Signale der Belastung in der Bundespolizei ernst nehmen


Hilden. Erstmalig ist am kommenden Wochenende der Sonntag im Profifussball spielfrei. Dies ist ein Entgegenkommen des Deutschen Fußball Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball – Liga (DFL) aufgrund der Einsatzbelastung der Bundespolizei, dies wird Seitens der GEWERKSCHAFT DER POLIZEI Bezirk Bundespolizei ausdrücklich begrüßt.
Jörg Radek (51), stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei – Bezirk Bundespolizei, betont jedoch: “Dies mag ein Schritt in die richtige Richtung sein, jedoch ist es nur ein kleiner Schritt für die wirksame Entlastung der Kolleginnen und Kollegen in der Bundespolizei“. Es mangelt nicht an Studien, Berichten und Befunden über Burn-out und Krankheitszeiten, stellt der Gewerkschafter fest. Radek weiter: „Die Anlässe dafür setzen andere. Die Signale der Burn-out – Quote von 25% Burn-out und 15% Krankheitsrate müssen ernster genommen“

Kommentar aus der Deutschen Polizei Zeitung Mai 2011, von Jörg Radek, stellv. Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei-Bezirk Bundespolizei

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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken

25 Kommentare
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  1. Es ist generell schon positiv, dass dieser Sonntag Profifußballfrei ist.
    Jedoch handelt es sich um den 1. Mai wo bekanntlich wieder sehr viele Beamte in Berlin-Kreuzberg und vielen anderen Städten eingesetzt sind.
    Auch finden am 1.Mai einige Neonazi-Demos statt wie z.B. in Heilbronn. Auch da werden wieder Beamte eingesetzt und müssen Extradienste und Überstunden leisten.

  2. so ein schmarrn….

    „Entgegenkommen des Deutschen Fußball Bundes-Sonntag im Profifussball spielfrei“

    es ist 1.Mai und der DFB hat angesicht des feiertages kein spieltag angesetzt!!!
    nicht wegen der überbelastung dder polizei….

    ist ja auch halb so schlimm für uns, arbeit bleibt trotzdem…berlin, dresden, heilbronn, münchen usw……
    allen eingesetzten pvb ein fussballfreies we

    tr

  3. Als ob sich der DFB einen Dreck drum schert ob es der Polizei und seinen PVB gut geht?
    Die sehen nur „Dollars“ und ziehen ihr Ding durch!

    Das nenne ich Rückgrat!!!

  4. ??????
    Dieses Wochenende ist spielfrei, weil allein in Berlin mehr als 6000 PVB für die 1.Mai-Krawalle zusammengezogen worden sind.

    Dieses Wochenende ist aus Sicht der Polizeibeamten zwar spielfrei, aber nicht dienstfrei.

    Mit Entgegenkommen, Wohlwollen, Entlastung usw. hat das nichts zu tun.

    Und das die GDP das offensichtlich nicht so sieht, entzieht sich nun völlig meinem Verständnis.

  5. …die Signale müssen ernster genommen werden… richtig!

    Dies wird aber in erster Linie nicht vom DFB erwartet (und schon garnicht geleistet) werden können, sondern dies ist die ureigenste Aufgabe unserer politischen und polizeilichen Führung! –
    Von der politischen Führung hört man bislang garnix, wenn man von ein paar warmen, nichtssagenden Worten bei der 60-Jahr-Feier absieht ;
    natürlich ist die BuPo nicht der Nabel der Welt, aber immerhin die größte Behörde im Geschäftsbereich unseres BMI, so dass auch aus dem Ministerium vielleicht mal eine Regung bezüglich der Klartext-Studie erwartet werden dürfte!

    Die polizeiliche Führung betreibt den langjährig bekannten Aktionismus, der momentan in rührend-hilflos beworbenen „Gesundheitstagen“ gipfelt. Teilweise sogar als „Joint Venture“ mit Sponsoring durch private Krankenklassen – Ja, Super, ey!

    Das erinnert dann ganz fatal an die „Gesundheitstage im Einkaufszentrum“ , welche ja auch bekanntlich vornehmlich Werbezwecken dienen. das ist bei uns ähnlich:
    Mit diesen Mätzchen meint man, von der wirklichen Problematik ablenken zu können: dass die Arbeitsbedingungen durch den Dienst rund um die Uhr ohnehin schon schwierig genug sind, auch ohne dass man sich seit Jahren darum bemüht, durch „Effizienzsteigerungen“ oder „intelligente Einsatzkonzepte“ oder „bedarfsorientierte Arbeitszeitmodelle“ immer mehr Aufgaben mit immer weniger Personal erledigen zu können.
    Dass man sich seitens der polizeilichen Führung nicht getraut, entsprechende (Spar-)Vorgaben der Politik energisch zurückzuweisen, sondern ganz im Gegenteil bemüht ist, die Vorgaben der Politik zu erfüllen, noch bevor diese sie überhaupt formuliert hat!

