3. November 2009
Von Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei
Die Menschen in der Bundespolizei haben in den zurückliegenden 20 Jahren einen ganz besonderen Beitrag zur Vereinigung Deutschlands geleistet. Beeindruckend viele Kolleginnen und Kollegen haben sich weit über das von ihnen zu erwartende Maß dafür eingesetzt, dass der Einigungsprozess sicher ablaufen konnte und dass menschlich zusammenwachsen konnte, was zusammengehört.
Diese einmalige Leistung, die von den Kolleginnen und Kollegen aus Ost und West gemeinsam und in gleicher Weise getragen wurde, kann der Bundespolizei niemand nehmen. Alle Menschen, die an dieser Arbeit in der Bundespolizei mitgewirkt haben, können stolz auf die Ergebnisse ihrer Arbeit sein. Sie haben ganz Wichtiges für unser Land geschaffen und dafür Dank verdient.
Es wäre angebracht, dass die deutsche Politik diesen Umstand – jetzt zum 20. Jahrestag der Maueröffnung – auch einmal zur Kenntnis nehmen würde!
„Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden.“ Mit diesem Satz im DDR-Fernsehen hat Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros der SED, am 9. November 1989 um 18.53 Uhr das Ende der DDR eingeläutet. Weniger als vier Stunden später, um 22.30 Uhr, hat der „Diensthabende“ des Grenzübergangs Berlin, Bornholmer Straße, aus eigener Kraft entschieden, „seinen“ Grenzübergang für die sich inzwischen angesammelten Menschenmassen zu öffnen.
Die Vereinigung Deutschlands ist die Folge eines beeindruckend mutigen, politischen Veränderungswillens einzelner Menschen, wie des polnischen Gewerkschaftsführers Lech Walesa und des Präsidenten der früheren Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Die Vereinigung unserer Landes ist im Weiteren die Folge des Eintretens vieler namenloser Frauen und Männern auf der Straße, die, getragen von der Kraft eines gemeinsamen Ziels und gemeinsamer Ideale, ihre eigene Situation und damit gleichzeitig auch die Welt friedlich verändert haben.
Die Vereinigung Deutschlands war aber auch die Stunde vieler Kolleginnen und Kollegen des damaligen Bundesgrenzschutzes.
Die einen haben sich spontan – und ohne die erst später eingerichteten dienstrechtlichen Rahmenbedingungen zu kennen – aufgemacht, Grenzschutz von Rostock bis nach Zittau unter vollkommen veränderten Rahmenbedingungen zu leisten.
Die anderen haben sich, ebenfalls ohne die zukünftigen Rahmenbedingungen und ihre eigene Zukunft zu kennen, den bundespolizeilichen Aufgaben in einem neuen Staat, einer vollkommen veränderten Welt, gestellt. Diese – nur vor Ort – so klar wahrnehmbare Erkenntnis, dass man diese neue Aufgabe nur gemeinsam schultern konnte, und die Tatsache, dass der Vereinigungsprozess die bisherigen Arbeitsgrundlagen für beide Seiten verändert hatte, war der Motor gemeinsamen Handelns.
Gemeinsame Arbeit – am gleichen Ziel und auf gleicher Augenhöhe – war Grundlage für gegenseitige Akzeptanz. Die Menschen haben sich im Einigungsprozess in der Bundespolizei und durch die Bundespolizei als Menschen akzeptiert – ganz egal, wo sie herkamen!
Wir, die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in der Bundespolizei, als Interessenvertretung von Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizeien für Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizeien, haben diesen Prozess gestützt. Mit unseren gewerkschaftlichen Grundwerten von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität haben wir, Kolleginnen und Kollegen der GdP aus Ost und West, gemeinsam dafür gestritten, dass denjenigen, die seit 1990 an der gleichen Sache arbeiten, auch die gleichen Rahmenbedingungen in der Bundespolizei zuteil werden. Nicht alles haben wir erreicht, aber wir sind ein gutes Stück vorangekommen; – gemeinsam!
Die Menschen können gemeinsam viel verändern. Sie können gemeinsam größte Herausforderungen meistern; sie können sich gemeinsam auf ihre eigene Kraft verlassen. Und: Die Menschen in Deutschland können sich gerade in schwierigen Zeiten auf die Bundespolizei verlassen. Das ist die zentrale Botschaft
des Vereinigungsprozesses für die Bundespolizei – gerade auch heute, 20 Jahre nach der Grenzöffnung.
