GdP gegen Unterschiede bei Passagierkontrollen

Nach Herkunftsländern, Alter oder Aussehen unterschiedliche Personenkontrollen an deutschen Flughäfen lehnt die Gewerkschaft der Polizei ab. „Potenzielle Attentäter nur aus bestimmten Herkunftsländern mit bestimmten äußerlichen Merkmalen zu vermuten, könnte sich spätestens dann als gefährlicher Irrtum erweisen, wenn eine Person einen Anschlag verübt, die nicht in das Raster gepasst hat. Terroristen schlafen nicht.“ sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, in Berlin auf den Vorschlag des Deutschen Flughafenverbandes ADV. Witthaut:„ Solche Vorschläge klingen zu sehr nach dem Wunsch nach Zeitersparnis. Aber lieber eine halbe Stunde in der Warteschlange als ein Leben lang tot.“

Dagegen forderte der Gewerkschaftsvorsitzende die Entprivatisierung der Fluggastkontrollen. Witthaut: “Es ist ein Widerspruch, das so genannte Profiling und damit rein polizeiliche Fähigkeiten einzufordern und andererseits die Fluggastkontrollen oft gering bezahlten Kräften privater Firmen zu überlassen.“
Ohne hohe technische Standards, Menschenkenntnis und polizeiliche Erfahrung bei den Kontrollen sei die Luftsicherheit nicht zu gewährleisten. Es gehe, so Witthaut, nicht allein um die Interessen der Flugreisenden, sondern auch um die Sicherheit der Menschen am Boden, wie die Anschläge in den USA deutlich vor Augen geführt hätten.
Witthaut: „Auch das Umfeld des Passagierverkehrs an Flughäfen muss intensiv von geschulten polizeilichen Kräften im Auge behalten werden. Potenzielle Attentäter schlafen nicht.“

Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der GdP, im ZDF Morgenmagazin vom 29.12.2010

General-Anzeiger Bonn

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Themenbereich: GdP Bundesvorstand | Drucken

12 Kommentare
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  1. Was nützt es eigentlich die Passagiere unterschiedlich zu kontrollieren wenn täglich tausende Tonnen unkontrolliertes Frachtgut in der Welt herumgeflogen wird ?

  2. Eine „Rassentrennung“ bei den Luftsicherheitskontrollen der Passagiere wird ja in Israel schon seit langem praktiziert. Mit Erfolg. Allerding sind dafür sog. Luftsicherheitsprofiler erforderlich und die müssten wir erst ausbilden. Dennoch bezweifel ich stark, dass eine solche Maßnahme national umsetzbar wäre. Sie dürfte wohl heftig mit dem Gleichheitsgrundsatz des GG kollidieren und Herrscharen von wutentbrannten Gutmenschen mit rosaroten Brillen auf der Nase auf den Plan rufen.

    Die Grundidee ist ja nicht schlecht. Die Terrorgefahr geht ja nicht von allen Menschen gleichermaßen aus, sondern nur von einem bestimmten Teil. Von einem 75 jährigen deutschen Rentner auf dem Weg in den Sommerurlaub geht wohl eindeutig weniger Gefahr aus, als von einem 25 jährigen erzkonservativen Moslem, der nach mit Americam Airlines nach New York fliegen will.

  3. Ich würde hier auch gerne mal ein paar zeilen schreiben.

  4. Einfach schreiben. Auf gehts!
    Gruß
    Die Redaktion

  5. Es zeigt sich mal wieder wie Konzeptionslos die jetzige Bundesregierung versucht Problemfelder in der Sicherheit zu stopfen. Um ein System zur Luftsicherheit fahren zu können, wie der Staat Israel das seid zig Jahren macht, müsste man das ganze Paket übernehmen und sich nicht nur einen Teil davon rauspicken. Was würde das aber dann wirklich bedeuten?

    Jeder der auf einem deutschen Flughafen schonmal mit einer Isarelischen Maschine, in der Abfertigung, zu tuen hatte weiss was das bedeutet. Von dahher liebe Politiker, spart euch euren Handlungseifer lieber auf, ihr habt weder das Geld dafür noch das Personal um eine von euch propagierte Lückenlose Sicherheit zu gewährleisten. Mehr Sicherheit in Deutschland bringt nur mehr Polizei, weniger private Sicherheitsdienste und vor allem weniger politische Eingriffe in die Sicherheitsbehörden.

  6. @ Schahin Sharif Pakdaman

    Anscheinend hast Du den Artikel nicht richtig gelesen.

    Der Vorschlag stammt nicht von der Bundesregierung oder einem sontigen Politiker, sondern vom ADV.

  7. @Thorsten
    Wieviel weniger Terrorgefahr bei deinem Beispiel ist denn das? Ich fühle mich bei 100% Kontrolle deutlich sicherer und nehme Wartezeiten gern in Kauf.

  8. @Wicht

    100% sicherer fühlst du dich auch dann, wenn sich unkontrollierte Fracht in deinem Luftfahrzeug befindet?
    Na dann… guten Flug!

  9. @BKE PVB
    Profiling von Luftfracht?

  10. @ Wicht
    Ich geb dir ja Recht. Es wird ja auch nicht kommen. Auch ich neheme lieber Wartezeit für Sicherheit in Kauf. Leider denken nicht alle so.

  11. @Wicht

    Profiling von Luftfracht? Profiling von Mensch? Profiling von Tier?
    Profiling ist m. E. eine subjektive Angelegenheit und kann nicht erschöpfend ausgeführt werden. Eine 100% Sicherheit wirst du nicht erreichen, auch dann nicht, wenn jedes einzelne Päckchen aufgerissen würde.

    Das Restriskiko bleibt am Ende immer am Passagier/Reisenden hängen!

  12. @BKE PVB
    Ich halte mich an das Thema, du nicht – sorry.
    Hier geht es um Profiling bei der Passagierkontrolle, nicht um Luftsicherheit im allgemeinen. (siehe ganz oben)