Gewerkschaft der Polizei stellt „Studie zur Berufszufriedenheit bei der Bundespolizei“ vor: Witthaut: „Chronische Überlastung in Bundespolizei muss unverzüglich gestoppt werden“

Josef Scheuring, Vorsitzender der GdP - Bezirk Bundespolizei

Eine tiefe Unzufriedenheit von Bundespolizistinnen und Bundespolizisten mit ihren beruflichen Bedingungen zeigt das Ergebnis einer von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) heute in der Berliner Bundespressekonferenz vorgestellten Studie der Technischen Universität Chemnitz. Vor allem die hohe Belastung durch Überstunden und Schichtdienste, geringe Karrierechancen sowie die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen im Zentrum der Kritik der mehr als 4.700 Beschäftigten, die an der von der GdP-Bundespolizei im Frühjahr 2010 in Auftrag gegebenen „Studie zur Berufszufriedenheit in der Bundespolizei“ teilgenommen haben. Eine deutliche Mehrheit der Befragten würde sich nicht noch einmal für den Dienst bei der Bundespolizei entscheiden.

Vor dem Hintergrund der vorliegenden Ergebnisse sei es dringend geboten, nun schnell gegenzusteuern. Die Unzufriedenheit der Beschäftigten dürfe sich keineswegs weiter verfestigen. Die Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit, so forderten GdP-Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut, der Vorsitzende des GdP-Bezirks Bundespolizei, Josef Scheuring sowie der Chemnitzer Studienleiter Prof. Dr. Gerd Strohmeier, müsse zum Organisationsziel der Bundespolizei werden.

GdP-Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut: „Die deutlich sichtbare Unzufriedenheit unserer Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei mit und in ihrem beruflichen Alltag hat die GdP nicht überrascht. Die Studie untermauert indes die jahrelange Kritik der GdP an steigenden Aufgabenlasten, die immer weniger Beschäftigte schultern sollen. Zunehmender Sozialabbau und unaufhörliches Reformieren von Organisationsstrukturen zu Lasten unserer Kolleginnen und Kollegen verstärken zudem die Verdrossenheit.“

Dies, so Witthaut weiter, gelte keineswegs nur für die Beschäftigten der Bundespolizei. Das Studienergebnis bewerte die GdP als exemplarisch für den Gesamtzustand der deutschen Polizei.

Unaufhörliches Reformieren sorgt für Unzufriedenheit: Bernhard Witthaut vor der Berliner Bundespressekonferenz. Links im Bild: Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei und der Leiter der Pressekonferenz, Nick Leifert (r.).

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, so Witthaut und Scheuring, sei nun gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Verbesserung der Berufszufriedenheit in der Bundespolizei zur Chefsache zu machen. Witthaut: „In seinem Grußwort anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Bundespolizei Mitte März hatte Minister Friedrich gesagt, die Stärke der Bundespolizei liege bei ihren Beschäftigten. Darin kann ihm die GdP nur uneingeschränkt zustimmen. Diese Stärke kann aber sehr schnell Schaden nehmen, wenn der Arbeitgeber Motivation und Engagement seiner Beschäftigten nur annimmt, aber nichts zurückgibt.“

Mit der Absage an die noch von seinem Amtsvorgänger Dr. Thomas de Maizière geplante Fusion von Bundespolizei und Bundeskriminalamt habe der neue Bundesinnenminister aber direkt einen Vertrauensvorschuss erhalten, sagte Witthaut. Offenbar mit dem richtigen Gespür einerseits für die Stichhaltigkeit besserer Argumente und andererseits für die Ängste und Sorgen der Polizeibeschäftigten bei BKA und Bundespolizei habe er in den Reihen der Beschäftigten gepunktet. Der GdP-Bundesvorsitzende: „Unsere Kolleginnen und Kollegen erwarten nun, dass dies keine Eintagsfliege war und der Minister nahe an seinen Beschäftigten und ihrer Personalvertretung bleibt.“

Josef Scheuring, Vorsitzender des GdP-Bezirks Bundespolizei ergänzt: „Polizeiarbeit ist eine anspruchsvolle Arbeit, die durch Menschen und für Menschen gemacht wird. Die Bundesregierung muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Bundespolizei aus mehr als 40.000 Menschen besteht. Die Bedürfnisse dieser Menschen muss die Politik bei ihren Überlegungen zur Bundespolizei in den Mittelpunkt rücken.“ Das derzeitige Verhalten der Bundesregierung, so Scheuring, gegenüber den Interessen der Beschäftigten der Bundespolizei werde von den Kolleginnen und Kollegen eher als ständige Bedrohung denn als fürsorglicher Umgang wahrgenommen. Dies spiegele die Strohmeier-Studie, die ja eher als „Berufsunzufriedensheitsstudie“ bezeichnet werden müsste, deutlich wider. Scheuring: „Allein die Tatsache, dass in der Bundespolizei mehr als zehntausend Beschäftigte in unteren Besoldungsämtern festhängen, ist längst nicht mehr akzeptabel. Der Polizeiberuf stellt heute deutlich höhere Anforderungen als es das Netto dieser Kolleginnen und Kollegen am Monatsende ausdrückt.“

Zentrale Kritikpunkte der Bundespolizei-Beschäftigten in der Übersicht:

Massive Belastung:

  • Gut drei Viertel (76,2%) bewerten den dienstlichen Belastungsgrad als hoch bzw. sehr hoch – und nur gut ein Zehntel (11,5%) beurteilt die Möglichkeit zum Ausgleich der dienstlichen Belastung als gut bzw. sehr gut.
  • Eine besonders starke Belastung ergibt sich aus den Wochenenddiensten, der Mehrarbeit und dem Schichtdienst. So bewerten mehr als vier Fünftel (83%) der Betroffenen die (physische und psychische) Belastung durch den Schichtdienst als groß bzw. sehr groß.
  • Ebenfalls sehr stark ist die Belastung durch lange Abordnungen in andere Behörden und Regionen sowie durch die heimatferne Verwendung. So bewerten knapp neun von zehn (87,3%) der Betroffenen die Belastung durch die heimatferne Verwendung als groß bzw. sehr groß.

Berufliche Rahmenbedingungen:

  • Nur etwa ein Fünftel (20,9%) bewertet die Eignung und Qualität der persönlichen Dienst- und Einsatzbekleidung als gut bzw. sehr gut.
  • Etwa vier Fünftel (79,9%) sind mit dem Beurteilungssystem in der Bundespolizei unzufrieden bzw. sehr unzufrieden.
  • Nicht einmal jeder Zehnte (8,9%) bewertet die Beförderungsmöglichkeiten in der eigenen Laufbahn als gut bzw. sehr gut.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf:

  • Nur etwa ein Achtel (12,1%) bewertet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als gut bzw. sehr gut.
  • Nur etwa ein Zehntel (10,3%) bewertet die Möglichkeiten, vor dem Hintergrund der beruflichen Tätigkeit privaten Verpflichtungen (z.B. Kinderbetreuung) nachzukommen, als gut bzw. sehr gut.
  • Jeder Zweite (49,6%) ist schon einmal in die Situation geraten, sich zwischen Familie und Karriere entscheiden zu müssen.

Nachwuchsgewinnung:

  • Nur etwa ein Fünftel (19,7%) glaubt, dass es der Bundespolizei in Zukunft gelingen wird, das notwendige qualifizierte Personal zu gewinnen.
  • Nur etwa ein Viertel (25,3%) würde nahe stehenden Personen (z.B. Kindern) empfehlen, sich für den Dienst in der Bundespolizei zu entscheiden.
  • Nur etwa zwei Fünftel (39,2%) würden sich selbst noch einmal für den Dienst in der Bundespolizei entscheiden.

Weitere Informationen und Presseerklärungen:

Presseerklärung der TU Chemnitz

Focus online: Stress und Überstunden frustrieren Bundespolizisten

Informationsdienst Wissenschaft: „Großbaustelle Bundespolizei“

Süddeutsche:Frust bei der Bundespolizei

Bild:Neue Studie enthüllt So frustriert sind unsere Polizisten

Ostthüringer Zeitung: Hohe Unzufriedenheit unter Bundespolizisten

Frankfurter Neue Presse: Bundespolizisten beklagen Stress

TLZ.de: Polizei beklagt sich über Arbeitszeiten


Zusammenfassung und Bewertung der wesentlichen Ergebnisse der Studie zur Berufszufriedenheit in der Bundespolizei

Ergebnisse der Studie zur Berufszufriedenheit in der Bundespolizei der TU Chemnitz

Vorläufige Positionierung des DGB zur Neuordnung des Ausgleichssystems für Wechselschicht-, Schicht- und Einsatzdienstleistende des Bundes


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Themenbereich: Aus dem Bundesvorstand | Drucken

48 Kommentare
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  1. Nanu, der Webwasher sperrt die Auswerteergebnisse :-(

  2. Ich hoffe, dass die hohen Herren diese Studie zum Anlass nehmen und mit den Ergbnissen arbeiten um endlich sozialverträgliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Das steht sogar schon in der PDV 100 drin und ist über das KFS verbindlich festgelegt. Warum macht es denn keiner?

