jetzigen Trainer in allen Bereichen.
Und was die Honorierung der Trainer durch die Dienstvorgesetzten betrifft ……… ein sehr leidiges (Beurteilungs-)Thema.

Eintrag von Jens Heitmann am 28.April 2009


Wie kommt die BPOLI Münster zu 3 Polizeitrainern?
Wir haben nicht mal einen auf unserer Inspektion.
Es gab zu viel Chaos bei der Modulausbildung der BPOLAK.

Eintrag von klinsmann am 29.April 2009


Sehr geehrter Kollege Heitmann,

Respekt, da habt Ihr also 40 Trainer / Ausbilder in Münster.
Das ist eine Zahl, die einer Revierstärke entspricht, so mancher Kollege , der fast alleingelassen auf der Straße befindlich ist, würde vielleicht auch mal jemanden aus dem Ausbildungspool auf der Straße sehen.
Das mit dem Polizeiztraining ist grundsätzlich auch sinnvoll, ich will jetzt hier auch nichts kaputt diskutieren, aber beachtet bitte auch mal das Alter der Adressaten , wir haben einen Durchschnitt von Ende 40 , d.h. viele schon über 50 , und jetzt soll die Post abgehen.
Mit Mitte 50 kommt jetzt die Flugrolle , :-) ?
Wenn ich sehe , da sind Kollegen 20 , 30 und mehr Jahre auf einer Einzeldienststelle und dann soll im ” gespielten Witz” ein Bürger angesprochen und kontrolliert werden, um die kommunikative Ebene zu prüfen/ zu schulen , zu heben ?
Tut mir leid, da fühle ich mich persönlich verschaukelt und die Akzeptanz hält sich sehr in Grenzen. Sprecht ihr nicht auch immer von Adressaten gerecht ? Der der schießen kann, ist anders zu beschulen / zu beschäftigen, als der der nicht sicher im Umgang mit der Waffe ist. Wer sicher im Auftreten ist, ein alter Hase sozusagen, der muß nicht im Bürger ansprechen geschult werden, usw.
Also hoffentlich setzt Ihr es dem persönlichen Ausbildungs und Persönlichkeitsstand entsprechend um , und verkommt nicht zum lediglichen Abhaken im Fortbildungsnachweis, weil Vorschrift= Pflichtstunde und abgehakt ?

Eintrag von insulaire am 29.April 2009


Leute… seien wir doch mal realistisch. Einsatztraining fängt im Kopf an.
PDV 211… LF 371… Polizeitrainigskonzeltion… hin und her… wenn Kollegen keinen “Bock” haben, wird sie niemand dazu bewegen sich neues anzueigenen. Vor allem nicht, wenn sie die letzten 10, 20, 30, … Jahre damit gemeistert haben. M. E. traurig, denn… wer den Ernst der Lage nicht im wesentlkichen Erkannt hat, dem ist nicht zu helfen.

Und merkt euch allzeit: Nach dem Dienst, ist vor dem Dienst.

In diesem Sinne, immer schön Wachsam bleiben

Eintrag von Fu Man Chu am 30.April 2009


Moinsen!
Polizeitraining ist ein schönes Thema.
Jeder wird aus dem Kollegenkreis Beispiele kennen, wo sich Kollegen im Dienst verletzt haben und die Frage im Raum steht: “Wie konnte das passieren?”. Um bestmöglichst vorbereitet zu sein, ist ein vernünftiges Polizeitraining erforderlich, sinnvoll und findet bei der Masse der Mitarbeiter auch die geforderte Akzeptanz.

Nur sein wir doch mal ehrlich: Nur in ausgewählten Bereichen sind die Voraussetzungen für ein vernünftiges Polizeitraining auch gegeben.

Adressatengerechte Erwachsenenbildung habe ich z.B. auf meinem ETRA-Lehrgang vermisst. Fühlte sich eher wie Bodenteich 1986 (wer es noch kennt: GSA A Nord 1) an.

