Bundestag auf der Suche nach Glück

Der Deutsche Bundestag hat heute eine Enquete – Kommission eingesetzt, die nach Alternativen zum Bruttosozialprodukt suchen soll. Ziel dieser Kommission ist, das Glück und das Lebensgefühl der Menschen zu fördern. Der Ökonomie – Nobelpreisträger Daniel Kahnemann geht seit Jahren der Frage nach, ob die Politik etwas für das Gück der Menschen tun kann, von denen sie gewählt wird. Er ist dabei zum Ergebnis gekommen, dass die Politik sehr wohl Einfluß auf das allgemeine Wohlbefinden der Gesellschaft nehmen kann. So fördere etwa eine Politik die Zufriedenheit, die lange Pendelwege der Arbeitnehmer vermeide und die soziale Kommunikation fördere.

Deutschlands Wohlstand wird neu vermessen (Artikel auf Welt online)

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13 Kommentare
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  1. edi
    Schon wieder Visionen ?
    Nein ! nicht wirklich. Ungeachtet der Probleme der Gegenwart verbirgt sich dahinter bestimmt ein sehr erstrebenswertes Vorhaben für die Zukunft.
    Nur wird dies wohl in einer Zeit der Vergötterung des Kapitals einen Umdenkungsprozeß verlangen, den ich unserer gegenwertigen Arbeitswelt der Kälte und des Karrierismus nicht zutraue.
    Bleibt also eine Hoffnung für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder.
    Wäre mal ganz was Neues, wenn den Mächtigen dieser Erde -den ein Land alleine kann das ja wohl nicht schaffen- nicht mehr nur ihre eigene Machterhaltung, sondern das Glück derer im Sinne hätten, denen sie eigendlich verpflichtet sind.
    Solange man aber selbst in Demokratien die Lüge im Wahlkampf (und nicht nur da)für legitim und den Souverän (das Volk) für Wahlvieh (bitte den Ausdruck zu entschuldigen), dass betrogen werden will, hält, steht uns und unseren Kindern diesbezüglich wohl noch ein langer, steiniger Weg bevor, der sehr viel Geduld erfordert.
    Möge dieser Weg friedlich sein und geprägt vom Toleranz und Geduld.
    In Liebe für Freiheit und Demokratie

    edi

  2. Im SPIEGEL dieser Woche findet sich ein Bericht über Superreiche u. deren Jachten. Lesenswert! (Versteuerung großer Vermögen: Fehlanzeige!). Daneben ein Artikel über die Preissteigerungen an Lebensmitteln (Weizen) u. Rohstoffen, für uns ärgerlich, für die Armen der Welt lebensbedrohlich. Dazu nehme man die Wirtschaftsverbrechen der Banken, allen voran der deutschen Landesbanken mit den diversen Politikern im Aufsichts-, Verwaltungsrat. Man nehme mittlerweile über 30 „Parlamentarische Staatsekretäre“ (PS) – nichts anderes als „verdiente Parteigenossen“ die zusätzlich Geld einstreichen. Unnötig wie ein Kropf u. eine Vermischung von Legislative mit Exekutive …. das Kabinett, dessen Mitglieder wie die PS zugleich als Abgeordnete/Legislative über sich selbst abstimmen… Dann die Politiker, die nach Ausscheiden aus dem Amt in der Wirtschaft fürstlich versorgt werden, bzw. erst dann den großen Reibach machen (Parteiübergreifend!). Wofür u. warum wohl? Und wir unterschreiben regelmäßig den Korruptionserlass von Kanther. Derjenige, der 20,8 Millionen CDU-Vermögen im Aktenkoffer in die Schweiz hat schleusen lassen und bis heute sein Unrecht nicht einsieht, weil es nicht sein persönliches Vermögen war! (Dann schaffe ich mal einige 10000 Euro meines Sportvereins in die Schweiz – mal sehen ob mir auch nichts passiert…). Dann die sog. „Wahlen“, bei denen in Hinterzimmern u. auf Parteitagen ausgeklüngelte Wahllisten vorgelegt werden. Etliche Bundesländer, die längst ihre Daseinsberechtigung verloren haben u. nur noch als Pfründe u. Erbhöfe diverser Parteien dienen. Das Lobbyistentum, das tatsächlich die Gesetzgebung bestimmt… Angefangen von der Pharmazie, dem Energieunwesen u. der Lebensmittelindustrie…