  3. Die Studie hat sicherlich ihre Berechtigung und das Ergebnis entspricht wohl den Gegebenheiten.
    Trotzdem: Die PVB sollten bedenken, dass die Beförderungsmöglichkeiten trotz aller Unkenrufen mehr als gut sind.
    Vergleichen muss man sich mit anderen Polizeien der Länder und siehe da, dort sieht es eher schlechter aus.
    Ganz zu schweigen von den eigenen Verwaltungsbeamten.
    Auf immer mehr Aufgaben und Arbeitsbelastung folgen immer schlechtere Rahmenbedingungen.
    Fängt bei der idiotischen Quotierung im Beurteilungswesen an und hört bei den absolut schlechten Aufstiegschancen auf.
    Viele von den VB hätten gerne die Möglichkeit des erleichterten Aufstiegs gehabt.
    Aber wo sowas evtl. möglich ist, wird es von willfährigen Beamten des höheren Verwaltungsdienstes, die nach oben buckeln und nach unten treten, verhindert.
    Das ist die Realität – leider.

  4. Diese Studie zeigt, dass hier unbedingt Handlungsbedarf besteht. Nun warten wir ab was unsere Behörde dagegen macht. Eine Beförderung gibt mir jedenfalls nicht die gestohlene Freizeit zurück, die ich und viele andere Kollegen durch die Trennung/tägliche Fahrt zum Dienst genommen wird.

  5. Werte Kollegen,

    aufmerksam habe ich alle Ergebnisse der Studie durchgelesen. Das Ergebnis überraschte mich jedoch nicht. Vieles hiervon kann man, sofern man sich einmal bei der operativen Basis, dem Herzstück unserer Behörde, aufhält, schnell erkennen und miterleben.

    Der Dienst als Polizist ist meines Erachtens einer der schönsten Berufe, welche es gibt. Sicherlich gehört hierzu eine besondere Berufung und auch Idealismus, getragen mit em Grundgedanken unserer Gesellschaft einen wertvollen Dienst zu leisten.

    Und gerade aus diesem Grunde hat jeder Beamte, welcher sich aktiv und engagiert einsetzt und somit der Bevölkerung eine wahrhaft moderne Bundespolizei näherbringt, es verdient endlich einmal in Prozesse wie Dienstplangestaltung, Verwendungskonzepte sowie Ausrüstung / Bekleidung aktiv mit eingebunden zu werden.

    Vorschläge für Personalentwicklungskonzepte sowie Verwendungskonzepte liegen seit langem auf dem Tisch und wurden schon oft von der GdP vorgestellt bzw. erläutert. So kann es nicht mehr weitergehen.

    Zudem muss der momentanen Dienstpostenvergabe Einhalt geboten werden. Es enttäuscht einen jeden engangierten Beamten, wenn trotz des geltenden Leistungsprinzips im öD einfach vor seinen Augen Laufbahnabsolventen auf die lukrativsten Dienstposten gesetzt werden und man selbst keinerlei Chancen auf Veränderung hat. Auf lange Sicht hat man trotz guten Beurteilungen und Engagements nicht einmal den Hauch einer Chance heimatnahe verwendet zu werden. Zugleich werden jedoch Laufbahnabsolventen auf diese Posten gesetzt. Dieser Umstand ist ungerecht und entspricht keinesfalls dem Leistungsgedanken und öffentlichen Zugang zu Dienstposten.

    Es darf nicht sein, dass Beamten mit nahezu 20-25 Dienstjahren weniger Aufmerksamkeit gewidmet wird, wie jenen, welche erst ihren Dienst beginnen. Ein länderpolizei-orientiertes Verwendungskonzept, welches ohne Frage in großen Bereich auf die BPOL transferierbar wäre, würde hier Abhilfe schaffen.

    Die aktuelle Lage im Bereich der Dienstpostenvergabe hat mich zugegebenermaßen zutiefst enttäuscht und auch meine idealistische Grundeinstellung ist angeknackst. In einem demokratischen Staat wie dem unsrigen muss es gerade innerhalb einer Polizei gerecht zu gehen.

    Es gibt derzeit kein transparentes und gerechtes Verwendungskonzept. Dies muss sich ändern. Wir sind eine morderne BPOL und wir haben das Zeug dazu, neue Wege zu beschreiten. Lasst es uns auch tun !!!

    Die Studie belegt eindeutig, dass innerhalb der BPOL so einiges nicht stimmt. Berufszufriedenheit, Miteinbeziehung, Transparenz, gerechte Arbeitsverteilung müssen feste Pfeiler innerhalb unserer Behörde werden.

    Wie so oft lese ich von einer “ Cooperate Identity“. Dies setzt jedoch voraus, dass es auch schlichtweg eine Gemeinschaft und vor allem Kameradschaft untereinander gibt. Die derzeitige Unternehmenskultur geprägt von Arbeitsdruck, Überlastung, Kennzahlen, fehlenden Chancen bei Dienstpostenvergabe sowie fehlende Miteinbeziehung bei wichtigen Entscheidungsprozessen wie Ausrüstung/ Uniform widerspricht diesem.

    Nun gilt es die Ergebnisse der Studie ernst zu nehmen. Gegenseitige Vorwürfe bringen uns nicht weiter. Nein im Gegenteil. Wir müssen im Team voranschreiten und für uns alle- eine moderne Bundespolizei- zukunftorientierte Lösungen anstreben. Das “ WIR “ Gefühl, zweifelsohne dies gab es einmal, ich selbst habe es gespürt, muss wieder aufflammen.

    Prioritär ist ebenfalls, dass man sich auch endlich mit den Forderungen der operativen Basis befasst. Fehlende finanzielle Mittel dürfen nicht länger der Grund für die mangelhafte Ausstattung/ Uniform und die schleppende Einführung von taktischen Hüllen sein. Bei der Verrichtung unseres Dienstes sind wir erheblichen Gefahren ausgesetzt und wir haben ein Anrecht auf Schutz sowie qualitative Ausrüstung. Ich bin zutiefst enttäuscht, dass wir trotz der Vorlaufzeit und Erfahrungen im Vergleich zu den Ländern bei der Einführung der blauen Uniform eine Reise in die Steinzeit vollzogen haben. Die Einführung der Strickjacke war ein positives Signal seitens des BPOLP. Es darf jedoch nur ein Anfang sein.

    Vor wenigen Tagen habe ich eine Reportage auf RTL verfolgt. In dieser verrichtete der Geschäftsführer der Best Western Hotelkette einige Tage Undercover seine Arbeit an der operativen Basis seines Unternehmens. Nach Abschluss teilte er mit, dass er sich vieles zuvor als Chef eines derart großen Unternehmens nicht vorstellen konnte und er beeindruckt aber auch überrascht war von dem Engagement und den Belastungen vor Ort.

    Ich fragte mich danach, sind sich wirklich alle Politiker und Führungskräfte bewußt, welchen erhebliche Belastungen wir derzeit ausgesetzt sind? Wie kann man dies wissen, wenn man die gleichen Belastungen selbst noch nie gespürt hat ???? Ich lasse diese Frage einmal bewusst offen. Eines weiß ich, der oben genannte Geschäftsführer hat mich sehr beindruckt.

    Abschließend möchte ich mich recht herzlich bei der GdP für die Studie bedanken. Ihr tut es für unsere Kollegen und für eine moderne und schlagkräftige Bundespolizei. Meine Unterstützung ist Euch sicher.

    Kollegiale Grüße

  6. Die Steilvorlage habt Ihr jetzt. Aber den Mut, mit harten Bandagen zu kämpfen, habt ihr immer noch nicht.

  7. Gerade hat sich unser BMI Friedrich bei seinem Amtsvorgänger de Maiziere bedankt: da hast du mir ja einen voll motivierten …haufen überlassen. Danke schön!!!

  8. …man darf gespannt sein, wie man nun seitens der Führung reagiert…
    Wird man schlichtweg abwiegeln und das Ergebnis anzweifeln?
    Wird man betroffen das Ergebnis zur Kenntnis nehmen und eingehende Befassung mit dem Thema ankündigen? – Zumindest das BPOLP hat heute bereits mit beeindruckender Geschwindigkeitso so reagiert.
    Es sei hier allerdings auch an die vergossenen Krokodilstränen aus dem BPOLP erinnert, als die GdP letztes Jahr die Beerlage-Studie thematisierte, von der wir nachher erfahren mussten, dass sie dort, eben im BPOLP, seit Herbst 2009 bestens bekannt war….

