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3. November 2009

DFB - Präsident Zwanziger: Herr Wendt spricht nicht für die deutsche Polizei

In einem Interview mit der “Bild am Sonntag” übt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger scharfe Kritik an Äußerungen des DPolG-Vorsitzenden zum Thema Gewalt im Fußballgeschehen. Rainer Wendt hatte in einer Pressemeldung seiner Organisation erklärt: “In der derzeitigen Situation müssen wir leider jedem Fußball-Fan sagen, wer ins Stadion geht, begibt sich in Lebensgefahr.“ (Am Ende des Artikels sind die Beiträge als PDF Dokumente zum Nachlesen).

Dr. Zwanziger dazu im BamS-Interview: “Diese Aussage ist unverantwortlich! Mit solchen polemischen und populistischen Äußerungen werden auf fahrlässige Weise Ängste geschürt. In deutschen Stadien wird alles für die Sicherheit der Fußballfreunde getan. Wer das verkennt und dieses falsche Bild zeichnet, verweigert sich einem verantwortungsbewussten Dialog. Übrigens spricht Herr Wendt nicht für die gesamte Polizei. Mit der Gewerkschaft der Polizei und dem Vorsitzenden Konrad Freiberg stehen wir in konstruktivem Dialog.”
Polizeigewerkschaft DPolG betreibt „geistige Brandstiftung“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) teilt in vollem Umfang die Stellungnahme der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH zu den unverantwortlichen Aussagen der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), wonach sich jeder Fußball-Fan beim Gang ins Stadion in Lebensgefahr begibt. Dazu sagt DFB-Sicherheitsbeauftragter Helmut Spahn: „Wer so argumentiert, verweigert sich einer ernsthaften, sachgerechten und verantwortungsbewussten Auseinandersetzung mit dem Thema und betreibt geistige Brandstiftung. Es fehlt nur noch, dass Herr Wendt Eltern davor warnt, ihre Kinder in die Schule zu schicken, weil es dort auch besonders gefährlich sein könne. Diese Gewerkschaft und deren Vorsitzender können für uns keine ernsthaften Gesprächspartner mehr sein. Im Übrigen spricht ihr Vorsitzender nicht für ‚die Polizei’, sondern isoliert sich zusehends selbst.”

Spahn betont in diesem Zusammenhang, dass der DFB mit der GdP als größter Polizei-Gewerkschaft und ihrem Vorsitzenden Konrad Freiberg in einem intensiven und konstruktiven Dialog stehe. „Wir sind sicherlich auch nicht immer einer Meinung, tauschen uns aber auf einer seriösen Ebene aus. Dabei geht es um Argumente und nicht um Effekthascherei. Unser nächstes Treffen ist für den 16. November 2009 terminiert. Grundsätzlich können wir nur noch einmal betonen, dass der hohe Sicherheitsstandard in den deutschen Stadien weltweit als vorbildlich anerkannt ist und dort eine tolle Stimmung herrscht, in der sich jeder Fan, also auch alle Familien, Frauen und Kinder, sehr wohl und sicher fühlen können.“

Bams - Interview Zwanziger

Focusonline

Frankfurte Rundschau

Kölnsche Rundschau

Kreiszeitung Bremen

Nürnberger Nachrichten

Einträge:

Dem DFB und den Vereinen kommt es auf nichts anderes an, als daß der Profit stimmt. Wie hoch die Profite sind, das zeigen die im Fußball üblichen Millionengehälter. Etwas anderes interessiert den DFB und die Vereine nicht.
Der DFB begann erst dann zu kooperieren, als der gute Ruf und somit die Möglichkeit des Geldverdienens in Gefahr war. Gewalttätigkeiten gibt es schließlich schon seit Jahren beim Fußball und die haben den DFB noch nie interessiert.

Die Lasten des Fußballs - eben die Kosten der Polizeieinsätze - werden freundlicherweise auf die Allgemeinheit abgewälzt.

Es ist daher notwendig, an dieser einzig schmerzhaften Stelle anzusetzen: die Kosten der Polizeieinsätze auf die Nutznießer, den DFB und die Fußballvereine, abzuwälzen. Wer das nicht bezahlen will, soll ohne Zuschauer spielen und die Spiele im Fernsehen übertragen.

