Gesundheitsvorsorge ist Führungsaufgabe

Der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radek zum Gesundheitsmanagement bei der Polizei

Die Arbeitswelt in der Polizei ist immer stärker durch Leistungsdruck und Arbeitsverdichtung geprägt. Die Phasen der Erholung werden immer kürzer. Das Einsatzgeschehen zwischen Einsätzen an den Wochenenden und Demonstrationen lässt keine Zeit, um Atem zu holen.

Das Ergebnis einer Befragung bei 177 Bundesbehörden zeigt, dass zwar Angebote der Gesundheitsförderung etabliert sind, doch nur ein Drittel der Behörden handelt systematisch und zielorientiert. Richten wir den Blick dabei nur auf die Bundespolizei mit einem Personalkörper von ca. 40.000 Beschäftigten, existiert noch überhaupt kein systematischer Ansatz. Vereinzelt gibt es in Dienststellen Angebote. Dies erfolgt in Abhängigkeit des Engagements dort vorhandener Personen mit zum Teil privat erworbenen Qualifikationen in der Gesundheitsförderung. Eine Abstimmung oder ein Erfolgsabgleich, geschweige denn ein bundesweites Gesamtkonzept, gibt es nicht. Die Ende 2009 unterzeichnete Gemeinsame Initiative des BMI und des DGB zur Förderung des Gesundheitsmanagements in der Bundesverwaltung ist noch nicht einmal ansatzweise ausgewertet oder umgesetzt, obgleich es beispielsweise in den Ländern Niedersachsen und Rheinland-Pfalz insbesondere für die Situation der Polizei schon einschlägige Regelungen und Aktivitäten gibt. In der bundesweiten Organisation der Bundespolizei liegt die Ursache für ein weiteres eigenständiges Belastungsmerkmal für deren Beschäftigte. Die Menschen in der Bundespolizei durchleben seit 1992 eine nahezu permanente Neuausrichtung des dienstlichen Gefüges. Veränderte Aufgabenschwerpunkte und die europäische Entwicklung fordern räumliche Beweglichkeit. Die Folge sind sozial entwurzelte Menschen. Organisationspsychologie ist deshalb kein „Wellnessthema“. Für die Bundespolizei gibt es einen wissenschaftlichen Befund aus einer Studie der Fachhochschule Magdeburg, die diese These belegt. Die Organisation mit der Folge einer Verdichtung der Arbeit macht krank. Wenn die Aussage „der Mensch ist unsere wertvollste Ressource“ Folgen haben soll, muss hier angesetzt werden. An dieser Stelle muss deutlich ein Belastungsausgleich angemahnt werden. Führung in der Polizei wird seit den 90er Jahren mit wirtschaftlicher Betriebsführung verwechselt. Die geforderte Flexibilität in der gegenwärtigen Arbeitswelt wird in der Polizei über das angemessene Maß hinaus verlangt. Wir können nicht mit den Schultern zucken und so tun, als seien Belastungen und ihre Folgen Naturgewalten, die zu akzeptieren sind. Wir wollen keine Mitarbeiter, die ständig „umgetopft“ werden und sich von ihrer Arbeit entfemden.

Quelle: Beamten-Magazin 02/2011

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Themenbereich: Internes & Personalien | Drucken

28 Kommentare
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  1. Es wird höchste Zeit , dass die Studie Klartext 2010 endlich veröffentlicht wird !

  2. Ich bin seit 1994 bei der BPOL. Nach meiner z.A. Untersuchung im Jahr 1997 gab es nie wieder eine Vorstellung bei einem BPOL-Arzt.
    Ich glaube es interessiert dieser Behörde auch nicht, wie es seinen Mitarbeitern geht.
    Bei der Polizei z.B. des Landes Sachsen Anhalt muss jeder alle 2-Jahre zum „TÜV“.

