Castortransport nach Lubmin: Belastungsgrenze der Einsatzkräfte überschritten!

Der Schutz des Castortransportes aus Karlsruhe nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern hat viele der eingesetzten Polizeikräfte an den Rand der persönlichen Belastungsgrenze gebracht. Dies lag vor allem daran, dass sie aus dem Einsatz bei den Aufmärschen von Neonazis und Gegendemonstranten am 13. Februar in Dresden eingesetzt waren und direkt aus diesem Einsatz, ohne Pause, in den Castoreinsatz fahren mussten.

Unter diesen Umständen kann man die Leistungen der eingesetzten Kolleginnen und Kollegen gar nicht hoch genug bewerten. Sie haben trotz dieser hohen Belastungen immer umsichtig und hoch professionell dafür gesorgt, dass der Castortransport sein Ziel erreichen konnte.

„Angesichts dieser Verdichtung von notwendigen Polizeieinsätzen haben wir überhaupt kein Verständnis, wenn die Politik weitere Reduzierungen von Polizeikräften im Bund und in den Ländern durchführt und dadurch den Belastungsdruck unserer Kolleginnen und Kollegen noch einmal deutlich erhöht“, so Heinz Selzner, Vorsitzender der Direktionsgruppe Bundesbereitschaftspolizei im GdP-Bezirk Bundespolizei.

Eine besondere Anerkennung haben auch unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung und unsere Tarifbeschäftigten verdient, die mit hoher Motivation für eine ausgezeichnete Logistik um diesen Polizeieinsatz gesorgt haben. Hier hat sich wieder einmal ganz deutlich gezeigt, wie wichtig eine eigene Polizeiverwaltung in der Bundespolizei ist. Ohne den Einsatz von Verwaltungsbeamten und Tarifbeschäftigten ist ein derartiger Einsatz nicht in dieser Form durchzuführen. Daher appelliert die GdP an den Bundesinnenminister und an die Verantwortlichen in der Politik, bei Verwaltungsbeamten und Tarifbeschäftigten nicht immer auf die Bremse zu treten, sondern sich zu einer besseren und gerechteren Bewertung und Bezahlung dieser wichtigen Tätigkeiten durchzuringen.

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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken

10 Kommentare
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  1. Anerkennung für alle eingesetzten Kräfte!
    Was den Bereich der Verwaltung angeht: hier zeigt sich nicht nur, dass die Polizeiverwaltung dringend erforderlich ist, aber stets stiefmütterlich behandelt wird.
    Nein, es zeigte sich auch mal wieder, dass die zur Versorgung vorgesehenen Verwaltungskräfte ohne Unterstützung aus anderen Bereichen (BUK, zur BImA gestellte Ex-Kollegen, Schreibkräfte, Sachbearbeiter Zentrale Dienste usw. – alle wurden herangezogen und die meisten machten auch freiwillig mit) nicht auskommen.
    Wie lange muss diese unzureichende und höchst unprofessionell konstruierte Verwaltungsorganisation eigentlich noch improvisieren?
    Oder hat es da jemand gezielt darauf angelegt, eine ehedem funktionierende Organisation durch hanebüchene Umstrukturierung ins Messer laufen zu lassen??

  2. Castortransport nach Lubmin: Belastungsgrenze der Einsatzkräfte

    Das wird wohl zur Gewohnheit, was??

  3. Was für eine Belastungsgrenze? Die liegt mit jedem Einsatz höher. Und trotzdem wird alles getan, daß es klappt. Also warum mehr einstellen, wenns auch billiger geht? Das ist wie mit dem 4ten Schritt. Jahrelang heißt es, mehr Leute auf die Straße, mehr Aufgriffe, mehr mehr und immer mehr und es klappt doch mit den paar Leuten die da sind.
    Also warum mehr Stellen ausschreiben?
    Wenn die Führung weiter vor der Politik kuscht und jeder von denen eher auf seine Schulterstücke als auf die Gesundheit seiner Kollegen schaut wird sich das nie ändern.

  4. Hallo,

    Ich war auch wieder am Start.In DD das WE vorher auch schon.Und Morgen geht’s wieder nach DD. Mal sehn, wie lange diesmal das Theater wegen der Stundenabrechnung dauert…

  5. @ Jürgen P. Rubeck
    „Oder hat es da jemand gezielt darauf angelegt, eine ehedem funktionierende Organisation durch hanebüchene Umstrukturierung ins Messer laufen zu lassen??“

    So ist es!!

