Nur gemeinsam feiern . . .

Von Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei

Das Jahr 2011 beginnt so, wie das Jahr 2010 endete. Unsere Kolleginnen und Kollegen nehmen nicht nur ihre Überstunden sowie ihre an Körper und Seele wahrnehmbare Belastung – und damit häufig auch berlastung – aus dem alten Jahr mit in das neue Jahr 2011. Sie werden auch im neuen Jahr wieder genug Arbeit haben. Und sie werden einen zentralen Beitrag zur internationalen Terrorbekämpfung sowie zur Beibehaltung von Sicherheit und Ordnung in Deutschland und darüber hinaus leisten.

Das anstehende nächste „Sommermärchen“, die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011, sowie der Besuch des deutschen Papstes in seiner Heimat, sind nur zwei Ereignisse, die darüber hinaus für die Bundespolizei anstehen werden. Im Jahr 2011 hat die Bundespolizei aber nicht nur die Aufgabe, Feierlichkeiten zu schützen, sie hat auch selbst Jubiläum: Am 22. März 1951 trat das erste Bundesgrenzschutzgesetz in Kraft. 10 000 Männer des Bundesgrenzschutzes (BGS) marschierten als eine Art „Ersatzarmee“ in die Kasernen ein. „Gefährliche Störungen der öffentlichen Ordnung, die gegen die Sicherheit der Grenze gerichtet sind, zu verhindern“, – das war die Aufgabe des Bundesgrenzschutzes der ersten Stunde. Die Grenze, die zu sichern war, ist verschwunden. Friedlich ist „zusammengewachsen, was zusammengehört“. Der Bundesgrenzschutz, die heutige Bundespolizei, hat die alte Aufgabe 1990 erledigt“, aber gleichzeitig eine neue zentrale Rolle beim Zusammenwachsen Deutschlands übernommen. Dem historischen Verdienst, den sich die Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei aus Ost und West gerade in den Vereinigungsjahren erarbeitet haben, gebührt Würdigung! Und ich bin mir sicher, dass die Geschichte dafür auch einen Platz einräumen wird.

Heute ist Europa ein grenzkontrollfreier Raum; – von Portugal bis zur Ukraine und der Bundesgrenzschutz heißt jetzt Bundespolizei. Die Namensänderung ist fraglos ein weiteres historisches Ereignis, das in allen seinen Wirkungen heute sicher überhaupt noch nicht absehbar ist. Die Stunde – im Sommer 2002 – in der ich mit dem damaligen Bundesinnenminister Otto Schily, im Beisein des damaligen Staatssekretärs Claus Henning Schaper, diese Namensänderung besprochen und vereinbart habe, wird auch für mich selbst immer eine ganz herausragende Stunde bleiben. Die Bundespolizei 2011 leistet heute, enger Kooperation mit den Polizeien der Länder, für die Sicherheit der Menschen in unserem Land einen ganz zentralen Beitrag. Das Ansehen der Bundespolizei bei den Menschen in unserem Land und in der Politik ist weiter gestiegen. – Wertvolle Arbeit führt aber noch lange nicht bei allen Kolleginnen und Kollegen auch zur entsprechenden Anerkennung durch die Verbesserung von Bezahlung und Arbeitsrahmenbedingungen. 10 000 Kolleginnen und Kollegen werden nach wie vor nach den Besoldungsgruppen A 7 und A 8 bezahlt. Und vor allem auch Verwaltungsbeamtinnen und beamte sowie Tarifbeschäftigte werden nicht so bezahlt, wie es ihr Einbringen für das gemeinsame Gut Sicherheit erfordert. Überlastungen sind an der Tagesordnung! Viel zu viele Menschen in der Bundespolizei bezahlen das Einbringen für ihre Arbeit mit ihrer Gesundheit! Das deutlich zu machen und für Abhilfe in diesen Bereichen zu sorgen, das wird die zentrale Aufgabe der Gewerkschaft der Polizei zum 60. Geburtstag der Bundespolizei sein. Alle, die in den letzten 60 Jahren in und an dieser Bundespolizei arbeiteten, haben gerade in diesem Jahr Grund, stolz zu sein. – Sie haben ganz Wertvolles für unser Land und seine Menschen geleistet. Grund zum Feiern haben wir aber erst dann, wenn alle in der Bundespolizei fair und gerecht von dieser Arbeit profitieren.