    Pflicht der Gesunderhaltung hat der Angestellte/Beamte bei der BPOL selbst. Und wenn man mal längere Zeit krankheitsbedingt ausfällt, hört es sich nur der Vorgesetzte an. Und dann….Kommt es in die Akte oder verschwindet aus dem Kopf…

    Und so wie mit der Gesundheit der Betroffenen seitens der Behörde umgegangen wird….So wird in vielen anderen Teilbereichen mit uns umgegangen…

    Danke ihr lieben Vorgesetzten

  3. Gesundheitsvorsorge????

    Was`n das????

  4. @Streifer

    Richtig, bei uns ist jeder selbst für seine Gesunderhaltung zuständig.

    Also ich betreibe jeden Monat mindestens an 3 Tagen Gesundheitsvorsorge.

    Ist gut für Körper und Seele.

  5. @Streifer,

    ich gebe Dir ja recht das in der Gesundheitsfürsorge durch den Dienstherren noch einges gemacht werden könnte.
    Aber das Du seit 1994 nicht mehr bei deinem BPol-Arzt warst kann ich überhaupt nicht glauben. Hast du keinen Führerschein wo Du regelmäßig zur KTU – Untersuchung musst. Ab dem 40. Lebensjahr stehen dir Vorsorgeuntersucheungen zu die Du warnehmen kannst.

    Es ist vielleicht einiges Verbesserungsbedürftig, aber wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen.
    Wenn du dich gesundheitlich durchschecken lassen möchtest will ich mal den Arzt sehen der das ablehnt.

    Und ob es so sinnvoll ist einen „TÜV“ für Polizeibeamte einzuführen. Sorry,mehr wie Kopfschüttel……..

  6. Klar habe ich einen Führerschein. Bin somit auch berechtigt Dienst-Kfz zu führen.
    Nur eine solche Untersuchung habe ich noch nie bekommen. Und 40 bin ich auch noch nicht…

    Was ich gemacht habe…Die regelmäßigen Untersuchungen bei meinem Hausarzt wahrgenommen. Dies stehen mir, wie auch den gesetzlich Versicherten zu…Also selbst ist der Mann…
    Und ein „TÜV“ für Beamte wäre nicht schlecht…Wenn die Pumpe nicht mehr mitmacht…Dann lieber es wissen als sich abstrampeln und auf der Dienststelle umzukippen..

  7. Sorry, ich habe einen Eintrag mit dem falschen Namen geschrieben.

    dieser beginnt mit

    @Streifer

    ich gebe Dir ja recht das hier in der Gesundheitsfürsorge durch den Dienstherren noch einiges………….

    Ich bitte vielmals um Entschuldigung.

    Gruß Frage

  8. Habe vor Jahren einen Vorgesetzten zgl. Erstbeurteiler über vorübergehende gesundheitliche Beschwerden eingeweiht. Die Folge war, dass in der nächsten Beurteilung die Benotung „Körperliche Leistungsfähigkeit“ von 9 auf 5 sank. Der Widerspuchsbescheid ergab, dass der Beurteiler korrekt gehandelt hatte. Offiziell geht es mir seitdem nur noch hervorragend…

  9. @Streifer
    „Bei der Polizei z.B. des Landes Sachsen Anhalt muss jeder alle 2-Jahre zum “TÜV“.

    Das fehlt uns gerade auch noch!!!!!!!!!!
    Voll daneben.

  10. So, so,……..

    „Gesundheitsvorsorge ist Führungsaufgabe“

    das wäre mir ja nun ganz neu.
    Vorsorge und FÜRSORGE fängt wohl erst bei Arbeitswegen über 700 km täglich an !?!

