Die Bundespolizei wird heute 60 Jahre – Aufstehen gegen Ignoranz und Ausgrenzung

von Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei

Die Bundespolizei wird heute , 15. März 2011 60 Jahre alt. Unzählige Menschen im früheren Bundesgrenzschutz, der heutigen Bundespolizei sind in diesen sechzig Jahren Tag und Nacht für die Sicherheit unseres Landes und damit auch für Freiheit und Demokratie eingetreten. Eine große Anzahl Menschen ist aber auch innerhalb der Organisation dafür eingetreten, dass sich der Bundesgrenzschutz mit seinen paramilitärischen Wurzeln von innen heraus zu einer demokratischen und modernen Bundespolizei entwickeln konnte. Nur eine Polizei, die im Inneren demokratisch aufgestellt ist, kann auch nach außen demokratisch wirken. Wir die Gewerkschaft der Polizei haben uns immer diesem Ziel verschrieben. Eine tief demokratisch und polizeilich zivil aufgestellte Bundespolizei, das war und ist unser Ziel. Eine solche Polizei kann nur funktionieren, wenn die Menschen innerhalb der Polizei sich fair und anständig behandelt fühlen. Auch für dieses Ziel sind in den letzten sechzig Jahren viele Menschen auch auf allen dienstlichen Ebenen eingetreten. Das Bundespolizeipräsidium Potsdam ruft dazu auf, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei dem Jubiläum mitzunehmen. Viele Menschen in der Bundespolizei werden aber nicht mitgenommen. Sie fühlen sich ausgegrenzt und unfair behandelt. Das gilt besonders für

– Tarifbeschäftigte, Verwaltungsbeamtinnen und – beamte und 10.000 Polizeibeamte, die nach A 7 und nach A 8 bezahlt werden und keine faire Chance haben, entsprechend ihrer eingebrachten Leistung auch berufliche Förderung zu erfahren obwohl der frühere Bundesinnenminister Schäuble bereits am 10. Dezember 2008 Verbesserungen zugesagt hat,

– Kolleginnen und Kollegen der Bereitschaftspolizei und anderer Organisationseinheiten der Bundespolizei, die jetzt im dritten Jahr auf die zugesagte Neubewertung ihrer Dienstposten warten und weiter im Bezug zu den bereits neubewerteten Strukturen benachteilgt werden,

– Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund von dauernden, dienstlichen Überlastungen inzwischen auch zunehmend krank werden, obwohl den, für die Bundespolizei politisch Verantwortlichen bereits 2009 durch die Beerlage – Studie zwingende Handlungsnotwendigkeiten aufgezeigt wurden, jedoch bis heute nicht reagiert wurde,

– für immer mehr Kolleginnen und Kollegen, für die ein verträgliches Zusammenwirken von Beruf und Familie nur noch aus Hoffnung besteht,

– für Kolleginnen und Kollegen, die besonders als Tarifbeschäftige aber durchaus im Beamtenbereich in Regionen arbeiten, in denen sie mit ihrem Einkommen nicht mehr ordentlich ihr Leben bestreiten und an der Gesellschaft teilnehmen können.

Diese Kolleginnen und Kollegen fühlen sich unfair behandelt. Ihre Probleme werden politisch ignoriert. Sie werden ausgegrenzt. Das muß sich ändern. 60 Jahre Bundespolizei, das ist ein guter Zeitpunkt, um gemeinsam gegen Ignoranz und Ausgrenzung aufzustehen.

Deshalb hat der Bezirksvorstand der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in dieser Woche beschlossen:

Heute, am 15. März 2011, wird mit einer Reihe von Pressekonferenzen in den deutschen Großstädten und mit einer Luftballonaktion in allen Dienststellen und Bereichen der Bundespolizei auf diese Ignoranz und Ausgrenzung hingewiesen.

28. Mai 2011, die Gewerkschaft der Polizei wird in der gleichen Sache in Lübeck eine Demonstration durchführen.

20. August 2011, in Berlin wird ebenfalls in der Sache eine Großdemonstration durch die Gewerkschaft der Polizei durchgeführt.

Die Demonstrationen werden wir jeweils in unmittelbarer Nähe zu den dienstlichen Festveranstaltungen – 60 Jahre Bundespolizei – durchführen.

Wir rufen schon jetzt alle Kolleginnen und Kollegen auf, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen. Aufstehen und Mitmachen heißt jetzt die Devise. Mit dem demokratischen Eintreten für die Sache nicht mitgenommener und ausgegrenzter Kolleginnen und Kollegen können wir gemeinsam gerade im 60. Gründungsjahr der Bundespolizei eine deutliches Zeichen einer tief demokratischen und für Fairness und Gerechtigkeit einstehenden Polizei darstellen. Ein Zeichen, dass die Bundespolizei von innen heraus und nach außen tief und leidenschaftlich demokratisch ist. Was könnte es für ein besseres Zeichen geben?

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

74 Kommentare
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  1. Na da freu ich mich schon drauf; das war eine Ansprache! Ich hoffe Klartext 2010 ist dann auch endlich ausgewertet und kann gegen die Teppichetage verwendet werden!!!! Vielleicht öffnen sich ja dann die Augen, wenn sie jeden Tag in der Presse stehen und die BILD Interviews machen möchte :-)

  2. Fehlt nur noch das „Klartext“ Ergebnis!?!

    Ich schlage den 14.03.2011 vor!

    Und danch gehen wir alle gemeinsam feiern!

  3. Thema: 60-Jahre-Bundespolizei-Aufstehen-gegen-Ignoranz-und-Ausgrenzung

    Lieber Josef, liebe Kolleginnen und Kollegen des Bezirksvorstandes Bundespolizei.
    Natürlich ist es schön, dass die Bundespolizei am 15. März 2011 ihren 60 Geburtstag feiern darf und kann.

    Aber ich finde auch, dass es innerhalb unserer Organisation schon seit längerem nicht mehr stimmt, vor allem wie mit den Menschen, die für die Sicherheit in Deutschland eintreten, umgegangen wird.

    Auch vermisse ich die Rückendeckung der Politik gerade für die Bundespolizei; siehe Ergebnisse Werthebach-Kommission, Arbeitsgruppe ODP im BMI usw., weshalb ich nicht mehr nachvollziehen kann, wie die GdP-Spitze mit der Politik, aber auch gegenüber unserem Präsidium, diesen „Schmusekurs“ fährt.

    Lieber Josef, natürlich sucht man oft Kompromisse, aber nach all den Zurückhaltungen der Personalvertretung zu den o.a. Themen, erwarte ich so langsam eine härte Gangart von den Führungsköpfen der GdP-Bundespolizei.
    Man sieht die Ergebnisse Deiner / Eurer Zurückhaltung in den vorgelegten Reformpaketen.

    Auch durch die neue dreistufige Einteilung der Dienststellen 100 %, 82 % u. 75 % vom Soll des OPP wird es an der Basis doch nicht besser, im Gegenteil. Die Belastung und der Einsatzdruck werden noch verstärkt, mit der Auswirkung, dass die Burn-Out-Quoten weiter steigen werden.

    Ist das das Ziel, auf diesem Wege bei der Bundespolzei zukünftig Personal abzubauen; sorry aber die Frage ist berechtigt???

    Jupp, was mir auch schwer auf der Seele liegt möchte ich nachdem so viele Monate verstrichen sind unbedingt hier ansprechen.

    Wann legt Ihr den Kolleginnen und Kollegen
    e n d l i c h das Ergebnis von „KLARTEXT 2010“ vor!!!!

    Erzählt mir bitte nichts davon, wie aufwenig es ist so eine Studie auszuwerten.
    Ich bin seit Jahren in Wahlvorständen bei Bundestags, Landtags, Stadtrats, Gemeinderstawahlen usw. tätig.

    Aber das was den GdP-Mitgliedern hier vorgegaukelt wird hat mit der Realität einer Auswertung nichts mehr zu tun.

    Irgendwie hat die Sache mit dem Auswertungsergebnis von KLATEXT 2010 ein sogenanntes „Gschmäckle“!!!

    Seid Ihr in diesem Zusammenhang auf die politische Seite über gewechselt, weil das Ergebnis so erschütternd sein könnte; dass es auch Konsequenzen für unseren Präsidenten habe könnte
    und dies
    jetzt kurz vor dem 60-igten Geburtstag der Bundespolizei??????????????????

    Jupp, gerade dass wäre doch ein geeigneter Moment, um auf die Misstände bei der Bundespolizei und Ihrer Führung hinzuweisen.

    Aber Du und Deine Mitstreiter in der gewerkschaftlichen Führungsriege, halten lieber den o.a. aufgezeigten „Schmusekurs“ bei.

    Sorry, aber auf so einen Geburtstag kann ich mich nicht so recht freuen.

    Was war das von Euerer Seite im vergangen Jahr dringenst von den Mitgliedern abgefordert worden:
    „Macht mit und nutzt die Change“

    Unter dem Motto „Klartext 2010“ waren vom 15. Juni bis zum 15. September alle Mitglieder der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirk Bundespolizei, aufgerufen, sich zu ihrer Berufszufriedenheit zu äußern – und dabei „Klartext“ zu reden!

    Die GdP hat Prof. Dr. Gerd Strohmeier von der Technischen Universität Chemnitz beauftragt, eine unabhängige wissenschaftliche Studie über die Mitarbeiterzufriedenheit in der Bundespolizei zu erstellen und dazu alle GdP-Mitglieder zu befragen:

    Sie hatten (sowohl auf dem Postweg als auch über das Internet) die Möglichkeit, sich selbst – anonym – zu Fragen Ihres Berufs und möglichen Problembereichen zu äußern. Dabei soll ein aktuelles und aussagekräftiges Stimmungsbild hinsichtlich der Berufszufriedenheit in der Bundespolizei gezeichnet und auf Probleme und Fehlentwicklungen, aber natürlich auch auf positive Aspekte aufmerksam gemacht werden. Auf dieser Grundlage ist es möglich, eine substanzielle Debatte in der Öffentlichkeit sowie auch in der Politik zu führen.

    Hoffentlich sind alle GdP-Mitglieder mit der aktuellen Situation zufrieden.
    Denn ohne Auswertung bzw. Offenlegung des Ergbnisses von KLATEXT 2010, wird es überhaupt keine wesentlichen Verbesserungen in der Bundespolizei geben.

  4. Ausgezeichnet – ich bin dabei und unterstütze diese Aktion von A bis Z!

    Jedoch frage ich mich, ob wir etwas erreichen. Schauen wir uns mal unseren Dr. zu Guttenberg an. Er hat bewusst getäuscht – jedoch nur den „Überblick über die Quellen verloren, so steht es in SPIEGEL-Online.

    Und was ist die Konsequenz?

    Geht es der Bundespolizei – vorallem unserer Verwaltung und unseren Tarifbeschäftigten nicht schon lange so?

  5. na endlich, auf diese Demo´s habe ich schon lange gewartet

  6. Wie uns Nordafrika grade zeigt:

    DIE MASSE MACHT`S!!!!!