Lasst uns gemeinsam alles dafür tun, sodass wir auch gemeinsam feiern können!

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32 Kommentare
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  1. Wir werden ausgelutscht bis auf`s Letzte. Das ist das, was ich aus 2010 nach 2011 mitneheme. Und da sehe ich keinen Grund zum feiern. Weder gemeinsam, noch allein. Mein bester Freund wird wohl bald Johnnie Walker werden.
    Aber dafür haben wir ja eine Suchtprävention. Schlimm, dass wir sowas überhaupt brauchen, wo doch jeder von uns eine Knarre in der Tasche hat. Diese Behörde demontiert sich und ihre Mitarbeiter selbst. Und das mit einer Konsequenz, wie ich sie mir nicht mal zu träumen gewagt hätte.

  2. Ich wurde beim BGS 1983 eingestellt.
    Mir gefiel es zu dieser Zeit sehr gut.
    Mit allen Annehmlichkeiten und mit allen Widrigkeiten.

    Heute bin ich POM.

    Schlimm finde ich die stattgefundene Entwicklung, ich möchte nicht näher auf die versch. Situationen eingehen,
    mit mittlerweile 45 Lebensjahren ganz einfach nur festzusitzen.

    Absolut klasse finde ich die jungen Beamten, auch wenn es nur wenige sind.
    Das Selbstbewusstsein der „Jungen“ hatten wir damals nicht.

    Auch wenn ich dies schätze, alles Selbstbewusstsein, kann nicht die „Weisheit“ ersetzen, die mit der Zeit kommt.

    Was will der Staat: Absoluten Gehorsam.

    Was will der Bürger: Sicherheit

    Wer ist der Staat?
    Der Staat ist der Bürger.

    D.h.: Ich diene dem Bürger, denn von ihm geht alle „Gewalt“ aus.

    Dafür erwarte ich: Anerkennung.

    Das bedeutet: Gleichbehandlung zwischen den Kollegen, gleiche Chancen, gleiche Möglichkeiten sich zu entwickeln, auch gleiche Beförderungsmöglichkeiten und die dazugehörige Bedoldung.

    Liebe GdP, ich schätze euch.
    Ihr wißt genau, wo der „Hammer hängt“.

    Aber eines interessiert mich, wenn tatsächlich, „nicht`s mehr geht“ dann gebt es bitte bekannt, das sollten euch diejenigen, die vergessen wurden wert sein.

  3. @Bindeglied

    Güße dich. Du scheinst auch eines dieser traurigen Beispiele zu sein. Bist grad mal 2 Jahre nach mir eingestellt und immer noch POM. Mir zeigt das nur noch die maßlose Perspektivlosigkeit des mD. Ich hab mir die Mühe gemacht und habe als PHM 2006 mit dem 2 jährigen Praxisaufstieg begonnen. Also Lohn stecke ich jetzt bei A9 gD fest und komme wegen der POK-Blase nicht weiter. Leistung lohnt sich also auch hier nicht mehr. Da denkst du, du bekommst als PHM das Z eh nicht mehr, machst den Aufstieg, um dann festzustellen, dass du den POK auch nicht schneller bekommst.

  4. @ Thortsen

    Leider ist es so. Selbst wenn man privat das volle Glück hat kann man dies irgendwann auch nicht mehr geniessen. Man bekommt den Kopf nicht mehr frei. Dienstlich wird man so missbraucht, dass man nicht mehr weiss wo einem der Kopf steht.
    Aber unseren Dienstherrn interessiert das alles nicht. Fürsorge ist in deren Munde ein Fremdwort.
    Aber Burn-Out und Suizid haben ja keinen dienstlichen Bezug, sondern der Ursprung ist nach deren Aussage eher im privaten Umfeld zu suchen.
    Ich persönlich bemerke meine negative Entwicklung. Gespräche mit Vorgetzten verlaufen im Sande. Wie soll das alles weiter gehen, bzw. wo soll das enden ?

  5. Moin,

    warum muss ich als POM die Laufbahn wechseln, damit ich in den Genuß einer Beförderung komme, obwohl ich seit Jahren „Gut“ beurteilt werde?
    Warum muss nicht der POK der z.B. DGL werden will, einen halbjährigen Lehrgang mit Prüfung (z.B. Mitarbeiterführung) besuchen?
    Und jetzt kommt mir bitte nicht mit dem Unwort des Jahres 2010 „Planstellenobergrenze“, ich kann es nicht mehr hören!
    Der „Obermeisterbauch“ zeigt deutlich, die absolute Schieflage im System! Das ist eine bodenlose Frechheit!

    Spongebob

  6. „Das Ansehen der Bundespolizei bei den Menschen in unserem Land und in der Politik ist weiter gestiegen.“

    Hmmm, ach ja…

    Entschuldige Josef, dann leide ich wohl unter erheblichen Wahrnehmungsstörungen, so wie wohl die meisten meiner Kollegen.

    Für mich, mein Umfeld und mit Sicherheit auch für unsere ganze Organisation gibt´s hier zu diesem Anlass leider gar nichts mehr zu feiern!

  7. Wahnsinn, ich dachte immer bei euch gehts wenigstens ein bisschen schneller als bei unserem Laden. Aber das ist wohl nicht der Fall wenn ich die o. a. Einträge lese. Bei uns ist man in der Regel im mD Ende 30 / Anfang 40 A9, obwohl wir ja bekanntlich immer noch mit A6 anfangen. Und im gD gehts teilweise ziemlich flott voran: Mitte / Ende 30 teilweise A 13. Aber bei den A8/A10ern stockt es auch gewaltig zur Zeit. Da lob ich mir die Lapo Bayern: Ende 20 mit hoher Sicherheit A9. Danke Deutschland

  8. @ zollfahnder

    Also in Bayern mit Ende 20 A 9 – das gibts nur München, wenn überhaupt! Schau mal aufs flache Land )Bayern ist nun mal ein Flächstaat) da schauts auch anders aus!
    Und Bayern hat jetzt die Anwärterbezüge für die neueinzustellenden PMA gekürzt! (Das ist immer noch besser als bei der BuPo – in Bayern gabs bis vor der Kürzung ab dem zweiten Jahr A 5 – Bezüge)
    Ansonsten gebe ich allen Schreibern hier auf der Seite in ihrer Beurteilung der Lage vollkommen Recht!
    Schöne Grüße

  9. Ich hatte vor 10 Jahren 25jähriges Dienst- und auch Gewerkschaftsjubiläum – bin 52 Jahr alt und POM.
    Noch Fragen??????????????????

  10. Ich glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit besser wird. Wo soll denn das Geld herkommen?
    Sehr hohe Staatsschulden, Bankenrettung, zunehmende Inflation, steigende Sozialausgaben, steigende Pensionskosten, Kranken- und Pflegekosten die aus dem Ruder laufen, EU- Rettungsschirm und vieles mehr. Ich glaube, dass wir in Zukunft eher weniger Netto vom Brutto haben werden. Wenn es richtig hart wird, dann spart der Staat zuerst beim öffentlichen Dienst.

    Gruß,
    Fisch

  11. @ Controller

    ne du – nichts mit München – 27 Jahre PP Oberfranken und A9 und das ist kein Einzelfall. Aber solls, hätten wir was gescheites gelernt :-) Nicht den Kopf hängen lassen, wir vom Zoll haben ja bis 65/67 Jahre Zeit das „Z“ im mD zu bekommen:-)

  12. Hiermit möchte ich mich schon mal vorab von der anstehenden „BGS/BPOL-Geburtstagsfeier“ abmelden.
    Aufgrund der Gesamtlage um das Geburtstagskind erkenne ich persönlich keinen Grund an dieser Feier teilzunehmen.

    @Noch Fragen?:
    Du bist ein Beispiel unbegrenzter Wertschätzung des Jubilars!

