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23. Juni 2010

GdP zu Fahrverboten und elektronische Fußfessel

Berlin 23. Juni 2010

Elektronische Fußfessel ist nicht der Stein der Weisen

Berlin. Pläne der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die sogenannte elektronische Fußfessel für die Überwachung gefährlicher Täter einzusetzen, beurteilt der stellvertretende Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, skeptisch. “Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, nachdem womöglich zahlreiche gefährliche Straftäter aus der Sicherungsverwahrung in die Freiheit entlassen werden müssen, hat Ängste in der Bevölkerung geschürt. Die elektronische Fußfessel ist, von rechtlichen Problemen abgesehen, nur bedingt geeignet, weitere Straftaten zu verhindern.” So sei es in einer Großstadt kaum möglich, mehrere hundert Meter zu gehen, ohne an einer Schule, einem Spielplatz, einer Kindertagesstätte, vorbeizulaufen, so Witthat. Auch sei ein elektronischer Sender nach dem Kenntnisstand der GdP nicht in der Lage, einen Kontakt des Überwachten zwischen einem Erwachsenen und einem Kind zu erkennen und sie zu unterscheiden. Witthaut: “Es wäre fatal, die elektronische Fußfessel als Stein der Weisen zur Lösung dieses komplizierten Problems zu feiern und die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen.”

Die von Justizministern der Länder vorgeschlagene Ausweitung von Fahrverboten auf Delikte, die nicht in direktem Bezur zum Straßenverkehr stehen, wird dagegen von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt. Bernhard Witthaut, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP): “Das Auto stellt vor allem für junge Menschen ein wichtiges Statussymbol mit großem Spaßfaktor dar. Dürfen junge Täter ihr Auto nicht mehr benutzen, so hätte dies sicherlich die von den Richtern gewünschte nachhaltige Wirkung.” Zudem erleichtert die Erweiterung des Strafenkatalogs, die Lebensumstände der Täter bei der Strafverhängung noch stärker berücksichtigen zu können. Skeptisch zeigte sich Witthaut bei der Kontrolle verhängter Fahrverbote: “Angesichts des massiven Personalabbaus bei der Polizei und dem damit zwangsläufigen Herunterfahren von Verkehrskontrollen ist das Risiko trotz Fahrverbots am Steuer erwischt zu werden, längst nicht hoch genug. Hier droht ein weiteres Vollzugsdefizit.”

Einträge:

Sorry, aber die Fußfessel nicht zu wollen ist doch eine polizeifremde Sichtweise. Es ist eine mildere Strafe als die Sicherheitsverwahrung. Diese ist noch dazu teuer wie Sau. Natürlich kann die elektr. Fußfessel nicht den Kontakt zwischen Tatverdächtigen und evtl. Opfer verhindern. Aber den Aufenthalt dokumentieren. Und diese dokumentierten Spuren auszuwerten, die Schlüssel daraus zu ziehen und klare Gefährdungsanalysen nebst ihren Maßnahmen daraus zu treffen soll weniger möglich sein, als die Leute wegzusperren? Natürlich muss der TV auch mal das Schwimmbad aufsuchen können und ist dann vielleicht 2,3 Stunden nicht auf dem Schirm. Na- und? Natürlich kann er auch mal in einer Tiefgarage sein? Na und? Seht doch nicht immer die Nachteile!

Und die Auswertungsarbeit ist sehr wohl leistbar. Es gibt Dienststellen, die keine große Auslastung haben. Die Belastung zwischen manchen Land, und manchen Stadtdiensstellen ist nachweisbar 1:30. Dort ist also viel Potential da, die rechnerbasierten Daten auszuwerten. Zur Not halt nachts wenn nichts los ist.

Eintrag von Noldie am 24.Juni 2010


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