  7. Ich habe mich spontan entschlossen, hier meine Meinung zum Ausdruck zu bringen.
    Seit vielen Jahren lese ich die Beiträge der Gewerkschaft und die Reaktionen der Beschäftigten dazu. Mir fällt jedoch immer bewußter auf, dass man sich im Kreis dreht. Wirkliche Verbesserungen kann ich nicht erkennen. Besonders krass fand ich den Vertrauensbruch unserer Politiker zum Thema Sonderzuwendung. Auch dort wurden die Beschäftigen einfach über den Tisch gezogen… Es werden täglich mehr und mehr Baustellen und nichts passiert !
    Auch ich möchte die Auswertung von “ Klartext 2010 “ hier hinterfragen und warte… wie viele andere Kollegen auch …. auf das Ergebnis. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich noch kein Ergebnis der Studie gibt.
    In diesem Sinne…. HAPPY BIRTHDAY …..

  8. Hallo Kollegen,
    1963 bin ich als Grenzjäger in den BGS eingetreten und
    2005 als PHK ausgeschieden und das alles ohne die GDP,
    in der ich über zwanzig Jahre Mitglied war.
    Armin Hofschulte hatte uns überredet als GSE angehöriger
    in die GDP ein zu treten. Gebraucht habe ich die GDP persönlich nie.
    Für mich,war der BGS mehr als nur ein Arbeitgeber.
    Wenn ich hier die Beiträge mir durchlese,kann ich diese
    nicht nachvollziehen. Ich war auch 15 Jahre POM habe
    sicherlich eine andere Einstellung zu meinem Beruf gehabt.Da es auf meiner Dienststelle keine geeigneten
    Planstellen gab,bin ich da hin gegangen,wo es welche gab
    und das war 1990 der wilde Osten.
    Deshalb freue ich mich,das viele alte Kollegen noch in Treue an den alten BGS festhalten und den 60. Geburtstag feiern werden.
    Gruß
    Peter

  9. Lieber Peter,
    sicher hast du auch das verkürzte Aufstiegsverfahren beim Minister selbst durchgesetzt und auch die Besoldungserhöhungen direkt mit dem Minister verhandelt. Deshalb hast du die Gewerkschaft natürlich nicht gebraucht, weil du alles allein erledigt hast. Und wenn alle POM, von denen Du sicher welche im wilden Osten ( mit deiner Buschzulage ) getroffen hast auch nur den Hauch einer Chance hätten, als Leichtaufsteiger mit A 11 in Pension zu gehen, hätten wir gar kein Problem. Aber viele von ihnen können derzeit trotz bester Beurteilungen noch nicht einmal PHM werden, auch wenn sie bis Ostafghanistan gehen. Weiterhin guten Ruhestand lieber Peter!

  10. Es ist nicht nur in unserer Bundespolizei so schlimm: lesenswerter Artikel, mal was zum mitnehmen zum 60.

    Gruß Grenzer

    http://www.wiwo.de/management-erfolg/der-irrsinn-in-deutschen-firmen-458085/2/

    Unternehmensalltag Der Irrsinn in deutschen Firmen
    Martin Wehrle

    „Woran erkennen Sie, ob Ihr Unternehmen vom Irrsinn befallen ist? Vier Merkmale sind mir mit den Jahren aufgefallen:
    Heuchelei: Die Firma spricht mit gespaltener Zunge. Zum Beispiel wird die Teamarbeit gepriesen, aber nur Ellenbogentypen kommen ins Management. Oder man schreibt sich „Kundenfreundlichkeit“ auf die Fahne, aber lagert das Kundencenter wie stinkenden Sondermüll aus.
    Profitsucht: Die Firma geht für den Gewinn über Leichen. Mitarbeiter werden rausgekegelt, Kunden geschröpft, die Natur ausgebeutet. Eine Untersuchung des Psychologie-Professors Robert Hare ergab: Plutokratische Firmen müssen unter klinischen Gesichtspunkten als waschechte Psychopathen gelten.
    Egozentrik: Die Firma ist Sonne und Erde zugleich, dreht sich nur um sich selbst: Sie definiert Prozesse, zelebriert Meetings und verliert alles andere aus den Augen: die Kunden, die Mitarbeiter, die Vernunft.
    Dilettantismus: Die Firma agiert planlos. Eine Hand weiß nicht, was die andere tut. Strategien werden aufgestellt und umgestoßen. Die Abteilungen behindern sich gegenseitig. Die Mitarbeiter werden systematisch am Erfolg gehindert. 
    Dieser Firmen-Irrsinn nimmt in den letzten Jahren zu, denn das Karussell der Märkte dreht sich immer rasanter. Die Börsen lauern auf Ad-hoc-Meldungen, die Manager wechseln schneller als das Wetter, Firmen erfinden sich täglich neu. Wo einmal Regeln waren, herrscht regelrechtes Chaos. Nichts ist mehr sicher, schon gar nicht die Arbeitsplätze. Sogar bei Rekordgewinnen quietscht die Kostenbremse. Immer mehr Aufgaben werden auf immer weniger Schultern geschaufelt.
    Niemand weiß genau, ob die Firmen auf der Welle der Globalisierung reiten – oder nur von ihr, wie von einem Teufel, geritten werden. Jedenfalls färbt dieser Wahnsinn auf die Mitarbeiter ab: Die Zahl der Ausfalltage durch psychische Erkrankungen hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt.
    Was können Sie tun, wenn Sie in einem Irrenhaus arbeiten? Es gibt zwei Strategien: Arrangieren Sie sich mit dem Irrsinn – oder brechen Sie aus.
    Arrangieren: Überlegen Sie, wie Sie in Ihrem Einflussbereich für vernünftigere Entscheidungen sorgen. Ergreifen Sie die Initiative, gehen Sie auf Ihren Chef mit Ideen zu, schlagen Sie der Vernunft eine Schneise. Und achten Sie auf Ihr inneres Gleichgewicht: Bevorzugen Sie Arbeitskollegen, mit denen Sie harmonieren. Tun Sie mehr von jenen Arbeiten, die Sie beglücken – und weniger von jenen, die Sie wahnsinnig machen. Auf diese Weise werden Sie der Vernunft nicht zum Durchbruch verhelfen, aber Sie können sich eine kleine Insel im Meer des Irrsinns schaffen.“

  11. Lieber Peter Winter,
    ich möchte gar nicht hinterfragen wie Sie im Osten PHK geworden sind.

    Ich wünsche Ihnen viel Spass bei Ihrer Pension und das Schwelgen in der guten alten BGS Zeit.

    Nur haben wir jetzt 2011 und die Zeiten haben sich gravierend (zum Negativen) geändert.

  12. Genau diesen Anstoss wünsche ich mir seit Jahren! Ich hoffe dass möglichst alle die etwas ändern möchten sich auch aufraffen und der Gewerkschaft den Rücken stärken. Es wird Zeit aufzustehen und deutlich Flagge zu zeigen.
    Wie bereits hier im Forum erwähnt bin ich auch der Meinung dass man in einigen arabischen Ländern sehen kann was Mut und Geschlossenheit bewegen kann. Ich habe genug von dem ewigen- Naja, man kann es nicht ändern. Steht auf und seit dabei…………….

  13. Zu WINTER:

    Bis zur Reform II war ja auch die Welt noch in Ordnung. Seither wurde es nur noch schlechter. Damals feierten wir die 40-Jahr-Feier in Coburg in einen großen Rahmen, Tag der offnen Tür, Kameradschaftsabend ect. Diesen Tag werde ich als PHW-Anwärter nie vergessen. Damals dachte ich, ich könnte meinen Lebtag in der Heimat verbringen. Aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Jetzt bin ich nach mehreren Dienststellenwechslen „heimatnah“ untergebracht. Bis nach Hause sinds ja nur 220 KM. Und wenn man sich die Stellenausschreibungen ansieht, dann Gute Nacht, das wars.
    Und dann herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag.

  14. Ich wollte eigentlich niht schreiben, aber nun tue ich es trotzdem. Der Beitrag „Irrsinn in deutschen Firmen“ trifft auf unseren Verein zu 99 Prozent zu. Sollen die Potsdamer doch feiern! Vielleicht feiern sie den letzten runden Geburtstag? Die Bundespolizei taumelt ( mal schneller, mal langsamer) aber immer zielorientiert ihren Untergang entgegen. Wenn man mit den Leuten spricht, kann man feststellen, das die Stimmung fast am Nullpunkt. Und dies ist nicht nur im mD, sondern auch im gD so. Auch hier wurden Dinge versprochen (ach nein, man hatte damals ja im Konjunktiv gesprochen), heißt es heute. Sie versuchen die Mitarbeiter hinzuhalten (arbeite gut und du wirst befördert) und anschließend, wenn es nicht mehr geht, werden sie abgeschoben.
    Jeder sollte sehen, dass er sein Privatleben gut organisiert, für ausreichend Erholungphasen sorgen,und zwischendurch seine Arbeit machen. Die Arbeit ist zum Leben da, und nicht das Leben für die Arbeit.

  15. Toller Link vom Grenzer.
    Ich habe mein Unternehmen schon nach den ersten Sätzen erkannt.

    „Ergreifen Sie die Initiative, gehen Sie auf Ihren Chef mit Ideen zu, schlagen Sie der Vernunft eine Schneise.“

    Das gehört leider nicht zur Realität der BuPo des Jahres 2011.

    Kompetenz definiert sich in der BuPo nur noch ausschließlich über den Dienstgrad bzw die Laufbahn.
    Initiative ergreifen heißt nur noch Kennzahlen erwirtschaften.
    Was anderes zählt nicht.
    Habe es eben wieder deutlich durch unseren Dienststellenleiter vermittelt bekommen.

    Ich habe keine Lust mehr mich einzubringen.
    Es interessiert keinen und es wird eh alles nur noch Schema F abgehandelt.
    Ich kann den Spruch unserer verehrten Leitung nicht mehr hören wenn man mal Ideen einbringen will „dann schreib mal was dazu“.
    Ich bin mit voller Hingabe Polizist mit jahrelanger Diensterfahrung und kein Schriftsteller von Werken die eh keiner liest.
    Sich in der BuPo noch einzubringen ist wie Perlen vor die Säue geworfen.
    Fragt mal z.B. den fiktiven POM, 25 Dienstjahre der ein guter Schutzmann ist, nebenbei noch Schießlehrer, Urkundenberater und EBF Trainer was ihm sein Engagement bislang gebracht hat.
    Die Antwort wäre ernüchternd.

  16. Nur haben wir jetzt 2011 und die Zeiten haben sich gravierend (zum Negativen) geändert.

    Eintrag von MeineMeinung am 23.Februar 2011

    N E I N ;

    Die Zeiten habe sich positiv geändert!!!

    Klar es gibt noch viel zu tun. Aber was aus uns geworden ist, ist positiv!!!
    – Attraktivitätsprogramm
    – VAV
    – Ausstattung
    – Stellenhebungen
    – Auftreten
    – Aufträge
    – Führungsverhalten und Verantwortung der Vorgesetzten
    – Möglichkeit Familie und Beruf zu vereinen
    – etc

    Die Entwicklung von einer Grenz- und Melde“behörde“ zu einer modernen Polizei ist deutlich zu erkennen.
    JA, es gibt noch viel zu tun – aber es hat sich auch viel getan -> viel gutes.

