29. Juni 2010
Eine Systemkritik von Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei
Eine Vorbemerkung muss sein: Gewerkschafter und Personalräte sind keine Modernisierungsverweigerer.
Diese Feststellung trifft auch auf die Beschäftigen in der Polizei zu. Unsere Kritik zielt auch nicht auf einzelne Personen. Unser Einsatz gilt den Strukturen, die unsere Kolleginnen und Kollegen zwingen, sich unflexibel und bürokratisch zu verhalten.
Ein Dickicht von Gesetzen, Verordnungen, Erlassen, Verfügungen und Rechtsprechung lassen nur wenig Spielraum für kreative Entfaltung. Die hohe Regelungsdichte hat als Nebenwirkung nicht zwingend eine Rechtssicherheit zur Folge. – Vielmehr zwingt diese Struktur den Menschen nicht nachzuvollziehende
Verhaltensnormen auf. Eine daraus hervorgehende „Mitzeichnungsflut“ sorgt auch nicht für eine Verbesserung der Situation, sondern trägt dazu bei, dass Verantwortung bis zur Unkenntlichkeit verschoben
wird.
Umstände und Strukturen, die am treffendsten mit Schwerfälligkeit beschrieben werden müssen (obwohl keinem der Beteiligten der Einsatzwille abgesprochen werden darf), erschweren den beruflichen Alltag! Eine „Schrittmacherrolle“ in Sachen Verwaltungsmodernisierung übernahm die „Kommunale Gemeinschaftsstelle“
(KGSt). Ziel ist es unter anderem, mehr Effizienz des Verwaltungshandelns zu erreichen. Ursprünglicher Ausgangspunkt der Diskussion war eine zunehmende Unzufriedenheit mit überkommenen Funktionsweisen und Ergebnissen der Kommunalverwaltung bei Bürgern, Politikern und auch bei den Mitarbeitern. Für die Bundespolizei und ihre Vorläuferorganisation gilt, dass die Absicht, also der Wille einer Modernisierung von Arbeitsprozessen, erst ernsthaft seit dem Jahre 1999 besteht.
Die anfängliche Euphorie, eine Chance zum Abbau von Bürokratie zu nutzen, ist gewichen: Durch Selbstaufschreibungsprozesse, Berichtswesen und Gremienarbeit wurde nämlich ein gigantischer Papiertiger erschaffen und fettgefüttert. – Der Modernisierungsapparat bindet indes nur Personal und Zeit!
Da sich die Mitarbeiter in der Polizei überaus stark über ihren Beruf definieren, darf es nicht verwundern, dass insgesamt der Anstieg an bürokratischen Tätigkeiten – bei gleichzeitig reduziertem
Personal und gestiegener Arbeitsbelastung – beklagt wird.
So wurde eine fremdgesteuerte Polizei mit „Datenfriedhöfen“ geschaffen!
An dieser Stelle gilt, was für die privaten Haushalte bei der Abfallbeseitigung gilt: Mülltrennung ist gut und wichtig; – Müllvermeidung ist jedoch das Ziel! Eine ausgeprägte „Modernisierungsbürokratie“ hat den Platz der althergebrachten eingenommen. Besser wurde dadurch nichts. Eine Ordnung muss so
verfasst sein, dass die Menschen sich in ihr wohlfühlen.
Die Untersuchung der Fachhochschule Magdeburg, die nun aktuell Befindlichkeiten der Beschäftigten der Bundespolizei darstellt, belegt genau das Gegenteil. Unsere Organisation macht krank und „bindet“ ihre Mitarbeiter nicht. Die Arbeitsverdichtung hat krankheitsbedingte Folgen. Soweit zur Betroffenheit
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. – Wenn es nicht eine Phrase ist, dass diese die wertvollste
Ressource darstellen und der Mensch im Mittelpunkt steht, muss hier unabdingbar angesetzt werden.
Professor Dr. Lange und die Forschungsgruppe „polikon“ untersuchten jedes einzelne Instrument der „Neuen Steuerungsmodelle“ auf Akzeptanz bei den Polizistinnen und Polizisten; unter anderem mit dem Resultat, dass z. B. Zielvereinbarungen noch eher angenommen wurden als z. B. das Controlling.
Und auch dies ist ein Ergebnis der Wissenschaftler: Die Polizei eignet sich nicht als Feldversuch für die verschiedenen Managementkonzepte von „Balanced Scorecard“ bis „Total Quality Management“.
Innerhalb der bisherigen Reformprojekte, egal welchen Namen sie tragen, konnte bislang der Sinn des Ganzen nicht nachvollzogen werden. So urteilen die Beschäftigten z. B. über das Verfahren zur Beschreibung von „Produkten“: „Man gewann den Eindruck, dass man sich die Mühe umsonst gemacht hat, da das Ergebnis offensichtlich von vornherein festgestanden habe“. Über Controlling setzte sich bei den Beschäftigten der Eindruck fest, „dass man mit großem Aufwand Daten sammelt, die dann aber
niemand wirklich benötigt, so dass das Sammeln von Daten mitunter zum Selbstzweck wird“.
Am Beispiel der Zielvereinbarungen wird die sich immer weiter entrückende und entfernende Polizeiführung besonders deutlich.
Die Art und Weise, Ziele zu vereinbaren, wird auf der Ebene der Polizeiführung häufig beklagt, letztendlich aber hingenommen. Bei den Beschäftigten der operativen Ebene stößt sie jedoch auf
Kritik.
Niemand solle der Basis die Einsicht in Veränderungen absprechen. Keine gute Note für das Akzeptanzmanagement!
Die Wissenschaftler stießen bei ihrer Untersuchung auf eine generelle Form der Ablehnung durch die Beschäftigten. Sie stellten fest, dass „bei solch ausgeprägten, durchgehenden vorhandenen
Akzeptanzproblemen nicht von einzelnen Modernisierungsverweigerern gesprochen werden kann“. – So dokumentiert im Mai 2006.
Die Vorkämpfer und „Apostel“ der Verwaltungsmodernisierung innerhalb der Polizei hatten Kritik bislang damit abgetan, dass es den Beschäftigten an entsprechendem Kostenbewusstsein und Verständnis für die Rahmenbedingungen mangele.