    Es ist mittlerweile eben nicht mehr damit getan, ein bestimmtes Müslirezept zu empfehlen, um das körperliche und seelische Wohlbefinden der Beschäftigten der Bundespolizei wieder herzustellen, sondern es ist ein ganz entschiedenes Umdenken hinsichtlich der zu verantwortenden Belastung der Kolleginnen und Kollegen gefragt!

    Hiervon sind wir allerdings offenbar noch meilenweit entfernt!

  6. Ich denke, wenn der DFB nicht bereit ist, freiwillig die Polizei an so einem Feiertag zu entlasten, und tatsächlich nur Dollars in den Augen hat, dann bleibt doch noch im Raum mal zu prüfen, ob rein rechtlich aus Sicht der Politik da nicht mal Spielverbote, Spiele vor leeren Rängen etc. möglich sind, um diese horrenden Belastungen der Polizei endlich mal entgegen zu kommen. Das kann doch so nicht weiter gehen, dass man von Einsatzort zu Einsatzort jumpt, nur um überall dabei gewesen, und am Ende am ende zu sein.

    Ich persönlich habe es satt, diesen Rasenmillionären und ihrem teils gewalttätigen Anhängern weiterhin meine Gesundheit hinterher zu tragen. Es muss endlich mal Schluss sein damit!

    Mein Freund

  7. …..bei der Bundespolizei wir gar nichts ernst genommen! Verantwortlichen interessieren weder die hohe Belastung, Burnout … noch für die hohen Krankheitsstände!
    Auch das Ergebnis von Klartext ist schon wieder vergessen geraten! Es bleibt alles beim Alten!
    Viel Rauch um nichts! Schade…

  8. Im WDR wurde gestern dank der GdP deutlich gemacht wie sich die Einsparungen bei den Polizeien bundesweit auswirken. 7 Bochumer Hundertschaften fahren heute nach Bremen u. abends im Anschluß nach Berlin. Gleichzeitig fehlen sie in NRW bei den unzähligen Veranstaltungen zum 1. Mai.
    Ähnlich dürfte es bei den wenigen BPOL-Abteilungen aussehen.
    Und ob das Fußballwochenende verschoben wird oder nicht, spielt meiner Meinung nach keine Rolle für den PVB auf der Straße. Im Ergebnis bleiben trotzdem keine Reserven und ein zusätzliches Wochenende ist im Eimer.

  9. Sehe ich genauso wie die Vorschreiber; der DFB schert sich überhaupt nicht um uns, ihm ist es egal.

    Mich kotzt es einfach nur an, dass Fussballspiele bis zu Sechstligisten runter von uns „betreut“ werden! Diese Sicherungsmassnahmen zumindest im Stadion gehören in private Hand und wir sammeln höchstens die Reste ein. Alternativ sollten die Veranstalter für die Einsätze zahlen und das nicht zu knapp. Persönlich finde ich nämlich, dass diese ganzen Einsätze bei Fussball nicht mit Steuergeldern finanziert werden sollen. Stadion ist Privat, dann auch bitte private Ordner.

    Wenn eben nur Gewalt herrscht, sollten die Lizenzen vom Staat gestrichen werden! Dann wird Fussball eben nur noch in der Glotze übertragen, nix mehr Life! :-)

  10. live—- natürlich :-)

  11. Ich persönlich glaube auch nicht an das Entgegenkommen des DFB usw.
    Vielmehr glaube ich, dass Rund um den 1.Mai, zuviele Einsatzkräfte gebunden sind um hier auch noch zusätzlich Fußballeinsätze zu fahren.
    Einsparungen betreffen in großer Zahl alle Polizeien in Deutschland. Wenn dann irgendwann einmal die Quittung dafür auf den Tisch liegt, sind die politisch verantwortlichen bereits nicht mehr im Amt.
    Überall nur noch Ignoranz durch die politischen Verantwortlichen gegenüber den Realitäten!
    Augen schließen, Ohren auf Durchzug, Aussitzen…

  12. Eintrag von Andreas Wiedner am 30.April 2011

    „Mich kotzt es einfach nur an, dass Fussballspiele bis zu Sechstligisten runter von uns “betreut” werden! Diese Sicherungsmassnahmen zumindest im Stadion gehören in private Hand und wir sammeln höchstens die Reste ein. Alternativ sollten die Veranstalter für die Einsätze zahlen und das nicht zu knapp. Persönlich finde ich nämlich, dass diese ganzen Einsätze bei Fussball nicht mit Steuergeldern finanziert werden sollen. Stadion ist Privat, dann auch bitte private Ordner.

