Krankengeldberechnung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit nunmehr fast zwei Jahren ist das Bundesverwaltungsamt (BVA) zuständig für die Zahlbarmachung der Bezüge der Tarifbeschäftigten und auch der Beamtinnen und Beamten.
Im Krankheitsfall unterliegen die Tarifbeschäftigten dem Entgeltfortzahlungsgesetz und erhalten bei längerer Krankheit ab der siebten Woche von ihrer Krankenkasse Krankengeld. Die Höhe des Krankengeldes errechnet sich in der Regel aus den Bezügen des letzten Monats vor der Arbeitsunfähigkeit.

Hierzu fordern die Krankenkassen die zuständigen Arbeitgeber oder das BVA auf, eine Verdienstbescheinigung des letzten Monats auszustellen. In dieser Bescheinigung wird das sozialversicherungspflichtige Brutto (nicht Zahlungsbrutto) genannt. Werden von diesem Brutto die gesetzlichen Abzüge wie Lohn,- Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag, Beiträge für Krankenkasse-, Renten-, Arbeitslosenversicherung sowie die Pflegeversicherung (Beiträge zur VBL des Arbeitnehmers gehören nicht dazu) abgezogen, lässt sich das Nettogehalt errechnen.
Weiterhin sind die gezahlten Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld, Leistungsprämie sowie tarifliche Einmalzahlung) der letzten 12 Monate vor der Erkrankung der Krankenkasse mitzuteilen. Zu diesen Einmalzahlungen hat der Arbeitgeber bzw. das BVA eine Erklärung gegenüber der Krankenkasse abzugeben.
Wird diese Erklärung der Krankenkasse nicht vorgelegt, wird die Einmalzahlung bei der Berechnung des Krankengeldes nicht berücksichtigt. Der tägliche Verlust an Krankengeld kann bis zu fünf Euro betragen.

Eine Anfrage bei ihrer zuständigen Krankenkasse kann Klarheit verschaffen.

Um die Höhe des Krankengeld annähernd selbst berechnen zu können, haben wir einen Krankengeldberechner beigefügt (erstellt durch Jürgen Kiewert, Direktionsgruppe BPOL-Akademie).

Berechnung Krankengeld – Tarif 2010

Neben der Krankengeldzahlung von der Krankenkasse wird vom Arbeitgeber ein Krankengeldzuschuss errechnet. Der Zuschuss wird bis zum Ende der 39. Woche gezahlt, wenn der/ Beschäftigte mindestens eine dreijährige Beschäftigungszeit erreicht hat. Um den Zuschuss zu berechnen, benötigt das BVA den Bescheid über die Höhe des Krankengeldes. Ist der/die Beschäftigte auf Kur, sollte der Bescheid über das Übergangsgeld dem BVA vorgelegt werden, zumal das Übergangsgeld wegen der Haushaltsersparnis geringer ausfällt.
Tarifbeschäftigte aus dem Rechtskreis West, die schon seit dem 01.07.1994 Angestellte waren und zum 01.10.2005 in den TVöD übergeleitet wurden, gehören zu den sogenannten § 71 BAT und erhalten einen höheren Krankengeldzuschuss. Hier wird bei der Berechnung des Krankengeldzuschusses nicht das Brutto des Krankengeldes gegen gerechnet, sondern der Nettobetrag, so dass in Regel mit einer Zahlung des Arbeitgebers zu rechnen ist.

Jürgen Kiewert

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