    Und ja, natürlich hätte auch einiges besser laufen können.

  17. „Nur haben wir jetzt 2011 und die Zeiten haben sich gravierend (zum Negativen) geändert.

    Eintrag von MeineMeinung am 23.Februar 2011

    N E I N ;

    Die Zeiten habe sich positiv geändert!!!

    Klar es gibt noch viel zu tun. Aber was aus uns geworden ist, ist positiv!!!
    – Attraktivitätsprogramm
    – VAV
    – Ausstattung
    – Stellenhebungen
    – Auftreten
    – Aufträge
    – Führungsverhalten und Verantwortung der Vorgesetzten
    – Möglichkeit Familie und Beruf zu vereinen
    – etc

    Die Entwicklung von einer Grenz- und Melde”behörde” zu einer modernen Polizei ist deutlich zu erkennen.
    JA, es gibt noch viel zu tun – aber es hat sich auch viel getan -> viel gutes.

    Und ja, natürlich hätte auch einiges besser laufen können.“

    Wo bitte ist der Ironiesmiley??? Ansonsten bitte mal die Augen öffnen!!!…und bis zum Boden des Propagandafasses schauen.

  18. @ aeM:

    Was immer Du nimmst, nimm weniger davon!!!
    So blind und verblendet kann man doch gar nicht sein, Augenwischerei auf ganzer Linie, ohne Worte…

  19. Lieber Kollege Winter,

    sie haben allerdings vergessen zu schreiben was sie als „Elbüberschreiter“ tun mussten um in den gehobenen Dienst aufsteigen zu können.

    **** Nichts ****

    Außer für ein paar Monate die Füße still halten und sich nichts zu schulden kommen lassen.
    Ich kenne persönlich 5 Kollegen wie sie die sich damals diesem schweren Verfahren stellen mussten.
    Danach wurden sie mit eingeschränkter Verwendungsbreite automatisch in den gehobenen Dienst übernommen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Frage

  20. @aeM

    da halte ich mal dagegen:

    – Reform I, II und III mit Standortauflösungen
    – damit verbundene Umzugswelle und Verluste bei
    Hausverkauf in zahlreichen Fällen
    – damit verbunden weitere Wege zu den Ereignisorten
    – Massenabordnungen ohne Aussicht auf ein Ende
    – POM Bauch
    – PK und POK Bauch (durch VAV)
    – Wegfall Weihnachtsgeld
    – Versprechen, das Weihnachtsgeld wieder ab 2011 zu
    zahlen, gebrochen
    – keine ordentliche Gehaltserhöhung in den letzten
    Jahren
    – DUZ immer noch auf 1980 Niveau
    – Wegfall Urlaubsgeld
    – Zunahme der „erst ich dann andere“ Mentalität
    – Qualtitiv schlechte blaue Uniform
    – gute Arbeitsbekleidung (Rollkragenpullover) mit
    Umstellung auf „blau“ eingestampft
    – Schwung, BUND Großschreibung und das „Blau“ bei
    „Das Erste“ „geklaut“ :)
    – Stellenhebungen nur im gD und hD Bereich
    – polizeiliche Ausstattung immer noch mangelhaft
    ggü.unserem polizeilichen Gegenüber
    – kein Digitalfunk
    – Aufgabenreduzierung im Osten
    – mieses Computerarbeitungsprogramm
    – unübersichtliches Vorgangsbearbeitungssystem
    – das „freie“ bei Heilfürsorge wurde gestrichen
    – Einsparungen ohne Ende ab 2011
    – weiterhin Schattenstellen (ohne die eine Dienststelle
    nicht laufen würde (u.a. FKBs)
    – Werthebachkommission

    ups – habe ja mehr Punktegefunden als mir lieb waren
    Deine beiden Punkte „Führungsverhalten und Verantwortung der Vorgesetzten“ und „Möglichkeit Familie und Beruf zu vereinen“ meinste doch nicht wirklich ernst?

  21. Moinsens!

    @aeM
    Zitat: „Möglichkeit Familie und Beruf zu vereinen“ Zitatende

    Das ist nicht Dein Ernst!!!!!!

    Grüße

    AB

  22. Eintrag von aeM am 24.Februar 2011

    Nun aeM; dann sollten diese Stellen auch mal hinterlegt werden; was nützt eine 8-9z Stelle wenn Du A8 auf ewig bleibst?

    Wo gibt es bisher die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
    Ich versuche seit Jahren eine Stelle in einer BPOLI zu bekommen, wo ich meine Kinder direkt zur Kita des Arbeitgebers meiner Frau bringen kann; da führt kein Weg rein!!! Alles abgelehnt, jetzt läuft ein Tauschgesuch, mal sehen ob das Erfolg bringt, wenn nicht wende ich mich an den Bundestag: Also Vereinbarkeit von Familie und Beruf, da sind wir noch meilenweit entfernt…

  23. Hallo aeM

    Eintrag von aeM am 24.Februar 2011

    – Attraktivitätsprogramm: finde ich Persönlich gut
    – VAV: habe ich dran teilgenommen, natürlich war ich auch aufgeregt aber ich wurde fair und kompetent behandelt, also gut.
    – Ausstattung: naja alle wissen was los ist, nicht so gut.
    – Stellenhebungen, ja gab es aber nützt niemanden was, keine ausreichenden Beförderungen,nicht so gut
    – Auftreten, hat sich bei mir nichts geändert, habe Schuhgröße 46 und somit war und ist mein Auftreten schon immer durch sichere Bestimmtheit geprägt, also gut.
    – Aufträge, Mehrmonatige Abordnungen, Castor, Fußball Unterstützung LaPo bestimmt fehlt noch was, ach die Terrorlage, zu viel zu wenig Personal, erst werde ich nach meinen Sozialpunkten bewertet und dann bin ich noch weniger Daheim? Schlecht, was soll den so was? Und was die AO`s betrifft wurden uns auch noch falsche Hoffnungen gemacht! Grotten schlechte Organisation. Nicht gut.
    – Führungsverhalten und Verantwortung der Vorgesetzten, hier nochmals ein Dankeschön für 3 Monate oder mehr. Also bitte. Nicht gut.
    – Möglichkeit Familie und Beruf zu vereinen, Tja leider ist es mir nicht möglich meine Familie meinen Reisetätigkeiten anzupassen. Nicht gut.
    – etc? Jo, bestimmt die 2,4 Prozent Gehaltsverzicht?

    Nicht das wir uns hier falsch verstehen ich mag meinen Job! Nur es ist auch meine Bundespolizei und ich lass mir kein X für nen A verkaufen . Gut fand ich übrigens, das unser Chef mal Flagge Zeigt. Aber nun muss auch mal wieder Ruhe und Ordnung in die Mannschaft gebracht werden.
    Das wäre mal ein Zeichen. Dann könnte ich dir bei Führungsverhalten und Verantwortung der Vorgesetzten auch ein gut hinschreiben, aber so nicht.

    Ich wünsche mir zum 60. das Leitbild zurück, ganz ehrlich, Transparent und auf Augenhöhe, denn am ende sind wir alle Polizisten. Nur manchmal gerät dieses wahrscheinlich ein bisschen in den Hintergrund, so etwas sollte aber nicht Passieren,

    Gruß Grenzer

  24. Ich wünsche mir zum 60. das Leitbild zurück, ganz ehrlich, Transparent und auf Augenhöhe, denn am ende sind wir alle Polizisten. Nur manchmal gerät dieses wahrscheinlich ein bisschen in den Hintergrund, so etwas sollte aber nicht Passieren,

    ———–

    Wurde das je wirklich gelebt?????

  25. Eintrag zu Grenzer:
    „Es muss auch mal wieder Ruhe und Ordnung in die Mannschaft gebracht werden“

    Wie soll das denn gehen??? Die nächste Reform liegt in der Schublade. Die Dauerabordnungen gehen weiter (siehe FFM) und nach den Reform II-Geschädigten fragt kein Mensch mehr.

    Und denk mal an die Öffnung des Terminal 3 in FFM in ein paar Jahren.

    Ich frag mich jeden Tag, wie es mit diesen Strukturen weitergehen soll! Meine Berufszufriedenheit nach fast 21 Dienstjahren ist leider im Keller.

  26. Man hat auch gar keine Perspektiven mehr in der Bundespolizei. Beförderung ? Kann man vergessen. Wegbewerben auf eine andere Stelle ? Die wenigen Stellen die bundesweit ausgeschrieben wurden sind doch unter der Hand schon vergeben.
    Wie will man sich da noch selber motivieren ?

  27. In der Bundespolizei gibt es 8136 POM davon 251 POM die älter als 50 Jahre sind.
    Das darf doch wohl nicht wahr sein.
    Ob die sich auch alle über die 60 Jahre Bundespolizei freuen ?
    Ich jedenfalls nicht.

  28. 60 Jahre Bundespolizei :-(
    Erstaunlich wie lange man ein totes Pferd am laufen halten kann.
    Ich sehe keinen einzigen Grund zur Feier.
    Feiern und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen werden sich auf jeden Fall die Spitzenverdiener dieser Behörde.
    Aber für diejenigen, welche als Polizist hier arbeiten, gibt es keine Gründe zu feiern.
    Mit der Wiedervereinigung hätte man auch diesen Laden schließen sollen.

    60 Jahre, eine lange Zeit, Zeit zu gehen.

    Gruß von einem Mitarbeiter

  29. Ich finde ein Beförderungsverlaufsmodell gut.

    Mit spätestens 40 POM
    Mit 50 PHM

    Jedoch gibt es das nicht.

    Eine Änderung wäre gut.

    Bis dahin muss man bis zum Endamt eben
    – Verwendungsbreite
    – Eignung, Leistung und Befähigung
    vorlegen.

    Damit ist mehr als nur sehr gute Polizeiarbeit gefordert, weil es eben leider nicht genug Beförderungsmöglichkeiten gibt.
    Wer mit 50 Jahren jedoch nicht einmal sehr gute Polizeiarbeit leistet, muss sich nicht wundern – leider gibt es davon einige. Erfahrung alleine reicht nicht; man muss sich auch der neuen Aufgabe, EIS, Anforderungen, Aus- und Fortbildung anpassen.

    Und Verwendungsbreite heißt auch andere Funktionen und andere Dienststellen / Dienstposten ausfüllen.

    Wer das alles nicht will, sollte nicht meckern; sondern sich abfinden und auf ein anderes Verlaufsmodel warten; welches aus anderen Gründen besser ist. Jedoch auch diese Nische, der unwilligen, ausfüllt.

    Man merkt: ich bin mehr für die, die ihre Karriere selber in die Hand nehmen.
    Und ich weiß, dass es funktioniert.
    Sitzen und warten kann funktionieren, rechtfertigt aber wenn es nicht funktioniert kein Gemotze.

  30. Liebe Kollegen,
    habe für meine Aufstieg zum g.D den 5. 16a in Walsrode
    besucht und war bis zu meinem Abschied einer der wenigen
    DGL, mit einem 16a in einer Flächeninspektion.
    Man musste nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
    Soweit zum Aufstieg.
    Es steht bekanntlich jedem PVB offen,den Aufstieg zum g.D
    zu machen.Habe gerade eine Nachricht erhalten,dass ein ehemaliger PVB meiner DG den Aufstieg gemacht hat und zum POK
    befördert worden ist. Es geht auch heute noch.
    Gruß
    Peter

  31. @ Winter
    Ja es geht alles.
    Man muss nur wollen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort (Peräaukko) sein.
    Dann klappt es auch mit den Schulterstücken, auch heute noch.