  11. diesen Arbeitgeber interessiert es nicht, wie es den Beschäftigten geht. Warum ist unsere Heilfürsorge , nicht eine aufgeschlossene und aktive Betriebskrankenkasse ?
    Man beruft sich immer auf die Anlehnung an das Sozialgesetzbuch , aber Zusatzleistungen wie bei gesetzlich Versicherten gibts bei uns nicht, warum auch . Das ist keine Betriebskrankenkasse , das ist eben nur eine med. Versorgung , also ganz das Gegenteil einer sog. Gesundheitskasse .
    Wo sind Kuren für Schichtdienstleistende ? Wo sind altersgerechte Arbeitsplätze bei einer überalternden Bundespolizei ( Schnitt von 50 J. )
    Warum werden 10 Jahresblöcke nicht mit einem 1 Jahr früher in den Ruhestand belohnt?
    Ich wüßte auch nicht, wann meine letzte Kraftfahrtauglichkeitsuntersuchung war , das muß 8 oder 9 Jahre her sein.
    In dieser Behörde bekommt man einen Termin beim arbeitsmed. Dienst, wenn man sich vorstellen muß, weil Mann / Frau nicht mehr reibungslos funktioniert, d.h. nicht mehr uneingeschränkt tauglich ist. Dann bekommt man die Fürsorge des Arbeitgebers zu spüren, mit dem Wink, wer nicht voll belastbar ist , kann keine Spitzennote mehr bekommen, somit unweigerlich Ende der Karriere ? !

    Traurig aber war , es könnte auch ganz anders an …..

  12. Ich sag´s mal so:
    Jeder ist natürlich zur Gesunderhaltung verpflichtet.
    Aber uns stehen als Männer auch entsprechende „Vorsorgeuntersuchungen“ zu!
    Und mal ehrlich, wenn´s irgendwo zwickt, dann gehe ich halt zum Arzt. Genau dafür gibt´s die Krankenkarten bzw. die Abteilungsärzte in den Abteilungen.

  13. Hallo liebe Diskussionsgemeinde,

    zu jedem in diesem Forum kommentierten Thema lässt sich feststellen, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Nach höheren Mächten zu schreien, die alles in die gewünschten Bahnen lenken ist der Wunsch nach purem Sozialismus. Der ist belegbar gescheitert.

    Aphorismen gibt es viele. Hier ist eine mit Bedeutung, dessen Verfasser mir mehr bekannt ist.

    „Zukunft hat man nicht, man schafft sie sich“

    Der persönliche bei der Bundespolizei begonnene Weg muss ja nicht Zwsangsläufig auch dort Enden.

    In diesem Sinne…love it – change it or leave it……

    Viel Vergnügen, bei der aktiven Gestaltung Eurer persönlichen Zunkunft.

  14. @Streifer:

    Wenn Du regelmäßig deinen Hausarzt aufsuchst, kann ja eigentlich bei der freien Heilfürsorge nur ein Vertragsarzt oder der BPol-Arzt sein, verstehe ich dein Beitrag nicht. Der Untersucht dich doch ordentlich,wie Du auch selber geschrieben hat. Was willste denn noch?????

    Das Du noch nie an einer KTU- Untersuchung teilgenommen hast halte ich für mehr als grenzwertig. In meiner Dienststelle hättest du zu 100% keinen Dienstführerschein mehr. Das ist Gesetzt!!!!
    Und solltest du mal einen Dienstunfall haben würde ich mich sehr sehr warm anziehen. Es ist ja schließlich deine Pflicht dich darum zu kümmern, das Du dich regelmäßig den angeordneten Untersuchungen stellst.

  15. Gesundheitsvorsorge bringt nur dann etwas, wenn aus Ergebnissen auch Schlußfolgerungen gezogen werden. Dafür braucht es derzeit weder Rahmenkonzeptionen noch hunderte weitere Beauftragungen. Die meisten Ursachen liegen doch klar auf der Hand und werden teilweise ja von Herrn Radek oben auch genannt. Und nun? Ist der Mitarbeiter nun weniger sozial entwurzelt, wenn mal drüber geredet wurde? Wird die Schichtdienstbelastung auf Grund unsinniger politischer Vorgaben geringer, weil man ihm als Ersatz alle 2 Wochen mal eine Stunde Sport im Dienst zugesteht?

    Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß, dass der Mitarbeiter krank wird, wenn er auf Grund völlig unzureichender Bekleidung friert. Dazu braucht niemand eine Arbeitsgruppe oder eine Untersuchung. Sondern einsatz- und witterungsangepaßte Kleidung. Wäre es nicht an der Zeit, sich mal um solche naheliegenden Dinge zu kümmern, deren Aufzählung oben natürlich nur ein kurzer Anriß sein kann?

