9. Februar 2010
Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Bundesregierung 3.594 afghanische Polizisten von deutschen Trainingsexperten aus- und fortgebildet worden. Vorgesehen sei, im laufenden Jahre mindestens dieselbe Anzahl afghanischer Polizisten aus- und fortzubilden, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort ( 17/586 ) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zur deutschen Polizei-Ausbildungshilfe in Afghanistan ( 17/432 ).
Die Aus- und Fortbildung der afghanischen Polizei bleibe weiterhin Schwerpunkt beim bilateralen Polizeiprojekt, heißt es in der Antwort. Danach beteiligen sich auch Australien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Türkei und die USA auf bilateraler Ebene an der Ausbildung afghanischer Polizisten.
Wie die Regierung weiter berichtet, wurden zwischen 2002 und 2009 durch deutsche Polizeiausbilder rund 30.000 afghanische Polizisten in den Bereichen allgemeine polizeiliche Grundfertigkeiten sowie kriminal- und grenzpolizeiliches Fachwissen aus- und fortgebildet. Zirca 4.900 Polizisten seien durch das Feldjägerausbildungskommando im Rahmen der Basisausbildung in so genannten Vier-Tages-Kursen ausgebildet worden.
Bislang waren laut Regierung 663 deutsche Polizisten in Afghanistan beim ”Deutschen Polizei Projektteam“ (GPPT) im Einsatz und 138 bei der europäischen Polizeimission Eupol AFG. Seit 2002 sind den Angaben zufolge 3 deutsche Polizisten in Afghanistan getötet und 5 bei Anschlägen verletzt worden. Darüber hinaus sei ein deutscher Polizist bei einem Verkehrsunfall verletzt worden.
Zur Frage, wie viele afghanische Polizisten derzeit einsatzbereit sind, verweist die Regierung auf Angaben des afghanischen Innenministeriums, denen zufolge knapp 96.600 der 96.800 im Polizeibereich vorgesehenen Stellen besetzt sind. Davon seien gut 61.700 als zivile Polizeikräfte im Einsatz, fast 17.400 gehörten der Grenzpolizei an und knapp 5.400 der Bereitschaftspolizei. Die restlichen Kräfte verteilten sich auf Spezialeinheiten, Feuerwehr, Zoll, Schutzpolizei und Kriminalpolizei sowie auf den Logistik- und Ausbildungsbereich oder im Innenministerium eingesetztes Personal.
Nach Schätzungen der beim Polizeiaufbau Afghanistans federführenden Institutionen liege die Anzahl der einsatzbereiten Polizisten aber teilweise niedriger, fügt die Bundesregierung hinzu. Sie geht der Vorlage zufolge davon aus, dass die Bereitschaftspolizei aus circa 3.200 Polizisten und die Grenzpolizei aus etwa 15.000 Polizisten besteht. Weiter betont die Bundesregierung, dass sie sich für eine genaue Zählung der tatsächlich einsatzbereiten Polizisten einsetze, um eine Planungsgrundlage zu schaffen.
Was bringt es?
Eintrag von Es grüßt der KSB am 9.Februar 2010
Ich würde es mal ganz toll finden, wenn die Bundesregierungen diese Rechnungen auch mal bei der eigenen Polizei anwenden würden. Erstmal vor der eigenen Haustür schauen, bevor ich für andere Länder den Statistikexperten raushängen lassen. Bei der Bundespolizei könnte man auch mal die tatsächlich einsatzbereiten Polizisten zählen. Würde mich auf das Ergebnis freuen.
Eintrag von excalibur am 9.Februar 2010
Hier die Reaktion der Linksfraktion auf o.g. Antwort der Bundesregierung.
http://linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1244613589
Da ist doch insbesondere dieser Satz sehr bemerkenswert:
Zitat: “Das Innenministerium hat vor wenigen Wochen im Innenausschuss bestätigt, sie lehne die Angleichung der Sicherheitsbestimmungen für deutsche Polizisten an diejenigen bei EUPOL explizit ab.”
@ GdP: Was bedeutet das für die deutschen Polizisten?
Klick auch hier einmal:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3028118
http://www.endstation-kabul.de/?p=10
Eintrag von Regierungseigentum am 9.Februar 2010
Mensch toll, nur 200 Planstellen laut afghanischem IM unbesetzt.
Und das bei einer Behörde die dreimal so groß ist wie die unsrige.
Ich hoffe das in unseren Stäben bald endlich afghanische Ausbilder ihren bundesdeutschen Kollegen mal zeigen wie sowas geht.
Ich glaube die können noch viel von den Afghanen lernen.
Wenn die 200 fehlenden dann jetzt auch ausgebildet sind, kommen dann alle deutschen Polizisten wieder zurück?
Oder wird danach die afghanische Bahnpolizei oder Küstenwache neu aufgestellt?
Eintrag von Rechenkünstler am 9.Februar 2010
Nicht jeder hat die Antworten der Bundesregierung gelesen.
Nach Einschätzung der Bundesregieruung unterliegen deutsche Polizisten innerhalb der gemischten Teams mit Feldjägern der BW im Rahmen der Field - Ausbildung keiner erhöhten Gefährungslage.
Die Bundesregierung beabsichtigt nicht, die Mindeststandards für Bewerberinnen / Bewerber abzusenken.
Na, denn…
Eintrag von @ddie am 9.Februar 2010
Mal andersrum gefragt: Von den 30000 durch Deutschland ausgebildeten Polizisten a) Wieviele leben von denen noch? b) Wieviele sind zu den Aufständischen übergelaufen? oder c) verdingen sich bei einem Warlord oder Drogenbaron als Söldner?
Und eine weitere Anmerkung: Die drei toten Kollegen hatten Nichts mit der Ausbildung von afgahnischen Sicherheitskräften zu tun.
Eintrag von Ichwarda am 9.Februar 2010
Moin Kollege Ichwarda,
gehst du noch mal hin? Vieleicht könntest du hier ein kleines Statement zu deiner Verwendung abgeben…natürlich unter Berücksichtigung, dass diese Seite recht öffentlich ist.
Eintrag von KSB am 10.Februar 2010
…und wie hoch ist der Wahrheitsgehalt an dem Gerücht, dass zwei Ausbilder (nat. noch unbekannt) durch einen “Überläufer” erschossen worden sind?
Möglicherweise handelt es sich um die oben erwähnten Toten?
Eintrag von BKE PVB am 11.Februar 2010
15.August 2007 war der Todestag der drei Kollegen.
Es handelte sich dabei um die Kollegen
POK Jörg RINGEL
POM Mario KELLER
POM Alexander STOFFELS,
und nein sie haben keine afg. Polizisten ausgebildet.
Sie haben einen weitaus sinnvolleren Job als GPPT/EuPOL gemacht.
Personenschutz und Objektschutz der Dt.Botschaft Kabul/AFG.
Eintrag von Perser am 13.Juni 2010