Notwendig ist es aber auch, die Aufgabe der Polizei zu überdenken. Meiner Meinung nach sollte die Polizei lediglich nicht fußballende Dritte - etwa Passanten in der City - schützen. Im Stadion hat sie meiner Meinung nach nichts verloren. Ein Fußballspiel ist immerhin eine profitorientierte Veranstaltung eines privatrechtlichen Vereins - dann soll der auch für die Sicherheit in seinen Einrichtungen sorgen. Wenn sich die Zuschauer gegenseitig verprügeln wollen, dann soll man sie doch lassen! Danach sollte man es auch so machen wie in Amerika - Krankenhausbehandlung nur, wenn die Kreditkarte gedeckt ist.
Wenn sich jeder friedliche Mensch beim Betreten des Stadions in Lebensgefahr begibt - schön, dann bleibt er vielleicht das nächste Mal weg und die Vereine werden an ihrer schmerzhaftesten Stelle - dem Profit - getroffen. Deshalb und nur deshalb die entsetzte Reaktion des DFB-Präsidenten auf die Äußerung der DPolG.

Man muß aber auch ganz klar sagen, daß die Gewalttätigkeit anläßlich Fußballspielen eine Qualität angenommen hat, die man nur noch Terror nennen kann.

Die Politik muss aber auch überdenken, ob sie die Subventionen des Fußballs richtig verteilt. So hat die Stadt Dresden Millionen in das Rudolf-Harbig-Stadion investiert, damit der Profit der Baufirmen stimmt. Richtig wäre es gewesen, davon die Gewaltbekämpfung zu finanzieren.

Eintrag von Sachbearbeiter am 3.November 2009


Hört doch endlich mit euren persönlichen Differenzen auf, und kümmert euch um die Belange der Mitarbeiter. In den gesamten Beiträgen in den sog. Gewerkschaftsforen, habt ihr genug Material um auf den Dienstherren einzuwirken, und das ohne politisches Geschwafel. Redet endlich Tacheles. Hat der Herr Wendt so unrecht, nur weil er von einer anderen Gewerkschaft ist. Geht hin, jedes Wochenende oder wann auch, immer zu den E- Kräften bzw. Beamten vor Ort. Dann sehgt ihr die Missstände.

Eintrag von Hans am 3.November 2009


Moin,

Sachbearbeiter, deinem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen.
Nur leider wird das niemanden interessieren und das “Showevent” Fußballspiel wird weiter auf die Spitze getrieben sodass der gemeine Fussballfan, mit Leib und Seele, bald ganz von der Bildfläche verschwunden ist. Man muß da nur mal mit einem Auge nach England schielen. Dort ist es schon soweit. Nur noch in den wenigen Derbys ist dort Stimmung wie in alten Tagen ansonsten garnichts. Naja wer soll da auch Stimmung machen?
Und wenn es dann nur noch sogenannte Mode - und Erfolgs - und Eventfans gibt, die so dämlich sind, diesen Kommerzkaspern noch ihren letzten Euro in den Allerwertesten zu kullern, dann werden wir künftig NUR noch Fußballfans in den unteren Ligen begleiten dürfen weil oben alles so läuft wie geplant.
The Show must go one nicht wahr Herr Zwanziger?

Eintrag von Der Kommentator am 3.November 2009


Lieber Sachbearbeiter, im April diesen Jahres haben wir in Blumberg mit Einsatzpraktikern zu Thema “Fußball und Gewalt” eine Fachtagung durch geführt. Unser Forderungskatalog richtet sich dabei nicht nur an “die” Politik. Auch die Eisenbahnunternehmem,, Verkehrsbetriebe und Kommunen als Stadioninhaber haben eine Verantwortung.
Um im Dialog zu bleiben nützt unseren Kolleginnen und Kollegen eben keine populistische Attacke. Die Straftäter müssen auch eine Entdeckungsrisiko im Stadion haben. Es darf keine Komplizenschaft durch die Fans geben.
Jörg Radek

Eintrag von radek am 3.November 2009


Es müssen alle beteiligten mit ins Boot, aber das steht ja schon länger auf der Forderungsliste und was ist bisher geschehen? Was hat sich dahingehend verbessert? Nichts.

Ich persönlich hätte gar nicht mal so viel dagegen dass Fußball nur noch im Fernsehen übertragen wird. Was würde uns allen das ersparen? Klar höre ich schon wieder die Rufe derjenigen, die ja überhaupt nichts mit der Gewalt zu tun haben und so weiter, und so fort.

Fakt ist, dass diese Verheizeritis bei der BuPo und den Länderpolizeien endlich aufhören muss. Da bestimmte Fans weder von Alkohol noch von Gekloppe lassen können, muss man sie eben mit geeigneten Mitteln zwingen. Das muss soweit gehen, dass komplette Spiele verboten werden dürfen wie z. B. bei Demos üblich, deren Gefahrenpotential so hoch ist, dass man diese untersagen muss. Und was bei einem wesentlich höherwertigem Grundrecht möglich ist, wird bei einem Millionenevent auch machbar sein, es müssen sich nur die richtigen Leute trauen, das einmal durchzuziehen.