    By the way: was hat sich seither getan? – Höchstens das, dass man mit Hochdruck daran arbeitet, aus der Zitrone Mensch noch mehr herauszuquetschen! –

    Man muss sich nur mal anschauen, was man sich im Rahmen der „strategischen Ziele“ auf die Fahnen schreibt:ob es nun anvisierte „Rahmendienstpläne“ mit 8h Schichtdauer und ohne Überlappungszeiten sind oder die konsequente Durchführung von BEM-Verfahren , was ja nichts schlechtes wäre, wenn man nicht gleich daran anschliessend, gleichsam daraus folgend die ebenso konsequente Durchführung von PDU-Verfahren ankündigen würde….- allein das zeigt eindrucksvoll, dass man offenbar selbst in den Führungsetagen immer noch nicht geschnallt hat, dass BEM gem. Sozialgesetzbuch IX eine Schutzfunktion für den Arbeitnehmer entfalten soll und nicht eine lästige Vorstufe zum PDU-Verfahren darstellt!

    Ganz davon abgesehen haben wir mit dem „Hinauskicken“ der nicht mehr „brauchbaren“ Kolleginnen und Kollegen noch keinen Ersatz! – Woher sollte dieser auch kommen? Von 450 Einstellungen/Jahr?

    Interessant das Ganze vor allem auch deswegen, weil die Beerlage Studie bereits ganz konkrete Wege aus dem Dilemma aufgezeigt hatte, die sich durch die neue Studie , um einige Elemente erweitert,nahezu deckungsgleich bestätigt haben:

    – Abbau quantitativer Arbeitsbelastung
    – Gestaltung fairer, von angemessener Rückmeldung geprägter Arbeitsumgebungen
    – Selektive Erweiterung von Handlungsspielräumen
    – Kompetenzgerechte Delegation von Verantwortung
    – Bildung funktionierender Teams
    – Transparente und berechenbare Kommunikation
    – Ermöglichung hoher Gruppenidentität und Gruppenzusammenhaltes

    Es darf nun jeder mal für sich nachhalten, was von dem in Angriff genommen wurde, oder ob nicht im Rahmen der „Reform“ eher alles dafür getan wurde, diese Bedingungen n i c h t zu erfüllen, bzw. dort, wo diese bislang vorhanden waren, dieselben zu zerschiessen…..

    Wie soll auch, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die quantitave Belastung abgebaut werden, wenn sich alles und jeder vornehmlich dem Spardiktat unterwirft? (Wie Jörg Radek letztens treffend anmerkte, wird Führung in der Polizei seit gut 20 Jahren mit wirtschaftlicher Betriebsführung verwechselt…)

    Wie soll diese abgebaut werden, wenn den Leuten zunehmend zur Arbeitsverdichtung i m Dienst auch noch die Möglichkeit der Regeneration a u s s e r Dienst genommen wird? – Durch „bedarfsorientierte“ Elemente im Dienstplan, geteilte Schichten, Streichung der Überlappungszeiten, Wochen- und Lebenszeitarbeitsverlängerung, Sonderdienste als „BKE“ etc. kommt der „gemeine KSB“ heutztage auf ca. 4 Tage weniger „DF“ im Monat, als noch vor 10-15 Jahren! –

    Die Arbeitszeitverlängerungen treffen zwar alle, sind aber im Tagesdienst einfacher wegzustecken, da eben „nur“ die tägliche Zeit verlängert wird; für den Schichtdienstleistenden erhöht sich hingegen, zumindest nach dem derzeitigen Muster, die Anzahl der Arbeitstage! Lösungen gäbe es :

    1. Absenkung des Stundensolls im Schichtdienst.
    2. Wenn nicht das, so zumindest Verlängerung der Schichten, z.B. vorgeschaltete Zeiten für Sport, Sachbearbeitung oder was auch immer!
    3. Einführung der 6. Dienstgruppe ; – sage keiner, das ginge nicht: das ging bis vor 12 Jahren z.B. in Basel am Bad. Bhf. sehr gut!
    Es geht natürlich tatsächlich nicht, wenn ich aus den o.g. Gründen den Sinn des Lebens darin betrachte, aus immer weniger Personal immer mehr Tage Dienst zu generieren!

    Eines jedoch sollten wir bei aller Diskussion über Einzelthemen nicht aus den Augen verlieren:
    Massgeblich und in weiten Teilen ursächlich für die derzeitige Misere waren und sind die absolut blödsinnigen und nicht ausgegorenen Reformen der letzten Jahrzehnte, wobei sich die „Reform III“ wohl eindeutig den Platz auf dem Siegertreppchen verdient hat!
    Gebt endlich zu, dass diese gescheitert ist! Erst, wenn wir so ehrlich zu uns selbst sind, kann vielleicht irgendwann mal wieder die Wende zum Positiven vollzogen werden!

  9. Einer Hauptgründe für die Unzufriedenheit liegt meines Erachtens darin begründet, dass ständig an getroffenen Entscheidungen herumgerührt wird. So ist mein subjektiver Eindruck, dass man nun die Priortäten wieder verschiebt.
    Die sollen ja nun so aussehen (Busch/ Flurfunk):
    1. Grepo/ LuSi
    2. Bapo
    3. Binnengrenze
    Diese Reform ist noch nicht mal abgeschlossen und das Chaos der Umverteilung könnte wieder über ne Menge Leute hereinbrechen. Das kann sich aber schnell wieder ändern, wenn es mal wieder eine Ad hoc Lage wie die „Gefahr durch den internationalen Terrorismus“ oder „Einwanderen aus Nordafrika“ gibt. Nichts wird schneller umgeworfen als Entscheidungen aus der Politik. Klare Ausssagen über Personalverschiebungen wird aus in Zukunft nicht hören. Es wird latent eine Unsicherheit geschürt. Statistiken werden bemüht und Sachverhalte die nicht vergleichbar sind, miteinander verglichen. Keiner weiß endgradig woran er ist, außer er sitzt an einem Flughafen, da dürfte er von solchen Gedankengängen nicht betroffen sein, da sein Posten sicher ist.Ein Konzept mit Hand und Fuß was mehr als 4 Jahre Bestand hat wird man in Zukunft auch nicht finden. BMI werden ausgetauscht wie Parkwächter (kann ja eh jeder).Diese werden dann alles wieder auf den Prüfstand stellen und ggfs. neu organisieren.Jeder weiß das Minister immer ausgewiesene Fachmänner sind. Konstanz sucht man vergebens. Wie soll man auch zufrieden in seinem Job sein, wenn ständig das Schwert der Umgliederung im Raum steht. Besser ist es Single und kinderlos zu sein, sich kein Eigentum anschaffen und warten bis der große Dienstherr einen auf das nächste Feld setzt. Figuren in einem Schachspiel, nicht mehr und nicht weniger. Eine Planungssicherheit kann man sich getrost abschminken.

  10. Danke an die GdP für die Umfrage.
    Ich hätte nicht gedacht, dass so offen über das Ergebnis gesprochen wird. Nicht in unserem Verein.

    Von der Redaktion geändert.

  11. 18.55 Uhr: nur im Focus was lesbar……in keiner anderen Zeitschrift, mal sehen was noch kommt….und wer Interesse an uns hat :-)

  12. Nicht wirklich überraschend – oder?
    Wenn es dem BMI mit dem Abbruch der ersten Mitarbeiterbefragung vor einigen Jahren noch gelungen ist, alles unter dem Teppich zu halten, liegen die Ergebnisse nun auf dem Tisch.

    Aber, das BMI wäre nicht das BMI, wenn es nun konstruktiv tätig werden würde.

    Lieber noch ein paar tote Pferde satteln, neue Computerprogramme beschaffen, welche die Arbeit nur behindern und verlangsamen … alles wird das Innenministerium nun machen, Hauptsache es ist nicht das nächstliegende:

    – mehr Anwärter einstellen und übernehmen.

    Der Sack mit den Worthülsen ist schon geschüttelt.

    Die Satzfragmente werden nun hervorgeholt:

    Wir nehmen berechtigte Kritik ernst.
    … in Ruhe analysieren …

    Sämtliche Präsidenten warten schon auf die Stichworte, sorry, die Sprachregelung aus Berlin, die ihnen vorgibt, was sie sagen dürfen und was nicht.

    Betroffenheit zeigen, ja.
    Ernste Miene machen, ja.
    Kritik nach oben – nein.
    Beschwichtigt bloß Eure Mitarbeiter!

    Von der Redaktion geändert.