  13. Hallo „Noch Fragen“…. habe 28 Dienstjahre und bin 48 Jahre. POM :-)Da können wir uns ja die Hand reichen. Das die Gewerkschaften dies zulassen… mich macht das sprachlos. Ich bin aus der GdP ausgetreten, sorry… War viele Jahre GdP Mitglied und im örtlichen Personalrat! Mittlerweile schaffe ich es nicht mehr finanziell im Ballungsraum meine Familie mit meinem Gehalt zu ernähren, ohne in die Schuldenfalle zu geraten. Nebenjob ist angesagt, zusätzlich zum Schichtdienst. Meine Frau arbeitet übrigens auch ! Ich mache meinen Dienst und sorge dafür dass die Statistik für den DGL stimmt. Die knapp 30-jährigen,beklagen sich heute bereits immer noch POM zu sein. Na ja, muss ich wohl verstehen, denn sie wurden kurz nach Beendigung ihrer Laufbahnausbildung POM. Ich hatte das große Glück der Beförderung zum POM mit 38. Ich trau mich mit meinen 3 grünen Sternen nicht mehr unter die Leute, schon gar nicht im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Landespolizei. Bei der Begrüßung schauen einem die Kollegen/innen nicht ins Gesicht, sondern auf die Schulterstücke. Versager…. ich bin ein Versager. Ich ertappe mich dabei, dass ich die Schulterstücke immer öfter nicht trage.
    Liebe GdP, macht Euch weiter Gedanken um DuZ-Erhöhungen, Superpolizei, Uniformen, Reformen. Ich wünschte ich könnte noch aussteigen, aber ich bin zu alt. Hinzufügen möchte ich noch, dass ich keine Disziplinarverfahren habe.Ach ja, ich bin auch nicht heimatnah eingesetzt, musste mit meinen Kindern die Koffer packen. Keine Familienangehörige, keine Oma und kein Opa für die Kids… aber Umzugskosten habe ich bezahlt bekommen. Super! Danke für alles. Ich merke aber, dass in meinem Dienstplan immer mehr der Buchstabe „K“ steht. Tendenz steigend.

  14. @ Noch Fragen

    Auch wenn es dich sicher nicht trösten wird. Aber du bist nicht der Einzige. Aber selbst wenn alle, die dein Schiksal teilen hier posten würden, es wird sich nichts ändern.

    Gegen solch ausgeprägte Belehrungsresistenzen und chronische Problemignoranz ist kein Kraut gewachsen.

    Da zaubern wir doch lieber Reform 4 und 5 aus dem Hut, damit das „Reiseunternehmen BPOL“ weiterhin die Autobahnen verstopft und ein großer Teil der Gehälter über die Steuern auf Benzin wieder ins Staatsäckel zurückfließen.

  15. Ich hatte vor 9 Jahren 25jähriges Dienstjubiläum – bin 53 Jahre alt und POM und an einer Schwerpunktstelle seit über 10 Jahren auf einem DP A8/9m+Z.

    Noch weitere Fragen????????????

    Und ich kenne noch einige PVB in meinem Umfeld mit ähnlichen Daten!

    Ich hoffe trotz allem auf die Gewerkschaft, dass sie diese Probleme löst!

    MUKI

  16. Wie lange ich mir den Gewerkschaftsbeitrag noch leisten kann, weiß ich nicht so ganz genau – aber ohne Gewerkschaften gehts ja wohl auch nicht.
    Die Geburtstagsfeier findet natürlich auch ohne mich statt, mit den Schulterstücken kann man sich ja auch nirgendwo sehen lassen.
    Den DP A8/9m+Z habe ich nun auch schon fast 18 Jahre – Versager – immer noch im Eingangsamt.

  17. Seid ihr langsam fertig mit eurer Selbstbemitleidungsorgie?

  18. Ich vermisse hier -absolut- eine Stellungnahme der GdP zu dem POM-Stau-Problem und der dazughörigen Gaudschen-Kurven-Problemmatik.

    Sicherlich hat die GdP dieses Problem nicht verursacht, sondern die festgeschriebenen Planstellenobergrenzen und die Quotenregelungen im Beurteilungsbereich.

    Aber nur schön formulierte Forderungen und Darstellungen bringen den betroffenen Personenkreis nicht weiter.

    Ist nun letztendlich vor der Politik kapituliert worden, oder gibt es -konkret- zu erwartende Verbesserungen?

    Es darf keinen POM in der Bundespolizei über 40 Lebensjahre mehr geben.

    …und im übrigen, das VAV mag gut gemeint gewesen sein, aber es hat die Gesamtsituation derer, die nicht weiterkommen können nur verschlechtert.

