Castor – Rituale

Drei Wochen vor den Castor- Transporten nach Gorleben hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg gegen 500 Atomkraftgegner eingeleitet. Der Aufruf zum Entfernen von Steinen aus dem Gleisbett, dem sogenannten Schottern, sei eine Straftat. Die Zustellung von Vorladungen solle eine letzte Warnung sein, so die STA. Die Gewerkschaft der Polizei fordert von der Politik mehr Rückendeckung; sie wolle nicht für ungelöste gesellschaftliche Konflikte den Kopf hinhalten. „Die Polizei ist in dem Streit der Prellbock, obwohl sie für die Entscheidungen nichts kann“, sagt Dietmar Schilff, stellvertretender Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. 16 500 Polizisten werden im Einsatz sein – beim Castortransport vor zwei Jahren waren es unter 10 000. Hilfe aus Baden-Württemberg gibt es kaum – die Stuttgart-21-Proteste spannen fast alle Polizisten ein.

Die Bürgeriniativen sind präsenter und motivierter denn je. Die Politik der Regierung die Laufzeiten zu verlängern, hat sie angestachelt, sich querzustellen. Die im Vorfeld bereits eingeleiteten Ermittlungsverfahren sind Teil eines eingeübten Rituals aus Anlass der Castor – Transporten.  Leidtragende dürften auch in diesem Jahr die Einsatzkräfte seien. Sie müssen erneut ausbaden, was eine Politik von Provokationen im Vorfeld anrichtet.

Focus online (von Freitag, 15.10.2010)

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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken