18. Dezember 2009
Die Laufbahnabsolventen des mittleren Polizeivollzugsdienstes der Bundespolizei können im Jahr 2010 auch in den Ballungsräumen Stuttgart, Köln / Bonn und Düsseldorf direkt auf polizeilichen Einzeldienstposten eingestellt werden.  Das hat das Bundespolizeipräsidium Potsdam entschieden. Bisher war eine Verwendung direkt nach der Ausbildung ausschließlich in der Bundesbereitschaftspolizei und an den Flughäfen Frankfurt/Main und München möglich. Die jetzige Verwendung in den Räumen Frankfurt/Main, München, Stuttgart, Köln/Bonn und Düsseldorf gilt sowohl für die Flughäfen als auch für die bahnpolizeilichen Aufgaben in diesen Bereichen. ” Wir begrüßen diese Entscheidung des Bundespolizeipräsidiums ganz ausdrücklich.
Sie entspricht unserer, sowohl gegenüber dem Bundesministerium des Innern als gegenüber dem Bundespolizeipräsidium Potsdam immer wieder erhobenen Forderung und ist geeignet, die Verwendungsmöglichkeiten unserer jungen Kolleginnen und Kollegen zu verbreitern und gleichzeitig der Personalnot der Bundespolizei gerade auch in den Ballungsräumen entgegen zu wirken. Unser Ziel ist es, die Personalprobleme in den Ballungsräumen durch ein insgesamt geschlossenes Konzept, das bereits bei der Werbung und Einstellung beginnt, grundlegend und zukunftsorientiert zu lösen”, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei geht jetzt davon aus, dass die Einstellungsdienststellen für die, in den nächsten Monaten aus der Ausbildung kommenden Kolleginnen und Kollegen jetzt zügig und in Abstimmung mit den Betroffenen insgesamt festgelegt werden.
Das habe ich vor über zehn Jahren schon einmal gehört. Ergebnis: Zwangsabordnungen seit Jahren! Aber das sind sicher Visionen
Eintrag von Falke am 18.Dezember 2009
In der Tat, Falke! Ich denke, es gilt hier die Entwicklung aufmerksam zu beobachten!
So positiv es auch zu werten ist, dass man in puncto Laufbahnabsolventen offenbar über den eigenen Schatten gesprungen ist, so gross ist auch das Riskiko, einen neuerlichen Schwerpunkt zu Lasten anderer Bereiche “hochzufahren”
Im Moment siehr es jedenfalls eher so aus, dass man bereit ist, die Fläche zugunsten der Ballungsräume zu vernachlässigen. Genau das durfte aber, auch nach Aussage der GdP zu Beginn der “Reform”, nicht geschehen!
Anstatt nun aber zuzugeben, dass das ganze Projekt geflopt hat, denkt man wieder verstärkt darüber nach, an den Symptomen herumzudoktern. (Womit ich ausdrücklich nicht die Entscheidung betreffend der Laufbahnabsolventen meine - die ist ohne wenn und aber zu begrüßen!).
Nein, es ist die Absicht(Vision?), sich zukünftig mehr auf die Ballungsräume zu konzentrieren, die in den letzten Wochen immer häufiger zu lesen und zu hören ist.
Ich finde es höchst bedenklich, Handeln und Einsatz der Polizei vornehmlich an politischen Vorgaben zu orientieren. (So lange man nicht bereit ist, die Gesetzeslage zu korrigieren; diese aber unterscheidet zumindest momentan noch (?) nicht zwischen Ballungsraum und Fläche)
Komme mir bitte niemand mit dem Argument des “effektiven Einsatzes” bzw. “notwendiger Schwerpunktbildung”. Dies Argumente verlieren spätestens dann ihre Berechtigung, wenn Teilbereiche durch solche Massnahmen handlungsunfähig gemacht werden!
Außerdem sollte man vielleicht auch mal darüber nachdenken, für wen wir unter solchen Umständen eigentlich noch als verlässlicher Partner gelten können! - Wir sind nämlich nicht, auch wenn man das angesichts der ´Rumeierei glauben könnte, allein auf der Welt!
Wenn wir uns es aber tatsächlich leisten können, so zu agieren, sind wir letztendlich überflüssig!
Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 19.Dezember 2009
Servus Falke,
früher durfte man für Visionen auf dem Catwalk der geschlossenen Psychiatrie, und die Langarm Mode vorführen ;)
Eintrag von BKE PVB am 19.Dezember 2009
Es gibt auch Großflughäfen in Berlin, Hamburg und Düsseldorf und nicht nur im Südbereich!
Eintrag von Der Oberberger am 19.Dezember 2009
Wichtiger Hinweis lieber Oberberger,
Düsseldorf ist ebenfalls Aufnahmebereich. Das wurde im Bericht vergessen. Ist jetzt nachgeholt. In Berlin und Hamburg dürfte es aktuell keine freien Dienstposten geben.
Danke für Deinen Hinweis!
Die Redaktion
Eintrag von Redaktion am 20.Dezember 2009
Verstehe ich dass jetzt so, dass für viele im Dienst befindlichen Kollegen jetzt wieder die Einbahnstraßen-philosophie einzug hält?
Was ist den mit den Kollegen, die die Dienststelle wechseln wollen und diese sich auch in einem Ballungsraum befindet?
Ich sage nur Flughafen Frankfurt/M. Wollt ihr den Kollegen wieder sagen, bleibt nochmal?
Das kann es nicht sein. Es gibt genügend Kollegen, die seit Jahren versuchen zum Bahnbereich zu wechseln und aber können, da ja keine Stellen ausgeschrieben werden.