    Gruß fernab vom Peräaukko.

  32. Ist mit „Fairnis“ in der drittletzten Zeile „Firnis“ oder „Fairness“ gemeint?

  33. Natürlich Fairness – Danke !

  34. @shottersheriff am 24.Februar 2011
    ja, da gebe ich Dir voll und ganz Recht! Seine Meinung offen sagen ist in unserem Beruf nicht gewünscht (hier?) und wird gnadenlos verfolgt! Da zählen nur Fakten!

  35. @ Getretener

    Ich darf gegen meinen Chef und den Chef von meinem Chef offenen meine Meinung sagen.

    @ Mitarbeiter

    UNSINN

  36. naja, 60 jahre wird unsere behörde, damit ist sie faktisch rentner – da versteht man dann auch den „altersstarrsinn“. aber im ernst, feiern werden die 28 – 32 jährigen A12/ 13 und höher (intranet ist ja voll mit den bildern dieser wertvollen mitarbeiter) und die breite masse der „basisbeamten“ von A7 – 9, im alter bis (leider) 59 werden in den tagen ihrern job machen!!! rumgeschubst nach 3 reformen, da ist man nicht mehr so wirklich in feierlaune. also feiert auf unsere kosten und schaut mal vorsichtig auf die strasse, wenn unsere demos losgehen!

    danke für die aufmerksamkeit

  37. Auch ich vertrete eine vom Mainstream abweichende Auffassung, die sich eher mit der von aeM deckt.

    Klar ist noch deutliches Verbesserungspotential vorhanden, aber ich kann dennoch nicht glauben, dass es so vielen Kollegen so schlecht gehen soll. Wenn man die Beiträge liest könnte man ja glauben, wir befinden uns knapp über dem Existenzminimum, einige sogar darunter.

    In meiner mit 14 Jahren sicher überschaubaren Karriere habe ich noch nicht einen Kollegen erlebt, der sich wirklich überarbeitet hätte. Und ich habe schon viele kennengelernt. Immer und überall war Zeit für einen Plausch beim Kaffee etc. Ich habe viele wirklich gute Kollegen erlebt, aber nur bei Einzelfällen wurde dies bisher nie honoriert. Das ist ärgerlich, aber leider nicht zu vermeiden, dennoch gehört dies geändert. Die Darstellung, dass jeder bei der BPOL eigentlich motiviert ist, stets Vollgas gibt und sich intensiv auch durch Nebenämter einbringt, stimmt aber auch nicht. Aber das Selbstbild ist halt oft anders als das Bild, was andere von einem haben.

    Die Erwartunghaltung, dass der Arbeitgeber jedem Arbeitnehmer vor die Haustüre eine Dienststelle hinsetzt, bei der er automatisch mit zunehmendem Alter mehr Geld bekommt („Erfahrungsstufen), automatisch befördert wird und jährlich mehr als die Inflationsrate ausgeglichen bekommt, kann ich nicht teilen und halte sie auch für vermessen.

    Sicher ist die BPOL ein wichtiger Baustein des Gesamtsystem der Bundesrepublik. Aber zu glauben, ohne uns würde nichts laufen, da leidet man wohl an grenzenloser Selbstüberschätzung.

    Für gute Arbeit sollte auch eine gute Gegenleistung erwartet werden dürfen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und wenn nach eigenen Ansprüchen die Gegenleistung nicht stimmt, hat jeder die Möglichkeit, Konsequenzen zu ziehen (Dienststellenwechsel, Aufstieg, Kritik äußern, und andere weniger konstruktive Alternativen).

    Aber bitte, alle Kollegen sind erwachsen, entscheiden über Zwangsmittelanwendung bis hin zur Schusswaffe, da muss man auch erwarten können, Entscheidungen für sich selbst zu treffen und nicht darauf zu warten/vertrauen, dass der Dienstherr alles regeln wird. Seit meinen ersten Tagen bei der BPOL habe ich gelernt, wer nicht selbst aktiv wird und sich kümmert, der wird oft hinten runter fallen, abgesehen von denen, die sich immer irgendwie durchmogeln.

    Also werdet aktiv, aber nicht in dem Sinne, nur zu kritisieren und zu verlangen, dass sich jemand (der Dienstherr) um einen zu kümmern habe. Nutzt stattdessen die wenigen Möglichkeiten, die jedoch durch gute Gewerkschaftsarbeit stets ausgebaut werden. Dazu gehört aber der Mut zur Veränderung, raus aus der bequemen Komfortzone, aus seinem geregeltem Ablauf mal ausbrechen. Man kann nicht alles haben. Das ist utopisch. Daher muss jeder entscheiden, wo seine individuellen Prioritäten liegen. Wer 40 Jahre bei der 5km entfernten Dienststelle seinen Regeldienst (nicht Schichtdienst, weil so anstrengend) versehen möchte, und dabei regelmäßig befördert werden will, obwohl die Welt sich weiter dreht und auch die deutsche Sicherheitsarchitektur sich verändert, der kann nicht zufriedengestellt werden. Aber diese Erkenntnis kann doch nicht neu sein…

  38. Vielleicht sollte man diese Kommentare einfach mal ausdrucken und an jedes Bundestagsmitglied verteilen. Ich glaube sonst, dass kaum einer der MdB´s wissen, wer und was die BPOL ist und leistet.

  39. Wenn es wirklich der Tatsache entspricht, dann kann ich Dich nur beglückwünschen!
    Die Meinung sagen.. vielleicht! Aber wenn dann noch die Wahrheit über unzulänglichkeiten und falsche Entscheidungen dazukommen..dann fühlt sich nsere Führung doch immer angegriffen!
    Ich würde mir wünschen das das Ergebnis von Klartext vor dem 60. Geburtstag präsentiert wird!

  40. Wenn ich meinen DGL frage: Was kann ich machen um eine Neun in der Beurteilung zu bekommen? Antwort: Nichts!
    Die Quote ist ausgeschöpft ich kann Sie Dir nicht geben!!!
    Soviel zum Thema E,Lund B in der BuPo!
    Somit bleib ich immer bei A8 hängen! Ich kann nichts machen um vorran zu kommen!
    Ich habe keine Lust auf ne Party mit diesem Verein !

  41. Ich möchte auch nicht mitfeiern, denn soviel könnte ich zum 60zigsten gar nicht saufen, um diese gegenseitige Lobeshymnen zu ertragen. Abgehoben und fern von jeglicher Basisstimmung werden sie sich wieder gegenseitig auf ihre Schultern klopfen und „gute Stimmung“ verbreiten. Dazu gesellen sich dann noch unsere Junghauptkommissare (max. 10-15 Dienstjahre und die 40 noch nicht erreicht! JUNG/DYNAMISCH/ERFOLGREICH), die dem älteren Jahrgang des mD noch ein X für`n U vormachen wollen. „…ach, wie toll und modern ist doch unsere Bundespolizei…“ Nee, da feier ich mal nicht mit, mein Gläschen Schampus genieße ich erst, wenn uns das BMI die Möglichkeit zum Wechsel ermöglicht, oder ein gerechtes Laufbahnverlaufsmodell einführt. Bis dahin bediene ich nur mein eigenes Ego und der Buscho kommt zuletzt!!!

  42. Polizei-Reformpläne von de Maizière
    Giftiges Geburtstagsgeschenk
    28.02.2011, 09:36 2011-02-28 09:36:06
    Lesezeichen hinzufügenDruckenVersendenVon Heribert Prantl
    Zum 60. Jubiläum von BKA und Bundespolizei wächst der Unmut gegen die Pläne des Innenministers. Dieser will beide Organisationen per Erlass fusionieren – dies wäre eine politische Kriegserklärung an die Bundesländer und den Föderalismus.

    So ein rundes Jubiläum ist eigentlich eine feine Sache: man bekommt Geschenke, wird gelobt und wenn man noch nicht gewusst hat, wie gut man ist – an diesem Tag erfährt man es dutzendfach. Sowohl das Bundeskriminalamt als auch die Bundespolizei werden just 60 Jahre alt. Aber beide Polizeiverbände schauen mit Entsetzen auf die Geburtstagsvorbereitungen, die ihr oberster Dienstherr, der Bundesinnenminister, betreibt.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/polizei-reformplaene-von-de-maizire-giftiges-geburtstagsgeschenk-1.1065525

    Gruß Grenzer

  43. @ Marco W. vom 27.02.:

    Hallo Marco,

    das was du da geschrieben hast, imponiert mir und ich glaube, dass du mit dem gar nicht so falsch, wohl eher total richtig liegst.

    Gruß Der Duden

  44. @Winter

    Nur weil Du zur richtigen Zeit am Richtigen Ort warst brauchst Du nicht arrogant über viele andere Kollegen zu denken. Die sind nicht alle dumm und Du und einige wenige schlau.
    Es gibt auch immer wieder Lottogewinner.

  45. @ Marco.W

    Du schreibst:
    „Für gute Arbeit sollte auch eine gute Gegenleistung erwartet werden dürfen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und wenn nach eigenen Ansprüchen die Gegenleistung nicht stimmt, hat jeder die Möglichkeit, Konsequenzen zu ziehen (Dienststellenwechsel, Aufstieg, Kritik äußern, und andere weniger konstruktive Alternativen).“

    Zu Thema Dienstellenwechsel:
    Wenn dass so einfach wäre wie du es schreibst. Ich kenne genügend Kollegen die wechseln wollen aber einfach keine Chance haben die Dienststelle zu wechseln.
    Entweder haben sie keine gute Beurteilungsnote, oder aber ihnen fehlen die nötigen Sozialpunkte.

    Und zum Thema Beurteilungsnote.
    Wir alle wissen dass die Beurteilungsnoten quotiert sind. Durch die wenigen Beförderungen in den letzten Jahren ( mD ) sitzen viele Beamte auf ihrer ( Beurteilungsnote 6 ) fest.
    Eine logische Konsequenz .ist, wenn oben nichts abfließt kann von unten nichts nachrücken.
    Zweiter Punkt ist die Herabsetzung der Beurteilungsnote nach erfolgter Beförderung.
    Es gibt zwar Gerichtsurteile, welche besagen dass eine Herabsenkung nicht erfolgen muss, aber wie sieht es in der Realität aus?
    Klar, kann der Beamte Widerspruch einlegen, aber die Erfolgsausichten sind äußerst gering.

    Hier sage ich ganz klar und deutlich, dass der betroffene Beamte keinen Einfluss üben kann.
    Es kann sich beschweren, bitten.. aber es nützt nichts!