    Wenn eben nur Gewalt herrscht, sollten die Lizenzen vom Staat gestrichen werden! Dann wird Fussball eben nur noch in der Glotze übertragen, nix mehr Life! :-)“

    Volle Zustimmung!!!

  13. Meine Erachtens hatte schon Platon im Jahre 300 v. Chr. eine ernüchternde Erkenntnis, als er sagte: „Zu viel Demokratie schadet dem Staat.“

  14. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    ich stimmen all jenen zu, die feststellen, dass der spielfreie allein Sonntag nicht ausreicht. Die Einsatzlagen von diesem Wochenenden in Berlin, Bremen, Hamburg, Halle, Heilbronn und das „Apfelblütenfest“ in Werder, um nur die Schwerpunkte genannt zu haben, zeigen das Ausmaß der Anforderungen für Kolleginnen und Kollegen auf.
    Wir fordern ein, das diese Belastungen innerhalb der Bundespolizei entgegengewirkt wird.
    Nur zur Kenntnis nehmen, wie hoch der Krankenstand ist reicht nicht aus. In der Folgen der Eregebnisse der KLARTEXT – Studie und Gesundheitsberichten müssen konkrekte Massnahhmen zur Entlastung getroffen werden.
    Jörg Radek

  15. „Im alten Rom verlangte das Volk „panem et circenses“, Brot und Spiele. Es bekam beide, und das nicht zu knapp. Heutzutage passiert Ähnliches, nur dass statt der aus den sogenannten Sandalenfilmen bekannten Wagenrennen jetzt Fußballspiele für alle und Geldspiele für Banker angesagt sind…Obendrein genügt statt der vielfachen römischen Feierorgien schon eine einzige Traumhochzeit in London, um ganze Völkerscharen rund um den Globus zu verzücken…“

    „Um wieder das Thema Brot und Spiele aufzugreifen: Die Politiker und Notenbanker in Europa wie auch in Amerika werden ihr Volk in den kommenden Jahren mit beiden bei Laune zu halten versuchen. Darin wird allerdings sehr viel Inflationspotenzial stecken. „Inflate or die“, inflationieren oder sterben, diese bekannte Floskel wird uns in Zukunft mehr und mehr begleiten. „

    http://www.rottmeyer.de/inflation-und-gold-brot-und-spiele/

    von Manfred Gburek

    So sehe ich es auch und darum wird sich auch nichts ändern !!!!

    Gruß
    Grenzer

  16. zu BKE PVB

    Schon mal darüber nachgedacht was Demokratie mit Freiheit zu tun hat?
    Schon mal darüber nachgedacht, ob es ein Forum wie dieses in einer autoritären Gesellschaftsform geben dürfte?
    Übrigens „ein bißchen Demokratie“ geht nicht und ein paar vermeintliche Nachteile muss man da schon in Kauf nehmen.
    Demokratie ist eben nicht einfach. Aber es lohnt sich uneingeschränkt dafür einzutreten.
    Ich wurde in eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft hineingeboren und ich möchte in keiner anderen Gesellschaftsform leben. Schon gar nicht in einer, in der die Exekutive den alleinigen Machtanspruch stellt.
    Es lebe der Rechtsstaat.

    edi

  17. Demokratie ist eine beschissene Staatsform.
    Es gibt aber auch keine bessere.

  18. @ edi!

    Plato postulierte „zu viel“ und nicht, wenn ich deine Worte richtig verstanden habe, „die Abschaffung“ der Demokratie.
    Das sind dann schon mal zwei Paar Stiefel. Was zu viel Demokratie bewirken kann und bewirkt, spüren wir tagtäglich am eingenen Leib. Um ein Beispiel zu nennen… nein, ich nenne keins. Jeder Leser weiß selbst ein Lebenssachverhalt zu erzählen.

    Soviel dazu.

    Was deinem Rechtsstaat angeht, was übrigens auch meins und unser ist, sollten wir das System ein wenig der sich entwickelnden Gesellschaft anpassen. Im Versicherungswesen gibt es eine schöne Beschreibung dafür… „dynamische Anpassung“… genau diese hat unsere Legislative verschlafen und die Executive hat das Leid!