Ein Ergebnis, das uns Mut machen kann. Bundespolizei, das geht nur gemeinsam. Mit gemeinsamen Zielen und gemeinsamen Idealen – und mit allen Menschen in der Bundespolizei.
Was will man erwarten, wird alles vorausgesetzt ( Umziehen, Pendeln mehrere Kilometer usw., genauso wie der Personenschutz für die Herrschaften. Wahrscheinlich kommt dann noch die gewohnte Phrase, dass wir “Fürstlich Entlohnt” werden.
Eintrag von Hans am 3.November 2009
Der BGS hat sich nach der Wiedervereinigung sehr schwer getan, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
Damit überhaupt ein Beamter in den Osten ging, mußte man Buschzulage, bessere Beförderungsmöglichkeiten, höheres Trennungsgeld noch und nöcher zahlen. Und das zu einer Zeit, als Millionen Ossis eine Arbeit anderswo suchen mußten. Die Sache mit den Versetzungen ist bis heute kein Ruhmesblatt für die Bundespolizei.
“Beeindruckend viele Kolleginnen und Kollegen haben sich weit über das von ihnen zu erwartende Maß dafür eingesetzt, …” Was durfte man nicht erwarten? Daß ein Beamter versetzt werden kann? Daß die Beamten sich im wiedervereinigten Deutschland wiederfinden? Daß sie eine neue Aufgabe übernehmen?
Der BGS hat im Vereinigungsprozeß seine Aufgabe erfüllt. Das ist ganz selbstverständlich, so wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst und alle Frauen und Männer außerhalb des öffentlichen Dienstes ihre Aufgabe erfüllt haben. Die Politik nimmt dieses durchaus zur Kenntnis. Innerhalb weniger Monate wurde die Bundespolizei durch die Bundeskanzlerin und den Bundesinnenminister besucht.
Ich empfehle noch einmal den Artikel “BMI und Präsidium müssen sich mit den Problemen der Bundespolizei beschäftigen” vom 10.10.2009 zur Lektüre, einschließlich der Kommentare.
Dieser Artikel ist nicht von bester Qualität. Wenn man künftig die Leistungen der Kolleginnen und Kollegen anerkennen und loben will, sollte man das glaubwürdiger tun und nicht so dick Eigenlob auftragen.
Eintrag von Sachbearbeiter am 3.November 2009
Zitat…… Und das zu einer Zeit, als Millionen Ossis eine Arbeit anderswo suchen mußten……..Zitat Ende
Den Schuh muss sich die Politik anziehen, die Kapitalisten sind in den Osten einmaschiert, als wenn es kein Morgen mehr gibt. Es wurden PKW zu völlig überhöhten Preisen an unsere Landsleute verkauft und sämtlicher anderer Schrott angedreht. Und die Versicherungen haben sich ne goldene Nase verdient.
Kein Politiker hat direkt nach der Wende die Wahrheit gesagt:
“… wir können die Vollbeschäftigung-Ost nicht in einem vereinten Deutschland halten. gerade im öffentlichen Dienst müssen wir uns in vielen Bereichen von Mitarbeitern trennen. Spart Euer Geld lieber, haltet es zusammen und bereitet Euch darauf vor, dass viele von Euch arbeitslos werden und sich auch längere Zeit einen neuen Arbeitsplatz, eventuell auch im Westen suchen müssen….”
Anstatt eine sanfte Heranführung an den Westen hat man gleich das Schwert des Kapitalismus herausgeholt ohne Rücksicht auf Verluste.
Viele positive Dinge wie Polikliniken, Kinderhorte, DDR-Produkte von guter Qualität usw. wurden einfach abgeschafft. Es wurden unsere Produkte unkontrolliert auf den Markt gedrängt.
Eine sanfte Heranführung an den Kapitalismus wäre absolut möglich gewesen, indem man ganz klar die Reisefreiheit hätte laufen lassen, aber der Warenverkehr erst einmal reguliert worden wäre.
Doch damit wäre ja nichts zu verdienen gewesen. Es ging nur ums Geld.
Nachdem man den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen hat, kam das grosse Erwachen.
Und das sage ich als West-Deutscher, der zu Wendezeit noch die Schulbank drückte, aber den Kapitalismus direkt mitbekommen hat. Denn ich hatte damals schon keine Tomaten auf den Augen.