    Aufstieg:

    Zu erst einmal etwas zu dem begrenzten Aufstieg ( 6 Monate )
    Die Voraussetzungen sind immer noch PHM ( A9 ) und dass 4 Jahre.
    Nach erfolgreichem VAV wird man ernannt zum PK ( A9 ). Insofern erst einmal nichts gewonnen.
    Auch kehrt man wieder zu seiner alten Dienststelle zurück.
    Man muss sich nun als ( jung ) Kommissar mit all den andern Kommissaren messen lassen.
    Das heißt im Klartext : Nun bist du Kommissar , also ein neues Amt und schon sind wir in der Beurteilung wieder bei einer ( 6 ), obwohl der Beamte vorher als PHM mit einer Note ( 8 oder 9 ) beurteilt war und nun wieder die gleiche Arbeit verrichtet wie vorher.

    Uneingeschränkter Aufstieg ( zwei oder drei Jahre )

    Wenn denn dann, nach Beendigung des Lehrgang die Familie noch intakt ist, reihen sich auch diese Kommissare in die Rangfolge der ( jung ) Kommissare ein.
    Einziger Gewinn bei der Sache ist, dass wenn man als Obermeister ( A8) den Aufstieg macht, man eine „Beförderung“ nach (A9) erfährt und viel später als ( A13 ) enden kann.
    Nachteil: Man ist wieder im gesamten Bundesgebiet Verbsetzbar.

    Für neu Anfänger ist diese bundesweite Versetzung weniger ein Problem, als für die Lebens ältere Beamte welche ein Haus und Familie haben.

    Du schreibst:
    „Also werdet aktiv, aber nicht in dem Sinne, nur zu kritisieren und zu verlangen, dass sich jemand (der Dienstherr) um einen zu kümmern habe.“

    Der Beamte hat sich an Recht und Gesetz zu halten.
    Aber der Dienstherr gibt uns unsere Rahmenbedingungen vor. Er entscheidet über unser Gehalt wie es ihm passt. Er entscheidet ob die Zuwendungen einfach so per Handschlag gekürzt werden.
    Da ändert erst einmal keine Gewerkschaft etwas daran und der einzelne erst recht nicht.
    So viel zum Thema aktiv werden.

    Meine persönliche Meinung:

    Im Gegensatz zu „früher“ hat sich ja auch vieles verbessert, gar keine Frage.
    Aber früher war in manch anderen Dingen aber besser als heute.

    Unsere Bundespolizei will „ privat Firma spielen „
    Man sieht es daran, dass sich unsere „ Führer „ nun Manager nennen oder dass wir Controller haben, oder wir Kennzahlen haben u.s.w. es zählen nur noch Aufgriffe, Aufgriffe
    Der Mitarbeiter ist eine Nummer, ein Rädchen welches zu funktionieren hat.

    Nun, man könnte sagen: genau so läuft es doch auch in einer privaten Firma ab.
    Ja das tut es, aber mit einigen Ausnahmen allerdings.

    Dieser Weg kann nicht richtig sein.
    Polizeiarbeit lässt sich nicht Katalogisieren.
    Eine Maschine einer privaten Firma, kann man einstellen. Diese produziert 100 Stck. pro Tag.
    Eine Maschine, welche „ Verbrecher „ herstellt ist leider noch nicht erfunden worden.
    Und das ist auch gut so.

    Und als letztes möchte ich noch erwähnen, dass die Erhöhung der Wochenarbeitszeit und Lebensarbeitszeit auch ihren Beitrag zur Unzufriedenheit beträgt.
    Und dies gilt nicht nur für die Bundespolizei sondern für viele andere Berufe auch.
    Wenn der Mensch überwiegend in seinem Leben nur mit der Arbeit umgeben ist, fehlt ihm ein wesentlicher Anteil an privatem Ausgleich und dies macht unzufrieden.
    Im Falle der BPOL im Zusammenhang gesehen, so wundern mich die Burn out nicht.

    Resignation und Hilflosigkeit in vielen Fällen, leider….

  46. Mich wundert, dass ich hier bei der gdp nichts über die geplanten Änderungen der Dienstpläne ( keine Überlappungszeiten mehr etc. ) lesen kann. Wie können die geplanten Änderungen sozialverträglich sein ? Verträgt sich das mit der Dienstvereinbarung zur „Reform“ ? – oder muss ich als „Fernpendler jetzt die letzte Konsequenz ziehen???

  47. Ja, die Probleme hat Koll. Scheuring treffend beschrieben und auf den Punkt gebracht. Seine Lösungsvorschläge wurden bereits von anderen als „Schmusekurs“ bezeichnet.

    Diese o.g. Probleme zu lösen ist, so lange es die Bundespolizei gibt, objektiv unmöglich.

  48. Der ehemalige BGS und die daraus resultierende Bundespolizei war mal eine glänzende Organisation in der man ein Zugehörigkeitsgefühl hatte und man gerne zur Arbeit kam.
    Aber durch den Reformwahnsinn ist der letzte Funken an Glaubhaftigkeit dahingegangen.
    Es bleibt nur noch die Hoffnungslosigkeit.

  49. @B…

    Da Du mich direkt ansprichst, möchte ich auf Deine Anmerkungen natürlich auch antworten.

    Dienststellenwechsel:
    Klar, für die Wunschdienststelle brauche ich ne gute Note, zahlreiche Sozialpunkte und wenn möglich muss der Pfarrer auch noch eingeschaltet werden. Darüber hinaus muss dort aber auch der Bedarf sein. Aber es gibt auch Dienststellen, die händeringend suchen. Aber die Erwartung, dort arbeiten zu können, wo man will, unabhängig vom Bedarf wirst sicher auch Du nicht vertreten. Sollte dort aber ein Fehl sein, oder jemand tauschen möchten, sollte ein unkompliziertes Verfahren geschaffen werden, um dies zu ermöglichen. (Ob die Berechnung des Bedarfs einer Dienststelle immer vernünftig erfolgt, ist eine andere Frage, hat aber mit dem Wechsel als solches nichts zu tun)

    Beurteilungsnote:
    Ich bin Erstbeurteiler, ich kenne das Dilemma. Aber ist Dein Vorschlag, weg mit den Quoten? Gut, dann geben wir jedem die 9. Und dann? Wonach soll dann ausgewählt werden, wer befördert wird, wenn Bewerbungen anstehen usw?. Dann ist ja noch mehr Raum für Vetternwirtschaft und Mauschelei. Ich verstehe auch nicht, warum man erwartet, nach einer Beförderung die Note behalten zu können? Man wird in einer neuen Vergleichsgruppe eingeordnet. Dort sind dann eben schon viele, die seit Jahren auf der 6 festsitzen. Und die überholt man, weil man vorher ja auch ne 9 hatte? Das man die Arbeit weiterhin genauso macht, ist doch auch richtig so. Sonst wäre die Beförderung ein Fehler gewesen, wenn es anders wäre.

    Aufstieg:
    Er bietet einfach deutlich mehr Möglichkeiten. Die Aussage, dass man 2-3 Jahre weg von zuhause ist, ist doch auch falsch. Dafür gibt es Praktika, Urlaub, Familienheimfahrten etc. Klar ist eine Einschränkung, aber die Familien, die wegen einem Aufstiegsverfahren gescheitert sind, zähl mal bitte. Diese Zahl dürfte verschwindend gering sein. Dennoch bedeutet das raus aus der Komfortzone.

    Klar entscheidet der Dienstherr über unser Gehalt. Ist dsa irgendwo anders? Bestimmt etwa der Mechaniker sein gehalt selbst? Nur wenn er das Risiko der Selbstständigkeit eingeht. Das wollen wir aber auch nicht. Und es gibt wohl kaum ein Arbeitnehmervolk wie die Beamten, die um jede Kleinigkeit das Gericht bemühen, weil man ja nichts zu befürchten hat.

    Auch mich nervt das Controlling etc. ungemein und ich hoffe inständig, dass sich irgendwann der gesunde Menschenverstand wieder durchsetzt. Bis dahin werden eben die Zahlen gemeldet, die gewünscht sind. (Aber das haben wir doch auch nicht erst seit gestern gelernt)

    Die Wochenarbeitszeit: Ist die wirklich so dramatisch weit weg von der Realwirtschaft draußen? Gleiches gilt für die Lebensarbeitszeit. Ob jedoch die Kollegen mit 65 noch dem Verbrecher hinterherlaufen sollten oder ob es nicht irgendwie andere Einsatzmöglichkeiten gibt, ist eine interessante Frage. Aber so lang zu arbeiten, wie der Arbeitnehmer in der Wirtschaft, das halte ich für angemessen. (auch wenn es für mich heißt, dass das für mich noch länger wird)

    Für mich gilt ganz einfach das Prinzip Selbstverantwortung. Jeder kennt die Rahmenbedingungen in dieser Firma, inwiefern er sich darauf einlässt und sie so zu nutzen, dass er davon profitiert, obliegt jedem selbst. Das sollte man von jedem von uns erwarten können.

    In diesem Sinne…

  50. @Marco W

    Die Rahmenbedingungen die wir alle kannten als wir vor diversen Jahren eingestellt wurden haben sich drastisch und unüberschaubar geändert.
    Teilweise ist es für einige Leute jetzt zu spät um auszusteigen z.B. in die freie Wirtschaft.
    Also müssen wir mit diesen Umständen leben und für Veränderungen kämpfen.

  51. @ M….

    Lieber Kollege,
    mir scheint Du bist tatsächlich einer dieser Kollegen mit Visionen. Es gibt keine kaputten Familien?? Ich bin es ehrlich gesagt leid mir solche Äußerungen immer wieder anhören zu müssen. Was sollen diese blödsinnigen Aufstiegsverfahren? Ein Großtei dieser Kollegen macht danach die gleiche Arbeit wie vorher! Jeder hat aber plötzlich die Weißheit mit Löffeln gefressen und möchte seinen „Führungsanspruch“ geltend machen. Dann beginnt das Hacken der Eingeschränkten gegen die Uneingeschränkten. Die Dienststellen werden immer weniger und damit auch die entsprechenden Pöstchen.
    Ach ja, der Mechaniker schmeißt unter Umständen hin und geht zum nächsten Arbeitgeber oder macht von seinem Streikrecht gebrauch.Was glaubst Du wieviele Kollegen noch Deine Visionen teilen würden, wenn Sie zu einer Landespolizei Ihres Heimatlandes wechseln könnten. Soll genug sein ! Schau Dir das Ergebnis von Klartext im April an. Ich kenne viele Kollegen denen die Visionen durch die Realitäten abhanden gekommen sind.
    Wie erklärt man einem Kollegen als Erstbeurteiler das er ein Quotenopfer ist? Ich könnte es nicht und bin darüber auch nicht traurig.