    In diesem Sinne ich freue mich die neuen konkreten Verbesserungen zu begrüßen, oder bleibt es bei: „Wir fordern von der Politik!“

  19. Da bin ich ! 29 Dienstjahre bald 50. Immer noch POM, genau wie die beiden anderen vorher. Wir können uns alle die Hand reichen.Ich bin immer noch GdP Mitglied und war auch mal im örtlichen Personalrat! Wie ich meine Familie mit meinem Gehalt ernähre, ohne in die Schuldenfalle zu geraten geht nur mit einem Nebenverdienst. Natürlich zusätzlich zum Schichtdienst. Meine Frau arbeitet übrigens auch ! Auch ich mache meinen Dienst und sorge dafür dass die Statistik für meinem DGL stimmt. Ich hatte das große “Glück“ der Beförderung zum POM mit sage und schreibe 39 und hoffe bald auf den PHM (die Hoffnung stibt zuletzt).Bin ich ein Versager ? Meine Söhne fragen mich immer öfter, Papa hast du eigentlich goldene Löffel geklaut.Ich habe immer weniger Lust ihnen das zu erklären,warum, weshalb und wieso ich noch nicht einmal den Hauptmeister habe, wo doch heute jeder mindestens als PK herum läuft.
    Liebe GdP, lieber Jupp, hört doch endlich auf von DuZ-Erhöhungen, Superpolizei, Uniformen, Reformen zu reden und zu träumen. Sorgt doch endlich dafür das die Planstellenobergrenze und damit der Obermeisterbauch verschwindet. Das ist das was am meisten Leute interessiert.
    Denn die anderen Verluste habt ihr auch nicht aufhalten können.Weihnachts,Urlaubsgeld und nicht zuletzt das gebrochene Wort der Regierung von der Angleichung des Weihnachtsobulus. Konzentriert euch auf das Machbare.

  20. @ Noch Fragen
    @ ich_auch_POM-aL
    @ MUKI

    Ihr habt alle Recht. Ihr seid aber keine Versager, sondern das Produkt verfehlter Personalpolitik. Unsere Behörde geht mit dem größten Kapital dass sie hat, den Menschen, nicht so um, wie sie das verdienen.
    Was nützt es, wenn es zum x-ten Mal heißt, …die Polizei genießt Hochachtung in der Gesellschaft, wenn sogar ein Bundespräsident …mehr Respekt vor der Arbeit der Polizei fordert…usw.. Hier hat irgendwann mal einer geschrieben, dass er von den ganzen Dankschreiben und Lobeshymnen auch nicht bei ALDI einkaufen kann.

    Alles ist irgendwie verfahren und man sieht keine Lösung wie es vernünftig weitergehen soll. Ich habe auch keine Idee. Und Lust zum Feiern habe ich auch nicht.

    Schutzmann

  21. Liebe Kollegen,
    wenn man die Kommentare liest, stellt man fest, überall im Staatsdienst hakt es ganz gewaltig!Die Masse der Beamten ist schlicht und ergreifend unzufrieden, nur es passiert eben schlicht und ergreifend nichts. Auch bei der BPol scheint die Führung im Ministerium genauso beratungsresitent zu sein, wie im BMF. Nur eines liebe Kollegen von der BPol, lasst Euch ins Stammbuch schreiben: Eurer Stellenpotential/ Kegel ist erheblich besser als bei der Zollverwaltung, nachzulesen für jeden Interessierten im Gesetzentwurf zum Bundeshaushalt 2011. Schaut und vergleicht ! Euere Stellung in der Politik ist ungleich stärker als der der Kollegen beim Zoll. Die Politiker nehmen den Zoll wenn überhaupt, nur eingeschränkt wahr. Das konnte man unlängst bei der Diskussion hinsichtlich der Erweiterung der Luftfrachtkontrollen feststellen. Da wurde nach Kräften der BPol gerufen, ohne die klaren gesetzlichen Zuständigkeiten, die sich im Übrigen auch aus einer EU Verordnung ergeben, zu kennen. Ohne zu berücksichtigen, dass die BPol personell bereits „am Anschlag“ gefahren wird und nicht mehr viel geht.
    Was ich mit dieser Zuschrift zum Ausdruck bringen möchte: Sicher ihr habt genau wie alle anderen Bundesbeamte erhebliche Probleme, aber im Schnitt, seit ihr besser besoldet und mitwesentlich besseren Fortkommensmöglichkeiten ausgestattet. Hinzu kommt, dass die BPol über ein gutes „Image“ in Bevölkerung und Politik verfügt.Sicher es gibt einiges zu verbessern, aber werft auch mal einen Blick „über den Zaun“.
    In diesem Sinne
    Vati

  22. @Vati
    Nur weil es anderen noch schlechter geht als uns, ist das für mich kein Grund den Mund zu halten.