Werden diese Stellen jetzt wieder unter der Hand verteilt? Es gibt Kollegen, die versuchen seit Jahren näher an die Heimat zu kommen und können dann lesen, dass die Stellen durch Neueinstellungen besetzt sind. Das ist nicht gerecht gegenüber denen die seit Jahren zu Lasten ihrer Frauen und Kindern hunderte Kilometer in der Republik rumreisen.
Ich hoffe ja, dass hier nicht mißverstanden habe und mich jemand aufklärt.
Eintrag von excalibur am 20.Dezember 2009
ich habe von keiner zwangsversetzung gelesen und gehört!!!
also nicht schon woeder diese alte leier von wir wollen weg….
erst aus dem topf der schnellen beförderungen nehmen und dann jammern ohne ende!!!
thomas
Eintrag von thomas am 21.Dezember 2009
Ich finde diese entscheidung wieder einmal zu kurz gedacht. es gibt etliche kollegen in den verschiedensten dienststellen, die durch diese regelung nicht versetzt werden können. alleine in unserer verbandseinheit sitzen einige die gerne in den raum münchen oder köln-bonn wollen. die initiativbewerbungen wurden in den letzten wochen alle abgelehnt. eine etwas weitsichtigere personalplanung, z.b. über abfragen, wäre meines erachtens für die kollegen besser gewesen.
und nach einigen unterstützungseinsätzen auf diesen großflughäfen muss ich ganz klar sagen “(luSi)keine verwendung” für mich.
nichts gegen die kollegen dort vor ort, aber einige maßnahmen sind für “außenstehende” absolut nicht nachvollziehbar.
Eintrag von heinz am 21.Dezember 2009
ff
Eintrag von dd am 21.Dezember 2009
Meiner Meinung nach ein Schritt in die falsche Richtung.
Es gibt schon zu viele Bereiche, die kaputt “reformiert” wurden.
Da hat man nen eingespieltes Team. dem leider nur ein “Eingeschränkter” vor steht. Im Verband ging es schon schief, dass man über Nacht ein hochqualifizierten 23 jährigen uneingeschränkten PK dem ganzen Team als Chef vor setzt. Einige waren total überfordert, nachfragen is nen Zeichen von Schwäche, also muss das Lübecker Handbuch als Leitfaden herhalten - ob praktikabel oder nicht.
Nun das ganze noch im Einzeldienst - echt Klasse.
Ich hab langsam das Gefühl, dass man gar kein Interesse an nem funktionierenden, gewachsenen Team hat (ob Zug oder Dienstgruppe).
Eintrag von CaBa77 am 21.Dezember 2009
Lieber Thomas,
es ist von Zwangsabordnungen die Rede. Die Zwangsversetzungen werden aber auch nicht mehr lang auf sich warten lassen.Der von Dir angesprochene Beförderungstopf dürfte aber schon weit mehr als 10 Jahre her sein.
Eintrag von Falke am 21.Dezember 2009
Man darf nicht vergessen, dass es unter den Absolventen auch Leute gibt, denen die Eigenarten des Verbandsdienstes nicht liegen. Für diese Leute eröffnet sich jetzt eine neue Perspektive. Ich denke nicht, dass die meisten “erlebnisgeilen” Jugendlichen nach der Ausbildung sich in eine “langweilige” Einzeldienststelle versetzen lassen wollen. Den Einzeldienststellen wird ein frischer Wind mit noch dazu fundierten Kenntnissen gut tun. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade die “Frischlinge” einige Kollegen doch konstruktiver auf Fehler aufmerksam bzw. neue Möglichkeiten aufzeigen können, als der langjährige Streifenkollege. Und den Leuten, die meinen, dass sie wegen der jungen Leute keine Stellen im gewünschten Wohnort bekommen, möchte ich sagen: Alles ist möglich in der Bundespolizei, nur nicht für jeden. Wer sich durch eine Absage bereits davon abschrecken lässt, weitere Versuche zu unternehmen, darf sich nicht wundern, wenn es hartnäckigere Leute eher schaffen. Jammern hilft nicht, Taten sind gefragt!
Eintrag von börlin am 22.Dezember 2009
Liebe Kollegen,
es gibt viele Kollegen, welche seit vielen Jahren ihren Dienst an Großdienststellen verrichten und alles versuchen eine heimatnahe Verwendung in genau diesen Bereichen zu finden. Und setzt Ihr junge Beamte auf diese Stellen und Beamte, welche gerade mal 2,5 Jahre zu der BPOL gehören.
Es ist unfair gegenüber Kollegen, die viele Jahre ordentlich ihren Dienst verrichten und aufgrund von Reformen etc nicht berücksichtigt wurden. Das ist nicht gerecht und fördert keine Berufszufriedenheit. Eher Unruhe.
Ich rede nicht von mir selbst, denn ich verrichte meinen Dienst sehr gerne in einer Großraumdienststelle und möchte keineswegs in eine heimatnähere Dienststelle wechseln. Aber ich kenne viele engagierte Beamte insbesondere in den Direktionen Augustin und München, welche nie die Chance haben in genau jene Stellen zu wechseln. Sie werden dahingehend belohnt, dass unsere Behörde jahreslang Engagement damit belohnt, dass man frische PM vor Ihren Nasen in lukrative Dienststellen setzt.
Finde ich nicht ok. Tut mir leid. Die Polizei Baden Württemberg hat da ein viel besseres System.
Kollegiale Grüsse
Eintrag von Andre Steiger am 23.Dezember 2009