  52. @Marco W

    Es ist schön das auch du als Erstbeurteiler einige Problemfelder siehst, auch wenn du sie natürlich aus einer etwas anderen Perspektive wahrnimmst als der Grossteil hier, das solltest du nicht vergessen. Und genau diesen Kollegen (die du beurteilst und für die du auch eine gewisse Fürsorgepflicht hast *g*) bleiben nicht viele Möglichkeiten sich zu wehren. Sicher wäre es schöner wenn es allen besser gehen würde, aber wie motivierst du deine Mitarbeiter? Indem du ihnen jedes Jahr sagst „tut mir leid, Quote“? Genau auf deiner „Ebene“ sehe ich im Moment den Schwarzen Peter, oder sind bei dir die DGL Runden offen und ehrlich? Werden hier die Probleme beim Namen genannt? Oder ist es ehr so dass doch 4 von 5 immer schön „alles gut“ melden um sich die Karriere nicht zu versauen? Na sei mal ehrlich… :) Ich will dich nicht angreifen, es geht um´s Prinzip hier. Auf jeder Ebene wird alles grüner gemalt, DAS ist das Problem. Genau DESWEGEN kommt in Potsdam und im BMI nur noch „läuft alles super“ an. Und genau DAS wollen die Kollegen nicht länger hinnehmen. Nur auf dem Dienstweg geht das leider nicht mehr. Der Fisch stinkt immer vom Kopf an ;o)
    Ach ja, und noch was zu den Familien die wegen dem Verein expl. Aufstiegsverfahren kaputt gehen, ich fürchte hier liegst du ordentlich daneben (leider). Bei den meißten kommt es zumindest zu Problemen, einige zerbrechen an dieser Zeit sogar. Und auch das sollte nicht im Sinne des Dienstherrn sein. Es gibt einfach (auch wenn das einige „Karrierebeamte“ und „Manager“ einfach nicht verstehen können) wichtigeres als die Bundespolizei..

    Wie gesagt, nicht perönlich nehmen aber vllt. mal über den ein oder anderen Punkt nachdenken. Ich könnte mir vorstellen das du in den angesprochenen DGL-Runden auch mal der 5te bist ;o) Wenn ja, weiter so!

  53. Eine längst überfällige Geste wäre es, die POM mit 20 Dienstjahren und mehr umgehend zu befördern. Die meisten würden dann auf den Aufstieg pfeiffen.
    Wer nicht etwas ausgefressen hat, von dem kann man annehmen das er seinen Job vernünftig macht.
    Vielleicht geht so eine Aktion sogar über Nacht, kostet bestimmt 700 Milliarden weniger als für die Notleidenden Banken und das Geld geht sofort wieder in den Kreislauf. Man könnte sogar bei den Griechen, Iren, Portugiesen usw etwas abzwacken bei den Hilfen, dann klappt es bestimmt.
    Die ganzen Aufstiegsvarianten halte ich im übrigen für reine Geldverschwendung. Warum jemanden für 6-36 Monate aus dem Dienst nehmen, damit er hinterher den gleichen Job macht? Ist eigentlich ein Fall für den Bund der Steuerzahler. Durchgängige Beförderung kommt tausend mal billiger und vielleicht gehen die Kollgen dann mal zu sinnvollen Lehrgängen.

  54. Ich hatte ja mit kontroversen Reaktionen gerechnet, aber dass diese dennoch so sachlich sind, hätte ich nicht erwartet. Vielen Dank.

    Die Rahmenbedingungen waren früher anders als heute. Ob besser oder schlechter ist eine müßige Diskussion, da ja auch die Zeit damals eine andere war. Das müsste man dan konsequenterweise berücksichtigen, führt aber zu endlosen und vermutlich auch ergebnisfreien Diskussionen. Dennoch entscheidet sich jeder neu für diese Rahmenbedingungen, nämlich beim Aufstehen am Morgen. Mir ist klar, dass persönliche Bindungen (Familie, Haus, etc…) nicht immer die freie Wahl lassen. Aber dann heißt es eben, in den sauren Apfel zu beißen ohne dran zu versauern.

    Ich halte die Geschichte mit der zweigeteilten Laufbahn im Übrigen für einen großen Fehler weil unnötig. Damit stehe ich durchaus auf der Seite derjenigen, die sich fragen, wieso Monate weg um hinterher die gleiche Aufgabe weiterzumachen. Das ergibt für mich keinen Sinn. Auch diese zig-verschiedenen Aufstiegsarten finde ich furchtbar. Das führt zu Vergleichen, ob „richtiger“ gD-ler oder nicht. Absolut sinnfrei. Ein oder 2 Verfahren (3 Jahre Neueinsteiger, 2 Jahre Aufsteiger) oder so und im Ergebnis alle Kommissar ohne Einschränkung und vergleichbar.

    Es wird immer Quotenopfer geben, wenn es Quoten gibt, egal wo die Grenze ist. Und gibt es keine Quote, hat jeder die Bestnote, weil die Beurteiler sich ja keinen Ärger ins Haus holen. Hat jeder die gleiche Note, kann man es auch gleich lassen. Aber wonach dann die E, L und B einschätzen und danach Personalentscheidungen treffen? Vorschläge äußerst willkommen.

    Ich bin kein Animateur meiner Mitarbeiter, dessen Aufgabe es ist, sie zu motivieren. Ehrliche Motivation kommt von Innen. Diese ist auch beständiger und führt damit zu mehr Erfolg (sowohl für den Mitarbeiter als auch das Unternehmen). Meine Aufgabe als Vorgesetzter ist es, so zumindest verstehe ich es, im Rahmen des mir möglichen Voraussetzungen zu schaffen, dass der Mitarbeiter seiner Arbeit so nachgehen kann, dass er möglichst viel eigenverantwortlich machen kann. Das innerhalb unserer Firma so extrem viele Einschränkungen vorhanden sind, beschneidet diesen Rahmen ungemein. Daher ist es ebenfalls meine Aufgabe, diesen Rahmen nicht weiter zu beschneiden und zu versuchen, „oben“ für eine Öffnung einzutreten.

    Ich habe das Glück, im Moment mit grundsätzlich sehr motivierten Mitarbeitern arbeiten zu dürfen. Diese Quote ist im Vergleich zu bisherigen Dienststellen deutlich höher. Daher kann ich momentan oft auch nur melden, alles prinzipiell gut, auch wenn es natürlich noch immer Dinge gibt, die angesprochen und verändert werden müssen. Das dies geschieht, würde mein Vorgesetzter bestätigen können.

    Die Forderung, man hat anderen so viel Geld gegeben, also muss doch etwas für uns übrig sein, teile ich ausdrücklich nicht. Über den Umfang und die Notwendigkeit dieser Hilfen können wohl nur wirkliche Fachleute urteilen, aber sicher nicht wir hier auf Stammtischniveau. Dafür fehlt uns einfach die Fachkenntnis. Glaubt man wirklich, dass wenn es nur noch PHM gibt, alle glücklich sind? Das dauert max. 3 Jahre, und wir haben die gleichen Diskussionen auf höherem Niveau. Meiner Meinung ist dafür der Grund, dass jeder Kollege ne Perspektive haben will. Aber mit 35 ausbefördert zu sein, ist keine. Die ist nämlich nur bis 35 interessant, danach frustrierend.

    Wie diese Perspektive zu gestalten ist, wonach beurteilt werden soll, wie diese Schritte zu absolvieren sind, das wären zielführende Diskussionen…

  55. Die Probleme mit Beförderungen gibt es nur weil es Beförderungen gibt! Mal angenommen es würde nur Stellen geben mit einer festen Besoldungsstufe!?
    Das wäre interessant!Eine Stelle ist mit A10 eine andere mit A8 zum Beispiel! Eine ist mit A9 eine andere A9 mit Zulage! Wobei es aber nicht sein kann das der Innendienst mehr Verdient als der KSB! Denn der Innendienst ist schließlich für den KSB da und nicht der KSB für den Innendienst!
    Zum Beispiel Innendienst A9mz/A10 KSB A10 oder A11!
    Nur ein Beispiel! Wobei ich sagen möchte das der ID keine schlechtere Arbeit macht!
    Aber dann würde es keinen Beförderungsstau geben!
    Und es gibt keine meckerei mehr wegen beförderungen usw!
    Jeder kann da hin wo er hin möchte muss aber auch damit klar kommen wenn er weniger bekommt! Das ist denn eine eigene pers. rangehensweise! Und jeder weiß worauf er sich einlässt! Und A7 dürfte es garnicht mehr geben

  56. @ Marco

    „Es wird immer Quotenopfer geben, wenn es Quoten gibt, egal wo die Grenze ist. Und gibt es keine Quote, hat jeder die Bestnote, weil die Beurteiler sich ja keinen Ärger ins Haus holen…“Zitat Ende
    Hast Du Dir schon mal überlegt, was es für die Beamten bedeutet, die nur auf Grund der Quote schlechter beurteilt werden. Sie stehen nicht nur bei den sehr selten gewordenen Beförderungen hintenan, auch bei Bewerbungen um ausgeschiebene Dienstposten werden sie benachteiligt. In keiner Beurteilung steht “ Du bist ein Quotenopfer“. Was spricht denn gegen ein Aufheben der Quotierung? Der Vorgesetzte müsste genau das machen wofür er bezahlt wird, sich intensiv und ehrlich mit seinem Personal beschäftigen. Wer ehrlich beurteilt, vergibt nicht nur Neunen. Es ist für den Vorgesetzten sehr einfach sich hinter einer Quote zu verstecken. Wier oft hört man, „ich wollte ja… aber die Quote..“.Oftmals erhalten genau die Mitarbeiter eine Leistungsprämie, die vorher „quotiert“ wurden.

  57. >> “tut mir leid, Quote”? <> Eine längst überfällige Geste wäre es, die POM mit 20 Dienstjahren und mehr umgehend zu befördern. <> Wobei es aber nicht sein kann das der Innendienst mehr Verdient als der KSB! <was es für die Beamten bedeutet, die nur auf Grund der Quote schlechter beurteilt werden.> Der Vorgesetzte müsste genau das machen wofür er bezahlt wird, sich intensiv und ehrlich mit seinem Personal beschäftigen. <<

    Sag ich doch.
    Das geht auch mit Quoten.
    Wer sich jetzt hinter Quoten versteckt, findet auch wenn es keine Quoten gäbe etwas, wo er sich verstecken kann.

  58. „Der Vorgesetzte müsste genau das machen wofür er bezahlt wird, sich intensiv und ehrlich mit seinem Personal beschäftigen. Wer ehrlich beurteilt, vergibt nicht nur Neunen.“
    Eintrag von Fontane 22 am 2.März 2011

    Und genau das ist der Punkt. Würde JEDER nach dem Beurteilungerlass beurteilen, bräuchten wir gar keine Quoten. Dann gäbe es nämlich gemäß der Definition NIEMANDEN, der eine 9 („Übertrifft die Anforderungen durch stes besonders herausragende Leistungen!“ = Gott oder zumindest Gott-ähnlich!) bekommen würde. Ich kenne zumindest keinen. Es gäbe ganz wenige mit 8 und 7 und die Masse läge zwischen 4 und 6. (Mich eingeschlossen!)

    Die Note „5“ bedeutet nämlich, dass derjenige seien Job macht, für den er bezahlt wird.
    = „Entspricht den Anforderungen in JEDER Hinsicht!“

    Es macht halt keiner! Würde das z. B. der DGL der DG X machen, würde sich der DGL der DG Y freuen, da dieser nun seine Quoten überschreiten könnte und die Mitarbeiter der DG X hätten das Nachsehen.
    Also nutzt natürlich jeder DGL bzw. Erstbeurteiler seine Quoten aus, damit seine Mitarbeiter eben nicht das Nachsehen haben und das ganze System wird so ad absurdum geführt!

    Und diesbezüglich weiss ich, von was ich spreche. Ich darf oder muss auch schon seit 14 Jahren Beurteilungen als Erstbeurteiler erstellen.