    Ich glaube an nichts mehr in der Politik. Seit etlichen Wahlgängen (ausgenommen Kommunalwahlen) bin ich bewusster(!) Nichtwähler. Durch mich erhalten die Politiker nicht noch die Berufung auf eine große Wahlbeteiligung. Nur durch plebiszitäre Elemente kann das Volk wieder Vertrauen und Einfluß auf das politische Geschehen gewinnen. Und rede keiner was von „beeinflussten/manipulierten Plebisziten“, z.B. Einführung der Todesstrafe nach besonders widerlichen Verbrechen. Den Blödsinn, den die Politik seit Jahren verzapft, können wir nicht toppen. Und außerdem können bei Plebisziten „Sicherungen“ eingebaut werden, z.B. eine Zurückweisung durch das Parlament. (Dann müssen die aber Farbe bekennen).Plebiszite erhalten wir (das Volk) aber erst, wenn wir bewusst nicht mehr zur Wahl gehen. Oder auf die Straße: „Wir sind das Volk.“ Aber dazu geht es uns (noch) zu gut. Und dann noch unsere „BPOL-Reformen“. Wieso wir nur 25% Burn-out-Kranke haben ist mir schleierhaft. „Ich kann nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte“, sagte Max Liebermann beim Anblick des Fackelzuges zu Hitlers Machtergreifung. Ich auch nicht!

  3. Eine Glückskommission? Was soll denn dabei heraus kommen? Und wie bindend sollen diese Empfehlungen denn dann sein?

    Zunächst ist jeder selbst seines Glückes Schmied. Es kann und sollte nicht Aufgabe des Staates sein, die Menschen glücklich zu machen. Als nächstes schreibt mir der Staat dann wohl auch vor, wie ich glücklich zu werden habe? Nein danke. Diese Freiheit möchte ich mir behalten. Wir hatten das doch auch schon anders. Ich bin sehr froh über die vielen Möglichkeiten seit ’89 (und nicht ’68!!!), auch wenn damit Risiken verbunden sind.

    Der Staat kann nur einen Rahmen vorgeben. Dieser sollte fair sein, gleiche Voraussetzungen schaffen und Ausbeutung und Missbrauch verhindern. Nicht mehr, und nicht weniger. Jedenfalls ist bis dahin noch ein langer Weg zu gehen. Dies wäre wichtiger, als eine unnütze Kommission, die mein Glück messen will. Selten so einen Käse gelesen.

    Und Herr Kahnemann sollte wissen, dass nicht der Staat lange Pendelwege vorschreibt, sondern das entscheidet jeder für sich selbst, weil er zwischen kurzer Arbeitsweg und sozialen Wurzeln abwägen und entscheiden muss. Dafür kann aber der Staat nichts. Im Gegenteil, er würde kurze Arbeitswege dann besonders fördern, wenn es die Kilometer-Pauschale nur für die ersten 10-20 km geben würde. Die derzeitige Situation belohnt ja geradezu die langen, sowohl ökonomisch als auch ökologisch bedenklichen langen Arbeitswege. Nur will man (der Souverän) diese Politik? Nein, da ist Jedem das Hemd näher als die Hose.

    Erst wenn das „Wahlvieh“ nicht eigene Interessen („Wahlgeschenke“ etc.) über das Gemeinwohl („schlanker Staat“) stellt und damit zeigt, sich nicht länger verkaufen lassen zu wollen, wird es ernsthafte Politik geben. Daher ist nicht die Politik/Regierung schuld, wie gern behauptet, sondern jeder selbst, der sich stets aufs Neue blenden lässt ohne zu hinterfragen. Daher gilt auch der Spruch:
    „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ (wobei dies nur für demokratische Gesellschaften gilt!!!)

  4. Das hört sich an wie „Brot und Spiele für das Volk“ damit es ruhig und dumm gehalten wird. Unterdessen kann man oben an der Macht manipulieren und sich Einfluß und Geld sichern.

  5. Solange die Politiker nicht auf die (notfalls falsche) Meinung des kleinen Mannes (auch des Beamten) hören, sondern auf die Claqueure aus den oberen Riegen, die nicht sagen wie es ist, sondern wie es gewünscht ist, wird sich nichts ändern.
    Abgesehen davon ist Glück ja wohl stets ein Gefühl, welches von dem Moment und dem Auge des Betrachters abhängt.

  6. @ Karo1:

    Das kann ich so nur unterschreiben! Bei der nächsten Bundestagswahl wird es ein Wahlalternative geben, die sich für diese plebiszitären Elemente einsetzt und diese in Ihrem Programm auch fordert. Man kann in Berlin schon sehr gut sehen, wie sehr dem Gutmenschentum der A…h auf Grundeis geht.

  7. @ Andreas Wiedner:

    Nach allen Einträgen, die ich bisher von Karo 1 gelesen habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass Karo 1 Herrn Stankewitz mit seiner rechtspopulistischen Freiheit als Wahlalternative ansieht!
    Bei der Truppe würde Herr Liebermann sicherlich auch heute einen Würgereiz verspüren.

  8. @Schotterdedektiv:

    Das weißt Du bestimmt besser als ich, nicht wahr? Aber die Parteien die jetzt im Bundestag sitzen sind alle glaubwürdig und leiten uns aus der Krise, ja?

