26. Juli 2010
GdP zur Loveparade-Tragödie:
Berlin, 26. Juli 2010: Nach der Duisburger Loveparade-Tragödie trauert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) um die 19 Todesopfer und bedauert die über 350 Verletzten. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Hugo Müller: „Die Gewerkschaft der Polizei spricht den Angehörigen und Hinterbliebenen das tiefe Mitgefühl aus. Aus Respekt vor den Opfern der Tragödie ist es unerlässlich, die Katastrophe zügig und mit Augenmaß aufzuarbeiten. Selbsternannte Sicherheitsexperten, die jetzt schon meinen zu wissen, wer die Verantwortung für die Tragödie zu tragen habe, handeln in höchsten Maße scheinheilig und unverantwortlich.“
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert eine sachliche und vorurteilsfreie Untersuchung der Tragödie. Der stellvertretende Vorsitzende der GdP, Hugo Müller, mahnte alle Beteiligten, keine Schnellschüsse in Richtung von vermuteten Verantwortlichen abzugeben. „Jetzt muss es zu einer lückenlosen Aufklärung ohne Ansehen der Person und Institution kommen“, sagte Hugo Müller. „Vorab kann festhalten werden, dass die eingesetzten Polizisten vor Ort besonnen gehandelt und hunderte von Personen gerettet haben. Ihnen und den tausenden Rettungskräften gilt unserer Dank!“
Die GdP erwartet von allen Beteiligten, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vorbehaltlos und konsequent zu unterstützen. „Derzeit liegen keine gesicherten Erkenntnisse über individuelles Fehlverhalten bei der Planung und Genehmigung der Veranstaltung vor. Da die Verantwortlichen einen friedlichen Charakter der Veranstaltung angenommen und ein Sicherheitskonzept abgestimmt hatten, ging man offensichtlich davon aus, alle notwendigen Vorkehrungen getroffen zu haben. Der schreckliche Verlauf der Loveparade weist aber darauf hin, dass die gesamte Veranstaltung dem Masseansturm nicht gewachsen war“, betonte Hugo Müller.
An alle Forum Teilnehmer,
ich habe so den Eindruck,dass sich niemand als Erster zu diesem Thema äüßern möchte (oder traut),deshalb fange ich mal an.Ich möchte zunächst den Angehörigen der Opfer mein tiefes Mitgefühl aussprechen.Es ist entsetzlich,was in Duisburg vorgefallenist.Wir haben durch Fernsehen,Rundfunk und Presse die verschiedenste Informationen erhalten.Es bleibt abzuwarten,welche davon Bestand haben werden oder sich als reine “Schlagzeilenreißer”, wie zum Beispiel “Bundespolizei hat alle Daten gelöscht” oder “Polizei und Feuerwehr haben rechtzeitig gewarnt” herausstellen werden.Wichtig ist aus meiner Sicht,dass eine schnellst mögliche Aufklärung erfolgt,wie es zu dieser Tragödie kommen konnte,wer die Schuld daran trägt und das vor allem,die Schuldigen (und ich hoffe sie können ermittelt werden)zur Verantwortung gezogen werden.Den Opfern hilft das nicht mehr,den Angehörigen der Opfer vieleicht ein wenig,meinem Rechtsempfinden würde es schon sehr helfen.
Eintrag von gelegenheitsgast am 26.Juli 2010
Die Katastrophe von Duisburg ist mit Worten nicht zu beschreiben. Heute wird das 20. Todesopfer beklagt, die Zahl der verletzten Menschen wurde auf über 500 hinauf gesetzt. Die Zahl der traumatisierten Menschen, auch KollegInnen der BOS-Dienststellen, die neben Landes- und Bundespolizei im Einsatz waren, ist noch gar nicht zu bemessen. Alle vorgenannten Menschen und deren Angehörige, aber auch die Öffentlichkeit im In- und Ausland haben einen Anspruch auf eine lückenlose Aufklärung des Gesamtgeschehens. Vor diesem Hintergrund ist es meines Erachtens nur zu begrüßen, dass den Duisburger Polizeikolleginnen und -kollegen die Last der Ermittlungen abgenommen wurde und nunmehr im Polizeipräsidium Köln die strafprozessualen Ermittlungen im Auftrag der StA Duisburg durchgeführt werden. Nur so kann unabhängig vom Ergebnis der sicherlich länger dauernden Ermittlungen sichergestellt werden, dass gerade in der Öffentlichkeit und bei den Angehörigen der Verstorbenen der Eindruck der Objektivität vermittelt wird, die sicherlich auch in Duisburg gegeben wäre, aber bei “unstimmigen Ergebnis” eben in Medien und Öffentlichkeit gleich wieder verneint worden wäre.
Gleich verhält es sich bei er Aufarbeitung des Polizeieinsatzes, der so die Presse, dem PP Essen übertragen wurde. Ich kann nur hoffen, dass Feuerwehr , Deutsche Bahn und auch unsere Bundespolizei nachziehen und ihren Einsatz im Sinne der Aufklärung und im Hinblick auf zukünftige Großveranstaltungen selbstkritisch nachbereiten.
