Umzug geplatzt! Bundespolizei bleibt in miesen Räumen

MÜNSTER Der Umzug der Bundespolizei in Münster ist geplatzt. Der Plan, die in verschiedenen Gebäuden verteilten rund 300 Mitarbeiter in neuen Räumen an einem Standort zu konzentrieren, wurde verworfen. Der Grund: Die Einsparungen im Bundeshaushalt ließen keine Anmietung neuer Räume zu, so ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. (Quelle: Münsterische Zeitung, Ralf Heimann)

Gewerkschafter Jürgen Gerdes ist sauer über den geplatzten Umzug. (Foto: Ralf Heimann)

Gewerkschafter Jürgen Gerdes ist sauer über den geplatzten Umzug. (Foto: Ralf Heimann)

Wenn Jürgen Gerdes von der Gewerkschaft der Polizei die Frage beantworten soll, woran es denn fehle bei der Bundespolizei in Münster, sagt er: „Fangen wir bei der Wache im Bahnhof an.“ Dann holt er eine handgeschriebene Liste hervor und beginnt zu lesen.

„Die Wache ist in einem ehemaligen Radschuppen. Das Wasser kommt aus der Wand. Der Keller ist voller Ungeziefer.“ Zwölf Kollegen seien dort 24 Stunden im Dienst. 365 Tage im Jahr. Auf 114 Quadratmetern. Was Gerdes über den Hauptsitz in einem Hinterhof an der Schaumburgstraße zu sagen hat, klingt nicht unbedingt besser. „Die Fliesen fallen von den Wänden. Die Frauen müssen in die Männerumkleide. 50 bis 60 Mitarbeiter teilen sich drei veraltete Duschen.“ Im Grunde fehle es an allem, sagt er.

Misere sollte enden

Die Misere sollte in diesem Jahr enden. Die Bundespolizei plante ihren Umzug. Ein Gebäude war schon gefunden, die ehemalige Bundesbahndirektion am Hauptbahnhof. Die 300 Mitarbeiter hätten dort auf zwei Etagen genügend Platz gehabt.

Dann kam der 6. Mai. Dr. Michael Frehse, Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums, besuchte die Baracke in der Schaumburgstraße. Und als ein Mitarbeiter fragte, was denn mit dem Umzug sei, habe er geantwortet, der sei vom Tisch, weil nicht bezahlbar, erinnert sich Gerdes.
Eine Sprecherin der Bundespolizei-Direktion St. Augustin kann sich nicht vorstellen, dass Frehse das gesagt hat. Ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam beantwortet zwar nicht die Frage, was Frehse gesagt habe, aber er schickt eine Stellungnahme, in der es heißt: „Aufgrund der aktuellen Haushaltseinsparungen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Anmietung eines neuen Dienstgebäudes für die Bundespolizeiinspektion Münster erfolgen.“

Auch Geld für Benzin fehlt

Im Büro von Jürgen Gerdes hängt an der Wand neben einer Kinderzeichnung ein Infoblatt mit der gefetteten Frage: „Ist die Bundespolizei pleite?“ Und wenn man ihm eine Weile zuhört, klingt die Frage gar nicht so abwegig. Schon im April sei absehbar gewesen, dass das Geld für Benzin nicht bis zum Jahresende reichen werde. Es gebe jetzt Kilometerbeschränkungen. Und was, wenn die Bundespolizei zum Einsatz muss, obwohl kein Geld mehr da ist? Gerdes zuckt mit den Schultern.

Die Bundespolizei spüre, dass die Bundesregierung für die Verluste in der Finanzkrise aufkomme und Milliarden für die Griechenland-Rettung hingeblättert habe. „Wir sind die, die es jetzt trifft“, sagt er. Weil die Regierung spare, müsse die Behörde kurzfristig auf 35 Millionen Euro verzichten. Drei Millionen für jede Bundespolizei-Direktion. Drei
Millionen, die den Umzug verhindern.

Aurelis-Pläne durchkreuzt

Die Eigentümerin des alten Bundesbahn-Gebäudes, die Immobiliengesellschaft Aurelis, hofft weiter, dass die Bundespolizei es sich noch anders überlegt. Bis Juni werde man warten, sagt Sprecher Dirk Dratsdrummer. Aber vermutlich wird man die Tür noch länger offen halten. Einen verlässlicheren Mieter als eine Bundesbehörde gibt es kaum.

Aurelis wollte elf Millionen in das Gebäude investieren. Mit der Absage wird das nicht mehr möglich sein. Aber es bleibe bei einer Investition von mehreren Millionen, sagt Dratsdrummer. Noch in diesem Monat will die Gesellschaft die Pläne vorstellen.

Brief an Polenz

Jürgen Gerdes hat am Freitag einen Brief an den CDU-Politiker Ruprecht Polenz geschrieben, der sich schon oft für die Bundespolizei eingesetzt hat. In dem Brief zitiert Gerdes Angela Merkel, die bei ihrer Rede zum 60-jährigen Bestehen der Bundespolizei gesagt hat, eine gute Ausrüstung sei die Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit. „Diese Lippenbekenntnisse – das ärgert mich am meisten“, sagt Gerdes.