  6. Soziales Umfeld, Herr Witthaut? Ich kann Sie beruhigen. In meinem Fall ist es nicht mehr erforderlich, für den Erhalt eines solchen Bereiches zu kämpfen. Das gibt es schon seit Jahren nicht mehr und kann unter solchen Umständen mit Sicherheit nicht mehr aufgebaut werden.Jeder vernünftige Lebenspartner macht sich aus dem Staub, wenn er oder sie etwas Lebensqualität spüren möchte.Aber Veränderungen in unserem Beruf erscheinen aussichtslos. Denn solange unsere Controller, die scheinbar noch nie einen Einsatz gesehen haben, feststellen, dass die Einsatzauslastung unserer Behörde hinter der von anderen Verlgeichsbehörden hinterherhängt, dass wir zu wenig Einsatzstunden fahren im Verlgeich zu anderen Tätigkeiten, dass unsere Fortbildung nicht ausreicht, wir zu viele Überstunden haben und… und…und, wird sich an unserer Belastung gar nichts ändern. Im Gegenteil! Solange Controlling sich mehr auf das verläßt, was ihnen ihr Bildschirm sagt und nicht an den Narben der Kollegen und Kolleginnen im Gesicht abliest, wird sich unsere Belastung noch deutlich erhöhen. Das mag für einige kaum vorstellbar sein. Aber genauso wird es kommen. Hinzu kommt, dass aus dem Fluch dieses Controllings nur Kritik an den Kollegen erwächst. Wir können alle Kritik ertragen, wenn sie berechtigt ist. Aber durch dieses Controlling werden wir seit Jahres beinahe chronisch kritisiert, dass wir unsere Vorgaben nicht erfüllen. Fangt endlich wieder an „Mensch“ zu sein und laßt die „Sklaven“-Gallere Bundespolizei nicht auf ein Riff laufen. Trotz dieses harten Fahrwassers, in dem wir uns derzeit bewegen,bin ich noch motiviert – NOCH!!!

  7. Heimatstandort > Dresden > Castor > Dresden > Heimatstandort ohne Unterbrechnung… wie das nur vergütet wird, bin ich gespannt ;-), wie wär’s mal mit 24 Stunden, so wie bei manchen Ländern? !

  8. Sind wir nicht alle selber mit schuld an diesen Zuständen? Wir lassen uns zu den „Sklaven“ machen, die wir ncht sind und auch nicht sein wollen.
    Ich habe auch viele Jahre auf Abruf gestanden, habe Extradienste, Vertretungen und Sonderaufträge übernommen. Und was hat es gebracht? Nichts! Wer in dieser Firma mehr macht, wird durch diese ausgenommen und hingehalten. Warum? Weil das die „Dummen“ sind, die „nur“ ihre Arbeit machen und sich nicht um den internen Mist kümmern. Nur wer in der BP am lautesten schreit oder klagt, wird wahrgenommen und durch Beförderungen „ruhig gestellt“

  9. @Klaus

    ICH klage nicht.
    Ich werde nicht glücklich gestellt.

    Mir geht es gut.

    Ich bin mit meiner Aufgabe zufrieden.
    Ich werde von meinen Vorgesetzten geachtet und unterstützt.

    Ich schaffe mir die Arbeitszufriedenheit.

    Für sein Glück ist man selber verantwortlich.

    Dennoch gibt es noch viel zu tun.
    Die Behörde, die Gewerkschaften, die Führung, die Politiker und wir selber haben noch viel Arbeit vor uns.

    Ändern wir das was wir ändern können und jammern nicht über das was wir nicht ändern können.
    Das was wir nicht ändern können, müssen wir lernen zu verstehen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

    Wir können uns in jeder Lebens- und Berufslage selber glücklich oder unglücklich machen.

    Ich will mein Leben glücklich und zufrieden gestalten und forme es so.

    Und nein, ich bin bestimmt kein „Ja-Sager“ und krieche meinem Chef in den A***.
    Ich über Kritik.
    Jedoch tue ich das konstruktiv, damit ich zufrieden sein kann. Würde ich das destruktiv tun, würde ich selber (im Inneren) unglücklich.

    Ich lasse mich nicht zum Sklaven machen.
    Jedoch arbeite ich mit voller Hingabe und manchmal wird mir viel abverlangt.
    Die Personalpolitik muss sich ändern.

    Ich selber gebe viel und bekomme viel. Ich darf mir auch nehmen. Damit kann ich trotz hoher Belastung zufrieden sein.
    Jedoch ist es Aufgabe auch der Politiker zu arbeiten und die Belastungen der Polizeikräfte zu senken. Es ist Aufgabe und Weg der Gewerkschaften.
    Und während „die“ ihre Aufgaben machen, mache ich meine und versuche es so zu lenken, dass es mir gut geht. Ich kann die (Personal-)Politik nicht beeinflussen ich kann aber mein Leben und mein Umfeld beeinflussen. Das tue ich.

    (Und ein bisschen auch die Politik durch Wahlen)

  10. Paßt ja mal wieder dazu: die Bundesregierung ist wohl grade dabei, mal so eben eine 3stellige Millionensumme für Boni an Commerzbankmitarbeiter rauszuhauhen…..eine weitere Karte aus dem bald in sich zusammenfallenden (Schein-)Demokratiegebilde Deutschland. Gute Nacht!