  19. Hallo Trauma,

    das hat schon Churchill gesagt ;)

  20. @ BKE PVB

    Fürchte nur, dass wir gerade eben „dynamisch angepasst“ werden und zwar an ein System, wo wir uns gut überlegen sollten, ob wir es haben wollen.
    Gerade in jüngster Zeit häufen sich Entscheidungen, bei denen das Parlament nur noch abstimmen darf, was die Exekutive vorgibt.
    Die Gewaltenteilung als existenzieller Bestandteil einer Demokratie wird zumindest geschwächt.
    Du möchtest Die Demoktatie an eine sich wandelnde Gesellschaft anpassen. Ich sehe hier die Gefahr, das man die Werte unserer Demokratie und damit auch unseres Grundgesetzes zu sehr dem Zeitgeist unterwerfen würde.
    Die Gesellschaft kann und soll sich auch entwickeln und verändern, aber ohne dass man dabei an den Grundpfeilern rüttelt. Denn dann -so bin ich überzeugt- wäre die Folge keine Anpassung an einen natürlichen Wandel sondern ein Zusammenbruch.
    Traditionen und Werte sind nicht die Asche, die man zurücklassen sollte, sondern das Feuer, das weitergetragen werden muss.

  21. Die Demokratie muss sich dem Zeitgeist in der Form anpassen, dass ein von den demokratischen Grundwerten wegdriftender Zeitgeist nicht zur Gefahr wird.

    Starre Unbeweglichkeit ist immer ein Rückschritt.

  22. Hallo Thorsten,
    da bin ich ganz deiner Meineung.
    Eine Demokratie die sich an Ihren Grundwerten orientiert muß nicht – ja darf nicht –

    ediunbeweglich sein, zeichnet sie sich doch gerade durch die Freiheit in der Disskussion, freie Meinungsäußerung, Offenheit und vor allem Toleranz aus.
    Als Zeitgeist versehe ich aber (muß ja nicht immer schlecht sein) temporäre Erscheinungsformen, die sich meistens schnell ändern oder ganz erledigen.

  23. Die Toleranz würde ich mal nicht ganz nach vorn schieben. Wir übertreiben es mit dieser Begrifflichkeit hier in Deutschland ziemlich heftig.

    Ganz nach vorn würde ich Werte, wie
    -Grenzen und Regeln
    -eigene christlich-jüdische Werte
    -eigene Sprache und Kultur usw usw

    schieben.

    Und wer das dann toleriert, kann auch von uns Toleranz erwarten.

  24. „Überprüfung des Personalbedarfs an Flug- und Seehäfen sowie an der Binnengrenze und im bahnpolizeilichen Aufgabenbereich“ (Startseite BPOLP)

    „Versetzungssperre.(…)
    Dies hat zur Folge, dass Bewerbungen aus familiären Gründen oder zu Verwendungen wie BFHu etc. außer in den genannten Ausnahmefällen abschlägig beschieden werden. Diese für viele sicher harte Linie ist der einzige Weg, die Aufgabenerfüllung in der Direktion zu sichern.“
    (Startseite BPOLD S)

    Und natürlich die laufende und sich zunehmend verschärfende Einsparproblematik.

    Es lohnt sich tatsächlich, geduldig auf die weiteren Reaktionen des Mutterhauses bzgl. der Ergebnisse Klartext zu warten, so wie es ja nun getan wird, immerhin erhalten wir Stück für Stück und Woche für Woche weitere neue Beispiele und Belege, dass die…wie heißt der Beitrag hier doch gleich… dass die Signale der Belastung ernst genommen werden.

    Prost

  25. Mal ne ganz ernste Frage:
    Aufgrund der aktuellen Studie, die ja bewies, dass etliche Polizeivollzugsbeamte an einem oder kurz davir sind, ein Burn Out-Syndrom zu erleiden, stellt sich mir persönlich die Frage, wie die Sparmaßnahmen durch Landes- und Bundesministerien bezgl. der Nichteinstellung neuer Beamter oder Streichung von Stellen mit dem Erhalt der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Zeitalter der aktuell gegenwärtigen Bedrohung durch Terroristen gewährleistet werden kann.
    Sollen alle vom Burn Out-Syndrom Betroffenen und in Behandlung Befindenen schnellstmöglich ohne abgeschlossene Heilung wieder in den aktiven Dienst zurückkehren, um das Sicherheitsgefühl der bundesdeutschen Bevölkerung aufrecht zu erhalten???