  16. Der Beitrag trifft die Situation auf den Punkt.
    Einfacher ist es freilich, dass man Mitarbeiter die sich unter Anderem auch durch den Schichtdienst die Gesundheit zumindest vorübergehend ruiniert haben in die Schublade für „demotivierte Drückeberger“ steckt.

    Wie komme ich zu dieser Einschätzung?
    Nun , ich bin selbst davon betroffen.
    Als ich vor nunmehr 8 Jahren an einer Immunkrankheit erkrankte, verbunden mit Konzentrationsschwächen, Schmerzen wie bei einem schweren grippalen Infekt und Fieber bishin zu Schüttelfrost, war ich schnell in die o. a. Ecke gestellt.
    Die Tatsache, dass selbst Fachärzte und Proffessoren nur das Krankheitsbild feststellen aber die Krankheit selbst nicht mit letzter Sicherheit diagnostizieren konnten, bestätigte nur das Bild, dass sich meine Vorgesetzten von mir gemacht hatten.
    Mein von Anfang an offener Umgang mit der Krankheit hat mir letztendlich nur geschadet.
    Nachdem die Krankheit vor nunmehr vier Jahren mit einem Ausfall von 60 Arbeitstagen (in den Jahren davor zwischen 20 und 40 Tagen) scheinbar seit ca vier Jahren ihren Höhepunkt überschritten hat und nunmehr die Ausfallzeit bei bis zu 20 Tagen oder darunter liegt, hängt mir immer noch die alte Einschätzung nach.
    Seit ich gesundheitlich wieder belastbar bin (ich war trotz Allem die ganze Zeit im Schichtdienst) versuche ich nun zu beweisen, dass die gewählte Schublade für mich nicht die richtige ist. Trotzdem werde ich (nicht durch meine direkten Vorgesetzten) noch immer mit viel Mißtrauen betrachtet.
    Mit nunmehr fast 55 Jahren fehlt mir langsam die Kraft, diesen Kampf noch länger zu führen.
    Das Endamt meiner Laufbahn zu erreichen scheint trotz Unterstützung meines direkten Vorgesetzten in immer weitere Ferne zu rücken.

    Dies ist eine Situationsdarstellung, die den o.a. Bericht so glaube ich untermauert.
    Dies soll kein Gejammer sein!

    Tatsache ist, dass ich mir bis heute (und daran wird sich nichts ändern)die Freude am Dienst nicht habe vermießen lassen.

    edi

  17. @edi
    Volle Zustimmung!
    Und in einem solchen Fall läßt man den Beamten „vorschriftsmäßig“ am ausgestreckten Arm verhungern.
    Bei höherem Lebensalter begünstigt der neue Beurteilungsinterwall von 3 Jahren diese Situation für den Dienstherren noch einfacher. Dir läuft als Betroffenener nämlich einfach die Zeit davon.
    Und förderungswürdig bist du bei einem solchen Krankheitsbild mit den Ausfallzeiten ja schon lange nicht mehr…………………….

  18. Was hier mal wieder für ein Mist geschrieben wird, ich fasse es nicht. Dienstführerschein und noch nie eine KTU? Alle 2 Jahre zum Gesundheitstüv….. Das gejammere möchte ich hören, wenn die Kollegen dann reihenweise Dienstuntauglich geschrieben würden.
    Frohes Schaffen, solange ihr es noch könnt…..

  19. Wie bereits erwähnt…Ich war noch nie bei einer KTU…

    Und wer es nicht glaubt. hat halt Pech…

    Zufriedener….Du scheinst ja richtig gut bei Chef dazu stehen. Zudem hast bestimmt schon deine Schulterstücken voll??

    Lieber Dienstunfähig geschrieben, als auf der Arbeit kaputt gespielt zu werden. Und fast jeder sollte eine BU haben…Also mir würde die Rente vom Staat bei Entlassung und die BU zum Leben voll reichen..

  20. Gut, Mist wurde hier natürlich schon gepostet.
    Was z.B. eine KTU mit Gesundheitsvorsorge zu tun hat ist mir schleierhaft.