Vor allem wünsche ich mir, dass die vor allem durch oder über die Medien verbreiteten Vorab-Schuldzuweisungen gleich welcher Richtung aufhören. Das hilft nicht wirklich weiter und belastet zudem die jeden Tag erforderliche Zusammenarbeit im “Tagesgeschäft”.
Eine bundesweite Schweigeminute unmittelbar vor Beginn der geplanten Trauerfeier in Duisburg würde ich sehr begrüßen.
Gruß aus Köln
Michael Möller
Eintrag von Michael Möller am 26.Juli 2010
Es wurde wieder mit politischen Druck, Kalkül und Deletantismus polizeilich taktische Entscheidungen ignoriert und überstimmt. Warnungen und Bedenken jeglicher Art wurden in den Wind geschlagen und jetzt hat wieder keiner eine Erklärung. Komisch es ist wie immer, Politik überstimmt mit Laienhafter Aroganz alles und jeden…..nur dieses mal sind leider Gottes Tote zu beklagen. Mein Beileid an alle die Opfer zu beklagen haben und meine Hochachtung an alle vor Ort eingesetzten Kollegen.
Eintrag von HIOB am 26.Juli 2010
Hier wurden m.M. nach fatale Organisationsfehler begangen.
Das es anders geht haben die 19 vorherigen Paraden gezeigt (zumindestens die letzten 10), die jährlichen Rock am Park und Rock am Ring Veranstaltungen um nur ein paar Veranstaltungen zu nennen.
Abzuwarten sind nun die Ergebnisse der Ermittlungen. Wenn nur die Hälfte der Informationen stimmen, die zurzeit durch die Presse geistern, dann müssen Köpfe rollen.
Mein Beileid an alle Angehörigen der Opfer.
Eintrag von MeineMeinung am 27.Juli 2010
@MeineMeinung: Über Wortwahl und Inhalten von Beiträgen haben wir an einer anderen Stelle sehr ausgiebigen Austausch. Es beginnt im Kleinen.
Jörg Radek
Eintrag von Jörg Radek am 27.Juli 2010
@Radek
Tut mir leid Kollege Radek, ich werde aus deinen 2 Sätzen nicht schlau.
Es gab im Sprechfunk mal ein Gerät zum kryptieren. Das diente dazu die Sprache zu verschleiern, so dass Unbefugte nicht mithören konnten.
Also sprich bitte klar.
Ich habe fast den Eindruck hier sollen alle eingeschüchtert werden ja nicht in die Nähe von Ausdrücken zu kommen die dem Big Brother missfallen könnten.
RS
Eintrag von RS am 27.Juli 2010
Mein Fazit dazu:Großveranstaltungen dürfen nicht um jeden Preis stattfinden. Die Bedenken einiger Experten blieben mal wieder auf der Strecke und das Ergebnis sehen wir jetzt.Ich kann nur hoffen, das man daraus ein wenig gelernt hat.
Mein persönliches Beileid an alle Angehörigen der Opfer.
Eintrag von Hoffnung am 27.Juli 2010
@MeineMeinung: Über Wortwahl und Inhalten von Beiträgen haben an einer anderen Stelle sehr ausgiebigen Austausch. Es beginnt im Kleinen.
Jörg Radek
Eintrag von Jörg Radek am 27.Juli 2010
Sorry aber ich verstehe deinen Text nicht.
Meine Wortwahl ist falsch? Mein Inhalt ist falsch? Welche andere Stelle?
Ich bitte um Erläuterung. Danke
Eintrag von MeineMeinung am 27.Juli 2010
@RS: Respekt und Ehrfrucht vor den Opfern verbietet die gewählte Wortwahl. Pietät hat auch nichts mit Zensur tun! Jörg Radek
Eintrag von radek am 27.Juli 2010
…bevor die Debatte hier aus dem Ruder läuft. Begrifflichkeiten wie “Köpfe rollen” mögen mittlerweile zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören. Sie sind jedoch angesichts der Tatsache von Toten und Verletzten unangemessen.
Eintrag von Ernst Jandl am 27.Juli 2010
ich denke es wird wie immer sein. Es gibt unzählige Expertenmeinung, Gutachten, Zeugenaussagen usw. Die Hauptverantwortlichen werden wegbefördert, ein paar kleine Entscheidungsträger müssen ihren Hut nehmen und dann wird so lange gewartet bis Gras über sie Sache gewachsen ist (wie z.B. Bombenagriffe auf Tanklaster im Irak). Und diejenigen die einen Angehörigen, Freund oder Bekannten verloren haben werden alleine gelassen.
Eintrag von cuk am 27.Juli 2010
bevor die Debatte hier aus dem Ruder läuft. Begrifflichkeiten wie “Köpfe rollen” mögen mittlerweile zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören. Sie sind jedoch angesichts der Tatsache von Toten und Verletzten unangemessen.
