Hinweis auf Unterlassung von Einstellungszusagen führt zu Verunsicherung

Mit Verfügung 72AuF -16 0100 – 0007 vom 23. Februar 2011 hat das Bundespolizeipräsidium Potsdam die Einstellung von 450 Bewerberinnen und Bewerbern im Jahr 2011 für den Polizeidienst der Bundespolizei freigegeben. Gleichzeitig hat das Bundespolizeipräsidium erstmals verfügt: „Es ist sicherzustellen, dass eine Übernahme nach Laufbahnausbildung weder im Einstellungsbescheid noch anderweitig zugesagt wird“. Diese Festlegung führt nach Informationen aus der Ausbildungsorganisation der Bundespolizei zu erheblichen Verunsicherungen und negativen Auswirkungen auf die Entscheidung von Bewerberinnen und Bewerbern. Das ist auch deshalb besonders ärgerlich, weil bereits die Summe der Einstellungen deutlich zu niedrig ist und in der Folge zu einer weiteren Absenkung der Personalstärke der Bundespolizei führen wird.  Unter Berücksichtigung der konkret weiter aufwachsenden Aufgaben der Bundespolizei und der absehbaren Folgen der demographischen Entwicklung ist das sicherheitspolitisch unverantwortlich. Die Abteilung Bundespolizei hat dazu erklärt, dass es sich bei dem Hinweis auf Unterlassung von Einstellungszusagen nicht um eine politische Entscheidung und Anordnung der Hausleitung des Bundesministerium des Innern handelt. Rechtlich sei eine solche Festlegung nicht erforderlich, da  dienstrechtlich nach der Ausbildung grundsätzlich die Neueinstellung notwendig ist. Es handele sich lediglich um einen vorsorglichen Hinweis auf nicht absehbare Entwicklungen. „Jedem, der sich mit Polizei beschäftigt und der für Polizei Verantwortung trägt muß klar sein,  dass die Frage der anschließenden Beschäftigung für Bewerberinnen und Bewerber für den Polizeidienst von einer vollkommen anderen Relevanz ist, wie bei allgemeinen Berufausbildungen oder Studien. Können diese jungen Leute ihren angeeigneten Beruf doch anschließend ausschließlich in der Polizei ausüben. Deshalb sind derartige Hinweise gerade jetzt, wo die zukünftigen Personalprobleme der Bundespolizei bereits absehbar sind und die Bundeswehr, als neuer massiver Personalwerber verstärkt hinzukommt, kontraproduktiv. Wir bitten alle Bewerberinnen und Bewerber für den Polizeiberuf bei der Bundespolizei, sich von solchen Festlegungen nicht abschrecken zu lassen. Sie werden bei der Bundespolizei eine mindest so große Chance zur Übernahme nach der Ausbildung haben, wie bei allen Polizeien der Länder. Gleichzeitig werden wir über die GdP – Landesbezirke auch eine mögliche Einstellung von Bewerberinnen und Bewerber der Bundespolizei nach der Ausbildung in den Polizeien der Länder prüfen“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin.

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Themenbereich: Internes & Personalien | Drucken

9 Kommentare
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  1. Das ist ja wohl der Hammer die neuen Bewerber so zu verunsichern.
    Da brauchen wir uns nicht wundern wenn wir demnächst keinen oder genügend Nachwuchs bekommen.
    Und ganz so sicher wie die Übernahme zugesagt wird ist es auch nicht. Das Land Berlin und ich glaube auch Hamburg haben ja auch schon mal aus Haushaltstechnichen Gründen die ausgebildeten Anwärter nicht übernommen.
    Damals wurden diese Kollegen beim BGS bzw. Bundespolizei übernommen.
    Dafür mussten auch einige Kollegen mit Familie von Berlin in den Südwesten umziehen.
    Wer kann garantieren, dass auf Grund des Sparhaushaltes sich soetwas nochmal seitens der Bundespolizei wiederholt ?

  2. „Gleichzeitig werden wir über die GdP – Landesbezirke auch eine mögliche Einstellung von Bewerberinnen und Bewerber der Bundespolizei nach der Ausbildung in den Polizeien der Länder prüfen”, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei in Berlin.“

    Hallo Jupp.

    Wenn die jungen Leute nach ihren Einblicken während der Ausbildung/Studium wirklich noch bei der Bundespolizei verbleiben wollen, lasst doch prozentual aus allen Altersschichten versetzungswillige PVB zu den Ländern abfließen.
    Damit hätte man gleich etwas gegen die Überalterung der BPOL getan, und manch älterer (z.B.enttäuschter POM) kann noch mal bei einem anderen Dienstherrn sein Glück versuchen !!

    Mich würde es auch nach 22 Dienstjahren reizen, mal etwas ganz anderes zu probieren und dabei dienstlich UND privat glücklich zu werden…..!!

