GdP fordert „Sicherheitsgarantie“ für deutsche Polizei in Afghanistan

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat angesichts eines möglichen Abzuges der Bundeswehr aus Afghanistan eine „Sicherheitsgarantie“ für die deutschen polizeilichen Aufbauhelfer gefordert. Jörg Radek, stellvertretender GdP-Vorsitzender und im Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstand zuständig für Auslandsmissionen: „Unsere Kolleginnen und Kollegen in Afghanistan verfolgen mit gemischten Gefühlen die Diskussion in Deutschland über einen Abzug der Bundeswehr, während gleichzeitig die Ausbildung afghanischer Polizisten durch deutsche Beamtinnen und Beamte weiter betrieben werden soll. Es muss sichergestellt werden, dass unsere Kolleginnen und Kollegen am Hindukusch auch weiterhin militärischen Schutz bei ihrer Arbeit genießen können.“

Radek, der von einer Reise nach Afghanistan zurückgekehrt ist, zeigte sich sehr zufrieden über die Fortschritte der polizeilichen Aufbauarbeit: „Es ist immens, was die deutsche Polizei dort geleistet hat. Diese Arbeit muss nun auch in Sicherheit vollendet werden können.“

Zwar treffe es zu, dass die zivile Aufbauarbeit, wozu auch der Aufbau eines Polizei- und Justizwesens gehöre, künftige Priorität vor militärischem Engagement haben müsse. Dennoch, so Radek, seien gerade die Ausbildung von afghanischen Polizisten und der Aufbau eines Rechtsstaates den Aufständischen und Kriminellen ein Dorn im Auge.

Radek appellierte an die Bundesregierung vor der Entscheidung über die Mandatsverlängerung am Freitag im Bundestag, auch eine realistische Einschätzung über den Fortgang des polizeilichen Engagements in Afghanistan vorzunehmen.

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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken

5 Kommentare
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  1. Wie bitte will man denn eine „Sicherheitsgarantie“ in einem Bürgerkriegsland geben ?
    Was machen unsere Kollegen so weit weg von der Heimat ?
    Der Polizeiberuf ist im eigenen Land schon gefährlich genug.
    Hier fehlen die Kollegen auf der Strasse um für den Bürger Sicherheit zu gewährleisten !

  2. Ich schließe mich PVB an…
    Wir haben im eigenen Land genug zu tun und nichts in Afghanistan usw verloren…

    Wir brauchen JEDEN Beamten in Deutschland!! Wir haben hier genug Probleme mit der inneren Sicherheit!!

  3. Moinsen,

    der Begriff „Sicherheitsgarantie“ ist bei einem Einsatzgebiet wie Afghanistan nicht ganz glücklich, ist meiner Lesart aber auch nicht im eigentlichen Sinne dieses Wortes gemeint, sondern dahingehend, dass man sich Gedanken machen muss, wie die Sicherheiet der Kollegen bei einem Abzug der Bundeswehr gewährleistet werden kann.

    Zu der Frage „…was machen wir so weit weg von der Heimat?“ möchte ich anfügen, dass deutsche Polizisten und deren Wissen einen ausgesprochen guten Ruf haben und andere gerne davon partizipieren.

    Ein über dreißig Jahre durch Krieg und Bürgerkrieg geschundenes Land hat Anspruch auf eine friedliche Entwicklung. Diese unterstützt die Bundesrepublik mit derzeit ca. 200 PvB, um eine funktionierende Polizeistruktur zu schaffen. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind im § 65 II BPOLG fixiert und wurden bilateral zwischen der Bundesrepublik und Afghanistan vertraglich geregelt.

    Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob diese 200 PvB von Bund und Ländern (Königsteiner Schlüssel) tatsächlich solche Lücken reißen, dass die Struckturen auf den einzelnen Dienststellen nicht mehr aufrecht erhalten werden können. Sind hierfür nicht eher die Dauerabordnuungen, die hohen Krankenstände, das Abbauen von Überstunden verantwortlich?? Wieviel Kollegen machen mehrere Funktionen gleichzeitig … wieviel Kollegne sind zusätzlich in x-beliebigen Projektgruppen … ?

    Die Personalstärke für die Aufgabenvielfalt ist zu dünn, hier muss angesetzt werden.

    Auslandsverwendungen sind vielen aus unterschiedlichen Gründen ein Dorn im Auge; meiner Ansicht nach sind diese Verwendungen eine Bereicherung für die Behörde und auch für jeden einzelnen PvB. Man sollte schon ab und an über den Tellerrand schauen, um eine entsprechende Weitsicht zu erhalten.

    In diesem Sinne grüße ich alle im Ausland eingesetzten Kollegen und wünsche eine glückliche Heimkehr!

    Ole

  4. Es gibt dort keine Sicherheit, ob mit oder ohne Bundeswehr . Ohne BW ist dort keiner mehr seines Lebens sicher. Aber allein, dass die BW abzieht ohne das die strategischen Ziele erreicht wurden , zeigt doch auf, dass dort eben kein demokratisch gedachtes Ziel zu erreichen ist. Und die vertragliche Regelung mit den AFG Vertretern , was ist das wert , mit einem korumpierten System Verträge abzuschleißen, ? nichts !
    Kurze Zeit nach dem Abzug allierter Kräfte wird dort alles zerstört, abgebaut und verscherbelt sein, und alle Soldaten und Polizisten , nicht zu vergessen zivile Helfer, sind alle für umsonst draufgegangen .

  5. Lieber „insulaire“!

    Gehst Du Dein ganzes Leben so schwarz-seherisch durch die Welt? Warst Du schon in Afghanistan?

    Die Bundeswehr trägt in Afghanistan mit Sicherheit einen wichtigen Teil zur Stabilität bei, ist aber auch nicht die einzige Armee die dort eingesetzt ist. Das sich Gedanken über einen Abzug gemacht werden ist nur folgerichtig, denn nur wenn ich weiß wie ich aus einer solchen Mission wieder heraus komme, sollte ich hinein gehen.

    Hinsichtlich der Korruption ist Afghanistan bei weitem nicht der einzige Staat auf diesem Planeten, der dieses Problem hat; in diesem Zusammenhang darf ich nur an einige deutsche Großkonzerne erinnern, die sich ihre Geschäfte mit entsprechenden Zahlungen sicherten und teilweise zu millionen-schweren Strafzahlungen verurteilt wurden.

    Ich denke, Afghanistan und seine Bevölkerung haben es verdient, dass wir uns dort engagieren. Wenn wir in unsere Geschichte schauen, so hat es auch einen deutlichen Anstoss gebraucht, um eine funktionierende Demokratie zu bekommen.

    Also, die Nase nicht so hoch tragen!

    Ole