Polenz hat noch nicht geantwortet, aber Gerdes rechnet damit, dass er es tun wird. Polenz war schon mehrmals in der Schaumburgstraße. Bei seinem letzten Besuch hat man ihm gesagt, beim nächsten werde man ihn in einem neuen Gebäude begrüßen. Wenn man das halten will, kann Ruprecht Polenz vorerst nicht mehr zu Besuch kommen.

Westfälische Nachrichten

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30 Kommentare
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  1. Da hilft nur eines. Bericht und Fotos an die Presse.
    Dadurch wird Druck aufgebaut.
    Es muss sich nur jemand finden, der seinen Kopf dafür hinhält (und das ist das Problem).
    Ich kann den Kolleginnen und Kollegen in Münster nur Mut zu diesem Schritt zu sprechenm Traut Euch.

  2. „Die Eigentümerin des alten Bundesbahn-Gebäudes, die Immobiliengesellschaft Aurelis, hofft weiter, dass die Bundespolizei es sich noch anders überlegt. Bis Juni werde man warten, sagt Sprecher Dirk Dratsdrummer. Aber vermutlich wird man die Tür noch länger offen halten. Einen verlässlicheren Mieter als eine Bundesbehörde gibt es kaum.“

    Ja, leider sagte der VP Frehse auch bei seinem Besuch, dass das BPOLP das Bundesgebiet neu „kategorisiert“ (siehe Personalbedarfserhebung, orientiert an GRENZE, FLUGHÄFEN und AUSLAND) und…“wir werden dann sehen, wo MS steht“, so die Worte des VP.

    bis Juni oder auch zum Jahresende wird die Personalbedarfserhebung wohl nicht abgeschlossen sein, oder ????

    Der Ausverkauf der FLÄCHE hat begonnen….

  3. Hallo Jürgen,

    bei dieser Entscheidung merkt man wieder, dass die hohen Herren gerne durch unsere Republik fahren oder fliegen, obwohl die Kollegen vor Ort Sprit sparen müssen und zum Teil in mehr als schlechten Dienträumen untergebracht sind.
    Es ist einfach eine Schande wie mit denen umgegangen wird, ohne die der ganze Laden zusammenbrechen würde!
    Falls jemals eine Bindung zu den Mitarbeitern vor Ort bestanden hat, ist diese in den letzten 3 Jahren total abhanden gekommen.

    Wünsche Euch trotzdem viel Erfolg bei Eurem weiteren Vorgehen!

    Gruß

    Udo Windl

  4. Hallo,

    ich habe mittlerweile ein erhebliches Problem, meiner Treuepflicht nachzukommen – noch gelingt es mir…. Wenn ich sehe, wie freigiebig mein Arbeitgeber mit Milliarden für die Euro-Schuldenstaaten um sich wirft, gleichzeitig aber bei uns eine Kürzung nach der anderen vornimmt, dann bin ich nur noch fassungslos!

    Da passt einfach einiges nicht mehr zusammen, ist unerklärbar! Griechenland – um nur einen Staat zu nennen – hat sich vorsätzlich mit falschen Zahlen in den Euroraum geschlichen. Trotzdem zahlen wir denen Unsummen. Dto. weitere Staaten. Es ist einfach nur noch ungerecht. Ist es ein Wunder wenn es Beamte gibt, die im Krankenstand joben, um über die Runden zu kommen?

  5. Hauptsache wir bauen in Afghanistan ein Ausbildungszentrum für Millionen ….

    … ohne Worte !!!

  6. @ gilliom4

    Zitat: „Der Ausverkauf der FLÄCHE hat begonnen….“

    Stimmt! Mit der Einteilung in Kategorien hat es eine STRUKTURveränderung gegeben, die ganz langsam läuft. Wir ziehen uns von den Binnengrenzen zurück.

    Der Westen hat bereits zu wenig Personal, der Osten wird ganz heftig „ausbluten“.

    Nur die Bepo ist zu 100 % voll und kann fremde Aufgaben wahrnehmen (Unterstützugn Lapo und so…)

  7. Die Beschreibung der Zustände zeigt, wie hoch die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern ist. Jeden Schweinestall in einem Mastbetrieb hätte man aus Tierschutzgründen schon geschlossen, wenn dort solche Zustände herrschen würden.

  8. Sehr geehrter Herr Jürgen Gerdes,
    da würde ich doch mal offiziell nachfragen, warum in Berlin es zwei Reviere (HBF und Friedrichstraße) ca. 3 km von einander entfernt (eine S-Bahnstation) gibt, wo jetzt für ein Revier bei einem privaten Vermieter neue, sehr teure Räume angemietet werden, die auch noch umgebaut werden. Beide Reviere gehören zu einer Inspektion. Hier währe eine Schließung und Zentralisierung auf ein Revier sehr wohl möglich und so könnte das Geld in Münster verwendet werden. Aber Münster ist eben nicht Berlin. Schade für Euch.

