Das Sportgericht des DFB ahndet Gewalt

Bundesligist Hertha BSC Berlin muss sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 10. April unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und zudem 50.000 Euro an das Fanprojekt der Landessportjugend Berlin bezahlen. Damit ahndete das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in seiner heutigen Sitzung in Frankfurt die Vorkommnisse vom 13. März beim Berliner Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg, als nach Schlusspfiff aus der Hertha-Zuschauerkurve zunächst Fahnenstangen, Bierbecher und Feuerzeuge Richtung Stadion-Innenraum geworfen wurden und anschließend etwa 150 teils vermummte und mit Fahnenstangen bewaffnete Berliner Anhänger in den Innenraum eindrangen und unter anderem die Trainerbänke und Werbebanden beschädigten.Hertha darf zum Heimspiel gegen Stuttgart maximal 25.000 Karten an die eigenen Anhänger verkaufen, das Kartenkontingent für den Gastverein bleibt unberührt. Darüber hinaus bleibt die Hertha-Fankurve (Ostkurve) frei von Zuschauern.

Gestern hatte das Sportgericht Bundesligisten 1. FC Köln wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger in fünf Fällen mit einer Geldstrafe von 30.000 Euro belegt. Außerdem muss der Verein das Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim am 10. April unter Ausschluss seiner Anhänger bestreiten.Die Steh- und Sitzplätze im Gästeblock haben in dieser Begegnung frei zu bleiben, zudem muss der 1. FC Köln Schadenersatz in Höhe des zustehenden Kartenkontingents an 1899 Hoffenheim leisten. Der 1. FC Köln hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Geahndet wurden mit dem Urteil Vorkommnisse aus den Kölner Bundesliga-Begegnungen in Mönchengladbach (24. Oktober 2009), bei Hertha BSC Berlin (8. November 2009), in Bochum (28. November 2009) und bei Bayer 04 Leverkusen (27. Februar 2010) sowie aus dem DFB-Pokalspiel am 10. Februar 2010 beim FC Augsburg. In allen fünf Spielen wurden im Kölner Zuschauer-Block unter anderem pyrotechnische Gegenstände wie Knallkörper oder Bengalische Feuer gezündet.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat nach den Vorkommnissen beim Bundesligaspiel zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Nürnberg vom 27. Februar neue Wege eingeschlagen.Mit ausdrücklicher Zustimmung des 1. FC Nürnberg selbst und des DFB-Kontrollausschusses erging am Montag in mündlicher Verhandlung in Frankfurt folgendes Urteil: Wegen des unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger in Bochum wird der FCN zu einem Teilausschluss seiner Fans bei den Auswärtsspielen in Freiburg am 17. April und in Hamburg am 1. Mai verurteilt. So dürfen für beide Spiele an „Club“-Anhänger keine Stehplatztickets und nur personalisierte Sitzplatzkarten verkauft werden.

Der FCN muss dem SC Freiburg und dem Hamburger SV Schadenersatz in Höhe des entsprechenden Stehplatzkontingents zahlen. Darüber hinaus zahlt der „Club“, der das damit rechtskräftige Urteil bereits akzeptiert hat, in diesem und im nächsten Jahr je 20.000 Euro an das Jugendamt Nürnberg zur Förderung des örtlichen Fanprojekts. Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, äußert dazu: „Der Sanktionswert des Urteils liegt bei etwa 100.000 Euro.“

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Themenbereich: Gewalt und Gewaltbereitschaft | Drucken