Trauriger Beleg für Argumente der Gewerkschaft

Vor wenigen Tagen wurde ein Bundespolizist in Zivil auf dem Heimweg im Bahnhof Wesel attackiert und schwer verletzt. Dieser Vorfall ist ein trauriger Beleg für die Argumente der Gewerkschaft der Polizei in der aktuellen Debatte von Gewalt, Personalfehl und dem Rückzug aus der Fläche.

Statistiken von Gewalttaten gegen Polizeibeschäftigte sind nur Zahlen. Sie erfassen lediglich die Tat. Unzureichend geben sie die psychischen Folgen wieder. Polizistinnen und Polizisten definieren sich in einem hohe Maß über ihren Beruf. Der Schutz von Menschen bleibt für sie nicht ohne Folgen, wie der Überfall auf dem Bahnhof Wesel zeigt. Dies Risiko erfährt leider wenig Anerkennung durch fürsorgliches Handel für das Personal. Auf den konkrekten Fall bezogen mag es nicht zutreffend sein. Aber mit Blick auf die sozialen Folgen der Neuorganisation trifft es sehr wohl zu.

In dieses Verhalten fügt sich die Ignoranz gegenüber den gewerkschaftlichen Argumenten zum Personalfehl, das den organisierten Rückzug aus der Fläche noch verschärft.

In der Attacke spiegelt sich die aktuelle Gewaltdiskussion und der innere Zustand der Bundespolizei wider. Mit dem Genesungswunsch an den Kollegen verbunden ist, dass die Entfremdung der Organisation der Bundespolizei und ihrer Mitarbeiter überwunden wird.

Jörg Radek

RP-online

Berliner Morgenpost

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Themenbereich: Gewalt und Gewaltbereitschaft | Drucken