Eintrag von Thomas am 3.November 2009
Hallo Sachbearbeiter,
offensichtlich gehörst Du zu den Menschen, die gerade die erste Zeit des Einigungsprozesses aus guter Distanz beobachtet haben. Wenn Du Dich vor Ort eingebracht hättest, würdest Du ganz sicher ganz anders arbeiten. Ich rate dir, den Artikel noch einmal in Ruhe durchzulesen. Im übrigen kann ich dir jede Menge Kolleginnen und Kollegen nennen, die vom Anfang dort vor Ort an der Grenze, der Bahn und an den Flughäfen getroffen habe. Glaubwürdig ist nur der, der auch weiß von was er redet.
Herzliche Grüße
Jupp Scheuring
Eintrag von Josef Scheuring am 3.November 2009
Sehr geehrter Herr Scheuring.
Wer weiß denn schon von was er redet? Selbst wenn er sich seiner sicher ist, wird man es ihm so zerreden, dass er als unglaubwürdig da steht!
Und das, das ist kein Einzelfall… so unglaubwürdig das jetzt klingen mag!
Man kennt uns nicht, man will uns nicht, wir sind lästig!
Eintrag von Echaufierter am 3.November 2009
Hallo Sachbearbeiter,
„Der BGS hat sich nach der Wiedervereinigung sehr schwer getan, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
Damit überhaupt ein Beamter in den Osten ging, musste man Buschzulage, bessere Beförderungsmöglichkeiten, höheres Trennungsgeld noch und nöcher zahlen. Und das zu einer Zeit, als Millionen Ossis eine Arbeit anderswo suchen mussten. Die Sache mit den Versetzungen ist bis heute kein Ruhmesblatt für die Bundespolizei.“
Dann ließ dir mal meine Geschichte durch und so ging es vielen Kollegen.
Im Oktober 1990 versah ich seit fast einem Jahr meinen Dienst auf dem Abordnungsweg im Bereich des damaligen GS-Amtes Kleve. Es gefiel mir dort recht gut und schon bald stand für mich fest, dass ich nicht zurück in den Verband möchte.
Es kam der Tag der Wiedervereinigung und sofort wurde händeringend nach Kollegen des Einzeldienstes gesucht, die bereit wären an die Ostgrenze zu gehen(noch ohne Buschzulage). Da in Vorbereitung auf Schengen, nach damaligem Kenntnistand an der Westgrenze bald das Licht an den meisten Grenzübergangsstellen ausgehen sollte, sah ich die Zukunft an der Ostgrenze. Das war meine Chance dem Verband endgültig Lebewohl zu sagen und mittelfristig das Dasein als Polizeihauptwachtmeister zu beenden. Was soll ich sagen? Sie wollten mich nicht ziehen lassen da ich kein Stammbeamter des Einzeldienstes war und somit die Voraussetzungen nicht erfüllte.
Aber im März 1991 besann sich der Bundesgrenzschutz und ließ mich endlich gehen. Das mit dem Buschgeld kam erst kurz darauf. Ich wunderte mich schon über die „Großzügigkeit des Dienstherrn“ aber hättest du darauf verzichtet? Das habe ich auch den Kollegen „Ost“ gesagt. Wie wäre es wohl gewesen wenn die DDR uns wiedervereinigt hätte? Tja, das waren Themen, die nicht unbedingt das kollegiale Miteinander gefördert haben. Es dürfte wohl noch allgemein bekannt sein, wie unterschiedlich seinerzeit besoldet wurde.
Im Übrigen habe ich es mir sehr schnell abgewöhnt in Ossis und Wessis zu unterscheiden. Für mich gab es eben Kollegen aber auch solche Pappnasen in Uniform, wie sie auch zuhause anzutreffen sind.
Wenn ich heute die Entwicklung an der polnischen Grenze betrachte, denke ich habe ich glück gehabt damals noch rechtzeitig den Absprung gen Heimat geschafft zu haben. Bezahlt habe ich dafür aber mit nicht enden wollenden Abordnungen. Es müssten im Ganzen so ca. 13 Jahre gewesen sein. Zweimal reformbedingt versetzt und weitere zweimal durfte ich innerhalb der Dienststelle den Dienstort wechseln.
Heute bin ich 42 Jahre alt, feiere demnächst mein Jubiläum, habe so 3-4 mal eine Ehekrise abgewendet und bin POM mit Spitzenbeurteilung für die ich mir auch in absehbarerer Zeit nichts kaufen kann. Daher betrachte ich im Nachhinein die sogenannte Buschzulage als gerechten Ausgleich.