PDV 211 schön und gut.
Wenn die Landespolizei mal Platz in ihrem Schießkino hat, dann geht das.
Ansonsten stehen wir draußen auf der Standortschießanlage der Bundeswehr und stellen uns vor der Pappschießscheibe stehend vor, es passiere dies und das.

Abschließend sei noch die neue (gut ausgerüstete) Sportanlage genannt, die ca. 1 Std. (ein Weg) von der Dienststelle entfernt liegt.

Wie Jens Heitmann schon schrieb: schafft !!annehmbare!! Voraussetzungen und die Kollegen werden in der Masse aktiv am Polizeitraining teilnehmen.

Gruß

AB

Eintrag von AB am 30.April 2009


Lieber Autor, schöner Artikel, doch aus eigener Erfahrung muss ich leider feststellen, das die Umsetzung teilweise doch recht abenteuerlich ist. Fangen wir doch mal mit der Stundenanzahl an, die Beamten die polizeiliche Eingriffe vollführen müssen 84 Std. PTR machen, alle anderen 16 std. Hier stellt sich die Frage: Wo fangen polizeiliche Eingriffsmaßnahmen an und wo hören sie auf…..
Jeder achso schwerbelastete Kollege im Tagesdienst bräuchte also nur 16 Std. p.a. PTR da sie ja hauptsächlich keine Eingriffsmaßnahmen vollziehen. Sollte der Kollege dann aber mal doch aus Personalmangel (soll im Einzeldienst ja mal vorkommen) einen Einsatz mitmachen gibt man ihm so die Möglichkeit zu sagen: “Nö geht nicht mache ja nicht genug PTR und deshalb kann ich nicht mit, tut mir ja schrecklich leid”.
Kann es eigendlich nicht sein. Ih finde, das jeder der Polizeizulage bekommt auch PTR machen muss!!!!!!

Nächstes Beispiel: Konzeption auf unserer DSST sieht vor das unser ErmD nur 16 Std PTR machen braucht, da er ja keine polizeilichen Eingriffsmaßnahmen vollzieht. LÄCHERLICH!!! Nachgefragt bekommt man zur Antwort: Ja die sind ja nicht so viele, haben nicht genug V-Tage… bla bla bla…..

Ich denke das es da noch viel Klärungsbedarf gibt. Auch die Möglichkeiten der realistischen Durchführung ist der entscheidene Faktor: 7,5 Std Nettoschießzeit (nur an der Waffe) für jeden… Wie soll das den funktionieren?????

Eintrag von U181 am 30.April 2009


Ich finde das Konzept des Polizeitrainings eine sehr gute und realisierbare Sache für alle Kollegen, wenn nur die Grundvoraussetzungen nicht fehlen würden.
Die meisten Ausbildungstage/Schießtage fallen fast immer wegen Einsätze wie Fußball und Demos aus.
In meiner Dienstgruppe wurde das letzte Mal im November 2008 geschossen weil immer irgendein Einsatz dazwischen kam.

Eintrag von praxiscop am 30.April 2009


Das ist ja alles gut und schön, aber - der Regeldienst geht vor. Die vorgegebene Zeiten werden in den meisten Fällen wohl nie erricht werden. Auch ist so eine Ausbildung wichtig, aber es werden wichtige Ressourcen verschenkt. Ausbilder, die seit Jahren erfolgreich ihren Job machen müssen viele Punkte ihrer Ausbildung nochmals absolvieren, wollen sie PT werden. Wozu? Die fehlen an allen Ecken und Enden zusätzlich zu den Aufsteigern, wenn man sie mal hier für eine Woche und mal dort für eine Woche durch die Republik schickt.

Und auch das ist ein Problem: Heimatnahe Ausbildung. Wieso können die AFZ nicht eine zentrale Ausbildung bieten, wo man alle geforderten Module belegen kann? Wieso muss ich von A nach B sausen, um mir meinen PT zusammen zu würfeln? Totaler Unsinn, teuer und zeitintensiv, aber wir haben es ja.

