GdP: Verteidigungsminister soll seine Hausaufgabe machen
Berlin/Hilden . Die Gewerkschaft der Polizei äußert harte Kritik an der Forderung des Bundesverteidigungsministers nach einer Verfassungsänderung zum Einsatz der Bundeswehr in Aufgabenfeldern der Polizei. „Herr Jung versucht, auf Kosten gequälter Geiseln ein ganz anderes politisches Süppchen zu kochen“, kommentierte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in der Bundespolizei, Josef Scheuring, den Vorschlag des CDU-Ministers. „Grundsätzlich sind und bleiben die Spezialkräfte der Bundespolizei für Geiselnahmen zuständig und nicht das Militär. In Sondersituationen wie vor Somalia hätte die Bundeswehr längst auch ohne Verfassungsänderung zur Geiselbefreiung eingesetzt werden können, wenn Herr Jung nur mal seine Hausaufgaben machen würde“, so der GdP-Vorsitzende.

In NRW gibt es 33 Fußballvereine, deren Spiele regelmäßig von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet werden müssen, weil sonst gewaltsame Ausschreitungen nicht zu verhindern sind. Selbst in den unteren Ligen – in der Regionalliga West und bei etlichen Klubs der NRW-Liga – ist inzwischen eine regelmäßige Polizeibegleitung unverzichtbar. „Fußball ohne Gewalt – eine Chance für NRW“ lautet deshalb der Titel eines Forums des GdP am 20. August in der Schalke-Veltins-Arena in Gelsenkirchen.