  23. Hallo lieber Josef, und werte GdP Kollegen.

    Gemeinsam feiern? Nachfolgend werde ich einmal ausführlich erläutern, warum uns an der Basis so gar nicht zum Feiern ist!!!!!!!

    In der Phase 3 der Neuorganisation waren Beamte der Schwerpunktdienststellen, unter anderem auch ich, nicht bewerbungsberechtigt. Allerdings war gerade hier eine hohe Anzahl von lukrativen Dienstposten des mD und gD bei vielen Direktionen ausgeschrieben. Vielen engagierten, motivierten Beamten hätte so eine heimatnähere Verwendung ermöglicht werden können.
    Von Anfang an hatten wir keine Chance und sahen den Kaviar auf dem Tablett, genussvoll in seiner ganz Pracht, jedoch für alle Zeit unerreichbar.

    Viele Studien belegen, dass zufriedene Mitarbeiter weniger krank sind. Ist der hohe Krankenstand lediglich auf erhöhte Belastung zurückführen??? Oder ist es vielleicht auch Frustation?

    In der Zwischenzeit und das belegen niedliche Passfotos, wurden PM/innen , PK’s/innen direkt nach Absolvierung des Laufbahnlehrganges/ Studiums direkt auf REV-Dienstposten wie beim Rev Stuttgart, WI, DA, ..ich könnte endlos fortfahren…..
    gesetzt!!!

    Gleichzeitig werden diese Posten jedoch nicht mehr im Schritt 4 ausgeschrieben! Viele Jahre versuchen etliche Kollegen, unter anderem auch ich, der Heimat ein wenig näher zu kommen. Durch Fleiß, Motivation wollten sich viele Ziele verwirklichen.

    Dies ist ein Schlag für alle motivierten und engagierten Beamten, welche seit Jahren engagiert, loyal und einsatbereit ihren Dienst bei Schwerpunktdienststellen verrichten. Wir lesen: “ loyal-kritische Mitarbeiter benötigt die BPOL, oder “ Leistung lohnt sich“ !

    Doch wo bleibt die Anerkennung von Leistung, wenn sich Beamte mit Spitzenbeurteilungen nicht einmal auf Dienstposten bewerben dürfen und immer wieder entgegen des Gleichberechtigungsgrundsatzes und Leistungsprinzips im öffentlichen Dienst von beruflicher Veränderung und Bewerbungen ausgeschlossen werden???????

    Die derzeitige Dienstpostenvergabe ist ungerecht und entspricht weder dem Gleichheitsgrundsatz, noch des in Art. 33 (2) und (5) GG abgeleiteten Leistungsprinzips bei Beamten. Von dem Prinzip der Auslese im Sinne von Leistung, Eignung und Befähigung gänzlich abgesehen.

    Und ganz ohne Zweifel sind eben diese ungerechten Zustände auf fehlende Personalverwendungs- und Entwicklungskonzepte zurückzuführen. Beamte, welche jahrelange motivierte ihren Dienst in Schwerpunktdienststelen versehen, haben mindestens ein Anrecht darauf, sich auf heimatnähere Dienstposten bewerben zu können!

    Wir alle wollen an einer modernen, leistungsstarken Bundespolizei mitarbeiten. Hierzu gehört aber auch, dass wir selbst als Garanten der Demokratie und Ordnung gerecht und fair behandelt werden! Die ungerechte Dienstpostenvergabe muss sofort überprüft und beendet werden.

    Ganz abgesehen von Gerechtigkeit und Idealen, welche ich bei diesem Thema zweifellos vermisse. Auch polizeitaktisch sind diese Entscheidungen fraglich. Denn was bringt einer Bahndienststelle ein PM, wenn er noch nicht einmal einen Führerschein besitzt. Und ohne jeglichen Zweifel tut jedem ein wenig Erfahrung im Verbandsbereich gerade in jungen Jahren gut. Sicherlich mag ich auch die Personalnot in vielen Dienststelllen erkennen und die Freude derer, welches neues Personal erhalten haben.