Die Fußballverantwortlichen bekommt man nur über Druck und Geldverluste wach gerüttelt, der Rest ist denen anscheinend völlig egal, außer den üblichen Floskeln nichts gewesen.

Ich verdiene keine Millionen von denen ich zehren kann, wenn meine Gesundheit während eines Einsatzes derart beschädigt wird, dass ich nicht mehr Polizeidiensttauglich bin. Und ich bin nicht mehr bereit dazu, diese aufs Spiel zu setzen, während sich die “hohen Herren” im Nichtstun sonnen und meinen, alles ist gut.

Eintrag von Jens H. am 3.November 2009


Moinsens!!

@ Jens H.: Genauso siehts aus!!!

Ich verfolge jetzt mal ganz gespannt, was der DFB mit dem St. Pauli-Spieler Naki veranstalten wird.
Seine Aktionen in Rostock werden bestimmt nicht dazu beigetragen haben, dass sich die Fangruppen wieder besonders lieb haben werden.
Sicher wäre es ohnehin nicht friedlich abgegangen, aber diese Aktion….

Wenn es dem DFB wirklich ernst ist, dann wäre es hier spätestens angebracht auch den Profis mal klar und deutlich auszudrücken, welches Verhalten sie auf dem Platz zeigen dürfen und welches eben nicht (da gebt doch mal acht, wenn es wieder eine Zusammenkunft mit dem DFB gibt, liebe GDP-Vertreter).
Ich bin gespannt und ERWARTE eine klare Aussage in Richtung dieses Spielers.
Wie Jens H. schon schreibt, ich bin auch nicht gewillt, meine Gesundheit für solche “Fußballprofis” zu lassen.

Die “hohe” Vereinsstrafe will er ja schon an eine Organisation spenden, die Gewaltopfern hilft.
Auch das wäre schön, wenn man mal davon hören würde.

Grüße

AB

Eintrag von AB am 4.November 2009


DFB-Sportgericht hat Deniz Naki für drei Spiele gesperrt.
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Spieler Deniz Naki vom Zweitbundesligisten FC St. Pauli im Einzelrichter-Verfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines krass sportwidrigen Verhaltens in der Form eines unsportlichen Verhaltens mit einer Sperre von drei Meisterschaftsspielen der Lizenzligen belegt. Darüber hinaus ist Naki bis zum Ablauf der Sperre auch für alle anderen Meisterschaftsspiele seines Vereins gesperrt.

Deniz Naki hatte am Montag in der 84. Minute des Zweitbundesliga-Spiels beim FC Hansa Rostock nach seinem Tor zum 2:0 in Richtung der Zuschauerränge mit der rechten Hand das Abschneiden des Halses angedeutet, was die Auswertung der Fernsehbilder zeigte. Da Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer gegenüber dem DFB-Kontrollausschuss erklärt hatte, diesen Vorgang nicht gesehen zu haben, konnte der Kontrollausschuss nachträglich ermitteln und Anklage erheben.

Der Spieler beziehungsweise sein Verein haben dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Eintrag von @ddie am 4.November 2009


Schnell waren sie ja, die Herren des DFB.

Bei drei Spielen Sperre will ich jedoch nicht von einer Strafe sprechen, die eine Signalwirkung an die Profis transportiert.

Es war zwar zu erwarten, aber……. in gewisser Weise entäuschend ist es doch.
Da schürt jemand auf dem Feld noch den Hass zwischen ohnehin verfeindeten Fangruppen, wo in diesem speziellen Fall die Problematik schon vor dem Spiel thematisiert wurde und dieser Spieler wird für ganze drei Spiele gesperrt!!!???!!!

Respekt DFB, dass nenne ich mal ganz hartes, konsequentes Vorgehen.
Erwarten Sie das bitte in Zukunft nicht mehr von mir!!!

Meinen Unmut über dieses Urteil dürft Ihr am 16.11.2009 ruhig in den Gesprächen ausdrücken, liebe GDP-Vertreter.

Grüße an Herrn Zwanziger!!