  13. Ich möchte ein hohes Lob aussprechen an alle Beteiligten dieser Erhebung. Hochachtung für dieses Engagement! Aber: Ich habe heute die Nachrischten auf RTL und ZDF verfolgt und konnte nicht den kleinsten Bericht in dieser Sache sehen. Die Medienwelt erkennt offensichtlich kein großes Interesse in der Öffentlichkeit für die Probleme der BPOL. Und wenn die Öffentlichkeit (Wähler) kein großes Interesse an dieser Erhebung und den daraus resultierenden Ergebnissen hat, warum sollte dann die Politik ein Interesse daran haben?

  14. hallo,

    ich bin bald 49 jahre und noch immer pom…jaja..ich bin so schlecht…nein…es gibt noch so viele pom bei uns in hannover….
    -begrenzten aufstieg darf ich nicht machen,weil pom
    -eav bestanden,darf aber den richtigen aufstieg machen
    -passt doch nicht,für den einfachen nicht geeignet,aber für den richtigen ja????
    -leider ja älter,darum darf ich den leichten p-aufstieg machen
    -werde aber wohl auch nur pok,bei bestehen,was ja so leicht bei diesem aufsteig ist
    -und ich mache danach keine andere arbeit,als jetzt
    einstampfen,geld sparen,befördern

    – bekleidung super,bekomme keine passende blaue hose
    – jeanshosen zivil kann ich super kaufen,komisch,warum funktioniert das dort mit den größen
    – keinen vernünftigen pullover für den winter,habe ja einen rundhalspullover,sehr warm
    -einen pullover,also bloß nicht waschen,sonst hat man ja keinen mehr
    – kaputt gehen darf er auch nicht,der tausch ist ja so fix,man kann ja ruhig bei solechen wintern frieren
    -mützen,hihi…schlumpfmützen,alles einheitsgrößen
    – und der nette blouson,tolle übergangsjacke..schulterpolster,schnitt der 70-er,sieht zum bedauern aus
    – lache ich über die lapojacke,goretex und passt auch noch…kann ja jeder
    wir erfinden die bekleidung neu,warum bewährte vom land nehmen,warum mag keiner unsere uniform
    – jacken mit sicherheitsstreifen,autobahnmäßig,warum???die strecke wird doch gesperrt,ausserdem haben wir doch süße westen…richtig polizeimäßig

    – 41std woche zu 40 std woche,wo ist die gleichbehandlung..manche können keine babys bekommen,wenn ein kind krank ist,gebt doch sonderurlaub im einzelfall,spart man die anfallenden std die sich aufbauen,ach ja,die 41 stündler fangen die ja auf

    lasst uns zur lapo oder gebt uns mehr zuständigleiten,dann hört die angst auf tätig zu werdem,weil man sich eigentlich immer mit zuständigkeiten auseinandersetzt…
    oder streicht das logo POLIZEI von den autos,ist manchmal peinlich

    lasst uns doch im schichtdienst bis ins hohe alter,kur gibt es ja nicht,weil man ja nicht genug krank war…
    fitnessstudio,kosten vor ort übernehmen,mit bescheinigung des studios an der regelmäßigen teilnahme,wie bei den krankenkassen…..
    raus aus dem schichtdienst und die jungen in den teppichetagen auf die strasse
    sollte eh mal gemacht werden,damit die mal wissen wie es unten auf der strasse zugeht
    formulare vereinfachen,formulare vereinfachen
    controlling weg,wenn dann für die beamten
    eintragungen von präsenzstreifen,wer wnn wo auf streife ist…vielmehr von wann bis wann
    wir sind doch nicht im kindergarten,so etwas sagten mir meine eltern früher als kind,von wann bis wann ich raus darf…jetzt alles in abgewandelter form

    bessere bezahlung für schichtdienstleistende,polizeizulage weg für sachbearbeiter die innendienst leisten

    und und und

    ich bin ja gespannt was aus uns wird,auch bei mir geht die motivation langsam aber sicher in den keller,auch mein akku ist langsam leer,noch gehe ich auch wenn ich echt ausgelaugt und krank bin,warum eigentlich..ich liebe meinen beruf,aber auch mir wird es langsam zu leide gemacht…
    initiative,nein,das war so und wird auch weiter so gemacht….

  15. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    liebe GdP,

    zunächst Dankeschön für die Inauftraggabe der Studie.

    Interessant fande ich zunächst heue morgen, noch vor der eigentlichen Pressekonferenz, dass der Vetreter W. einer nachgeordneten Gewerkschaft sich schon mit gleichem Tenor/Wortlaut aus bereitgestellten Schriftgut der GdP bediente.

    Interessant fande ich ebenso die unverzügliche und wohl schon vorbereitete Verlautbarung des Präsidenten S. im Intranet. Irgendwie hat mich der Textsatz an ein Sprichwort erinnert: „Mit den Wölfen heulen“ oder so ähnlich…

    Aber mal ehrlich… Ich kann seinem Worten leider wieder einmal keinen Glauben schenken! Auch die dargestellten und schon unternommenen Bemühungen/TATEN seitens der Führung BPOL: Ist doch wohl ein Witz !

    WIR merken es doch alle jeden Tag, dass der Karren immer weiter in die Modde gefahren wird. Der Zentralisierungs- und Sparwahn gehen mit gesteigerter Intensität weiter und weiter…. bis zur endgültigen Arbeitsunfähigkeit !

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    ich glaube, dass WIR auch noch dazu betragen!

    Aus Idealismus und fast nicht tod zu bekommenes Engagement arbeiten WIR immer wieder an den nunmehr vorgegebenen RAHMENBEDINGUNGEN „auf kl. Dienstweg“ oder sogar auf Privatkosten- /zeit vorbei. Der Haken dabei ist, Optisch sieht es so aus, dass WIR den EXPERTEN mit Ihren wahnwitzigen Reformen auch noch Recht geben und ALLES funktioniert ?!

  16. @ Gerhard Megddenberg:

    Wie immer 101 %!

    Hut ab.

  17. Herr Seeger hat geantwortet:

    http://www.bundespolizei.de/cln_152/nn_249932/DE/Home/01__Aktuelles/2011/03/110408__GdP-Studie.html

    Herr Seeger, ich bin mir sicher dass Sie selbst hier mitlesen, oder Mitarbeiter damit beauftragt haben hier mitzulesen.
    Wenn Herr Prof. Dr. Strohmeier zu dem Ergebnis kommt, dass es innerhalb der BPol nicht nur einzelne Baustellen gibt, sondern dass die gesamte BPol eine einzige Großbaustelle ist, dann sollte Ihnen das wirklich nicht nur zu denken geben, sondern Ihnen wirklich schlaflose Nächte bereiten.
    In fast allen Kernbereichen belegt die Studie überwiegend große Unzufriedenheit bei den Ihnen unterstellten Beamtinnen und Beamten, deren

    „Ursachen und Folgen die Aufgabenerfüllung der Bundespolizei massiv beeinträchtigen könnten“.

    Also ich könnte bei einer solchen Aussage nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich an Ihrer Stelle wäre.

    Begeben Sie sich an die Basis-nicht zum Kaffeekränzchen in die Chefbüros, sondern in die Streifenwagen, in die Bahnhofswachen an Wochenenden, oder nach vorne in die erste Reihe beim Castor/1.Mai. So lernen Sie einmal diejenigen kennen, die hier jeden Tag und jede Nacht den Job machen.
    Aber selbst wenn Sie das machen würden, stellt sich die Frage ob man Ihnen die Wahrheit sagt. Denn hier ist gegenseitiges Vertrauen gefragt. Ich glaube das wird eine sehr schwere Nummer.Dafür wurden wir einmal zu oft hinters Licht geführt. Ein Besserer Vorschlag folgt noch…

    Diejenigen die Ihnen seit Jahren predigen, dass alles ok ist weil sie Angst haben die Wahrheit zu sagen spiegeln nicht das Bild wieder was wir jeden Tag erleben. Reiben Sie sich den Sand aus den Augen, der Ihnen durch gewisse gewissenlose Führungskräfte jahrelang in die Augen geschleudert wurde.

    Eines ist jedenfalls klar: Wenn alles so weiterläuft wie es ist,braucht sich niemand zu wundern wenn uns allen der Laden in absehbarer Zeit um die Ohren fliegt.

    Nochmals: „Schließlich zeigt sich in Kernbereichen eine sehr große Unzufriedenheit in der Bundespolizei, deren Ursachen und Folgen die-konsequente und zufriedenstellende Aufgabenerfüllung durch die Bundespolizei massiv beeinträchtigen könnten“

    Wir brauchen dringend einen Ansprechpartner nach dem Vorbild des Wehrbeauftragten in der Bundeswehr. Auch schon 1000 mal hier im Forum vorgeschlagen. Herr Rogge genoss tiefstes Vertrauen in der Truppe und nahm kein Blatt vor den Mund um Mißstände anzuprangern. Genau solch eine Vertrauensperson brauchen wir.