Das für viel Menschen im Osten, darunter auch Kollegen, damals die Welt zusammenbrach, die wirtschaftliche Basis wegbrach usw. dafür kann ich nichts. Im Übrigen ist das hier die Seite der GDP und die ist in erster Linie für ihre Mitglieder da.
Dazu gehört auch ein erfreulicher Rückblick auf Geleistetes und auch auf Erduldetes.
Dem Besuch der Kanzlerin und dem selbstverständlichen Besuch unseres Innenministers beim Präsidium würde ich nicht so viel Bedeutung beimessen. Immerhin ist unsere Bundespolizei zuständig für den Schutz div. Ministerien und ihrer Chefs. Ach ja!!! Und die sind bekanntermaßen nur einmal umgezogen und nicht zwei, drei oder sogar viermal.
An Jupp für diesen Artikel ein herzliches Dankeschön.
Mit freundlichen Grüßen
Eintrag von KSB am 4.November 2009
Hallo Thomas,
prinzipiell gebe ich dir recht. Nur solltest du dabei nicht vergessen, dass die Medaille zwei Seiten hat. Seinerzeit wurden Schrottwagen für teures Geld in den Osten verkauft.
Hallo!!! Es waren die Grenzen eben geöffnet und wer konnte hat sich dem Konsum voll hingegeben, nach dem Motto: „Morgen ist alles ausverkauft!“Da wurden in Mölln Autohäuser gestürmt. Eine sechsköpfige Familie, Vater Mutter und die vier Söhne wollten jeder ein Auto kaufen. Und zwar sofort zum Mitnehmen. Die hatten wohl Angst morgen nichts mehr zu bekommen.
Also geht der Verkäufer zur hinteren Ecke, wo die preiswerteren Wagen stehen.
„Nein Herr Verkäufer, wir möchten schon was ordentliches kaufen!“ Es wurden 180.000 DM auf den Tisch gelegt. Alle sechs bekamen ihren VW-Passat noch am selben Tag.
Gut, nicht jeder Ossi hatte so viel Geld. Ich wollte mit diesem Beispiel nur mal verdeutlichen wie damals bei nicht wenigen die Uhr getickt hat.
Wenn wir uns mit der Verwandtschaft in Mecklenburg getroffen haben mochten wir schon nichts mehr sagen. Unsere Warnungen wurden in den Wind geschlagen.
Die dachten wir lügen weil wir es ihnen nicht gönnen und am Schluss war man dann noch der Besserwessi.
Die DDR war früher ein nicht geringer Exporteur. Das Ausland konnte Made in DDR günstig einkaufen und zugegeben, es war nicht alles nur Schrott. Plötzlich ist da eine Wiedervereinigung, die sich so auch nicht hätte aufhalten lassen. Das heißt aber gerechterweise auch D-Mark für alle.
Bloß war Made in DDR dadurch jetzt zu teuer und im Ausland weniger nachgefragt. Mein Onkel, „Ossi“ seines Zeichens durfte uns schon seit Mitte der 80er besuchen kommen. Der hat uns erst mal über die Waren im Quelle-Katalog, bei C&A oder die Digitale Armbanduhr von Ruhla bei Tchibo aufgeklärt. Manchmal hat er geflucht, wenn er den Überfluß an DDR-Ware im Westen bestaunen dürfte und zu hause nichts zu bekommen war. Die Ossis selber haben zum Teil ihre Sachen auch nicht mehr gekauft.
Ich habe es selbst erlebt! Die Folge: Beginn der Insolvenzen und Gründung der Treuhand. Mit gutem Willen hätten mit Sicherheit mehr Firmen überleben und saniert werden können. Aber machen wir uns nichts vor: Es gab auch Überbeschäftigung und der Struckturwandel in der Industrie, der im Westen schon in den 70ern eingesetzt hat, kam im Osten dann leider mit brutaler Auswirkung für die Arbeitnehmer.
Eintrag von KSB am 4.November 2009
Das Ereignis Grenzöffnung vor 20 Jahren rechtfertigt natürlich einen Rückblick auf die damals erbrachten Leistungen.
Ich bin mir sicher das sich jeder eingebracht hat, der eine mehr der andere etwas weniger.
Aber die Euphorie ist längst vorbei.