    Gesundheitsvorsorge fängt bei mir in meinem persönlichen, privaten Umfeld an.
    Ob es der übermäßige Gebrauch von Genuß und/oder Suchtmittel ist oder die Unwilligkeit sich regelmäßig Bewegung zu verschaffen liegt eher weniger im Verantwortungsbereich des Dienstherren.

    Aber, wie schon geschrieben, der Dienstherr kann und sollte sich schon im eigenen Interesse in seinem Bereich mal aktiv, und nicht nur durch schöne Präsentationen und fiktive Absichtserklärungen der Gesundheitsvorsorge widmen.
    Dazu gehören ausgewogene Schichtdienstpläne die die permanente Alterung der Kollegen im Schichtdienst berücksichtigen.
    Dienstbekleidung die aus Desinteresse der Beschaffer völlig untauglich sind(auch die grandios angekündigte Strickjacke ist doch wieder nur Pannenhilfe).
    Alleine die Winterbekleidung im Einzeldienst halte ich für eine absolute Zumutung.
    Und zum Thema Diensträume, besonders im operativen Bereich, könnte ich mich jetzt auch noch kritisch äußern.
    Und die Inflation an psychischen Erkrankungen die durch eine völlig kranke Führungskultur in der Bundespolizei ausgelöst werden fallen besonders ins Gewicht.
    Dies wird, und da bin ich mir sicher, besonders dramatisch bei der Vorstellung von Klartext 2010 erkennbar werden.

    Ob aktiver Gesundheitsschutz nicht sowohl für den Dienstherren, wie auch für die Kollegen ein gegeseitiger Gewinn, besonders im finanziellen wäre, sollte man mal in unserer statistikverliebten Behörde prüfen.
    Das BEM Vefahren, was nun mit großer Aktivität betrieben wird, dient ja nur der Krankennachsorge.
    Leider sind die Aktivitäten im Bereich der Vorsorge nicht einmal schemenhaft zu erkennen.
    Schade das man mit dem wertvollsten Kapital, den Mitarbeiter, in dieser Behörde so fahrlässig umgeht.
    Dabei wäre es so einfach mal auf die Leute zuzugehen statt ihnen permanent in den Allerwertesten zu treten.

    In diesem Sinne, passt auf euch auf.

  21. Also, ich finde wie es jetzt ist nicht ganz so schlecht. Wenn ich meine zum Arzt gehen zu müssen, gehe ich. Sollte sich da etwas herausstellen was meinen Dienst beeinträchtigt, bekommt der „BGS“-Arzt Kenntnis.

    Unter Gesundheitsvorsorge ist Führungsaufgabe verstehe ich, dass der Dienstherr uns, die im Schichtdienst tätig PVB`s alle (sagen wir mal 5 Jahre) eine Präventionskur anbietet (Sport, Gespräche usw.). Ich bin seit 1993 im Schichtdienst und mir wurde eine Kur nicht genehmigt, weil ich zu wenige Krankheitstage habe, danke lieber Dienstherr.

  22. @ Hauke

    So ging es mir auch. Ich bin seit 1994 am Flughafen Ffm und mache Früh-, Spät-, Nachtdienst.

    Ausser mal eine Erkältung hatte ich noch nichts.

    Bei Nachfrage in der Krankenabteilung, wie man eine Vorsorgekur bekommt, bekam ich zur Antwort:
    Werd erst mal krank !!!

    Jetzt frage ich mich, warum heist das „Vorsorgekur“ ???