AB

Eintrag von AB am 4.November 2009


Mit Verboten und höheren Strafen wird man nicht weit kommen. Es wird ein Verdrängungseffekt geben und die Gewalttäter werden sich andere Betätigungsfelder suchen, wo sie ihre Aggresionen ausleben können. An der sehr dünnhäutigen Reaktion von Herrn Zwanziger erkennt man die Verunsicherung des DFB im Hinblick auf ansteigende Gewalt beim Fußball. Herr Wendt hat in seiner Wortwahl klar überzogen; auf der anderen Seite werden weitere 10-20 Diskussionsrunden ( zw. DFB und GDP ) mit schönen Reden und gegenseitiger Beweihräucherung das Problem Gewalt beim Fußball auch nicht lösen. Wer die Wahrheit sagt macht sich leider meistens unbeliebt; so ist es nun mal in Deutschland.

Eintrag von Streik am 4.November 2009


@Streik:Wir brauchen eine differenzierte Betrachtung.
Offensichtlich gibt es im Milieu keine Vorstellung über Lagen wie in Uerdingen, Halle oder andernorts. Vielmehr muss man den Eindruck gewinnen durch Verniedlichung der Situation, erkennbar in der Reaktion auf das BGH – Urteil, als handele es sich um ein kindlich naives Räuber – Gendarmen – Spiel.
Das Urteil dahin zu interpretieren es droht eine Radikalisierung oder Solidarisierung liefert für Gewalt-täter eine Rechtfertigung.
Jede Attacke durch einen Flaschenwurf oder Feuerwerkskörper (Selbstgebaute, gepresstes Schwarzpulver mit aufgeklebter Lunte) zielt und trifft einen Menschen in der Ausübung von staatlicher Gewalt.Bei dem im Anschluß auch der Diebstahl eines Fanschals ggfs. angezeigt wird.
Ich bestehe hier auf den Unterschied bei den Besucher, den wir als Polizei auch zu schützen haben und dem Mob, der einen Gewalttäter schützt. Dabei hilft sich zu vergegenwärtigen, daß einem Stadionverbot auch immer ein Sachverhalt zu grunde liegt.
Ferner sollte wir die Debatte um die Stadiionverbote auch in das richtige Verhältnis setzten. 17 Millionen Zuschauer in einer Saison zu ca. 2.900 Verboten. Dies Verhältnis darf nicht zu einer pauschalen Kriminalisierung führen. Aber darf es auch nicht dazu dienen von einer Belastunng des Verhältnis von Polizei und Fans zu sprechen.Fans attackieren keine Polizisten. Es ist der Mob der uns beschäftigt.
Zur Richtigstellung, die Gewerkschaft der Polizei hat sich bsiher einmal(!) im November 2008 getroffen. Wir brauchen das direkte Gespräch, die Zusammenhänge der Verantwortung von Verbänden, Vereinen, Verkehrsunternehmen, Fangruppen, Kommunen und Polizei deutlich zu machen, um die Kräfte der Polizei als Ganzes zu schonen und die Gesundheit der Einsatzkräfte zu schützen.
Jörg Radek

Eintrag von radek am 5.November 2009


Sorry Kollege Radek !
Ich bin halt nicht so der KUNG FU der Rhetorik wie Du.
In der Sache sind wir aber einer Meinung.
Grüße aus dem Rheinland ( Mosel ).

Eintrag von Streik am 6.November 2009


Da ich nicht nur Vollzugsbeamter bin, sondern auch Fans, sehe ich es auch aus der Besucherperspektive.
Die Stadien sind für mich sicher, das Umfeld, U-Bahnen, Züge und insbesondere kleinere Bahnhöfe und verlassene Parkplätze eher nicht.

Und dass es im Stadion zu lebensgefährlichen Situationen kommen kann ist nicht von der Hand zu weisen.
Vielleicht war das etwas heftig ausgedrückt.
Doch die Reaktion des Herr Zwanziger zeigt doch, dass dieser nur Angst um seine Kommerzkasperei hat. Im Klartext, beim Fussball geht es (fast) nur noch um das Geld. Und wenn der Pöbel sich prügelt, hält das den normalen Fan fern und das ist schlecht fürs Geschäft.

Denn wenn man bedenkt, wer alles durch den Fussball zum Millionär wird……………… . Dann noch die DFB Eintrittspreise 35 Euro (knapp 70 DM in richtiges Geld umgerechnet!!! ) Minimum für das Gekicke und in den Bundesligastadien steht man ab etwa 14,50 und das Sitzen beginnt ab etwa 26 Euro und wird bei über 60 Euro beendet.
Und dann hat der DFB kein Interesse an einer finanziellen Beteiligung der Einsatzkosten unserer Polizeien. Die im Stadion, ums Stadion und auf den Bahnhöfen für die Millionäre und natürlich auch für die Mehrzahl der normalen Fans ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.

Ist irgendwie beschämend.

Eintrag von Thomas am 6.November 2009


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