  18. Pressestimmen zur Pressekonferenz

    http://www.n-tv.de/politik/Bundespolizisten-zumeist-frustriert-article3053906.html

    http://www.focus.de/panorama/vermischtes/gewerkschaft-der-polizei-viele-bundespolizisten-unzufrieden-mit-ihrer-arbeit_aid_616539.html

    http://www.abendblatt.de/politik/article1849412/Ueberarbeitet-und-unterbezahlt-Polizisten-sind-frustriert.html

    http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1138280

    http://www.idw-online.de/pages/de/news417585

  19. 1. Man hat doch das Bauernopfer gefunden:
    Die Verbände werden jetzt langsam ausbluten lassen.

    Ab 15.04 die Abordnungen zum Weltflughafen FFM. MUC und Stuttgart stehen in den Startlöchern.
    Dazu noch der gelante Auslandseinsatz, die Hu`s sind schon lange personell am unteren Limit.
    Nur haben die Frauen und Männer der Verbände keine Lobby und das werden sie zu spüren bekommen.

    2. Die Studie hat eindeutige Ergebnisse gebracht.

    3. Der P des BPOLP hat die von mir erwartete Reaktion gezeigt. Et läuft doch, wir nehmen ernst, haben schon viel getan……..

  20. Unionspolitiker Uhl will wieder Grenzkontrollen mit Italien
    Halle – Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, hat vorgeschlagen, dass die Schengen-Staaten die Grenzkontrollen für Einreisende aus Italien wieder einführen.

    http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=156943715

    Hura, Hura warum hört eigentlich niemand auf uns Grenzer!!!

    Wurde doch alles schon von uns Vorhergesagt, und wehe wehe wenn ich auf die Ostgrenze sehe!!!

    Gruß

    Grenzer

  21. @Regierungseigentum
    ich bezweifle echt, daß Herr Seeger in all den Jahren nichts von den Misständen in der Bundespolizei wusste. Selbst wenn er von allen ihm zur Seite stehenden Führungskräften Sand in die Augen gestreut bekommen hätte. Dafür läuft schon zu viele Jahre bei uns alles aus dem Ruder. Dann wäre er also Jahrelang mit Scheuklappen durch die BGS bzw. Bundespolizeiwelt gelaufen. Es gab genug Anzeichen auf die Unzufriedenheit seiner Mitarbeiter in Presse, Mitarbeiterbriefen und nicht zuletzt durch die GdP.

  22. @ Regierungseigentum
    Richtig ich sehe das genauso, einen
    BUNDESPOLIZEIBEUFTRAGEN
    angegliedert ans Parlament, wie der Wehrbeauftragte.
    War das nicht auch bei der Innenausschusssitzung ein Vorschlag von mehreren Sachverständigen.
    Warum wird das nicht weiter verfolgt?

    Haben die Hessen nicht sogar so jemanden jetzt auf Landesebene installiert?

    Liebe GdP, so ein Beauftragter kann uns doch nur weiterhelfen!

  23. Herr Seeger hat geantwortet:
    Eintrag von Regierungseigentum am 9.April 2011

    Ohne die persönliche Integrität des Kollegen (oder doch eher Kamerad, der Ansprache bei der letzten Führungskräftetagung nach zu urteilen?…) Seeger in Zweifel zu ziehen zu wollen (Da bin ich in der Tat nach wie vor der Ansicht, dass es uns hätte erheblich schlimmer erwischen können), frage ich mich schon, wo dieses Eintreten für die Bundespolizei denn bislang war?

    Fand dies Ausdruck in seinem Auftritt als Sachverständiger in der ersten Anhörung des Innenausschusses? Als er bedingungslos die Positionen des damaligen BMI vertrat und die „Reform“ III als ziemlich nah am Stein der Weisen darstellte? (Dass diese „Reform“ gescheitert ist, dürfte mittlerweile auch dem letzten Depp klar sein!)

    Oder war dies erkennbar an den Reaktionen aus dem BPOLP nach der zweiten Anhörung, als man meinte, da einiges „richtigstellen“ zu müssen?

    Vielleicht auch an der Nichtreaktion nach Bekanntwerden der Beerlage-Studie u.a. zur Burnout-Problematik? (Diese Erkenntnisse lagen dem BPOLP bekanntlich ein Jahr lang vor, ohne dass man es in irgendeiner Form für geboten hielt, sich damit überhaupt zu befassen, geschweige denn, an den Umständen etwas zu ändern!)
    Äußerte sich dieses vielleicht an den nicht erfolgten Reaktionen aus dem BPOLP nach Bekanntwerden der Werthebachpläne?

    Ein dickes Lob an dieser Stelle für die GdP- Bezirksgruppen BKA und Bundespolizei, die sehr viel schneller als die dienstliche Schiene erkannten, dass man hier ohne Wenn und Aber zusammenhalten muss!
    Wie man reagieren kann, zeigte der Präsi BKA! (Welcher Teufel ihn allerdings geritten hat, im Nachhinein der Filetierung der Bundespolizei das Wort zu reden, erschliesst sich mir auch nicht)

    Äußerte sich dies vielleicht auch in der Abschaltung der GdP-Homepage im letzten Jahr aus fadenscheinigen Gründen?

    Oder vielleicht in der nunmehr ohne Beteiligung von Gewerkschaften und Personalräten festgelegten „Kategorisierung“ der Dienststellen und des damit verbundenen Rückzuges aus der Fläche? (Merkwürdig am Rande allerdings, dass diese Position offenbar sowohl dem HPR als auch a l l e n Gewerkschaften als Teilnehmern an der AG ODP seit Ende November 2010 bekannt war….)

    Oder äußert sich das darin,dass im Vorfeld des „Aus“ für die Werthebach-Pläne ein geheimes(?) „Führungskräfteinformationsportal zur Werthebachkommission“ oder so ähnlich ans (Intra-) Netz gegangen ist. Zugriffsmöglichkeit dem Vernehmen nach bis ´runter zum IL.
    Ea hatten noch nicht einmal die Personalvertretungen Zugriff, obwohl dies schon allein aus rechtlichen Gründen nicht ganz unproblematisch ist. (…“rechtzeitige und umfassende Information“… – § 68 (2) BPersVG)

    Man kann solches Gebaren wohl kaum unter „Vertrauensbildende Massnahmen“ subsumieren, oder?

    Vielleicht ist es aber für einen politischen Beamten generell nicht möglich, für den ihm anvertrauten Bereich ohne wenn und aber einzustehen und dessen Interessen wahrzunehmen? – Könnte man meinen, wenn es da nicht das Beispiel Ziercke gäbe, der dies in beeindruckender Weise getan hat. – Ansonsten wäre ein „Polizeibeauftragter“ im parlamentarischen Raum durchaus eine Überlegung wert!

    Als kleines Beispiel dafür, dass bei uns in der gesamten Kette was nicht stimmt, mag die „Ergebnisorientierte Steuerung“, insbesondere die Steuerung mit Kennzahlen, dienen. Die Studie hat nunmehr festgestellt, dass eigentlich niemand dies will, auch nicht die Mehrheit des gD bzw. hD! Trotzdem kommt man nicht davon los, weil sich aufgrund der Vorgaben von oben (wessen eigentlich?) offenbar niemand getraut, das auch offen anzusprechen, Protest zu erheben, oder anders formuliert „seine Vorgesetzten zu beraten und unterstützen“ (wie es, nebenbei bemerkt, die Pflicht eines jeden Beamten, auch des gD und hD, wäre!)

    Hier kommt dann aber wieder der oft zitierte „Arsch in der Hose“ ins Spiel.
    Mangels desselben geht man dann lieber her und reicht jeden Schwachsinn als „alternativlos“ nach unten durch!
    Klar, die anonyme Meinungsabgabe ist schon einfacher als ein offenes Eintreten für seine Überzeugungen, aber sehen wir es positiv:
    Es ist zumindest ein Anfang!

  24. Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 9.April 2011:

    Du schreibst:

    „…Vielleicht auch an der Nichtreaktion nach Bekanntwerden der Beerlage-Studie u.a. zur Burnout-Problematik?…“

    Oh doch. Das Präsidium hat uns doch entlastet, bzw. ist dabei…

    Wie schreibt Seeger sinngemäß: Die Eingabeverpflichtungen im polizeilichen Bearbeitungssystemen werden reduziert…..

    Seit dem das so ist nervt mich meine Frau dermaßen und ist stinksauer. Ich hänge ja nur noch zu Hause rum. Sooooviel Freizeit habe ich dadurch.

    Selbst die PVB im Innendienst sind neidisch und wollen zurück in die Dienstgruppen.Den täglichen Stress mit der Kaffeemaschine halten die nicht mehr aus. Zu viele Tasten angebaut.