    Beste Grüße
    kimi

  3. Wer sich denn da noch …….?

    Ich würde es jedenfalls nicht!

  4. Hier giebt es zu sagen, dass Augenmaß auf den Flughafen Calden gelegt werden sollte.
    Hier kann man den Beamten , die vom Flughafen in Heimatnähe versetzt werden wollen eine neue Chance geben. Diese sind rechtssicher und haben die nötige Erfahrung in Sachen Flugsicherung.
    Aber wenn man mit Kollegen spricht, sollen hierfür die PVB aus der Bahnpolizei auch noch herhalten und die DG-S aus den DG-S der BAPO aufgestelte werden.
    Das heißt, wieder neue lernen. Wir müssen mit der Zeit alles können , nur nicht mehr die eigentliche Aufgabe leisten.
    Hier sollten die GDP und die anderen Gewerkschaften ihr wachsames Auge darauf halten. Es giebt bei uns bald den gläsernen Universalbeamten- der auch noch , wenn es norwendig ist – eines tages die Chef- Sekretärin des Leiters bei Abwesenheit ersetzen kann.
    Ich wollte schon lange in Heimatnähe versetzt werden / Raum Gießen – Fulda. Was mann hier teilweise hinter vorgehaltener Hand erfährt ist, dass die Stellen gar nicht ausgeschrieben werden, sonder intern an bereits länger dort abgeordnete Beamte vergeben werden,die aus irgendeinem Grund auf einmal unheimlich hohe soziale Punkte haben.
    Dass bedarf auch mal Öffentlichkeitsprüfung!!

    Kollegen , es muss mal gründlich !!! aufgeräumt werden

  5. Entschuldigung, wenn ich mal etwas ketzerisch frage:
    Aber wie kommt denn diese Information an die Anwärterinnen und Anwärter?
    Es handelt sich um eine Verfügung des Präsidiums an die Ausbildungsorganisation, die das entsprechend umzusetzen hat. Und die Umsetzung sieht m.E. maximal so aus, dass in den Einstellungsbescheiden keine Zusagen gemacht werden dürfen – so wie bisher auch und so wie bei allen anderen AzuBi in der Bundespolizei.
    Wenn man natürlich diese Verfügung den PMA einfach so und am besten noch wortwörtlich weiter gibt, wird es natürlicherweise bei den jungen Leuten zu Verunsicherungen kommen.
    Sorry, aber da sehe ich die jeweiligen Dienststellen und auch die jeweiligen Personalvertretungen in der Pflicht zu einem verantwortungsvollen Umgang mit derartigen internen Verfügungen und Informationen.
    Ein Hinausposaunen wie es gerade hier geschehen ist, wirkt in der Tat „kontraproduktiv“.

  6. Kontraproduktiv?? Wenn hier die wahren Meinungen der Kollegen gemeint sind, dann muss ich mich fragen, für wen Du hier schreibst!!
    Es geht darum, dass dies hier die wahren Gefühle un Ängste mancher Kollegen auffährt ,in der ganzen Breite dr polizeilichen Tätigkeiten. Hier wrden Menschen mit Versprechungen geködert und es werden Lobbyisten herangezogen, so dass man manchmal im eigenen Kollegenkreis vorsichtig sein muss.
    Und wenn es hier Stellenausschreibungen gibt, die manchem Pendler nach jahrelangem Hin- – und her( Ich auch) Möglichkeiten eröffnet, sich HEIMATNAH VERSETZEN ZU LASSEN und auch hier wieder Mauscheleien im Gange sind, dann muss das einfach angesprochen werden. Die Bewerbungsfristen enden einmal und dann wird wieder für sehr lange Zeit Ruhe sein.

  7. Lieber Kollege @ Zukunftsangst:
    was hat Deine Äußerung mit dem oben stehenden Artikel zu tun? – Genau: nichts.
    Was die Ängste und den Frust von Kollegen angeht, bin ich durchaus im Bilde und benötige nicht derart unsachliche „Belehrungen“.
    Auf der sachlichen Ebene können wir gerne weiter diskutieren.

  8. Leitbild:
    Offenheit und Transparenz, Ehrlicher Umgang……..
    Das sollte wohl auch für die „Neuen“ gelten.

    Und für die „Alten“: Wie geht es im September weiter::::::
    denn diese geringen Einstellungszahlen können wohl nicht mehr durch weitere Streichungen im ODP aufgefangen werden.

    Oder doch?

  9. Unsere Dienststelle ist sowieso schon unterbesetzt. Neueinstellungen bekommen wir nicht. Frei werdende Stellen werden auch nicht mehr ausgeschrieben. Das Durchschnittsalter ist jetzt schon hoch.
    Wie soll das bitte weiter gehen ?