Das Tagesgeschäft ist die reine Polizeiarbeit und so sollte es auch bleiben. Durch die vorgelegten wissenschaftlichen Erkenntnisse gewinnt diese Banalität ausdrücklich an Bedeutung: In welchem Maße nämlich die Polizei Personal und Ressourcen für Einsätze zur Verfügung stellt, kann sie nicht frei bestimmen.
Auch dafür taugen die Zahlen, Daten, Fakten nicht. Kein politisch Verantwortlicher wird zur Rechtfertigung gegenüber dem Parlament oder der Öffentlichkeit Controllingdaten präsentieren. Weder
bei Kontrolllücken, nach einem Brisanzspiel oder einem Staatsbesuch, bei dem der Einsatz verpatzt wurde.
Es bleibt immer wieder die Frage: Ist Controlling ein Instrument der Mangelverwaltung an der Schnittstelle zwischen Aufgabenbewältigung, Personalausstattung und Organisationentwicklung?
Oder liefert es die Zahlen, Daten, Fakten für einen fortgesetzten Personal- und Stellenabbau? Selbst in der Kommentierung zur Polizeidienstvorschrift „Führung und Einsatz“ heißt es dazu: „Nunmehr
wird überall in Deutschland von neuen Steuerungsmodellen gesprochen und die drängenden Finanzkrisen bestimmen das Reformtempo. Alle Modelle verfolgen zwar das Ziel zu sparen, aber der Weg dorthin führt in erster Linie über die Beseitigung der Ursachen für unwirtschaftliches Verwaltungshandeln.“
Es geht darum, die Qualität der Arbeit zu verbessern und nicht ausschließlich Kosten zu senken und Personal abzubauen. Unsere Aufgabe wird es weiterhin sein, die „Modernisierungsrhetorik“ zu hinterfragen und auf ihren Gehalt zu überprüfen. Einer Rhetorik, die nur aus Sprüchen von Mark Twain oder Albert Einstein besteht, aber den Mitarbeitern keine Einsichten vermittelt, bleibt sinnentleert. Die
Strategieentwicklung für die Polizei hängt von der Organisationsgewalt des verantwortlichen
Innenministers ab. Er legt die politischen Schwerpunkte fest. Wir haben alle gemeinsamdoch die Erfahrungen gemacht. Der Wegfall von Grenzkontrollen war die Preisgabe einer Fahndungslinie.
So unterliegt die Verwaltung der parlamentarischen Steuerung. Ein Controlling- Regelkreis kommt bei diesem Willensbildungsprozess und der Entscheidung nicht vor; auch nicht die aktuelle Überprüfung
der Behördenlandschaft mit Sicherheitsaufgaben. Sie folgt eher der Vorstellung von Polizeiarbeit im Sinne von Herrn Werthebach, als dass sie letztendlich durch Kennzahlen gestützt ist.
Dem polizeilichen Controlling fehlt die Akzeptanz. Die unerklärte Arbeit und das mangelnde Berücksichtigen von menschlichen Organisationserfahrungen machen krank. Das Organisationsziel wird auch ohne Controlling erreicht. Weshalb verschwenden wir also Zeit?
Mag sein, dass das Modell einer bürokratisch - zentralistischen Steuerung nach dem Soziologen Max Weber nicht mehr zeitgemäß ist. Doch die dazu entwickelten Alternativen haben sich theoretisch
zwar als idealtypisch, in der Praxis aber als nicht weniger bürokratisch erwiesen. Die Grundsätze einer sparsamen Haushaltsführung oder der Ökonomie der Kräfte sind nicht außer Kraft gesetzt. Es reicht! – Nichts ist gut am Controlling.
Hallo Jörg,
ich muss Dir recht geben, dass dieses Controlling bei der Polizei einfach schlecht und fehl am Platze ist.
Dazu kommt, dass unsere Führungskräfte bei dieser Reform noch weiter von der Basis abgerückt sind als jemals zuvor!
Wenn unsere Kollegen nicht zumindestens auf den Revieren für ein gutes Umfeld sorgen würden, dann würden die Inspektionen, auf Deutsch gesagt, vor die Hunde gehen.
Arme BPOL!
Gruß
Udo
Eintrag von Udo Windl am 29.Juni 2010
Nette Idee, diesen Artikel, der ja bekanntlich bereits im Bezirksjournal zu lesen war, hier ein- und damit zur Diskussion zu stellen.
Zunächst mal ist festzuhalten, dass es diesem nicht allzuviel hinzuzufügen gibt…. Die Auswirkungen erleben wir alle tagtäglich!
Und es scheint, momentan zumindest, auch nicht so, dass da ein Ende abzusehen wäre; im Gegenteil, der Wahnsinn geht ungebremst weiter in die nächsten Runden! Auch wenn mittlerweile an der Basis kein Mensch mehr was von Kennzahlen, Visionen, Zielvereinbarungen usw. usw. hören will, nein, besser: nicht mehr hören k a n n , weil man es ganz einfach satt hat.
Kleines Beispiel für die Auswirkungen gefällig?
Schaut man sich zum Beispiel nur mal die Zahlen hinsichtlich der Bekämpfung der RG-Kriminalität etwas genauer an, so wird man die Feststellung machen: es handelt sich in der überwiegenden Anzahl um sogenannte Kleinstmengen (0,2g, Hanfsamen im Portemonnaie, Anhaftungen an der Kleidung usw….) die zwar nach §163 StPO auch durch die Polizei zu verfolgen sind, sich aber die Frage stellt, ob gezielt darauf hin kontrolliert werden muss? (Wenn ich weiss, dass auf einem bestimmten Parkplatz mindestens jeder zweite was in der Tasche hat, so eignet sich dieser natürlich hervorragend für die „schnelle Nummer“, nämlich die schnelle Tagebuchnummer.
Wie sagte ein Kollege der Landespolizei, die ja bekanntlich dann nachher diese Schnelle Nummer für uns abarbeiten müssen, da eine eigene Sachbearbeitungszuständigkeit nicht gegeben ist, neulich zu mir: Ihr braucht euch nicht zu wundern, dass ihr bei uns mittlerweile so mies angesehen seid: wenn ich die Aufgriffe, die ihr da bringt, hätte haben wollen, hätte ich diese auch selbst holen können.)
Dass bedeutet, dass die negativen Auswirkungen unserer Zahlenhuberei mittlerweile nicht mehr nur intern das Klima vergiften, sondern auch andere Behörden in ihrer Aufgabenwahrnehmung beeinträchtigen!