Also lassen wir die Geschichte ruhen, arbeiten an der Gegenwart und versuchen positiv in die Zukunft zu schauen.
Jetzt noch eine Anmerkung zu den immer wiederkehrenden Äußerungen des Kollegen Scheuring bezüglich des persönlichen Einbringens.
Es hängt mir mittlerweile zum Halse heraus, dass jedesmal wenn Kritik an Beiträgen von Gewerkschaftsmitgliedern geübt wird, das “persönliche Einbringen” moniert wird.
Wenn ich, als kleiner Beamter im mD Missstände aufzeige dann ist das auch erst mal eine Form des persönlichen Einbringens.
Wenn ich dann sehe, dass es mir nicht möglich ist diese Missstände selber zu beseitigen, dann sollte sich doch jemand anderes persönlich Einbringen.
Jemand der gewählt wurde, gewählt von uns, oder sehe ich das falsch?
Glaubwürdigkeit ist ein hohes Gut, verspielt es nicht.
RS
Eintrag von RS am 4.November 2009
Es ist leider eine Tatsache, dass in den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Dienstes nur einige bereit waren, im Beitrittsgebiet auszuhelfen bzw. aufzubauen, als es noch nicht viele Geschenke dafür gab.
Viele haben uns “Wossis” damals milde belächelt, mich auch. Ich bin damals auch schon vor den finanziellen Anreizen rübergegangen und so mancher Kollege im Westen hat mich gefragt, was ich denn da überhaupt wolle, die sollten doch selber sehen, dass sie klar kommen usw. (das war damals nicht beim BGS, aber ich denke, da war es auch nicht viel anders).
Und noch etwas: wir haben nicht den Kapitalismus in “den Osten” gebracht und dort die Segnungen der DDR kaputt gemacht. Kinderkrippen waren damals z.B. von den Gemeinden finanziell überhaupt nicht mehr zu tragen und mussten deshalb geschlossen werden. Und dass windige Geschäftemacher den Leuten Sand in die Augen streuten und sie belogen und betrogen, war doch eine negative Begleiterscheinung des Umstandes, dass dort die ach so heile Welt des real existierenden Sozialismus verschwunden und noch keiner auf die Tricks der Geldgeier eingestellt war. Aber die Leute im Osten sind ja nicht doof: sie haben - und das habe ich ganz hautnah miterlebt - blitzschnell gelernt. In jeder Hinsicht.
Im Westen herrschte damals vielerorts die Vorstellung, wir hätten vier “neue” Länder dazugekriegt und fertig. Kaum einer der Daheimgebliebenen hat doch damals kapiert, dass sich die ganze Republik verändert hatte.
Und noch etwas: die Veränderungen, die zum Zusammenbruch der DDR führten, wurden von den Menschen auf der Straße herbeigeführt - und weder vom Westen noch von Schabowskis Zettel!
Schade, dass von dem damaligen Idealismus nicht mehr viel übrig ist. Täte uns auch heute noch ganz gut…
Eintrag von Jürgen P. Rubeck am 4.November 2009
Ich will ja nicht “klugscheißen”, aber es sind 5 “neue” Länder: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Und ein Teil Berlin ist auch noch dazu gekommen.
Eintrag von Policeman_de am 4.November 2009
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen
an Jahrestagen gedenken wir all dieser Dinge, als gäbe es die Menschen nicht mehr hinter dieser Geschichte.
Die wache und unverklärte Erinnerung an Kriegsende, Vertreibung und Besatzung hat dazu beigetragen, dass wir seit über 60 Jahren Frieden in Deutschland haben.
Doch die deutsche Geschichte endete nicht 1945. Mit zu erleben, wie die Folgen von Krieg überwunden wurden ist nicht jeder Generation vergönnt.Darauf hat Jupp abgestellt.
Auch die Erinnerung an das, was, dann folgte, ist wichtig.
Wir sollten bedenken, welche Entwicklung gerade unser Beruf genommen hat.
Vom Bundesgrenzschutz zur Bundespolizei ist nicht nur eine Namensänderung. Der Fortschritt wird auf vielfältige Art deutlich. In Personalstruktur, im Aufgabenzuschnitt und richtig zum Anfassen und Fühlen in der persönlichen Ausstattung und den Fahrzeugen.