  59. Ich weiß sehr gut, wie sich das anfühlt, ich muss manchen Mitarbeitern dieses Jahr schon wieder versuchen, genau das zu erklären. Beim versuch wirds wohl bleiben…

    Ohne Dir allzu nahe treten zu wollen, Vorgesetzte die ohne Quotierung beurteilen könnten, werden kaum einen Mitarbeiter schlechter als 9 beurteilen. Ganz allein auch bereits aus dem Wissen heraus, dass es andere geben wird, die sich nicht daran halten. Und das würde dazu führen, dass die eigenen Mitarbeiter in Konkurrenzsituationen verlieren. Warum sollte ich das also tun.

    Nur weil es so richtig wäre, würde es aber nicht auch automatisch so umgesetzt. Das ist die bittere Wahrheit…

  60. Als Erstbeurteiler fühle ich mich, sehr zur Freude des Zweitbeurteilers, nicht an die (nichtexistente) Quote gebunden und schreibe meine Beurteilung wie ich den Kollegen Beurteile. Nun wird das ganze ad absurdum gestellt, da eine Note, in einem Fall höher, vorgegeben wird. Da dies zu Gunsten des Kollegen ausfällt, Schreibe ich (ich weiß, das ist nicht Konsequent) die Beurteilung nach der vorgegebenen Note. Ein Irrenhaus.

  61. Beurteilung ist kompliziert.

    So wie es sich liest scheint der eine oder andere noch Informationsbedarf zu haben.
    Regt doch eine Fortbildung bezüglich Beurteilung in euren Dienststellen an.

    Quotenopfer ist genauso quatsch, wie Eckmann oder das eine Absenkung nicht möglich ist/ (stark) begründet werden muss.

  62. So richtig zum Feiern ist mir nicht zu mute.
    Überalterung der Belegschaft sowie der Ausrüstung.
    Schlechte Beförderungsmöglichkeiten im mittleren Dienst.
    Eine chaotische Reform welche die meisten Kollegen verunsichert hat.
    Eine sehr hohe Burn-Out-Quote und ein hoher Krankenstand aufgrund von Arbeitsüberlastung.
    Demotivation durch Zahlen, Daten, Fakten und Statistiken, Controlling usw usw.

  63. Mit Interesse lese ich die Meinungen der Kollegen und bemerke die eine und andere trotzige Reaktion. Hier heben manche Kollegen einen Stein im Brett und liegen beim Dienstherrn in der Lobby- Rolle ganz vorn. Diese weren auch dementsprechend ihre Meineung schreiben. Ich bin auch seit langem ein “ QUOTENOPFER“ und muss mir immer wieder die gleiche Litanei bei den Beurteilung/ Personalgesprächen anhören.Dabei hätte es in den zurückliegenden fast 20 Jahren mit Sicherheit beförderungsrelevante Jahre und Tätigkeiten gegeben , die meine Arbeit geprägt haben. Aber leider wurde schon von vornherein festgelegt, wer befördert wird und wer nicht. diese Kollegen wurden besonders eingesetzt und “ GELOBT“, so dass es für jeden Blinden offensichtlich war.
    Ein anderes abzuschaffendendes Makel ist die sogenannte Leistungsprämie. Für was eigentlich? Für nichts anderes als de normale polizeiliche Arbeit, für unsere ureigensten Aufgaben. Und wer bestimmte eigenztlich, wer HERAUSRAGENDE ARBEIT geleistet hat. Dann müssten alle Beamten und Kollegen , die bei jedem Eisatz an vorderster Front stehen, jedes Jahre eine bekommen.
    Und die größte Ironie ist, das de Kollegen erst die Prämie erhalten , dann beim Hessentag nochmals mit Urkunden und Geschenken überhäuft werden und dann ein halbes Jahr später befördert werden!! Alle anderen haben derzeit geschlafen.
    Meine Meinung , alle diese Kollegen in eine DG und die Statistik der erfolge läuft über:::
    Hier geht die Ungerechtigkeit immer weiter ihren Weg. Und jetzt , bei einer Beurteilung alle drei Jahre- na Vater unser !!
    Der ICH- Mensch untereinander wird hier geradezu herangezogen.

    Trotzdem allen, die doch noch , wie ich draußen ihre Arbeit machen und der gehobene Dienst sich weiterhin mit QS und Organisation in gebildeten Stäben beschäftigen kann – bleibt gesund!!

  64. Eine Weisheit der Dakota-Indianer

    Wenn du entdeckst,
    dass du ein totes Pferd reitest,
    steig ab.

    Doch viele Manager versuchen oft andere Strategien, nach denen sie in dieser Situation handeln:

    – Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
    – Wir wechseln die Reiter.
    – Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
    – Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
    – Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
    – Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
    – Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
    – Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
    – Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
    – Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
    – Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
    – Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
    – Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.“
    – Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
    – Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
    – Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
    – Wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
    – Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
    – Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
    – Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
    – Wer sagt dass man tote Pferde nicht reiten kann?
    – Wir lassen das Pferd schnellstens zertifizieren.
    – Wir frieren das Pferd ein und warten auf eine neue Technik, die es uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten
    – Wir bilden einen Gebetskreis der unser Pferd gesund betet.
    – Wir stellen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und behaupten, es sei seines.
    – Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand!
    – Wir ändern die Anforderung von „reiten“ in „bewegen“ und erteilen einen neuen Entwicklungsauftrag.
    – Wir sourcen das Pferd aus.

    Wetten, dass das Vieh nur simuliert!

    Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen!

    Ein Schelm der dabei BÖSES denkt ;-)

  65. Fusion von BKA und Bundespolizei abgesagt
    Die Fusion von Bundespolizei und Bundeskriminalamt (BKA) ist vom Tisch. „Bundespolizei und Bundeskriminalamt bleiben zwei Säulen der Polizei des Bundes“, sagt Innenminister Friedrich (CSU). Gleichzeitig macht er deutlich, dass er eine engere Verflechtung beider Behörden plant. „Das Zusammenspiel beider Organisationen wollen wir gemeinsam verbessern. In welcher Form und in welcher Intensität, das werde ich in den nächsten Wochen entscheiden.“ Friedrichs Vorgänger de Maizière (CDU) hatte eine Fusion geprüft.

    http://www.n-tv.de/

  66. NTV – Nachrichten vom 15.03.2011/15:28 h

    „Fusion von BKA und Bundespolizei abgesagt Die Fusion von Bundespolizei und Bundeskriminalamt (BKA) ist vom Tisch. „Bundespolizei und Bundeskriminalamt bleiben zwei Säulen der Polizei des Bundes“, sagt Innenminister Friedrich (CSU). Gleichzeitig macht er deutlich, dass er eine engere Verflechtung beider Behörden plant. „Das Zusammenspiel beider Organisationen wollen wir gemeinsam verbessern. In welcher Form und in welcher Intensität, das werde ich in den nächsten Wochen entscheiden.“ Friedrichs Vorgänger de Maizière (CDU) hatte eine Fusion geprüft.“

    Zumindest ein „kleiner“ Grund mal in Ruhe ein Bierchen auf die Firma zu trinken ;o)

  67. Ja, es gibt Probleme. Das stellt niemand in Abrede und versucht auch keiner zu relativieren oder schönzureden. Aber es gibt auch Anlässe, an denen eine gewisse Friedenspflicht herrscht.

    Die GdP weiß nur zu gut um die Probleme, deren Ursachen und die Rahmenbedingungen, die eine Lösung über Nacht ausschließen. Umso mehr finde ich es verwerflich, diesen Anlass für eigene Zwecke zu missbrauchen. Jeder von uns erwartet Loyalität, Respekt, ein Handeln auf Augenhöhe und einen vertrauensvollen Umgang. Das, was Ihr hier jetzt veranstaltet, hat damit nicht im geringsten etwas zu tun. Und erzählt mir jetzt bitte nicht, dass der andere angefangen hat. Die Argumentation kriege ich von meiner vierjährigen Tochter auch ab und an zu hören.
    Vielmehr entsteht in mir Eindruck, dass das mediale Interesse für die
    Bundespolizei für gewerkschaftliche Zwecke genutzt werden soll.
    Und das finde ich schade.

  68. Natürlich wird das mediale Interesse ausgenutzt und das ist auch richtig so!
    Viel zulange wurde sich hier an eine gewisse Friedenspflicht gehalten, wodurch viele Missstände erst entstanden sind.
    Der Dienstherr braucht offensichtlich den öffentlichen Druck/das öffentliche Interesse um sich Problemfeldern anzunehmen.
    Wenn du lieber Chaos dieses Mittel dieses immernoch rücksichtsvollen Arbeitskampfes nicht verstehst, dann bezweifle ich, dass dir das wirkliche Problemausmaß in dieser Behörde bekannt ist.

  69. Eintrag von Chaos am 18.März 2011

    Nach den Erfahrungen der letztenJahre ist eine sog. „Friedenspflicht“ seitens der Gewerkschaften mittlerweile ausgesprochen unangebracht!

    Auch, weil im Vorfeld und auch beim Festakt selbst jegliche Selbstkritik aussen vor blieb !
    Da muss halt ein Gewisses Gegengewicht gesetzt werden, wie zumindest die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten finden dürfte.
    Du gibst in einem anderen Thread ja auch deiner Zufriedenheit mit den Verhältnissen Ausdruck. (erwartest aber offenbar schon heftigen Widerspruch hierfür, wewegen Du dich auch in die virtuelle KSA geben willst… – schöner Vergleich, ehrlich!, Aber:

    …Nö, warum? – Ganz im Gegenteil: freut mich für dich, wenn Du mit allem zufrieden bist! (Gehörst Du damit doch schon eher einer fast ausgestorbenen Spezies an!)

    Natürlich hast Du Recht: wir jammern wirtschaftlich auf relativ hohem Niveau. (Das ist hier ja auch schon bis zum Erbrechen thematisiert worden)
    Aber erstens ist mittlerweile , vor allem, was Belastungen und Statistikwahn anbetrifft, ein nicht mehr tolerierbares Mass bei weitem überschritten, zweitens kann von uns niemand verlangen, dass wir uns vornehmlich “ nach unten“ orientieren (anderen Berufsgruppen geht es zweifellos noch beschissener, wenngleich wir hier in der Tat nicht Äpfel und Birnen vergleichen sollten) und drittens, man traut sich eigentlich kaum noch, es zu erwähnen, weil es eigentlich glasklar ist (sein sollte): Die vornehmste Aufgabe der Gewerkschaften ist sicherlich nicht die Lobpreisung des Dienstherrn, sondern die Verbesserung der Arbeitsbedingungen!

    Wenn deine persönliche Wahrnehmung die ist, dass es eigentlich noch ganz erträglich ist, was insbesondere die Belastungssituation anbetrifft, so spricht die (wissenschaftliche!) Beerlage-Studie eine andere Sprache! Es ist auch müssig, darüber zu diskutieren, ob die Burnout-Quote nun bei 22, 23 oder 25% liegt; Fakt ist: sie legt mehr als doppelt so hoch, wie in vergleichbaren Organisationen, insbesondere den Länderpolizeien.

    Immer noch kein Anlass zum Nachdenken? Augen zu und durch? Zieht euch gefälligst am eigenen Schopf aus dem Dreck?