Es gehört zu den ganz großen Rätseln der Führungskunst, warum dieses Unthema ausgerechnet in einer Zeit hochgefahren wurde, als ohnehin alle mit den Aussichten, Folgen und Widrigkeiten unserer unsäglichen “Reform III” die Faxen bis Oberkannte Unterlippe voll hatten!
Das Thema hätte es in puncto Akzeptanz bereits in normalen Zeiten ziemlich schwer gehabt, so war es gewissermassen führungsmäßiger Selbstmord.
Oder sollten doch diejenigen Recht gehabt haben, die mutmassten, das Ganze sei von einer hier nicht näher genannten aber bekannten Sekte eingefädelt worden, um die Polizei handlungsunfähig zu machen…? - (Falls dem so gewesen sein sollte, hat man dort mit Sicherheit bereits diverse Sektkorken knallen lassen….)
Allerdings muss man ehrlicherweise zugeben, dass es unseren “Managern” auch verdammt leicht gemacht wurde: Erst in letzter Zeit melden sich verstärkt diejenigen , die der Meinung sind: jetzt reicht´s! Das Thema ging zwar auch in den vergangenen Jahren bereits der überwiegenden Mehrheit tierisch auf den Zeiger, kaum jemand getraute sich jedoch, dieses auch offen zuzugeben, oder besser: zumindest erst, nachdem man sicher war, einen “Bruder im Geiste” vor sich zu haben. Durch die Dauerberieselung mit Management-Neusprech war man eine Zeit lang auch fast geneigt, sich selbst als Ewiggestrigen einzustufen, kamen an der Sinnhaftigkeit dieses Handelns Zweifel auf….
Dies war und ist übrigens quer durch alle Verwaltungen und auch Teile der sogenannten “freien Wirtschaft” festzustellen; dass es bei der Bundespolizei momentan besonders heftig brodelt, ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass man es bei uns wieder einmal besonders gut, besonders schnell und vor allem alles auf einmal machen wollte und dabei (mal wieder) gnadenlos überzogen hat!
Die bekannte alte Schlosserweisheit sagt uns jedoch: nach fest kommt lose!
Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 29.Juni 2010
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
den ausgeführten Worten gibt es nicht viel hinzuzufügen.
Ja, der Versuch eine Sicherheitsbehörde wie ein marktwirtschaftliches Unternehmen führen zu wollen und fortwährend an einen Ertrag und an eine “bestmögliche” Wirtschaftlichkeit messen zu wollen…
Liewe Leute, dat jeeet nit !
Es wird vermutlich jedoch noch mind. zwei Jahrzehnte brauchen, falls man denn überhaupt zurück rudern möchte. Bzw., was machen wir mit unseren jungen Managertypen/Polizeiräten, aus denen fast täglich neue Ideen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Effizienz heraussprudeln ?
Es ist schon komisch,
früher war ich schon ein bisschen stolz zum Bundesgrenzschutz dazu zu gehören und wir haben mit dem verfügbaren Personal einfach unsere Arbeit gemacht - ohne “Schnickschnack”.
Heute mit viel “Schnickschnack” lässt uns dieses Schnickschnack kaum noch die Luft, um die eigentliche Arbeit zu leisten - hauptsache irgendwie messbare Kennzahlen…
Eintrag von bingo am 29.Juni 2010
Diese Aussagen die man hier liest sind so furchtbar real und decken sich mit meiner Wahrnehmung so ganz deutlich.
Ich verstehe den Kontext auch ganz ohne Bwl studiert zu haben.
Wo sind wir bloß hingekommen?
Und was mich noch mehr beunruhigt, wohin geht die Reise?
Eine Reise auf einem alten, klapprigen Kahn der sich in rauher See befindet und dessen Brücke besetzt ist mit “Managern” die zwar vieles ganz toll können nur nicht den Kompass richtig ablesen.
Eintrag von A.T. am 30.Juni 2010
Gut gebrüllt Löwe!
Doch wer ist eigentlich für dii Überwachung
von Mitbestimmungspflichtigen Maßnahmen,
von neu eingeführten Regelungen innerhalb der Bundespolizei (Dienststelle),
für die Hebung der Leistung der Beschäftigten
und einiges mehr …
(mit-) verantwortlich?
Gibt es auch eine Zuständigkeit im HPR und/oder BPR ?
Warum macht ihr nicht von euren Rechten Gebrauch?
Es wird Zeit …
Controlling, Kennzahlen und Zielvorgaben gehören in die Tonne …
FIRST
Eintrag von FIRST am 30.Juni 2010
@ Nichts ist gut am Artikel von Herrn Radek!
Bevor ich mich wieder meinem Halbjahresbericht zuwende eine Anmerkung.-
Liebe Gewerkschafter!
Warum habt Ihr denn durch Eure Personalvertretungen der Einrichtung der Module (Lehrgänge) im Beteiligungsverfahren zugestimmt?
Leider kann ich im Moment nicht mehr schreiben - die Kennzahlen warten!
Schönen Tag noch und mit Sicherheit bis bald!
Eintrag von Controller am 30.Juni 2010
@ controler
Sehr geehrter Controler,
wenn man feststellt, dass etwas nicht so funktioniert wie es sollte, warum soll man es dann beibehalten. Würde man bei allem Neuen sagen “Nein da machen wir nicht mit” würden wir unsere Berichte noch heute auf der Schreibmaschine tippen.
Manchmal stellt sich leider im Nachhinein heraus, dass eine Sache oder eine Verfahrensweise eher kontraproduktiv als fördernd ist.
Dann sollte man auch den Schneid haben Fehler zuzugeben und diese zu berichtigen.
Schönen Tag!!
Gruß JohnBoy
Eintrag von JohnBoy am 30.Juni 2010
@JB und C
Mir fällt da spontan der Fähnchenspot im TV ein.
Eintrag von MeineMeinung am 30.Juni 2010
@ JohnBoy
Du liegst komplett falsch!
Im Moment befindet sich das neue Modell EOS (t) in der Mitbestimmungsphase! Die Personalvertretungen haben jetzt die Möglichkeit es abzulehnen! Wetten, dass sie es nicht zun?
Ebenfalls noch einen schönen Tag!