Eintrag von Ernst Jandl am 27.Juli 2010
Unangemessen? Finde ich nicht - aber jeder hat halt seine eigene Meinung.
Aber manche haben halt ein dünnes Fell.
Eintrag von MeineMeinung am 28.Juli 2010
Natürlich habe ich Respekt und Ehrfurcht vor den Opfern dieser fürchterlichen Tragödie.
Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Direkt wird sicher niemand zur Verantwortung gezogen werden.
Spätestens mitte nächster Woche wird der Posten des Oberbürgermeisters in Duisburg neu zu besetzen sein.
Den Opfern hilft das alles recht wenig.
Das ist traurig.
Eintrag von RS am 28.Juli 2010
Jetzt ist genau das passiert wovon schon seit Jahren geredet wird,speziell von der Basis.Das stetige einmischen politischer Möchtegernemporkömmlinge in taktische Entscheidungen,das ignorieren von Lagebeurteilungen der BOS Kräften vor Ort,das aufweichen von Vorschriften usw. usw.
Deshalb erübrigt sich diese leidliche Diskussion über eine bestimmte Wortwahl. Was hier in Duisburg abgelaufen ist ist schon ein gefühltes Verbrechen. Und schon allein deshalb muß gehörig bestraft werden. Ob da nun ” Köpfe rollen” oder nicht sei dahingestellt.
Es gibt massenhaft Äußerungen die mittlerweile dem normalen Sprachgebrauch angehören und nicht so gemeint sind wie sie klingen.
Massenpanik und Überfüllung übrigens kann auch in um über 200 % ausgelasteten Zügen und Bahnhöfen beim FBK passieren…..das taktische Konzept zu finden wäre die nun wichtigere Diskussion Kollege Radek. Keiner meint hie etwas böse,sondern will vieleicht etwas sensibilisieren und Druck ablassen
Danke
Ps. Ich hoffe das jeder so weiter schreibt wie bisher
Eintrag von HIOB am 28.Juli 2010
Laut der PK ist der Hauptverantwortliche der Veranstalter - Schaller. Sicherheitskonzept nicht umgesetzt, zu wenig Personal und erst als es zu spät war die Polizei um Hilfe gebeten.
Das Herr Schaller nur auf Profit aus ist kann man an seinem Geschäftsmodel McFit gut sehen. Und mit der Loveparade konnte man gut Geld schäffeln. Das ist nun gründlich schief gegangen! “Schuster bleib bei deinen Leisten” und eröffne neue Studios! Aber man munkelt ja schon, dass die Versicherung “nur” 7,5 Millionen Schadenssumme abdeckt - zu wenig sagen Experten. Wird da eine Fitnesskette bald Insolvenz beantragen?
Eintrag von MeineMeinung am 28.Juli 2010
Hallo,
was mich an der Diskussion in der Öffentlichkeit stört, ist, dass augenblicklich/sofort öffentlich (Presse/Fernsehen) nach “Schuldigen” gesucht wird u. “Experten” zu Wort kommen, die man zuvor nicht gehört hat. Ohne Hintergrundwissen kennt jeder die Wahrheit. Äußerungen von Passanten werden im Fernsehen als Tatsache hingestellt, obwohl sie subjektiv sind. Wir kennen ja aus dem Berufsleben die unterschiedlichen Sichtweisen von Zeugen bei ein u. demselben Sachverhalt. Es empfiehlt sich, nicht vorzuverurteilen u. die Ermittlungen abzuwarten. Dann sollten Konsequenzen gezogen werden, auch personelle, aber bitte auch nur, wenn tatsächlich schwerwiegende u. in der Planung erkennbare erhebliche Gefahrenquellen festgestellt wurden u. diese nicht beachtet worden sind.
Die Folge ist sonst (kennen wir auch bei uns), dass keiner mehr Verantwortung übernehmen will, bzw. Überregulierungen entstehen. Die “Schuldigensuche” kenne ich einfach zu sehr aus dem eigenen Laden.
Ich erinnere auch daran, dass die gleiche Öffentlichkeit/Presse, die jetzt anklagt, vor einem Jahr die Bochumer Stadtspitze abgeferkelt hat, weil die die Love-Parade wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt hat.
Ich bitte mich nicht als pietätslos zu betrachten. Das Drama hat sich auf wenigen Quadratmetern abgespielt, als die eingezwängte Menge zu nem plötzlich erkennbaren “Notausgang” drängte. Aber wenn ich am Verkehr von 1,4 Mio Menschen teilnehme, dann ist das so, wie wenn ich in nem Ballungsgebiet am morgendlichen Berufsverkehr teilnehmen. Es besteht immer ein Restrisiko, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.
Ich bitte also bei aller Trauer u. Betroffenheit um etwas Neutralität.
Eintrag von Karo1 am 4.August 2010