DFB – Präsident Zwanziger: Herr Wendt spricht nicht für die deutsche Polizei

In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ übt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger scharfe Kritik an Äußerungen des DPolG-Vorsitzenden zum Thema Gewalt im Fußballgeschehen. Rainer Wendt hatte in einer Pressemeldung seiner Organisation erklärt: „In der derzeitigen Situation müssen wir leider jedem Fußball-Fan sagen, wer ins Stadion geht, begibt sich in Lebensgefahr.“ (Am Ende des Artikels sind die Beiträge als PDF Dokumente zum Nachlesen).

Dr. Zwanziger dazu im BamS-Interview: „Diese Aussage ist unverantwortlich! Mit solchen polemischen und populistischen Äußerungen werden auf fahrlässige Weise Ängste geschürt. In deutschen Stadien wird alles für die Sicherheit der Fußballfreunde getan. Wer das verkennt und dieses falsche Bild zeichnet, verweigert sich einem verantwortungsbewussten Dialog. Übrigens spricht Herr Wendt nicht für die gesamte Polizei. Mit der Gewerkschaft der Polizei und dem Vorsitzenden Konrad Freiberg stehen wir in konstruktivem Dialog.“
Polizeigewerkschaft DPolG betreibt „geistige Brandstiftung“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) teilt in vollem Umfang die Stellungnahme der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH zu den unverantwortlichen Aussagen der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), wonach sich jeder Fußball-Fan beim Gang ins Stadion in Lebensgefahr begibt. Dazu sagt DFB-Sicherheitsbeauftragter Helmut Spahn: „Wer so argumentiert, verweigert sich einer ernsthaften, sachgerechten und verantwortungsbewussten Auseinandersetzung mit dem Thema und betreibt geistige Brandstiftung. Es fehlt nur noch, dass Herr Wendt Eltern davor warnt, ihre Kinder in die Schule zu schicken, weil es dort auch besonders gefährlich sein könne. Diese Gewerkschaft und deren Vorsitzender können für uns keine ernsthaften Gesprächspartner mehr sein. Im Übrigen spricht ihr Vorsitzender nicht für ‚die Polizei’, sondern isoliert sich zusehends selbst.”

Spahn betont in diesem Zusammenhang, dass der DFB mit der GdP als größter Polizei-Gewerkschaft und ihrem Vorsitzenden Konrad Freiberg in einem intensiven und konstruktiven Dialog stehe. „Wir sind sicherlich auch nicht immer einer Meinung, tauschen uns aber auf einer seriösen Ebene aus. Dabei geht es um Argumente und nicht um Effekthascherei. Unser nächstes Treffen ist für den 16. November 2009 terminiert. Grundsätzlich können wir nur noch einmal betonen, dass der hohe Sicherheitsstandard in den deutschen Stadien weltweit als vorbildlich anerkannt ist und dort eine tolle Stimmung herrscht, in der sich jeder Fan, also auch alle Familien, Frauen und Kinder, sehr wohl und sicher fühlen können.“

Bams – Interview Zwanziger

Focusonline

Frankfurte Rundschau

Kölnsche Rundschau

Kreiszeitung Bremen

Nürnberger Nachrichten

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