Eintrag von Controller am 30.Juni 2010
@ Gerhard Megdenberg
“Wie sagte ein Kollege der Landespolizei, die ja bekanntlich dann nachher diese Schnelle Nummer für uns abarbeiten müssen, da eine eigene Sachbearbeitungszuständigkeit nicht gegeben ist, neulich zu mir: Ihr braucht euch nicht zu wundern, dass ihr bei uns mittlerweile so mies angesehen seid: wenn ich die Aufgriffe, die ihr da bringt, hätte haben wollen, hätte ich diese auch selbst holen können.)”
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In meinem Arbeitsbereich an einer Schengenbinnengrenze ist es nicht anders.
Finden wir keine originären Straftaten, wird auf Gedeih und Verderb etwas gesucht wie das Fahren ohne Fahrerlaubnis, wobei es sich hierbei in den meisten Fällen um ausländische Mitbürger handelt, welche keine Fahrerlaubniserweiterungen besitzen, um Pkw mit größeren Anhängern zu führen. Davon hat man dann in einer Schicht zwischen 2 und 5 Feststellungen, macht einen Eintrag im Artus als Straftat und ruft das Land zur Bearbeitung. Bei der ersten und zweiten Feststellung wird sich noch zähneknirschend bedankt, ab der dritten Anbietung wird es meistens unfreundlich. Der zu erbringende Zahlendruck im täglichen Vergleich der Dienstgruppen macht uns zur Aufgriff- und Abgabepolizei und nicht gerade zu einer BOS auf Augenhöhe mit den Kollegen der Länder.
Eintrag von Grenzer am 30.Juni 2010
@controller: Die Akzeptanz der Kolleginnen und Kollegen beginnt mit dem Verständnis der Begrifflichkeiten. Seit zehn Jahren sammeln wir Führungsinformationen mit wechselnden Methoden. Und Niemand hat erklärt wo für. Du bist offentsichtlich vom Fach, was heißt EOS(t)?
Jörg Radek
Eintrag von Jörg Radek am 30.Juni 2010
@ Jörg Radek
EOS (t) ist das neue Modul Ergebnisorientierte Steuerung wobei das (t) für Training steht! Ich habe bei der Akademie angeregt die Personalräte einmal zu einem Controller-Lehrgang einzuladen! Der zuständige Dozent hat den Vorschlag mit Interesse entgegengenommen.
Schaun mer mal - vielleicht klappt es ja!
Ein Problem beim Controlling sind meiner Meinung nach die Führungskräfte weil sie noch in alten Denkschablonen denken. Diese Kräfte besuchen ja auch Controller-Lehrgänge in denen sie sich sehr interessiert zeigen! Kaum im Standort aber angekommen verfallen sie wieder in ihr altes Gedankengut.
Eintrag von Controller am 30.Juni 2010
@Controller
Mich beschäftigt eine Frage !!!
Wann geht es bei der Bundespolizei wieder um unsere Aufgabe und ab wann gilt ein alles bekannter Grundsatz
Prävention geht vor Repression ?
Ich bin 35 Jahre im Polizeidienst, ich verstehe es bis Heute nicht, warum der KSB zum Schreibtischtäter verkommen soll.
Es gibt einen Lehrfilm: Mütze zeigen !!
Es gibt keinen Lehrfilm: Nur wer schreibt ist ein
guter Polizist.
Wann wird von unserer Führung verstanden was der Bürger von der Polizei möchte.
Der Beamte in Uniform auf dem Bahnhof, in der Abfertigungshalle am Flughafen und in den Zügen.
Es kann also nicht sein, dass der KSB einen Großteil seiner Zeit am Computer sitzt.
Was kann also Controlling leisten, dass wir diesen Auftrag erfüllen.
Ich möchte es verstehen können.
Eintrag von Zweifel-hat am 1.Juli 2010
Wir befinden uns in einem Zeitalter wo Kosten, Strategien, und auch gewisse Kennzahlen ein Mittel sind um Inspektionen darzustellen, Visionen zu entwickeln und unsere Leistungen transparenter zu machen. Auch wir müssen eine gewisse Rechenschaft erbringen wie z.B. eine Inspektion sich ausrichtet, was Sie produziert, und wie es sich mit gewissen Lagefeldern verhält. Ich persönlich möchte nicht mehr die Zeiten der 90 er haben wo es niemanden interessiert was man eigentlich machte und man einfach vor sich hinarbeitete. Aber auch ich verwehre mich gegen Prozessunsinn und sinnlose Kennzahlencreationen. Die Ergebnisorientierte Steuerung wird in einen Unternehmen BPOL (und wir kosten nun mal Geld) nicht mehr wegzudenken sein. Wir produzieren zwar keine Waren aber dafür Dienstleistungen. Unsere Ergebnisse sind keine Verkaufszahlen sondern Festnahmen, Fahndungstreffer, Präsenz. Wenn die Ergebnisorientierte Steuerung richtig angewandt würde - mit Sicherheit ein gutes Instrument. Hier gilt es Transparenz zu schaffen.
Eintrag von Klartext am 1.Juli 2010
“Wenn die Ergebnisorientierte Steuerung richtig angewandt würde - mit Sicherheit ein gutes Instrument. Hier gilt es Transparenz zu schaffen.”
Klartext am 1.Juli 2010
Du sagst zu Recht, dass die EOS ein gutes Instrument wäre, würde sie richtig angewandt. Der darauffolgende Satz klingt wie eine daraus folgende Konsequenz, aber passt nicht ganz zum Kontext.
Es bedarf (erheblich) mehr Transparenz, stimmt, aber es müsste v.a. heißen “hier gilt es Transparenz zu schaffen und vom bisher eingeschlagenen Weg wieder abzuweichen, das Instrument Controlling und Kennzahlen neu für die Polizei zu definieren und umzusetzen”.
Ich finde den Gedanken, der hinter all dem steckt im Grundsatz durchaus nicht schlecht, wahrscheinlich auch einen Schritt in die richtige Richtung, aber es wird alles schlichtweg übertrieben.
Die Vorgaben sind übertrieben, das Tempo der Umsetzung und Terminsetzung ist übertrieben, das Engagement und die (politische) Gewichtung ist übertrieben.
Eintrag von Flat75 am 1.Juli 2010
Warum machen wir alles selbst.
Polizeieamte sind Polizisten und keine Verwalter.
Wenn wir Controller etc. brauchen, dann sollten wir auf dem freien Markt “Externe” suchen. Die kennen sich damit aus.