    Hast Du eigentlich das Programm der Freiheit gelesen, oder plapperst Du nur nach was der Mainstream diktiert? Hast Du Dich schon einmal auf der Website der Freiheit informiert? Ich denke nicht; sonst würdest Du auch Namen richtig schreiben!

    Wenn Du in Kleinpusemuckel wohnst, mag Deine Welt ja in Ordnung sein, jedoch wohne ich in Berlin und sehe jeden Tag wie unsere Etablierten versagen!

    Im Übrigen fand ich nicht in Ordnung das mein obiger Beitrag von der Redaktion gekürzt wurde, so sieht der Artikel nämlich ein wenig verloren aus.

  9. Heh, Schotterdedektiv- Karo1 hat den Nagel aber auch so voll auf den Kopf getroffen, dass es besser nicht geht und warum ist jede Partei welche nicht links ist automatisch rechts???? Kollege Wiedner hat da seine Meinung und die wird schon irgendwie gewachsen sein mit der Zeit. Die anderen Parteien bringen es halt nicht und lügen und betrügen uns und den Souverain nur zwecks Machterhalt. Ich mag da auch schon garnicht mehr hinsehen und -hören. Volksentscheidungen wie in der Schweiz kann ich persönlich nur befürworten, denn das ist gelebte Demokratie wenn man „dem Volke aufs Maul schaut“!! Ich persönlich fühle mich in „dieser“ Demokratie schon lange nicht mehr vertreten. Hast in deiner polizeilichen Arbeit scho manchmal gehört ,was der einfache Steuerzahler zu uns sagt, wenn die gleiche Straftat zum x-ten Mal erfolgt und es der selbe Täter war beim letzten 10 Mal???? Da kann man so Sachen hören …..
    Nichts für ungut -Gott sei Dank kann in diesem Lande jeder selber festlegen, welche politische Richtung und Meinung er vertritt und unterstützt:-)!!!!Man sollte das achten und nicht gleich ins un“rechte“ Licht setzen!

  10. Zu all den Einträgen kann ich nur sagen:
    „Glück kann man nicht verordnen, man kann es nicht befehlen.“
    und viele leben eben nicht in Umständen, die es ihnen erlauben diese entscheidend zu verändern.
    Man kann aber zumindest versuchen im Großen wie im Kleinen einen Nährboden zu schaffen, auf dem Glück und Zufriedenheit wachsen und gedeihen können.
    Wir reden hier schließlich von einem gesellschaftlichen Vorhaben und nicht allein über Arbeitsumstände in der Bundespolizei.

    Eine kleine Anmerkung sei mir noch zum Thema „der Staat“ erlaubt.
    Der eine oder andere sieht hier wohl ein von den Menschen losgelöstes abstraktes Gebilde. Aber sind nicht wir alle der Staat und nehmen uns durch eine gedankliche Trennung von Staat und Mensch nicht etwa nur aus der Verantwortung?
    Staat und Volk sind keine unterschiedlichen Pole.“
    Es ist richtig „Jeder ist seines Glückes Schmied“ aber die Fundamente für diese Schmiede müssen wir alle miteinander legen. Als Staat und Gesellschaft.
    Dazu gehört es aber auch Mißstände anzuzeigen und diejenigen, die sich aus der Verantwortung stehlen wollen oder es schon getan haben an den Pranger zu stellen.
    „Jeder ist sich selbst der Nächste“ hat nichts mit Glück und Zufriedenheit zu tun, sondern führt vielmehr in den Anarchismus.
    edi

  11. Ich kann nicht ganz nachvollziehen was dieser Beitrag in einem Gewerkschaftsforum der Polizei zu suchen hat.

    Wer daran glaubt, dass eine Regierung Einfluss auf Glück und Zufriedenheit des Bürgers nimmt, dem ist wohl nicht zu helfen.

    Und wer daran glaubt, dass durch einen Regierungswechsel alles gut wird, glaubt wohl auch daran, dass ein Zitronenfalter, Zitronen faltet.

    Munter bleiben,
    RS

  12. Ebenso wenig wie RS erschließt es sich mir, warum dieser Artikel hier eingestellt wird.

    Vielleicht gibt es ja bald ein Kompetenzzentrum für Glück und Lebensgefühl, die dann bei der Bundespolizei angesiedelt werden könnte.

  13. karo1:

    !!!!!!!!!!!!Dir ist nichts, aber auch gar nichts mehr hinzuzufügen!!!!!!!!! Bravo!
    Ich für meinen Teil habe schon lange entschieden, daß ich gegen deutsche Bürger die sich auflehnen werden gegen dieses System,(ein anderes Wort würde es bei weitem nicht charakterisieren), nicht in erster Knüppelreihe stehen werde.Das kann ich mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren und ich will mich auch später nicht gegenüber meinem Kind dafür rechtfertigen.