    Bitte Bitte Herr Seeger, nicht noch mehr für uns tun, sonst stehe ich unweigerlich vor der Scheidung und mein Hausarzt landet unter der Brücke.
    Aber dort kann er ja in der Zeitung mit der er sich abends zudeckt nachlesen welche tollen Ideen und Visionen das Präsidium sonst noch so hat um die Burnout Problematik wirkungsvoll zu bekämpfen.
    Aber wie heißt es so schön: „Auf Einzelschicksale können wir keine Rücksicht nehmen“

    Liebe Grüße von der niederländischen Binnengrenze nach Weil am Rhein und auch von mir an dieser Stelle einmal ein kleines:

    „Vielen Dank für Dein Engagement lieber Gerhard Medgenberg“

  25. Es ist doch im Grunde ganz einfach, stellt den Mensch in den Mittelpunkt und nicht die Aufgabe!

    Menschen haben Bedürfnisse und wenn diese nicht erfüllt sind oder werden dann wird der Mensch nicht motiviert und auch nicht leistungsbereit sein.

    Wenn man ständig enttäuscht wird hat man kein Vertrauen mehr.

    Die Bundespolizei ist eine Großbaustelle und die Führung von der Mannschaft Galaxien entfernt.

    Herr Seeger, es ist ja schön das in den Bereichen BEM und dem sozialwissenschaftlichen Dienst ihrer Meinung nach Fortschritte gemacht wurden, aber wichtiger wäre für mich Maßnahmen zu ergreifen das sowohl BEM als auch der sozialwissenschaftliche Dienst erst gar nicht in Anspruch genommen werden müssten.

    Weniger Steuerelemente und Zahlenfetischismus, man muss nicht alles bis ins kleinste Detail erfassen.

    Mehr Freiheit und Mitgestaltung der ausführenden Ebene bei der Erfüllung der Aufgaben.

    Auch sollte durch ganz oben überprüft werden wie manche Anweisung ganz unten ankommt und ob das Ausmaß was unten ankommt dem entspricht was von oben gewollt war.

  26. Hier bei uns hat offenbar noch niemand von der Führung die Studie gelesen. Von 178 KSB fehlen im Jahresdurchschnitt 70 permanent. Bleiben also 108 Leute für die Menge Arbeit für die nach ODP 178 vorgesehen sind. Und damit das auch gut klappt, gehen jetzt schon wieder Betrebungen dahin, die Nachtschichten auf 12 Std. zu verlängern. Und wenn du dann über`s Wochenende 4 von diesen 12 Std.-Dingern wechgelutscht hast und Dienstag Morgen um 8 oder 9 Uhr tot ins Bett fällst wartet deine nächste Schicht schon am Mittwoch um 13:15 Uhr auf dich.

  27. Schön, dass man mal wieder was tun will. Ein dickes Problem wird Potsdam / Berlin aber daran hindern:

    GELD ist alle!

    Und da uns die Bundesdruckerei noch nicht unterstellt wurde, wird man auch kein Geld schnell mal drucken können, um all unere Probleme zu lösen.

  28. 18.55 Uhr: nur im Focus was lesbar……in keiner anderen Zeitschrift, mal sehen was noch kommt….und wer Interesse an uns hat :-)
    @ Eintrag von Andreas Wiedner am 8.April 2011

    Ich habe nur die „Bild“ und die „Freie Presse“ Chemnitz zur Auswahl – beide haben am 09.04.2011 berichtet.

    Gerhard M.,Andre S. und Spökenkieker vom 08.04.2011 – Ihr habt ja sowas von recht.

    Permanent werden KollegInnen und Familien daran zerbrechen – egal ob während/nach Auslandseinsätzen oder heimatfremden/familienfeindlichen Verwendungen nach Reformen beim Dienst in den Inspektionen. Wenn man schon mal die Möglichkeit eines sogenannten „PFG“ mit einem unserer Manager, oft Seiteneinsteiger ohne Kenntnisse des polizeilichen Alltages (abhängig von der Lage und nicht von Kennziffern) mit fehlenden Spezialkenntnissen, hat, redet man bei der Darlegung persönlicher/dienstlicher Probleme eh nur gegen die Wand.

  29. Hab ich da was nicht richtig mitbekommen?
    In der BILD meldet sich die DPOLG zu Wort.
    Siehe hier:
    http://www.bild.de/politik/inland/polizei/neue-studie-so-gefrustet-sind-unsere-polizisten-17316420.bild.html

    So weit ich mich erinnere, war das doch alles durch die GdP arrangiert, oder?
    Kommen jetzt die Trittbrettfahrer, die sich vorher einen Dreck um unsere Situation interessierten?

    Vor allem unter LOHN wurde das jetzt fehlende Weihnachtsgeld bemängelt.
    Dabei war es doch u. a. die DPOLG die gefordert hat, das Weihnachtsgeld in die monatlichen Bezüge mit einzuberechnen.
    Oder irre ich mich da?

  30. Hallo Kollegen,

    die Studie ist meiner Meinung nach mehr als eindeutig und stellt den derzeitigen Zustand der Bundespolizei sehr deutlich dar!
    Wenn man jedoch die Veröffentlichung unseres Präsidiums/Präsidenten im dienstlichen Intranet liest, dann muss man davon ausgehen dass dort eine völlig andere Studie gelesen wurde!

    Der Kollege Gerhard Medgenberg hat alles genau richtig dargestellt, wie man es aus seinen Postings gewöhnt ist!

    Ich wünsche uns allen, dass doch noch die richtigen Schlüsse aus der Studie gezogen werden!

    Gruß

    Udo Windl

  31. Was für eine Überraschung brachte diese Umfrage?

    Keine.

    Solange wir ein so großes Führungsproblem in der Bundespolizei haben, solange bleiben auch unsere aufgezeigten Problematiken.

    Motivation, Mobilisierung, Vertrauen, Aus- und Fortbildung, Wahrnehmung der Anliegen der Mitarbeiter, Vertretung der Interessen der Behörde, all das sind Führungsaufgaben.

    Das KFS ist seit langem eingeführt, aber es wird nicht so praktiziert, wie es gelehrt wird.

    Dieses sind nicht nur die Worte von mir, sondern von vielen in der Bundespolizei.

    Übe ich damit Kritik an dem Führungsstil der Bundespolizei? Ja, das erlaube ich mir.

    Das Kooperative Führungssystem ist angewandtes Recht. Nur die Pflicht der Wahrnehmung lässt manchmal einfach zu wünschen übrig.

    Die Ergebnisse der Beerlage Studie waren unbequem, die Ergebnisse dieser Studie werden es ebenso sein.

    Aber beide Ergebnisse spiegeln einfach nur die Wahrheit wieder. Die Realität der Bundespolizei.

    Und ich bin stolz auf meine Firma. Ja, ich gehöre sogar zu denen, die die Bundespolizei seinen Kindern empfiehlt

    Weil ich die Motivation und den Willen nicht verloren habe, etwas zu ändern und zu bewegen.

    Nun aber bitte ich diese Ergebnisse ernst zu nehmen. Und es als Chance zu begreifen und den vielen Beschäftigten der Bundespolizei eine gute Zukunftsperspektive zu geben.

    Die Gewerkschaft der Polizei hat eine Grundstock dafür in den Boden gerammt. Damit ist auch das Anspruchsdenken der Beschäftigten an die GdP gewachsen.

    Was bleibt zu tun?

    Erfindet nicht das Rad völlig neu.

    Die Entwicklung von Arbeitszeitmodellen, die Einstellung von Polizeivollzugsbeamten, eine angemessene Alimentation ALLER Beschäftigten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, all das wird Geld kosten.

    Das wird es nicht umsonst geben.

    Mir ist bewusst, dass jede Zeile hier von der Hausleitung des BPOLP ausgewertet wird.

    Insofern: Lieber Herr Minister, lieber Herr Präsident, gehen Sie dem Vorbild des Herrn Schily nach. Als Vorbild verstehe ich hier die Einforderung von finanziellen Mitteln für die Bundespolizei.

    Es kann nicht sein, dass die Bundespolizei Einsparungen vornehmen muss, die zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger gehen.

    Jeder Bürger hat das Recht auf einen motivierten Beschäftigten der Bundespolizei.

    Setzen Sie sich in der Regierung durch. Die Beschäftigten der BPOL werden es Ihnen danken, dessen bin ich mir sicher.

    Sie haben schon ein richtiges Zeichen gegen die Fusion BPOL und BKA gesetzt.

    Ihnen traue ich auch zu, diese Studie und damit die Beschäftigten Ernst zu nehmen. Und aus dieser Ernsthaftigkeit kann nur entstehen, dass sich für uns etwas ändert.