Polizisten gehören auf die Straße und nicht “fremdverwendet” hinter die Schreibtische!
Eintrag von ...... am 1.Juli 2010
@ Klartext
Sehr guter Artikel!
Hinsichtlich der Kennzahlen muss man natürlich sehr aufpassen dass man es nicht übertreibt. (Gemäß der typisch deutschen Tugend: Wenn schon gründlich dann richtig gründlich). Was das Anwenden der ergebnisorientierten Steuerung betrifft befinden wir uns in einem ständigen Optimierungsprozess. Dass es, gerade bei den Flächendirektionen, noch ein wenig holpert, ist normal!
Eintrag von Controller am 1.Juli 2010
Eintrag von Controller am 1.Juli 2010
es holpert ein wenig in den Flächendirektionen????
Das ist eher stark untertrieben!!!!
In unserer Inspektion werden einem Dienstanweisungen und Hausverfügungen um die Ohren gehauen, dass einem schwindelig wird. Dann verteidigt unser stellv. IL seinen “Stab”, denn dort verfügt man nicht über den Luxus wie in anderen “Stäben”, die 140 oder gar 200% Personalbestand haben. Mit anderen Worten, wir haben “nur” 100 %.
Wen er wohl mit 140% oder gar 200% gemeint haben könnte?
Eintrag von Multifunktionaler KSB am 1.Juli 2010
Hallo,
ich sehe den Eintrag von Contoller mal von dem Standpunkt aus, Jeder verteidigt seine Tätigkeit als Gut und Wichtig, weil er ja sonst einen nutzlosen Job verrrichten würde.Fakt ist doch, wir verwalten uns zu Tode, wenn das so weitergeht! Ich sitze gerade vor der Verfügung zu der neuen Kennzahl Präsenz und könnte Kotz…, was soll das bitte bringen?? Wenn wir die erforderliche Präsenzzahl nicht erreichen, bekomme ich dann endlich mehr Personal für die Aufgaben? Werden alle PVB, die die Verwaltung , wo auch immer mit Fremdbeschäftigt, wieder in den Außendienst geschickt, oder alle, die auf KSB-Posten sitzen, diesen Dienst nicht verrichten, aus welchen Gründen auch immer, zur PDU-Untersuchung geschickt? Lieber Contoller sorg doch hier mal für Transparenz und Verständnis!Mich erinnert das sehr an Machweb,viel Geld aus dem Fenster geschmissen, nichts getaugt, jetzt als Kennzahl neu eingeführt!!
Gruß von einem , der es Verstehen möchte und der wieder Polizist sein will!!!
Eintrag von Altgrenzer am 1.Juli 2010
Sollte diese Reform auf Grund von Daten des Controllings durchgeführt worden sein, dann war das wohl ein Schuss in den Ofen und wir können die Controller wieder auf Streife schicken.
Sollte die Reform ohne diese Zahlen gemacht worden sein, brauchen wir anscheinend Controlling nicht und wir können die Controller ebenfalls wieder auf Streife schicken.
Übermitteln eingentlich unsere Kennzahlenerfasser diese auch an die Werthebachkommission oder braucht auch die diesee Daten nicht?
Eintrag von schotter00 am 2.Juli 2010
@Altgrenzer
Sieh es doch mal so…durch die Erfassung der Kennzahl Präsenz und der Vorgabe mindestens 75% durch das BPOLP sparen sich die KSB die jährliche Antragstellung der AWV. Denn die fordert ja mindestens 50% Tätigkeiten außerhalb der Dienststelle.
Also somit AWV für alle, ohne Antrag hehehe
Eintrag von Badner68 am 2.Juli 2010
@ alle Controller,
Ein Sprichwort sagt: “Betroffene Hunde bellen.” Ich habe mich schon während des Grundstudiums in Köln manchmal gefragt, wo ich hier gelandet bin. Jetzt langsam verstehe ich. Niemand hat etwas gegen den objektiven Vergleich von Erbrachten Leistungen. Auch ich nicht.
Leider steht das Controlling vor der eigentlichen Kernaufgabe. Reine Zahlenhascherei unter Mißachtung von gesetzlichen Bestimmungen. Da soll nach §22Ia BPOLG befragt / kontrolliert werden bis zum Sanktnimmerleinstag, um Zahlen zu bringen…
… ob die Befragungen in dieser Dienststelle nach den gesetzlichen Bestimmungen überhaupt zulässig sind, fragt dann keiner mehr, wenn Grenzdienststellen (die IDF´s nach §23 BPOLG als Kennzahlen §22Ia abrechnen) mit Binnendienststellen (Bereich §3 BPOLG - Bahn) verglichen werden.
Jeden Monat werden in der Führungsbesprechung “ZAHLEN verglichen”, da muss ich schon manchmal an den Sozialistischen Wettbewerb in der ehem. DDR denken. Der Vortrag des Managementberichtes des vergangenen Monat dauert dann länger als die wichtigen Themen - EINSATZ der Kräfte und Aufarbeitung der vergangenen Einsätze (ehem. Nachbereitung genannt).
Von Zielvereinabhrungen kann auch in keinster Art und Weise die Rede sein - dies sind Zielvorgaben. Vereinbahrungen werden auf Augenhöhe getroffen und nicht von oben nach unten heruntergebrochen.
Ich werde mein Signum niemals unter solch ein Schriftstück setzen und mich zu rechtswidrigen Maßnahmen nötigen lassen und wenn ich niemals PHK dafür werde.
Ich lade jeden Controller gern zu einem Praktikum im Kernbereich unseres Aufgabenfeldes ein, dann kann er sein Wissen gern miteinbringen und vor den Mitarbeitern verkaufen und sich ein Bild von der Realität machen, dann kann er gerne versuchen dem normalen Streifen und Kontrollbeamten seinen Schwachsinn als Produkt zu verkaufen. Wenn unsere Controller in den Pausenraum kommen, stehen alle normalen Polizisten auf und gehen, weil sie das Controlling Gerede nicht mehr hören können.
Controlling = mehr Leute im Innendienst, weniger aurf der Straße, die dafür die Arbeit der Innendienstler mit machen dürfen. Warum ein Controller Polizeidienstzulage (Gefahrenzulage) bekommt, ist mir schleierhaft.
Normale und zur Organisation der Bundespolizei außenstehende Menschen denken ich mache Witze, wenn ich etwas von unserem Controlling erzähle. Kommentieren dann oft mit den Worten: “Dahin gehen meine Steuern?!?”
Eintrag von POK M.S. am 2.Juli 2010
Das größte Problem ist, dass viele unserer Obersten Heeresführer denken, dass sie Manager sind und einen Konzern leiten. Ich brauche eine Führungskraft und keinen Manager. Klare, rechtssichere, persönliche und transparente Entscheidungen. Kein Managementbericht, TQM, EOS und Prozeßlandkarten.
Was die Manager in der freien Wirtschaft alles angestellt haben sehen wir, ich sag´ nur Finanzkrise.
Eintrag von Streifer am 3.Juli 2010
@Controller
Danke für die Antwort auf meine Frage vom 01.07.2010 !!!!
Keine Antwort, ist in diesem Fall, auch eine Antwort.
Es ist dem Controller sch……egel,Zahlen müssen stimmen, egal wie unwichtig die Erhebung ist.
Eintrag von Zweifel-hat am 3.Juli 2010
…mal ganz davon abgesehen, dass es bei a l l e n NSI (”Neue Steuerungsinstrumente”) um Einsparungen geht (eine nähere Beschäftigung mit der Historie dieser “Wissenschaft” , vor allem in der Automobilindustrie,kann da recht hilfreich sein),ob man das konkret auch so nennt oder vornehmer “Effizienz” nennt, was dann prinzipiell eine andere Bezeichnung für Arbeitsverdichtung ist:
ich kann allmählich das Argument nicht mehr hören, die ganze Misere liege daran, dass das Controlling usw. nicht richtig angewendet wird…. - Das mag ja sein, offenbar kriegt man die r i c h t i g e Anwendung aber ebensowenig gebacken wie eine vernünftige Anwendung des vom Grundgedanken ja ebenfalls positiv zu bewertenden Sozialismus….
Fakt ist jedenfalls, dass uns die Anwendung eben dieser NSI bislang n i c h t s gebracht hat, ausser einem Haufen Ärger, einem Haufen Kosten , einem Haufen Personalaufwand, einem Haufen Kranken, kurz:
Es war schlicht fürn *****!
Die o.a. Entschuldigung greift auch deshalb zu kurz, weil man an verantwortlicher Stelle gefälligst die Folgen seines Handelns v o r h e r abschätzen sollte!
Zumindest aber sollte man die Größe haben, die Bremse reinzuhauen, sobald man merkt: es geht den Bach ´runter!
Und das zumindest sollte doch mittlerweile auch der größte Depp gemerkt haben!
Die Rechtfertigung erschöpft sich hingegen meistens im Phrasendreschen bezüglich “Zeiten knapper Kassen” (war das schonmal anders?), dass sich “in der heutigen Zeit nun mal alle an ihren Kosten messen lassen müssen” (an welchen denn bzw.warum eigentlich?),” Bürger erwartet einen effizienten öffentlichen Dienst” (Der Bürger würde den Teufel tun, wenn ihm bewusst wäre, was da mittlerweile unter dem Deckmäntelchen der Efiizienzsteigerung so abgeht!) usw.usw.
Deshalb muss auch die Forderung lauten: sofortiger Stopp der Anwendung a l l e r sog. NSI!
Eine Beschäftigung unter wissenschaftlichen Aspekten damit ist o.k., zumal auch wir als Polizei nicht vollkommen isoliert auf der Welt unser dasein fristen, aber schon für einen Feldversuch am lebenden Objekt ist die Polizei denkbar ungeeignet!
Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 3.Juli 2010
<… nichts ist gut am Controlling<
Wie bei allen Systemen kommt es zufördert auf den Bediener an. Und selbstverständlich gibt es immer Optimierungsbedarf.(@Controller) Es erscheint jedoch bemerkenswert, dass es bis heute keine allgemeingültige, anerkannte Definition/ Theorie des Controlling gibt. Nun mag der Versuch von Formalisierung/ Sinnbildung eine typisch deutsche Eigenschaft sein. Der entscheidende Punkt ist aber:
1. ich habe in unserer Behörde bis heute keine wissenschaftliche Methode entdecken können, die eine Ursache- Wirkungskette metamathematisch beweisen kann. Nicht einmal die axiomatische Methode der quantitativen Sozialforschung und Ceteris Paribus Klausel ist bisweilen bekannt, um nur mal 2 Begriffe zur Umsetzung von Controlling zu nennen. Die Unfähigkeit des Anwenders ist aber auf dem Höhepunkt dadurch gekennzeichnet, wenn er von Nutzenrechnung spricht. Es gibt keine Nutzenrechnung sondern nur eine Bewertung aus o.a. Punkt.
Das Projekt KLR wurde eingeführt und nach kurzem Bestehen ist es bis heute ausgesetzt! Liegt es wohl an der Unmöglichkeit der Leistungsrechnung?
Buchführung: mit was wohl die Behörde arbeitet, Kameralistik oder Doppik????? Frage zu KLR damit beantwortet.
Es werden weiterhin völlig sinnfreie Kennzahlen erfunden, die dann einem Vergleich (Benchmark) von Behörden dienen sollen, ohne dass gleichzeitig ein System der Wertschöpfungsnivellierung installiert ist.
In meiner Arbeit habe ich auf die Gefahr des Missbrauchs zur reinen Kostensenkung aufgrund § 7 BHO hingewiesen; heute ist es Realität.
Im Ergebnis muss wohl die Überschrift lauten:
“Nichts ist gut an diesem Controlling in unserer Behörde”
Eintrag von Adelheit am 3.Juli 2010
@ POK M.S.
Super Beitrag, da ist nicht’s mehr zu sagen.
Leider wissen unsere Manager aber nicht, was Polizeiarbeit ist, für die gibt es nur ihre Statistik und die erarbeitet der Controller. Deshalb ist er für unsere Führer auch so wichtig. Soll er doch mal ne Statistik über die vielen völlig unnötigen Statistiken aufstellen, da geht er danach in die Anstalt weil er merkt wie nutzlos er ist.
