Castor-Transport hat begonnen – Der Bundestag entscheidet morgen über die Laufzeitverlängerung

Die ersten Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll für das Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben haben die Wiederaufbereitungsanlage im nordfranzösischen La Hague verlassen und den Verladebahnhof in Valogne erreicht. Dies teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace in Hamburg mit. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften habe die Speziallastwagen mit den Behältern auf ihrem Weg zum Verladebahnhof begleitet. Atomkraftgegner in Deutschland machen seit Wochen gegen den Castor-Transport nach Gorleben mobil. Nach Angaben der Aktivisten haben am Sonnabend etwa 20.000 Menschen an 120 Orten entlang der Castor-Strecke demonstriert. In Frankreich wird der Atommüll-Transport in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Rund 10.000 Polizeibeamte werden beim Castor-Transport Anfang November in der Region Lüchow-Dannenberg erwartet. Auch bei früheren Castor-Transporten seien Polizisten in Kasernen untergebracht worden. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg und in La Hague haben die konkreten Vorbereitungen für den geplanten Castor-Transport bereits begonnen. Elf Tieflader würden zunächst zur Dannenberger Umladestation gebracht. Die elf Castor-Behälter würden ebenfalls in den nächsten Tagen auf einem Tieflader von der Wiederaufbereitungsanlage La Hague zum 30 Kilometer entfernten Bahnhof Valognes transportiert. Der Transport nach Deutschland wird für das erste Novemberwochenende erwartet. Der 600 Meter lange Castor-Schwerlastzug werde rund 2.500 Tonnen wiegen. Er soll die elf Behälter rund 1.000 Kilometer von Valognes bis zur Castor-Umladestation in Dannenberg bringen. Die letzten zwanzig Kilometer von Dannenberg nach Gorleben müssen die Behälter wieder auf der Straße transportiert werden, weil das Zwischenlager keinen Gleisanschluss hat.
Der Bundestag wird morgen über die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke entscheiden.

Beim Streit in der Atomdebatte sorgt vor allem die Frage für Kontroversen, ob bei der angestrebten Verabschiedung des neuen Gesetzes zum 1. Januar 2011 der Bundesrat einbezogen werden muss. Dort hat die Koalition seit der NRW-Wahl keine Mehrheit mehr. Sie plant, das Gesetz am 26. November lediglich zur Kenntnisnahme vorzulegen.

Um vor allem die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke zu verhindern, hat die SPD beim Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag eingereicht, um das Gesetz noch in diesem Jahr per einstweiliger Anordnung zu stoppen. Auch die Grünen und Die Linke hatten bereits den Gang nach Karlsruhe angekündigt. Die SPD will auch einen Antrag einbringen, wonach die Bundesregierung ihr Energiekonzept zurückziehen solle.

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Themenbereich: Allgemein, Auslandseinsätze | Drucken