Ich will die vorhandenen Mängel nicht kleinreden, doch wir sollten selbstbewusst die Weiterentwicklung des BGS zur Bundespolizei würdigen. Wir erinnern uns wo wir her kamen.
Jörg Radek
Eintrag von Jörg Radek am 4.November 2009
Hallo,
man soll ja nicht alles schlecht reden! Aber wo bleibt meine Zulage für die jetzige Aufbauarbeit an den Großflughäfen?? Bekommen wir nix, dass ist doch ungerecht!
Eintrag von Klaus am 5.November 2009
@Klaus: user (dis)qualifizieren sich durch ihren Beitrag.
Eintrag von Christian Lichtenberg am 5.November 2009
Finde ich nicht, in der Anfangszeit wurde niemand zwangsweise in den Wilden Osten geschickt u.glaube mir ich habe die wilden 90iger an der Ostgrenze mitgemacht! Und ich kann zwar nur für meine Dienststelle sprechen, den Creme de la Creme haben wir damals nicht bekommen. Und JEDER aus dem Westen ist, laut eigener Aussagen, nur wegen der Zulage gekommen!
Eintrag von Klaus am 5.November 2009
Wenn ich diese Kommentare so lese, dann überfällt mich ein ganz ungutes Gefühl.Sollten wir uns nicht Gedanken machen, wie es besser geht? Das ewige Gerede Ost und West ist doch schon lange abgedroschen. Viele Kollegen aus dem Osten dienen jetzt auch im Westen, umgekehrt ist es doch auch so. Der nächste Punkt ist die derzeitige Reform, die die ehemaligen Ostgrenzen betrifft. Da findet sich so mancher Kollege, der auch aus dem Westen kam, wieder und muss sich auch wieder vrändern. Für die betroffenen Ostkollegen gibt es auch keine finanziellen Anreize, jedenfalls zum derzeitigen Zeitpunkt.
Also ist dieses ganze gerede doch überholt.
Wenn wir was schaffen wollen, dann müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen, ohne zu überlegen ob wir aus den alten oder den neuen Bundesländern kommen.
Eintrag von TURBO am 6.November 2009
@Policeman-de: Du hast natürlich Recht. Es sind fünf Länder plus ein halbes Berlin. Das mit den Zahlen ist mal wieder daneben gegangen…
Eintrag von Jürgen P. Rubeck am 9.November 2009
Liebe Kolleginnen und Kollegen ,
ich habe den Artikel von Jupp mehrfch gelesen und bin zu dem Resultat gekommen , dass er lediglich die GEMEINSAME Arbeit der letzten Jahre passieren lassen wollte .
Mehr nicht .
Wenn ich die Kommentare dazu lese , kann ich nur noch den Kopf schütteln . Haben wir in unseren Reihen -tatsächlich-
nur Bildzeitungsleser , die ihr gefährliches Halbwissen ohne Sinn und Verstand und ohne darüber nach zu denken , von sich geben ?
“Herr schicke Hirn vom Himmel !”
Leider gibt es - nach meinem Kenntnisstand - keinen Chat , in dem man sich austauschen kann .
Als Ersatz biete ich meine email Adr. dazu an :
fra.scho@freenet.de
Mit kolllegialem Gruß
wossi
Eintrag von wossi am 9.November 2009
Doch es gibt einen kleinen Chat auf http://www.gdp-bpolak.de/chat.php Etwas klein und auch noch neu aber auf jeden Fall eine Möglichkeit sich zu verabreden und mal etwas zu quatschen.
Grüße aus Lübeck
Heiko Dammann
(ebenfalls Wossi)
Eintrag von Heiko Dammann am 10.November 2009
na der bgs bzw. bundespolizei hatte ja mal nen eigenen”chat” der rege von den kollegen genutzt wurde. das dumme war nur,dass sich ein ganzes sachgebiet mit den einträgen dort beschafft hat. und diese herrn eben auch die negative stimmen mitbekamen.und reagierten.
in meinem beispiel war das, dass mein dgler zu mir kam und nachfragte,wieso ich in einer nachtschicht, ich war an einem güg tätig, 17 beiträge in diesem forum geschrieben habe. ich hätte wohl weiter nix zu tun.bloß keien negative stimmung verbreiten,weil dieses forum auch von außerhalb des bgs zugängig war.
na irgendwann war es dann still und heimlich abgeschafft worden.
dies ist ein beispiel wie unsere führung auf kritik reagiert
Eintrag von Faulibär am 12.November 2009