Auch ich werde als GL POK bleiben, weil ich diesen “Solialistischen Wettbewerb” nicht mit mache. An die Kollegen des mD. Es gibt auch im gD viele Kollegen die diesen Wahnsinn verabscheuen auch wenn sie es nicht offen sagen. Ob die Gewerkschaft dagegen ankommt, mag ich zu bezweifeln. Kümmert Euch mal darum, wo die 1000 PVB mehr auf der Starße geblieben sind. Zur Zeit sind es wohl an die 1000 weniger, dafür hat der Innendienst und die Stäbe, Direktionen eine Stärke von bis zu 200%. Wir auf der Straße, sollen aber mit 4-5 PVB, pro Schicht riesen Kennzahlen erbringen. Wir sind am Ende, aber die Führung merkt es noch nicht.
Eintrag von GL gD am 3.Juli 2010
Ich zitiere aus dem Artikel: “….über Controlling setzte sich bei den Beschäftigten der Eindruck fest, „dass man mit großem Aufwand Daten sammelt, die dann aber niemand wirklich benötigt, so dass das Sammeln von Daten mitunter zum Selbstzweck wird“.
Die derzeitige Situation ist nicht besser zu beschreiben! Ich könnte hier eine Litanei über verfäschte Statistiken brinen, ich lasse es, schüttle nur noch mit dem Kopf, lache in mich rein u. zähle meine Resttage.
Auch die Datensammelei war mit ein Grund, warum ich von ner Dienststelle mit großer Verantwortung zu ner Landdienststelle gewechselt bin. Ist zwar auch genug Statistikmüll, haber aber nur noch 1/3 KSB gegenüber früher zu “führen” u. insgesamt ist es hier ruhig. Hätte nie gedacht, mal die Finger von der “richtigen” Polizeiarbeit zu lassen. Aber es war gut so!
Eintrag von Karo1 am 3.Juli 2010
@controller,
-schalte einfach deinen pc ab (ist auch im sinne der sparverordnung)
-mache schichtdienst in einer der aufgaben 1-7 (wegen mir leite auch eine inspektion)
-denke an den steuerzahler
- k l i n k e dich aus dieser herde von controllern, statistikern, managern, optimierern und innendienstlern aus
- u n t e r s t ü t z e den operativen bereich durch deine man-power, nicht durch diese unsäglichen vorschläge und datensammerleien für den selbstzweck
-ihr seit so viele, da könnte man bestimmt mehrere einheiten bilden, die wir dringend brauchen -egal ob gd oder hd.
-hole dann eine artus-nr.
-s c h a l t e dann deinen pc w i e d e r ein.
Eintrag von kowallsky am 4.Juli 2010
@ Zweifel-hat
Genau so ist es!
@ kowallsky
Ich unterstüzte den operativen Bereich dadurch, dass ich durch die Implantierung weitere Kennzahlen die ergebnisorientierte Steuerung in der Bundespolizei unterstütze.
So, jetzt muss aber schnell weiter machen!
Eintrag von Controller am 5.Juli 2010
@ controller
Du provozierst doch bloß. Bist Du wirklich echt?
Eintrag von synergieeffektnutzer am 5.Juli 2010
Controlling an sich ist weder schlecht,noch falsch.Aber wie so viele Dinge bei der Bundespolizei wird es maßlos übertrieben und vollkommen praxixfremd umgesetzt.
Der Controller auf der untersten Ebene kann aus meiner Sicht dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden.
Akzeptiert oder nicht?
Eintrag von gelegenheitsgast am 5.Juli 2010
@ gelegenheitsgast
kann man so akzeptieren mit dem Zusatz, dass es auf dem Gebiet der Flächendirektionen übertrieben und teilweise praxisfremd umgesetzt wird.
Eintrag von Controller am 6.Juli 2010
@controller
…einen beitrag mit “ich” zu beginnen, sagt sehr viel…
…bist d u praxisfremd oder einer deiner vielen “nebenmänner” in den flächinspektionen? früher benutzte man das synonym “unabkömmlich” für solche fachkräfte.
…jeder hält sich für enorm wichtig, natürlich auch controller.
…meine meinung: eure verwendung ist quantitativ aufgebläht und ein “controller-abbau” wäre gerade in der jetzigen zeit ein möglicher ansatz dem wunschdenken von 1000 pvb mehr auf der straße irgendwann einen schritt näher zu kommen.
Eintrag von kowallsky am 7.Juli 2010
@ kowallsky
Ich meine, dass Du etwas praxisfremd bist. Die meisten Controller üben ihre Tätigkeit nämlich im Nebenamt aus, wie z.B. bei den Inspektionen und Abteilungen.
Ein schönes heißes Wochenende!
Eintrag von Controller am 8.Juli 2010
@ Controller
Nur weil manche Controller 3-4 mal im Monarch für mehr als 2 Stunden die Dienststelle verlassen, werdet ihr nicht zu Praktikern.
Bei uns gibt’ gar 2 Controller, soviel haben die zu controllen.
Ich find’ s immer lustig wenn Blinde von Farben sprechen.
Eintrag von Streifer am 8.Juli 2010
Hallo, eine zeitgemässe Diskussion erwarte ich eigentlich schon in einem solchen Forum. Ergebnisorientierte Steuerung wird nicht mehr wegzudenken sein aus der BPOL. Es ist nicht mehr möglich einfach nur Dienst zu produzieren ohne Ergebnisse oder Zielfelder welche eben mit Zahlen dargestellt werden. Auch eine Budgetierung wenn im Moment nur virtuell wird von der EOS erfasst. Wer sich davon verschließt ist einfach nicht mehr Zeitgemäß.
Jedoch brauchen wir Fachleute - welche einen sinnvollen Standart für die BPOL erarbeiten. Keine sinnlose Kennzahlenhascherei. Wir benötigen mehr Transparenz. Die meisten wissen gar nicht das es ein FIS gibt und für was es benötigt wird, sowie warum und wieso, Zahlen in diesem FIS abgebildet werden. Wenn die Basis nicht informiert wird dann braucht man sich nicht wundern das gegen Neues ersteinmal Abneigung besteht.
Eintrag von Klartext am 9.Juli 2010
Controlling… heißt Kontrollieren - Überprüfen - Überwachen
Was wird überprüft - überwacht? :
Kosten, insbesondere Personalkosten!
Im Klartext:
Vollständige betriebswirtschaftliche Optimierung (soll heißen: ausnutzen, ausquetschen) durch Überwachung selbst geschaffener Mindestanforderungen mit dem Ziel der Personalreduzierung.
