GdP: Überlastungen in der Bundespolizei müssen abgebaut werden

Berlin/Hilden, den 5. April 2010: Die Beschäftigten der Bundespolizei sind durch Arbeitsbelastung und unakzeptable innere Zustände derart überlastet, dass sie durch ihre Arbeit zunehmend ausgebrannt sind. Das hat die Hochschule Magdeburg – Stendal im Rahmen eines Forschungsprojektes in der Zeit von April 2006 bis September 2009 festgestellt und in ihrem Ergebnisbericht im September 2009 vorgelegt. Die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei sind dabei deutlich höher belastet als die im Rahmen der Studie ebenfalls untersuchten Beschäftigten der Polizeien der Länder. Im Unterschied zu den Polizeien der Länder hat sich auch  der innere Zustand der Bundespolizei zwischen der ersten Erhebung im Jahr 2006 und einer zweiten Befragung im Jahr 2008 noch einmal deutlich verschlechtert. Inzwischen berichtet jede zweite Einsatzkraft, stark ausgebrannt zu sein. Dieser Wert ist nahezu doppelt so hoch wie bei der Befragung 2006. Der Bericht stellt weiter fest, dass die Hälfte der Bundespolizisten innerlich unruhig und unausgeglichen, jeder Dritte kaum körperlich belastbar ist.

„Dieser innere Zustand der Bundespolizei, auf den auch wir immer wieder hingewiesen haben, ist fraglos dramatisch. Tausende Kolleginnen und Kollegen haben daraus bereits heute Gesundheitsschädigungen erlitten und an den Folgen der Mißstände in der Bundespolizei auch körperlich zu leiden. Die Zahl der Betroffenen nimmt nach allen uns vorliegenden Rückmeldungen weiter zu. Das auch für die Beschäftigten der Bundespolizei gesetzlich geschützte Rechtsgut des körperlichen Wohls des Menschens wird fraglos verletzt. Nachdem das jetzt auch wissenschaftlich festgestellt ist, müssen der Bundesminister des Innern und die Verantwortlichen in der Bundespolizei schon aus strafrechtlichen Gründen sofort handeln“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, in Berlin.  „Dabei müssen alle dienstlichen Überlastungen sofort abgebaut, zerstörtes Vertrauen duch glaubwürdiges Handeln – auch durch die Umkehr falscher Entscheidungen – wieder aufgebaut und die Führungs- und Verantwortungskultur im ministeriellen und im polizeilichen Bereich der Bundespolizei offen und transparent überprüft werden. Wir wollen jetzt wissen, wer für diese Entwicklung im Kern verantwortlich ist. Nur dann wird sich auch wirklich etwas in der Bundespolizei ändern“, so Scheuring.

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