    Lippenbekenntnisse und Absichtserklärungen gehören nicht zu dieser Zielsetzung. Und reden Sie bitte nicht die erhobenen Zahlen klein. Suchen Sie sich nicht andere Statistiken. Sie haben doch die Rückäußerung Ihrer Mitarbeiter und die kennen die Strukturen der Bundespolizei sehr gut.

    Andere Statistiken sind da vermutlich gar nicht anwendbar und schmälern das Gefühl, dass die Studie ernst genommen wird. Und wenn die Studie schon nicht ernst genommen wird, dann auch nicht die Beschäftigten, deren Meinungsbild doch gerade diese widerspiegelt.

    Und noch eine letzte Anmerkung.

    Das ganzheitliche Gesundheitsmanagement – richtig und ernsthaft praktiziert – ist einer der Wege. In diesem Management sind viele Bereiche integriert. Aber wer in der Bundespolizei hat dieses umgesetzt?

    Unverständlich bei einer Krankheitsrate von 10 – 15 %. Hatte ich begonnen mit dem Führungsproblem. Dann möchte ich diese Aussage noch damit untermauern, dass es sich bei dem BGM um ein Personalentwicklungskonzept handelt und nicht nur um den Kampf der Reduzierung der Krankenzahlen.

    Alle anderen Wege wurden hier auch schon beschrieben. Es wäre sinnvoll auch diese nicht nur zu nennen, sondern auch mal zu gehen.

    Aber so hohe Werte wie Gemeinsamkeit, Kollegialität, Beständigkeit, Verlässlichkeit, Vertrauen, konstruktive Kritik, Wertschätzung, Förderung — das sind Werte, die wir wiederfinden müssen.

    Das wird schwer. Die gibt es weder umsonst noch zu kaufen. Das sind Werte eines jeden Einzelnen. Und diese dürfen nicht nochmal enttäuscht werden.

    Dazu gab es schon viele Anläufe und gerade diese Enttäuschung derer, die mit Veränderungen gerechnet hatten, aber nicht bekommen haben, ist dann einfach zu groß.

    Somit bitte ich alle um Behutsamkeit beim Umgang mit dieser Studie. Es darf nicht der Eindruck entstehen, es würde nichts passieren. Es muss sich was ändern. Spürbar ändern.

    Für die Beschäftigten, für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und für diese Bundespolizei.

    Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Meine ist noch nicht gestorben. Nimmt die Beschäftigten mit auf diese neue Reise. Sie haben es sich verdient.

  32. Selbst wenn die oberste Heeresleitung jetzt handeln möchte, kann sie es nicht, weil kein Geld da ist. Das brauchen wir ja, um weiterhin das zügellose Lodderleben unserer mediteranen europäischen Nachbarn durch Bürgschaften zu finanzieren…….. Und Reserven braucht man auch, wenn dann doch noch mal nebenbei eine Großbank gerettet werden muss. Da bleibt für so einen kümmerlichen Haufen unzufriedener Cops nix mehr über.

    Ich denke, dass sich besten Falls Dinge ändern werden, die kostenneutral zu bewegen sind. Aber selbst da habe ich meine erheblich Zweifel dran.

    Wie ein berühmter Bundeskanzler einst sagte.

    „Mein guter Mann. Sie müssen nicht aussitzen, sie müssen intelligent aussitzen“

  33. Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 8.April 2011

    „Wie soll auch, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die quantitave Belastung abgebaut werden, wenn sich alles und jeder vornehmlich dem Spardiktat unterwirft? (Wie Jörg Radek letztens treffend anmerkte, wird Führung in der Polizei seit gut 20 Jahren mit wirtschaftlicher Betriebsführung verwechselt…)“

    Ja das ist wohl erst mal das grundlegende Problem, ich frage mich auch immer wer da so über wen den ganzen Schrott nach ausgiebigen Erprobungs- Phasen kauft.

    Zu teuer, zu unbrauchbar ohne Nachhaltigkeit, mit Fortschritt hat das nichts mehr zu tun und auch wenn ich ein marodes Haus Farblich neu gestalte bleibt die Grundsubstanz marode und gammelt weiter.

    Eine Betriebsführung bei einer Behörde kann nicht wirtschaftlich funktionieren es gibt hierfür keinen Markt und auch kein Messbares Produkt, auch wenn sich das so manche immer und immer Wiederholen, eine Lüge wird dadurch auch nicht zur Wahrheit.Ich finde einzig und allein die Zufriedenheit und Sicherheit unserer Bevölkerung ist für uns ausschlaggebend.hierzu würde eine Befragung so alle zwei bis drei Jahre reichen und man könnte dann sehr schön sehen was die Menschen in unserem Land so von unserer Arbeit halten und wo wir unsere schwer punkte setzen sollten. dieses würde die Künstlich geschaffene Kennzahlenwelt, die mit Bürgernähe und unseren eigentlichen Auftrag nichts zu tun hat gut ersetzen.

    Aber wir wissen ja, das es gern nach dem Prinzip: „Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht“ geht.

  34. Für das vernichtende Ergebnis dieser Studie gibt es Verantwortliche: Das Innenministerium und die Spitzenbeamten im Präsidium. Konsequenzen: Fehlanzeige.

  35. „Frust ohne Ende: Bundespolizisten sind keine Sklaven!“

    So lautete die Überschrift eines Artikel in einer westdeutschen Tageszeitung.
    Damit wurde der Nagel auf den Kopf getroffen.
    Die Studie zeigt, wie erwartet, den wahren Zustand in der BPOL.
    Vergangenes Wochenende: Großdemo.Die PMA’s im Praktikum ohne Barrett, weil diese nicht zur pers. Ausstattung ausgegeben wurden. Der Präsident der BPOLD hatte sich angesagt und es brach wegen der fehlenden Kopfbedeckung „Panik“ aus. Schnell wurden die PMA’s versteckt bzw. die fehlenden Barretts von anderen Kollegen ausgeliehen.
    Schöne heile Welt…..

  36. Sorry, muss mal wieder etwas stänkern:
    Wieso haben eigentlich nur 4700 Kollegen an der Befragung teilgenommen? Das heißt, dass nicht mal die Hälfte der GdP-Mitglieder mitgemacht haben!
    Das geht bei allem hier ein wenig unter.
    Wenn diese Zahl stimmt, dann sollte sie doch auch mal genauer betrachtet werden; das kann es doch wirklich nicht sein…
    Bei allem Verständnis für den vorhandenen Frust: aber wenn gerade mal etwas mehr als ein Zehntel der Beschäftigten der Bundespolizei die Möglichkeit einer derartigen Befragung nutzen, dann sollte das die GdP-Leitung sehr nachdenklich stimmen.
    Entweder ist doch nicht alles so schlimm wie gesagt wird – oder es ist sogar noch viel schlimmer, weil die vielen Nichtteilnehmer schon das „Geschäft abgemeldet“ haben und weil sie selbst von der Gewerkschaft nicht mehr erreicht werden…

  37. Wie die Berufszufriedenheit weiter mit Füßen getreten wird zeigt doch gerade jetzt die Direktion Berlin, welche bei minimalem Personal in den Bahninspektionen einen vollflexiblen Dienstplan mit Hilfe der Personalvertretung durchsetzen will. Da die Inspektionen schon minimal und weit unter Soll (ca. 40 Prozent!!!) besetzt sind, bedeutet dieses nur, mehr Arbeit, häufiger zum Dienst, Verschlechterung der Familienfreundlichkeit und weiter Steigerung der Krankenrate.
    Hier soll etwas durchgesetzt werden, was bei der Landespolizei Brandenburg durch die Führung schöngeredet und gerechnet wird, nur mit viel weniger Personal.

  38. vollflexibler DP – ich lach mich tot. Das geht nur in BPOLIén die im Personal schwimmen, aber nicht im eigenen sondern bedingt durch die ZwangsAOs. Wie z.B. der Flgh. Schönefeld.
    Sollten die AOs mal wegfallen – will ich ja mal sehen wie flexibel die Schönefelder noch zum Dienst schlendern können, Frühschicht um 05:40 ? ohhh nö ich fange um 7 oder um 8 oder um 9 an. Sind ja noch 30/40 andere da!
    Dann heißt es wieder gem. Dienstplan F,S,N und zwar zu einer Zeit.
    Vollflexibel in einer Flächeninspektion? Bei einer IST-Revierstärke von 40 %, d.h. vom Soll 4-5 Beamte, sind 2 da und 4-5 GUK, äh sorry BUK die nicht wissen was sie machen sollen. Auf den Flex-DPlan bin ich ja mal gespannt.
    Vollflexibel auf einem „Großstadtbahnhof“ wie Cottbus. IST Stärke – 2-Beamte – weil die anderen u.a. auf Zwangs AO in Berlin sind
    Und jetzt der Hammer – der Bahnhof Cottbus wird verstärkt durch das oben erwähnte Revier. Das heißt die Beamten laufen dann im Bahnhof Streife und das Heimat-Revier ist verwaist bzw. spielen dort die übrig gebliebenen BUK – Mensch-Langweile-Dich-Nicht.
    Ja – eigentlich sind wir doch schon flexibel?!

