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6. Mai 2009

Hanning: Kein Kompetenzgerangel bei GSG-9-Einsatz vor Somalia

Berlin: Der Abbruch des Einsatzes zur Befreiung des entfĂŒhrten deutschen Frachters “Hansa Stavanger” vor der KĂŒste Somalias war nicht die Folge eines Kompetenzgerangels in der Bundesregierung. Das machte August Hanning, StaatssekretĂ€r im Bundesinnenministerium, am Mittwoch vor dem Innenausschuss deutlich. Derartige Informationen, die zuletzt durch die Medien gingen, seien falsch, sagte Hanning. Die Entscheidung zum Abbruch des Einsatzes sei vielmehr deshalb gefallen, da die logistischen Vorraussetzungen nicht mehr gegeben waren.
Zur Befreiung des am 4. April entfĂŒhrten Frachters “Hansa Stavanger” sei auf Beschluss des Krisenstabes die GSG-9 nach Mombasa entsandt worden, sagte der StaatssekretĂ€r. Dort hĂ€tte das Einsatzkommando der Bundespolizei “mit nationalen KrĂ€ften geĂŒbt”. Da fĂŒr die Befreiungsaktion eine seegestĂŒtzte Basis benötigt wurde, habe man Kontakt mit den amerikanischen StreitkrĂ€ften aufgenommen und schließlich den HubschraubertrĂ€ger USS Boxer nutzen dĂŒrfen. Die an Bord verlaufenen Übungen seien durchaus erfolgreich gewesen, betonte Hanning. Zwei Tage vor dem geplanten Einsatz sei dieser jedoch von den USA als zu risikoreich eingestuft worden. Der seegestĂŒtzten Plattform beraubt, sei dem Krisenstab nichts anderes ĂŒbrig geblieben, als die Maßnahme abzubrechen, sagte der StaatssekretĂ€r.
Auf Nachfrage erlĂ€uterte Hanning, dass die Verantwortung fĂŒr den Einsatz beim Bundesinnenministerium gelegen habe. Es habe jedoch eine enge Abstimmung mit dem AuswĂ€rtigen Amt und dem Bundesverteidigungsministerium gegeben. “Es gab in den Spitzen der HĂ€user keine Divergenzen”, stellte er klar.
Die Unionsfraktion bedauerte das “unerfreuliche Ergebnis” der Aktion, rĂ€umte jedoch ein, dass “richtig gehandelt wurde”. Um zukĂŒnftig nicht mehr auf auslĂ€ndische Partner angewiesen zu sein, mĂŒsse darĂŒber nachgedacht werden, die Marine umzurĂŒsten, damit der Piraterie besser Einhalt geboten werden könne. Aus Sicht der SPD-Fraktion ist das Ergebnis “kein Misserfolg”. Einen zu risikoreichen Einsatz abzubrechen sei vielmehr eine “StĂ€rke” und möglicherweise sogar die schwierigere Entscheidung gewesen. Die FDP-Fraktion befĂŒrchtete, dass durch EinsĂ€tze der GSG-9 im Ausland die konsequente Trennung von Bundespolizei und Bundeswehr gefĂ€hrdet sei. Die Linksfraktion bezeichnete die BekĂ€mpfung der Piraterie zwar als “polizeiliche Aufgabe”. Die Entscheidung, den Einsatz der GSG-9 dem der SonderkrĂ€fte der Bundeswehr vorzuziehen, dĂŒrfe jedoch nicht aus der Motivation entstehen, dann nicht das Parlament informieren zu mĂŒssen. Auch die GrĂŒnen forderten, der Innenausschuss mĂŒsse zumindest im Nachhinein ĂŒber AuslandseinsĂ€tze der Bundespolizei informiert werden.

Einträge:

So sei es.
Eine abschließende Lösung ist dies auf keinen Fall.
Kurz nach Stornierung der Befreiungsaktion wurde gleich der nĂ€chste deutsche Frachter, die MS “Victoria”entfĂŒhrt. Damit befinden sich mit der MS “Hansa Stavanger” und der MS “Patriot” nunmehr gleich drei deutsche Schiffe samt Besatzung und Ladung in den HĂ€nden somalischer Piraten.
Ist die einzige Lösung unserer Regierung wirklich nur “Lösegeldzahlen” ? Dass dĂŒrfte zumindest dauerhaft die Wirtschaftskrise in Somalia lindern.
Irgendwann galt einmal: Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen.

Eintrag von der Beobachter am 7.Mai 2009


Keine deutsche Besatzung, keine deutsche Flagge nur der Reeder sitz irgendwo bei uns. Ist damit ein deutsches Schiff entfĂŒhrt? Es sind immer Menschen betroffen. Aber mĂŒssen wir in jedem Fall, der irgendeinen Bezug zu Deutschland hat, die Kohlen aus dem Feuer holen?
Ich sage nein.

Eintrag von gast am 14.Mai 2009


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