    Dennoch: Gerechtigkeit, nur das wollen wir.
    Allein aus diesem Grund, werde ich dieses Jahr sicherlich nicht feiern.

    Liebe GdP, es waren einmal andere Zeiten. Macht, dass es wieder so wird!

    Kollegialer Gruss

  24. Ich würde nur mitfeiern wollen, wenn mir eine Versetzung zum Land (endlich richtige Polizei!) zugestellt würde. Macht doch bitte Schluss mit diesem Laden, es geht doch eh nichts mehr voran!!! …und „Stolz“ bin ich auch nicht auf diese Firma, dafür hat sie mir genügend Nerven geraubt, diese second-hand-polizei!!!
    Und lieber Kollege Scheuring, wo sind denn die „erwarteten und eingeforderten“ Verbesserungen für die POM`s im Jahr 2010 geblieben? Hatte ich vielleicht doch Recht mit dem „Klartext“, dass vor 2014 nichts für uns gemacht wird?

  25. @sidwinder:
    die betrofenen haben doch recht! selbstmitleid hin oder her: diese beispiele einer über jahrzehnte mißglückten personalpolitik gehören in die öffentlichkeit-zusammen mit den gesundheitlichen auswirkungen!diese kollegen dürfen und sollen sich mit anderen polizeien vergleichen.
    aber auch die gewinner der vergangenen, ungerechten beförderungsorgieren (noch bis vor einigen jahren) waren teil dieser „besoldungspolitik“. sie posten nicht, da sie sich nicht bemitleiden müssen. verständlich, denn sie sehen sich als überflieger, da sie der dienstherr ja als phk pensioniert hat.

    warum genießen unsere -teilweise über 50 jahre alten obermeister- so wenig wertschätzung, nur weil sie zur falschen zeit am falschen ort waren?

    den diensther interessiert dies recht wenig.
    ich stehe auf ihrer seite, schäme mich, denn manch dieser obermeister hätte die o.g. -leistungsmäßig-in die tasche gesteckt.

    also zurück zu jupp´s aussage:

    Grund zum Feiern haben wir aber erst dann, wenn alle in der Bundespolizei fair und gerecht von dieser Arbeit profitieren.

    beste grüsse

  26. 60 Jahre Bundesgrenzschutz/Bundespolizei

    eine stolze Zahl an Jährchen und es werden viele Reden geschwungen werden, mancher Orts verkniffen ein Glas Sekt getrunken werden und einige werden der Bundespolizei eine große blühende Zukunft prognostizieren.

    Stolz auf das Geleistete zurück blicken. Angefangen von den Gründerjahren über die Wiedervereinigung bis hin zum heutigen Zustand der Bundespolizei.

    Keiner der Redner wird auch nur ein Sterbenswörtchen über den inneren Zustand der Bundespolizei verlieren.

    Es wird nichts zu hören sein von Frustration nach X Reformen, von Burn Out oder Überbelastung, von Verzweiflung und innerer Kündigung.

    Nein man wird sich freuen auf die kommenden Aufgaben und alle können sich sicher sein wir ihre Bundespolizei wird auch in Zukunft bla bla bla.

    Nein so stelle ich mir feiern nicht vor!

  27. @sidewinder
    Selbstbemitleidungsorgie?
    Du hast nichts verstanden, gar nichts. Mit jedem der sich hier „selbstbemitleidet“ würde ich Samstags in den Waggon voller Fußball* steigen. Bei dir bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht lernst du noch mal dazu.
    Glück auf, Kollegen
    PHM (oZ), 47 Jahre, 31 Dienstjahre

  28. Hallo Kollegen!

    Ich lese viel Unzufriedenheitund kann alles nachvollziehen.
    Ich ebenfalls über 50, POM , bin auch nicht mehr bis zur Pensionierung in der Lage, befördert zu werden. es sei denn , es geschieht ein Wunder.
    Wenn mann dann mitbekommt, wie ehemalige Kollegen , die seit 3,4,5 Jahren zu Haues sind, das volle Gehalt erhalten haben und nur den einen Gedanken haben, zu erreichen bie 2010 zu gehen,damit ihre Polizeizulage ruhegehaltfähig ist, dann schwillt mir der Kamm.
    “ Du musst Dich mehr mit der Fahndungspolizei identifizieren, Du muss mehr Erfolge, Treffer bringen , dann kommen Gute Noten“ Ich dachte, dass sei mit dem zu erwartenen Gerichtsurteil vorbei.
    Liebe GDP, wo sind denn jetzt die Hinweise und Mahnungen, dass es keine Festlegung der Treffer mehr geben soll! Keine Kennzahlentreiberei, kein Vergleich DG- mäßig!Alles nur Momentsache! Dass diese nicht beurteilungsrelevant sind!