Die Industrie begann mit REFA für die industrieelle Arbeitsoptimierung…
Später kam aus Harvard (verdammt, wo liegt das doch gleich?) das Budget und Staff-Controlling für die Mitarbeiter der Verwaltung (insbesondere Haushalt und Personal)und des Managements.
Und jetzt haben wir es auch, weil wir ja soviel zu verwalten haben……
Übrigens, die Magdeburger Studie beweist eindeutig, dass es hauptsächlich sogenannte “berufsfremde Tätigkeiten sind”, die zum Burnout führen….
Eintrag von :-( am 12.Juli 2010
Nachdem ich die einzelnen Kommentare gelesen habe, möchte ich nun doch was zum Artikel und den Kommentaren sagen.
Ich verstehe zum heutigen Zeitpunkt die ganze Aufregung nicht so ganz….
Nach über 35 Dienstjahren und 33 Jahren “auf der Straße”, davon fast 20 Jahre im Führungsbereich, habe ich mich vor knapp 2 Jahren entschlossen, etwas anderes zu machen.
Richtig: Controller in der Bundespolizei.
Warum werdet Ihr mich fragen…
In der Zeit als Führungkraft konnte ich immer wieder feststellen, dass unsere Ressourcen nicht optimal eingesetzt wurden. Dies ist auch heute noch so.
Aber man kann doch nicht verlangen, dass ein solches Instrument, nachdem es offiziell eingeführt wurde, sofort funktioniert. Dies dauert natürlich.
Fakt ist für mich, dass viele Mitarbeiter der Bundespolizei (hier im Forum fast alle) überhaupt nicht das Hintergrundwissen zur ergebnisorientierten Steuerung haben und deshalb viel Unsinn geredet und geschrieben wird.
Ja, es ist etwas Neues (dies ruft immer zuerst eine Ablehnung beim Einzelnen hervor), aber gebt dem Controlling eine Chance und lasst Euch von Euren Controllern oder der BPOLAK (vor allem die Führungskräfte) mal schulen; dann habt Ihr es verstanden und dann versteht Ihr auch die Arbeit des Controllers und den Nutzen der ergebnisorientierten Steuerung.
Auch den Personalvertretungen empfehle ich audfgrund des Artikels:
- erst mal informieren
- dann beobachten und
- nach etwa 3 Jahren –> dann erst Stellung nehmen
Nach dem Motto: “Nur wer handelt, kann gewinnen”
Eintrag von Controller2 am 11.August 2010
Ich verstehe zum heutigen Zeitpunkt die ganze Aufregung nicht so ganz….
Eintrag von Controller2 am 11.August 2010
,,,tut mir leid, aber ich glaube, dann hast offenbar D u nicht so ganz verstanden, um was es der Masse der Kritiker geht:
Es geht nicht darum, zu leugnen, dass fraglos “Ressourcen” nicht richtig eingesetzt sind ,
es geht auch nicht darum, zu leugnen, dass, ganz im Sinne der “Ergebnisorientierten Steuerung”, fraglos rein rechnerisch mehr aus jeder Zitrone, sprich aus jedem Beamten , herauszuholen ist.
Es geht aber darum, dass eine immer extremer “Ergebnisorientierte” Arbeitswelt schon rein von der Logik her immer auf Arbeitsverdichtung angelegt sein wird, alleine von daher das Arbeitsleben als solches sich immer “unmenschlicher” darstellen wird und von daher, wenn man´s überzieht, ein Schwenk ins genaue Gegenteil stattfinden wird: Zynismus,Resignation, innere Kündigung, im Extremfall dann Depressionen und letztendlich völlige Ausgliederung aus dem Arbeitsleben!
Es geht auch darum, dass wir in weiten Teilen genau diese Erfahrungen in den letzten Jahren gemacht haben!
Zugegebenermassen eventuell deshalb, weil man es komplett verkehrt angepackt hat, was aber nichts an der Tatsache als solcher ändert!
Und es geht darum, dass, gerade bei uns, wenn etwas neues ausprobiert wird, man meistens damit loslegt, bevor man die notwendigen Grundlagen geschaffen hat!
Weiterhin geht es darum, dass wir aufgrund dieser gesamten Versäumnisse und Fehler ein veritables Akzeptanzproblem haben!
Vor allem aber haben wir das Problem, dass uns die Erfahrung lehrt, dass das Abstellen von Fehlentwicklungen umso schwieriger wird, je länger wir sie sich verfestigen lassen!
Insofern wären wir auch sehr schlecht beraten, würden wir deinem Rat folgen und erst mal 3 Jahre “abwarten und Tee trinken”…
Am meisten “begeistert” es mich allerdings nach wie vor, dass die Bundespolizei es nicht nur ablehnt, aus den Fehlern anderer zu lernen (in diesem konkreten Fall weite Teile der sogenannten “Freien Wirtschaft”, Länderpolizeien wie NRW oder aus Niedersachsen usw.), sondern im Gegenteil geradezu wild darauf zu sein scheint, jeden eigenen Fehler möglichst noch 3mal in Serie zu wiederholen!
Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 13.August 2010
@Controller2
Gern gehe ich auf die Empfehlung der näheren Befassung mit dem Thema “Ergebnisorientierte Steuerung” ein. Der BHPR und die Gewerkschaft der Polizei Bezirk Bundespolizei befassen sich seit Mitte der 90iger Jahre mit den Konzepten des zunächst “schlanken Staates”,dann mit dem “modernen Staat”.Wir haben gemeinsam die Wirkungen der NStM durch die Uni Marburg untersuchen lassen. Nachzulesen in “Deutsche Polizei” Juni 2004.
Sicherlich ist auch bekannt, dass sich auf der Länderebene seit Mitte der 90iger Jahre die Polizeien mit derartigen Managementmethoden befasst. Die Polizei NRW galt bis vor fünf Jahren nach BaWü politisch als Muster für die Wirkung der Elemente der NStM. Nach dem Regierungswechsel 2005 wurden die weiteren Bemühungen eingestellt.
Eine Verwaltungsmodernisierung muß gegen die Strukturen zielen, die die Beschäftigten zwingen, sich derzeit bürokratisch und unflexibel zu verhalten. Erst das enge Korsett von Regelungen und Vorschriften , die immer detaillierter werden, produziert Bürokratie.
Durch die derzeitge Methodik wird die eine “Blindleistung” durch eine andere ersetzt.
Jörg Radek
Eintrag von radek am 13.August 2010