  23. Eigenverantwortung, dass ist das Stichwort. So lange einige von uns die Hände in den Schoß legen und erwarten, dass der Dienstherr alles, aber auch wirklich alles für einen regelt, entscheidet und vorkaut, so lange wird sich für einen nichts verbessern.
    Die Pflicht zur Gesunderhaltung ist schließlich Aufgabe eines jeden einzelnen. Ich leiste selber Schichtdienst und weiß daher um die Belastungen. Aber Sport, gesunde Ernährung und zumindest der Versuch, sich einen Ausgleich zu schaffen, dass kann der Dienstherr (wer auch immer dieser Unbekannte sein mag, nach dem immer geschrien wird… Der DGL? Der IL? Oder wer?) nur in geringem Umfang bereitstellen. Das ist meine persönliche Aufgabe.
    Entscheidend ist, was jeder Einzelne für sich selbst tut.
    Und wenn man krank ist, dann geht man zum Arzt, der wird einem, wenn es medizinisch sinnvoll ist, eine Kur verschreiben. Schließlich handelt es sich um die Behandlung eines Krankheitsbildes und nicht um Wellness in St. Peter Ording! Darüber hinaus hat jeder die Möglichkeit, an verschiedensten Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Aber darum muss sich eben jeder selber kümmern.

  24. @ Chaos

    100% Zustimmung. Aber leider gibt es noch genügend Kollegen die in der Anregung mal wieder etwas Sport zu treiben eine persönliche Beleidigung sehen.

    Ich habe gerade gestern an einer Bahnhofsdienststelle wieder zwei so Musterexemplare gesehen; mit Sicherheit noch keine 40 Jahre alt, jeder ca. 120 kg, schwer bepackt mit Tüten mit watschelndem Gang und schwer atmend aus dem McD kommend.

  25. Hallo,

    bin über 50 Jahre – POM – KSB im Einzeldienst und halte mich mit den verschiedensten Sportarten fit.

    Mein Gewicht paßt und die Blutwerte sind in Ordnung.

    Bin schlank, schiebe keinen Bauch vor mir her und schaue auch auf meine Ernährung!

    Leider kommen seit einigen Jahren einige orthopädische Leiden auf – zu deutsch es zwickt mal hier oder dort. Dass ich dann den Arzt aufsuche ist eigentlich logisch und diese dann behandeln lasse auch, aber dies wird mir als negativ bzw. Mangel vom Dienstvorgesetzten aufgezeigt.

    Ich kann diese „Wehwehchen“ heilen, ohne meinen Job zu verlieren im Vergleich zur freien Wirtschaft (O-Ton DV!).

    Ergebnis:

    Ich habe dann längere Krankheitszeiten als viele Beamte mit Übergewicht, ohne Sport und ungesunder Lebensweise.

    Meine Belastung bzw. Leistungsfähifkeit ist geringer (ich bekomme eine schlechte Gesamtnote) und der Beamte, der sein Übergewicht rumschiebt und der diese Krankheitszeiten (noch) nicht hat wird besser beurteilt.

    Ich bleibe POM, der Nichtsportler wird befördert – viele davon sind bis zu 20 Jahre jünger als ich!

    Soviel zur Gesundheitsvorsorge!

    Sportler

  26. In meinen Augen machen es sich einige viel zu leicht. Hände in den Schoß legen, meckern, dass alles wirklich furchtbar ist, die Zustände unhaltbar seien und der Vorgesetzte ein Praktikum in der Hölle gemacht haben muss: denn nur so kann man die Problemfelder, die uns allen die Arbeit erschweren, getrost anderen zuweisen. Man selber könne ja auch nichts tun, schließlich ist man ja nur KSB. Perspektivlos, unterbezahlt und permanent überlastet.
    Die Abneigung gegenüber dem Dienst steigt weiter, wenn der Vorgesetzte mal die Frage stellt, was man den ganzen Tag so macht. Das diese Frage legitim ist, vergessen einige. Stattdessen wird von Druck, Stress und Zahlenhascherei gesprochen. Und selbstverständlich dienen die ganzen Zahlen ja nur einem Zweck: dass die Vorgesetzten gut da stehen und die Karriereleiter im Eiltempo empor rasen.