Dann die Ausstattung: Warum werden eigentlich Konzepte erarbeitet, wenn man nicht vorher mal genau hinsieht, ob auch alle Dienststellen diese optimal Umsetzen können. Nicht immer sind Ausbildungsstätten überall und zeitnah vorhanden. Aber große Voraussetzungen und Stundenzahlen propagieren. Da kann man nur den Kopf schütteln. Wenn das ganze nicht wieder in einer “Schulterstückbeschaffungsmaschine” für deren “Erfinder” enden soll wäre es besser, sich vor dem Satteln des Pferdes mal über das “Wie” Gedanken zu machen. Aber nun sind wieder die Improvisationstalente gefragt.

Und gerade die älteren Ausbilder, die bisher eine gute Arbeit geleistet haben, werden nach all den Jahren einfach fallen gelassen, sollte es genug PT geben. Nicht jeder ist zeitlich und körperlich in der Lage noch mal “Karate” zu lernen, denn dazu gehört auch Interesse und motorische Voraussetzungen, die man nicht einfach bei jedem voraussetzen kann. Und an Ausbilder wird ein höherer Maßstab angelegt, als an den normalen KSB.

Ich habe den Verdacht das ganze Konzept, wenn es denn evaluiert wird, wird irgendwann umgebaut werden müssen, weil man merkt, dass man über das Ziel hinaus geschossen ist. Dann stirbt es in seiner jetzigen Form wie schon die Zwangsbeglückung EBF. Dann sollte man aus den Fehlern gelernt haben, nur können wir das?

Eintrag von Ausbilder am 30.April 2009


Wie an jedem Quartalsanfang fängt die lange Suche nach ETR-Terminen an. Wenn es dann klappt, dann geht ein halber Tag drauf für zwei Stunden ETR (>einschl. Fahrzeit; nicht jeder hat einen Trainer im Haus und es soll ja noch Dienststellen außerhalb der Ballungszentren geben ;-)
Es gibt ETR Trainer, die adressatengerecht (Alter, Aufgabenbezogen usw) ein gutes Training machen, zB real am Fahrzeug, Kontrolle, Fahrzeugausstattungen /-Typ behandeln und es gibt leider Trainer, die auf der Matte stures Training machen und alle Altersgruppen über die Matte hetzen mit dem Spruch, “ihr alle bekommt ja Polizeizulage”. Letztgenanntes hat auch keine Akzeptanz bei den KollegenInnen !!!
Und wer sich schon mal im Dienst “gerollt” hat, der weiß, dass man dann mit den Standard-ETR-Griffen auch nicht viel machen kann (meine Erfahrung).
Und wenn dann noch Schießen und Rechtskunde dazukommen (+Fahrzeit), gehen doch im Jahr sehr viele Tage für Ausbildung drauf.

Eintrag von pvb am 2.Mai 2009


@insulaire schrieb:
Sehr geehrter Kollege Heitmann,
Respekt, da habt Ihr also 40 Trainer / Ausbilder in Münster.

1. Ich bin nicht aus Münster
2. Wie kommst Du auf die Zahl 40 ?
3. Unterschrieben habe ich mit meinem realen Namen und stehe trotzdem zu meiner Meinung
4. Wie ist Dein realer Name ? Oder hast Du Angst vor möglichen Folgen ?
5. Der Altersdurchschnitt in unserer Dienststelle liegt auch über 40
6. Hauptamtlich bin ich KSB, also jeden Tag auf der “Straße” und nur im Nebenamt als Fortbilder tätig
7. Nachdem Du Dich mit den Konzeptionen über ETR, Schießen, Sport usw. intensiv beschäftigt hast, Dir Deine Gedanken darüber gemacht hast und vielleicht mal darüber nachdenkst, in welchen Bereichen Du für Dich eine Fortbildung wünscht, kannst Du mich gern über meine dienstliche E-Mail-Adresse anschreiben und mich an Deinem Resultat teilhaben lassen.
Deine Art der Aussage und Meinung über jegliche Art der Aus- und Fortbildung ist mir durchaus nicht unbekannt und ich kann sie auch teilweise nachvollziehen.

Eintrag von Jens Heitmann am 4.Mai 2009


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