    Und wenn ich dann sehe, wie mit den Stellen hin- und her geschoben wird, wie mann Kollegen verspriocht , dass diese nach ihrer Abordnung versetzt werden, und danach alle wieder gesund und munter sind und sogar ins Ausland gehen!

    Wie will man dass den lange wartenden und sicher mehr motivierten Kollegen/ innen erklären?
    Zum feiern ist das alles wirklich kein Grund.

    Ich sehe schon ab nächster Zeit, dass viele als POM in den Ruhestand gehen.

    Alles Gute

  29. Hallo Alle zusammen,
    natürlich haben hier Alle Recht, die sich unzufrieden austoben. Aber Ihr solltet eines nicht vergessen und auch mal ’ne Lanze für die Leute brechen, die nicht mal annähernd Euer Glück haben, POM PHM oder ähnliches zu sein.
    Was denkt Ihr denn, wie es den Tarifbeschäftigten geht. Die Reform wird doch auch auf deren Rücken ausgetragen. In der Masse geht es hier um Entgeltgruppe 5. Schaut doch mal in die Lohntabellen. Und hier gibt es nicht mal die Chance einer Beförderung. Dennoch und trotzdem will ich auch an dieser Stelle eine Mitleidsträne für die Beamten abdrücken, Ihr habt ja eben auch Recht.
    Ansonsten trotzdem ein erfolgreiches neues Jahr an ALLE.

  30. Ich denke gerne an meine Zeit beim BGS zurück. Ausbildung, Teamgeist und eine gewisse Sonderrolle im Konzert der Polizeien. Aber trotzdem entschloß ich mich vor 11 Jahren zu einem Wechsel zur LaPo. Auch wenn ich in einer armen aber angeblich hoch erotischen Stadt meinen Dienst versehe, muß ich mir auf die Schultern klopfen und dem Glücksgott danken, dass es damals so reibungslos geklappt hat. Meine Kontakte zu „alten“ Kollegen sind immer noch reichhaltig vorhanden. Vor einiger Zeit war ich zu einem Standortjubiläum in der Nähe der oben beschriebenen Stadt eingeladen. Was mir da an Unmut und Frustration, von grad jungen Kollegen, mitgeteilt wurde war erstaunlich und erschreckend. Das der Polizeiberuf nicht dafür bekannt ist regelmäßige soziale Kontakte zu pflegen ist bekannt. Aber wenn ich die Geschichten meiner „alten“ Kollegen über Dienstantritte, Dienstzeiten, Dienstinhalten höre schüttel ich nur noch mit dem Kopf. Ich kann nur jedem Kollgen empfehlen, der noch nicht zu alt ist einen Wechsel zur Landespolizei anzustreben. Polizeimanager gibt es auch hier,die meinen sie müßten das Rad neu erfinden. Aber durch einfache Sachzwänge ist die Reformfähigkeiten der Landespolizeien beschränkt. Was manchmal gar nicht so schlecht ist…

    in diesem Sinne ein GESUNDES neues Jahr..

  31. Moinsens!

    @Goethe

    Wenn`s mal so einfach wäre. Habe es vor Jahren auch versucht. Die Antwort auf meinen Widerspruch ist ellenlang und ohne Kündigung und ein Jahr Pause plus „Neuanfang“ bei der LaPo ging es damals nicht. Wer kann sich das auch erlauben, Mitte dreißig mit Familie.

    Einmal angeheuert wie es zu Piratenzeiten üblich war und dann gibt es kaum ein zurück, wenn einem der Polizeiberuf am Herzen liegt.

    Die Behörde weiß schon genau, warum sie keine Erhebungen darüber macht, wer gerne den Dienstherren wechseln würde.

    Schönes WE

    Gruß

    AB

  32. Aphorisme:

    Bereit zum Untergang ist reif zum Aufgang.

    Emil Gött

    Good Luck!