  39. Das Ergebnis der Studie überrascht nicht. Jeder, der zehn oder mehr Dienstjahre beim BGS/der Bundespolizei hinter sich gebracht und gelegentlich seine eigene berufliche Situation reflektiert hat, dem wird klar, dass man im mittl.Dienst nur als Erfüllungsgehilfe (miss-) gebraucht wird. Zuerst werden immer die Beamten des Innendienstes und Zugfhr/Stellvertr. befördert, also i.d.R. alle Beamten, welche eine gerantierte 5-Tage Woche und 4 freie
    Wochenenden im Monat genießen konnten.Das Fußvolk war entweder zu den unterschiedlichsten „Bedarfträgern“ abgeordnet, die restlichen in der Abteilung verbliebenen
    PVB der Züge wurden zu einem Zug zusammengefasst und dem
    jüngsten Zugfhr u./o. Auzubi Zugfhr. anvertraut,
    damit die Gutsherren und Gefolge ihre Freizeit auskosten konnten.Es war und ist einfacher, vom PK zum
    PHK befördert zu werden, als vom PM zum POM (Jahr 2004),
    jetzt vom POM zum PHM.
    Dieses war und ist absehbar. Wie modernes Personalmanagement in seinen Grundzügen auszusehen hat,
    war bereits unter Schily im sog. Leidbild formuliert und war angeblich „verbindlich“ eingeführt.
    Doch wenn Gutsherren nicht mit ihren Mitarbeitern
    kooperieren wollen, wie es nunmal ihre Art ist,
    zeigen sich die Folgen in massiven Ausmaß erst Jahre später, d.h. wenn eine Demotivation und Unlust sehr weit
    verbreitet ist.
    Der Politik kann man den schwarzen Peter nur zu einem
    geringen Teil anlasten, dafür ist die Bundespolizei zu unbedeutend und Interna können den einzelnen Politikern
    nur von den höchsten Vertretern der Behörde zur Kenntnis gebracht werden. Diese werden sich aber hüten,
    Missstände in der von ihnen selbst geführten Behörde
    aufzuzeigen.Hier beißt sich die Katze selbst in den Schwanz.
    Es ist bezeichnend, aber auch nicht unbedingt auf die
    BPOL beschränkt, dass sich in Kommissionen immer die Leute zusammenfinden, welche z.B.über Reformkonzepte
    oder auch z.B. Bekleidungbeschaffung befinden,
    welche von der eigentlichen Basisarbeit keine Ahnung haben und auch nie Kontakt zur Basis gesucht haben,
    reine Schreibtischtäter in herausgehobener Funktion.
    Weltfremde Planwirtschaft geht am Bedarf vorbei, wie zu DDR-Zeiten. Die DDR ist auch untergegangen….., aber es hat sehr sehr lange gedauert.
    Das Aufrütteln durch die GDP mit Hilfe der Studie
    ist lobenswert und zu begrüßen, leider fehlt mit der
    Glaube an durchgreifendem Erfolg.Dafür bin ich schon
    zu lange dabei.

  40. Sorry, muss mal wieder etwas stänkern:
    Wieso haben eigentlich nur 4700 Kollegen an der Befragung teilgenommen? Das heißt, dass nicht mal die Hälfte der GdP-Mitglieder mitgemacht haben!
    Das geht bei allem hier ein wenig unter.

    Eintrag von Jürgen P. Rubeck am 11.April 2011

    ————-

    Darüber habe ich mich auch geärgert.
    15.000 GdP Mitglieder haben es nicht geschafft sich mal 15 Minuten zum Ausfüllen zu nehmen.

    Aber hinterher beschweren, dass sich nix tut.

    Verstehe da die Nichtausfüller.

    Chance vertan!!!!!!!!!!!

  41. @ Jürgen P. Rubeck

    genau das hatte ich auch gepostet, wurde aber leider rausgenommen!???
    Ich bin genau wie du enttäuscht über diese Zahl. Ich hatte auch geschrieben, dass ich hoffe, dass uns das nicht von der anderen Seite vorgeworfen wird:
    So nach dem Motto: Alles gar nicht so schlimm. Von fast 20.000 Mitgliedern äußern sich gerade einmal knapp 4700.
    Der Rest scheint dann wohl offensichtlich zufrieden zu sein….. Kopfschüttel!

    Hier hatte man wirklich die Möglichkeit FLAGGE zu zeigen, leider wurde von vielen diese Möglichkeit vertan, schade.

    Aber auch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich trotzdem etwas bewegen wird.

  42. Die erste Reaktion unseres Präsidenten klingt einmal mehr wie die übliche Pauschalerklärung.

    Herr Präsident nutzen Sie doch diese Chance, sich endlich einmal ein Bild von Ihrer/Unserer Bundespolizei zu machen.

    Gehen Sie dorthin wo das wahre Leben tobt. Schauen Sie der KSBin/KSB bei der Arbeit zu. Sprechen Sie mit uns, und nicht mit Ihren Führungsstäben. Dort wird nur die heile Welt vorgegaukelt. Oder es wurde der Maulkorb bei den handverlesenen Gesprächspartnern übergestülpt.

    Reden sie nicht mit den selbsternannten „Managern“, die allesamt der „Kennzahlomanie“ erlegen sind. Abgekupfert aus der freien Wirtschaft, aber ohne eine Ahnung davon oder auch von unserer Firma zu haben.

    Betrachten Sie den kleinen Beamten, der auch mal dem Bürger hilft, mit Rat und Tat, der einem Behinderten eine Treppe nach oben hilft. Der einen Kinderwagen in einen Zug hebt. Und dafür Hohn und Spott erntet, weil es keine Kennzahl dafür gibt, und schon gar keinen Strich in der Statistik.

    Begleiten Sie mit ihrer Beamten mal eine Horde besoffener, marodierender Fussballfans
    und wundern Sie sich nicht, wenn nach der langen Anstrengung, dem Stress usw. dann nach Rückkehr noch jemand nachfragt, wie es den mit OWIG_Anzeigen wegen Verstoß gegen das Nichtraucherschutzgestz aussieht.

    Herr Präsident, es gibt viele Brennpunkte und viele Stellen an denen es brennt. Sie brauchen sich nur umzusehen.

    Herzlichst

    Schutzmann

  43. Na unser lieber Herr Seeger nimmt die Studie doch ernst! Und wie, nach bewährter Art ..“Ich werde weiter dafür sorgen, dass die Bundespolizei, vor allem im Interesse unserer Mitarbeiter, leistungsfähig bleibt.“ Denk euch euren Teil dazu.. Vor allem das „weiterhin“ lässt doch tief blicken und macht mir persönlich wieder ein bisschen mehr Angst ;o) Vor allem das auch Positives auffällt lässt mich doch etwas verwundert schauen. Liebe GdP, liebe Kollegen, jetzt nicht ausbremsen oder beschwichtigen lassen. Das Eisen gehört geschmiedet solange es heiß ist!!! . Denn wer nicht will, der hat schon..Ansonsten allen noch einen schönen Tag. …..Und bleibt wenigstens miteinander Kollegial! Dann macht die Arbeit auch ab und an Spaß :)

  44. Es wurde sich offensichtlich viel Mühe mit der Ausarbeitung des Fragekataloges gegeben. GUT SO !!!
    Ich habe mir viel Zeit genommen und diese Fragen gewissenhaft beantwortet.
    Nun ist es an der Zeit, dass die Führungsetage sich auch die Zeit nimmt und Mühe gibt,offensichtlich vorhandene Probleme gewissenhaft zu beseitigen.
    Ich habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben !!!

    Melde mich in 4 Wochen mal wieder um zu den gefundenen Problemlösungen Stellung zu nehmen !

  45. @von Hesse

    Besser du meldest dich in 4 Jahren mal wieder.

  46. „@von Hesse

    Besser du meldest dich in 4 Jahren mal wieder.

    Eintrag von ROS am 14.April 2011“

    …..vieleicht etwas kurz gefasst der Zeitraum.So „schnell“ ist man nicht in unserer Organisation (außer, wenn es ums reformieren geht)!

    ——————————————————————————–

  47. Ihr glaubt doch nicht im Ernst das sich etwas ändert. Der erste Schritte wäre die 39 Std. Woche. Mehr Freizeit das ist das einzige was Krankenstand und Unzufriedenheit positiv beeinflussen kann.
    Nicht immer mehr mit immer weniger Personal.

  48. In Politik und Wirtschaft wäre es für den Verantwortlichen nun an der Zeit, seinen Rücktritt einzureichen.