    Soviel zum Satireteil: Was ich damit sagen möchte, ist folgendes: wälzt Eure Verantwortung, die Ihr für Euch, Eure Familien und Eure Kollegen tragt, nicht auf den Dienstherrn ab. Jeder ist seines Glückes Schmied.
    Die Bezahlung, die wir erhalten, ist aus meiner Sicht in Ordnung. Wir leisten keine Beiträge zu irgendeiner Form von Kranken- oder Sozialversicherung. Dass das Geld nie reicht, geht wohl fast jedem Arbeitnehmer so. Und dass die Lebenshaltungskosten steigen, dass geht auch allen Arbeitnehmern so. Ja, wir tragen im täglichen Dienst ein besonderes Risiko und müssen uns täglich mit Kleinkriminellen, Hilflosen und Gewalttätern auseinandersetzen. Aber sind wir deswegen nicht Polizisten geworden? Haben wir nicht deswegen bewusst den Auftrag angenommen, die Kriminalität zu bekämpfen?

    Es mag richtig sein, dass die freie Wirtschaft wesentlich höhere Zuschläge (DUZ) erhält. Aber ich dachte eigentlich, dass man uns nicht mit der freien Wirtschaft vergleichen könne!? Oder geht das nur bei Themenfeldern, in denen wir einen argumentativen Vorteil haben? Oder ist das doch wieder die Sache mit Äpfeln und Birnen?

    Noch ein paar Gedanken zum Thema Statistiken… Der Gesetzgeber und die Bevölkerung möchten sehr wohl wissen, was wir den ganzen Tag so machen. Und sie haben auch ein Recht darauf: die einen, weil sie den Auftrag erteilen, die anderen, weil sie uns bezahlen. Wie könnte man diese Frage beantworten, wenn wir keine Statistiken hätten? Der Hinweis auf das BPolG wird kaum zufrieden stellend sein. Vielmehr muss auch die Politik mit Zahlen versorgt werden, um Grundsatzentscheidungen treffen zu können. Wie könnte man einem anderen EU-Staat einen freundlichen Hinweis auf deren Grenzsicherung geben, wenn man nicht wüsste, wie viele Hilfesuchende über die dortige Grenze geschleust werden?

    Wie könnte man eine Personalbedarfsberechnung durchführen, deren Grundlage einzig die Anzahl der Kontrollboxen wäre? Nein, dazu braucht man weitere Informationen. Wie könnte man die Entscheidung über taktische Schwerpunktsetzungen fällen, wenn nicht eine Grundlage die Abbildung von Häufungen von Delikten wäre? Wie könnte man Unterstützungskräfte anfordern, ohne zu wissen, wann man die Kräfte wo und wofür zum Einsatz bringen sollte?

    Selbstverständlich haben wir einen Beruf gewählt, der ganz besondere Herausforderungen mit sich bringt. Und natürlich ist die Belastung für jeden Einzelnen deutlich zu spüren. Dass man von Dauerbelastung und Überbeanspruchung krank werden kann, ist wissenschaftlich nachgewiesen. Aber dennoch glaube ich nicht, dass unser Beruf und unsere Behörden soo schlecht sind, wie manche dass wahrnehmen.
    So, ich werde mir jetzt gleich mal eine KSA anziehen: zumindest virtuell, denn die Pflastersteine werden wohl gleich auf mich herab regnen!

  27. @Sportler

    Du bist nicht der Einzige, dem es so geht!

    Mir geht es auch so!

    POM – fit und gesund – leider Sportler und ab und zu mal eine Sportverletzung! Bin auch über 50 und POM!

    Neid der Kollegen ist auch dabei!

    Frustl

  28. Mein Vater ist Polizist in Sachsen-Anhalt, nie krank macht sein job gut. Aber er wird nie befördert nur Kollegen die ständig krank sind und nur rum heulen. Er beschwert sich nie, aber ich als Tochter finde es eine Schweinerei er macht und tut. Letztes mal hat er einem überfall verhindert und es wird ihm nicht mal gedankt. Das macht doch die Arbeit kein Spaß mehr. Kann doch nicht so schwer sein Polizisten die gut sind zu befördern und ihnen endlich mehr Geld zu zahlen. Ständig sollen die da sein für alle alle beschützen wo zu den noch wenn ihnen nicht mal gedankt wird. Hauptsache die Merkel gut bezahlen die eh nichts macht.
    Ich finde es einfach total unfair aber das ist DEUTSCHLAND.