    Und, ja: gegen gewisse statistische Erhebungen hat niemand was, auch nicht aus den von dir erwähnten Gründen, dass man nämlich demjenigen, der zahlt, auch eine gewisse Rechenschaft schuldig ist. – Stimmt alles, aber was bei uns mittlerweile eingerissen ist, hat mit statistischen Erhebungen nichts, aber auch garnichts mehr zu tun, auch nicht damit übrigens, wie man Schwerpunkte besser bedienen kann o.ä., sondern einzig und allein damit, wie wir es schaffen können, das Personal weiter zu verringern, ohne zu starke Einbrüche bei der Aufgabenerledigung zu erleiden. (Obwohl selbst das mittlerweile ziemlich wurscht zu sein scheint und selbst aus der Leitungsebene gewisser Direktionen bereits ziemlich unverhohlen von einem Rückzug aus der Fläche gesprochen wird…)

    Das Fatale bei der Zahlengläubigkeit ist auch, dass diese ein immer stärkeres Eigenleben entwickelt und niemand mehr sieht (sehen will), um welchen Preis die Steigerung/“Optimierung“ von Zahlen (nicht von Arbeitsergebnissen, wohlgemerkt…..) erkauft wird, unter anderem nämlich mit einer immer geringeren Identifikation der Beschäftigten mit ihrer „Firma“!

    Kleines Beispiel: Zielvereinbarungen im Ergebnisbereich der operativen Tätigkeit sind m.W. von Potsdam gestoppt. (allerdings nicht aufgrund irgendeiner klugen Einsicht, sondern aufgrund des Koblenzer Urteils hierzu, dass nämlich die Personalvertretungen hier ein Wörtchen mitzureden haben…)
    Weil sich aber nach wie vor die nachgeordneten Ebenen, teilweise bis hin zu den DGL, an den Vergleichszahlen berauschen, kommt beim KSB von dieser Massnahme, die durchaus geeignet gewesen wäre, ein wenig die Luft rauszunehmen, kaum noch was an!
    Ihm fehlt diese Luft nämlich gewissermassen zum Atmen, Durchschnaufen, Regenerieren! (Wie soll er sich auch regenerieren? Oder besser: wann? – Bedingt durch mehrfache Arbeitszeitverlängerungen,offen sowie versteckt , wie z.B. „Pausenregelungen“ (= Arbeitszeitverlängerungen), Streichung sog. „Überlappungszeiten“ (=Arbeitszeitverlängerung), Flexibilisierung von Schichtzeiten (= Arbeitszeitverlängerung) muss der „gemeine KSB“ nämlich heute durchschnittlich vier Tage im Monat öfter zum Dienst erscheinen als noch vor 10-15 Jahren!

    Noch Fragen? – Eigentlich nur die, wie lange wir uns das auf diese Art noch gefallen lassen wollen!?

  70. Gerhard, zunächst vielen Dank für Deinen Beitrag.

    Was ist Aufgabe der Personalvertretungen? Allein darüber könnte man vortrefflich diskutieren. Neben den Aufgaben im BPersVG zählt ebenso die von Dir erörterte Verbesserung von Arbeitsbedingungen sowie eine Beratungs- und Unterstützungsfunktion – sowohl gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern mit dazu.
    Allerdings sind zur Ausübung aller Aufgaben entsprechende Grundprinzipien, unter anderem ein gewisser Stil und Umgangsformen von essentieller Bedeutung. Der von der GdP nunmehr eingeschlagene Weg, mag er auch aufgrund der von geschilderten Problemstellungen verursacht worden sein, trägt jedoch aus meiner Sicht nicht dazu bei, eine Lösung herbeizuführen. Vielmehr wird hier eine Eskalationsstufe beschritten, die das Ziel, nämlich das Verbessern der Arbeitsbedingungen, in weite Ferne rücken lässt.

    Dass wir mit vielen Problemen zu kämpfen haben, bestreitet niemand. Und dass sich diese Aspekte negativ auf unsere Arbeitsbedingungen auswirken, liegt offenkundig auf der Hand. Aber woher kommen denn eine Vielzahl der Probleme? Aus dem Parlament, aus dem BMI und das eine oder andere auch aus den Behörden.
    Aber ist das eine Rechtfertigung, den 60. Geburtstag der alten Lady „Bundespolizei“ derart zu instrumentalisieren? Das hat unsere Behörde in meinen Augen nicht verdient!
    Dass Ihr für die MItarbeiter eintretet und eine gewisse Schutzfunktion wahrnimmt, halte ich für richtig und wichtig. Die Art und Weise, wie man diese Funktionen wahrnimmt, nicht.

    Das korrespondiert ebenso mit der Aussage „KSA“! Was wollte ich damit sagen? Dass man sich teilweise fast schon von Kollgen beleidigen lassen muss, wenn man nicht in das Geheul mit den Wölfen einstimmt. Wenn man eine andere Auffasung vertritt, und das ist aus meiner Sicht in einem Diskussionsforum Sinn und Zweck, wird man teilweise angefeindet.

    Ich würde noch kurz auf Deine Argumente eingehen wollen, muss jetzt aber zur Nachtschicht.

  71. Lieber „Chaos“,
    zunächst finde ich es sehr schade, dass Du nicht bereit bist, offen und mit Deinem Namen in die Diskussion hier einzusteigen. Du wirst Deine Gründe dafür haben. Warum sprichst Du in Deinen Einträgen von Friedenspflicht oder von Eskalationsstufen, die Lösungen verhindern würden. Es ist vollkommen selbstverständlich, dass Kolleginnen und Kollegen, die sich aus ihrem demokratischen Grundverständnis heraus nicht nur für ihre ganz eigenen Belange, sondern auch für die Interessen und Belange ihrer Mitkolleginnen und Mitkollegen einsetzen, gerade auch am 60. Gründungstag aktiv sind. Demokratischer Einsatz engagierter Kolleginnen und Kollegen nach innen war ohne Frage gerade auch im früheren Bundesgrenzschutz, der heutigen Bundespolizei in den zurückliegenden, sechzig Jahren wichtig und hat die Organisation deutlich demokratisch mitgestaltet. Dass es gerade für eine Polizei zentral wichtig ist, von innen heraus leidenschaftlich demokratisch aufgestellt zu sein, brauche ich hier nicht noch einmal zu belegen. Die Aktion der Gewerkschaft der Polizei zeigt das Bild einer offenen, demokratischen und engagierten Polizei. Kolleginnen und Kollegen stehen für ihre Kolleginnen und Kollegen. Eine solche Haltung zeichnet die Bundespolizei geradezu aus. Solange Polizeien von innen heraus demokratisch leben und atmen, funktioniert auch die gesamtstaatliche, demokratische Gesellschaft. Das ist eine weltweit gesicherte Wahrheit. Wirkliche Probleme haben Gesellschaften erst, wenn die Menschen eben nicht frei und offen für ihre eigenen Belange eintreten können. Erst wenn gewerkschaftliche Grundhaltung als unfriedlich und offenes, demokratisches Eintreten als Eskalation wahrgenommen und in der Folge unterdrückt und verfolgt wird, beginnen immer wieder die gesellschaftlichen Tragödien. Ich würde sehr gerne einmal offen mit Dir darüber diskutieren und bin dazu natürlich auch außerhalb dieses Forums und im vertraulichen Rahmen bereit. Ich glaube wir beiden müssen einmal über unser demokratisches Grundverständnis reden. Demokratie ist eben kein Zustand der anzuordnen ist, sondern muss ständig neu von den, die Demokratie lebenden Demokraten begründet werden.
    Mit herzlichen Grüßen
    Josef Scheuring
    0172/8301116

  72. Eintrag von Josef Scheuring am 19.März 2011

    …danke, Jupp!

    Ich halte es für sehr wichtig, dass wir alle das uns immer wieder vor Augen führen!
    Dass demokratische Verhältnisse ebensowenig auf Bäumen wachsen wie vernünftige Arbeits- und Lebensbedingungen. Sich dieses zu vergegenwärtigen, bedeutet auch , das Andenken unserer Väter und Großväter zu ehren, die eben dieses mit für uns erstritten haben. Ich denke auch, dass die Rolle der Gewerkschaftsbewegung bei der gesellschaftlichen Entwicklung in den Schulen zu wenig thematisiert wird.

    Wer sich dafür interessiert, dem sei die Teilnahme an einem gewerkschaftlichen Grundseminar dringend empfohlen!
    Gerade jüngere Kolleginnen und Kolegen seien hier auch auf die Seminare der „Jungen Gruppe“ hingewiesen, die, das gebe ich gerne zu, mich entscheidend gewerkschaftlich mit geprägt haben!

    Weitgehende Verwirrung scheint auch heute noch bei der Trennung von Personalvertretungen und Gewerkschaften hinsichtlich ihres Rollenverständnisses zu herrschen. Es ist eben n i c h t dasselbe, wenngleich die Gewerkschaften entscheidend auch an der Entwicklung der Personalvertretungen (und deren Rechtsgrundlagen!) mitwirken können und sollen!

    Es gilt zum Beispiel Fehl- bzw. Rückentwicklungen wie im Landespersonalvertretungsrecht NRW entgegen zu wirken!

    Insofern ist bei uns tatsächlich nicht alles so rabenschwarz, wie es mitunter erscheint; aus Erfahrung wissen wir aber eben auch, dass eine Abwärtsspirale, wie wir sie auch und speziell bei der Bundespolizei in den letzten Jahren beobachten können, nur sehr schwer wieder zu stoppen ist! – Vor allem, wenn man hierfür den richtigen Zeitpunkt verpasst.

    Und nochmal zur Ballonaktion: ich finde, dass diese nun weiss Gott nicht überzogen war, sondern im Gegenteil sehr moderat! – Zumindest auf der überörtlichen Ebene! – Die örtlichen Pressemitteilungen unserer und einer Nachbarkreisgruppe waren nicht ganz so freundlich und unverfänglich….

    Und dass es mit dem demokratischen Selbstverständnis der Behörde insgesamt wohl doch noch nicht so weit her ist, war an der Reaktion unserer Direktion zu erkennen, die den Dienststellenleitern die Teilnahme an den Veranstaltungen untersagte…..

    Einerseits eine Steilvorlage und gefundenes Fressen für die regionale Presse, andererseits hochgradig lächerlich angesichts der Tatsache, dass sich in Berlin BMI und Präsident höchstpersönlich die Ehre gaben….

    (Vielleicht nicht ganz freiwillig; Glückwunsch an die ausrichtende KG wg. Auswahl des „Startplatzes“….:-)

  73. @Gerhard Medgenberg

    Tja, so wie die Teilnahme der Dienststellenleiter untersagt wurde durch die Direktion kennen wir es ja auch, dass durch Direktion oder auch ehemalige Amts- bzw. Inspektionleiter angeordnete Teilnahme aller Mitarbeiter an Dienstversammlungen.
    Die „Anordnenden“ begrüßten dann tatsächlich auch noch mit der Floskel: „Danke für die Rege Teilnahme…“ !

  74. @ FRANK F U R T

    Hast vollkommen recht! Coburg war ein super Standort -schade, dass er aus sog. ‚politischen Gründen‘ aufgelöst wurde