  9. Es sieht ganz so aus als ob der Ausverkauf des Einzeldienstes begonnen hat. Mir ist nur noch nicht ganz klar welcher Aufgabenbereich fallen wird.

  10. Liebe Kollegen,
    als Einheitsführer einer BePo-Einheit kenne ich die mehr als bescheidenen Arbeitsbedingungen vieler Mitarbeiter der Bundespolizei in ihren Dienststellen in der Fläche. Die Zustände, wie o.a. beschrieben sind nicht nur katastrophal sondern schlichtweg menschenunwürdig. Dem von der Politik auferlegten Sparzwang wird alles, was unsere Arbeit noch einigermaßen erträglich erscheinen lässt, geopfert. Nach unserer Aufgabenwahrnehmung, der Qualität der Arbeit und der Berufszufriedenheit wird, wenn überhaupt, nur noch vordergründig geschaut. Wo die vielen Steuermilliarden versenkt werden erfahren wir täglich aus den Medien. Besonders erdrückend wirkt auf mich der Umstand, bei Unterstützungseinsätzen teilweise vor „verschlossenen Türen“ bei den Kollegen vom Einzeldienst zu stehen. Ein kleiner Hinweis „vorübergehend geschlossen mit einer Telefonhotline“ ist dann alles. Ich kenne die Hintergründe dafür, aber welchen Eindruck haben unsere Bürger? Im geheimen werden wohl schon die Messer gewetzt. Ich denke, dass 2012 die Katze aus dem Sack gelassen wird und wieder einmal durch strategische Planer mit dem großen Durchblick, mit Synergieeffekten begründet, Dienststellen in der Fläche zusammen gelegt, Dienstorte der MKÜèn neu definiert und auch unsere Abteilungen ggf. Federn lassen müssen. Für uns Insider in den Dienststellen und bei der BePo eine schmerzliche Entwicklung. Besonders belastend ist die Tatsache, dass wir alle am großen Tropf hängen, der Hahn zugedreht wird und keiner irgendeine Möglichkeit hat etwas dagegen zu unternehmen. Unsere Arbeit gut und auch zufrieden zu erledigen wird immer schwerer.Dafür werden wir immer mehr mit Berichtsfertigungen, Pseudobeteiligungen usw. zugeballert.
    Eine kleine Anmerkung noch an den Eintrag von REAL. Bitte informiere Dich mal genau, nicht über irgendwelche Zahlenwerke, wie es um unsere BePo aussieht. Deine 100% Auffüllung sind Märchen von 1000 und einer Nacht.An zahlreichen Wochenenden gelingt es uns nicht mehr alle eigenen Bedarfsträger zu unterstützen. Die tatsächliche Aufgabenwahrnehmung bei der Unterstützung der Landespolizei ist verschwindend gering, wobei aber Einsätze wie 13.02. in Dresden, 1. Mai, 3. Oktober bei den Ländern erforderlich sind, da auch die Landespolizeien an diesen Tagen komplett ausgelutscht sind. In Zahlen bei ca. 310 Hundertschaftseinsätzen in 10 Jahren wurden gerade mal ca. 50 Einsätze für die Länder geleistet. Die 260 verbleibenden Einsätze durften wir, richtigerweise originär, bei Euch in der Fläche leisten. Darüber hinaus wird zunächst immer geprüft ob der Unterstützungsbedarf im Einzeldienst gedeckt ist, bevor Kräfte für die LaPo verplant werden. Gerne würde ich Dich mal telefonisch kontaktieren und am Beispiel meiner Einheit ( 34 Mitarbeiter langfristig abgeordnet, Masse davon im Einzeldienst ) Einsatzstärke ohne Urlaub, Krank usw. ca. 70 Beamte, bei anderen Einheiten siehts noch trauriger aus ) und meiner Abteilung, über belastbare Zahlen, Probleme, Sparedikte usw. aufklären. Ich bin Dir nicht gram, denn auch ich kenne nicht alle Details aus unseren Dienststellen in der Fläche.

  11. Unsere Arbeit gut und auch zufrieden zu erledigen wird immer schwerer.Dafür werden wir immer mehr mit Berichtsfertigungen, Pseudobeteiligungen usw. zugeballert.
    Eintrag von einheitsführer am 18.Mai 2011

    ganz genau!Und das betrifft uns alle, ob Verband, Einzeldienst, Verwaltung oder wen auch immer in unserem Verein!Das ist in meinen Augen auch ein deutliches
    Zeichen dafür, dass wir, wie es einer unserer Polizeipfarrer bereits vor längerer Zeit einmal ausdrückte, in „postdemokratischen Zeiten“ leben!

    Es geht bei dem ganzen Blödsinn ganz offensichtlich nicht mehr darum, tatsächlich Meinungen einzuholen, Potenzial zu nutzen und sich wirklich und aufrichtig weiterzuentwickeln. sondern es geht einzig und alleine darum, eine von irgendwelchen selbsternannten Eliten vorgegebene Linie ohne wenn und aber nach unten durchzudrücken!

    Wie in der „richtigen Welt“, so auch in unserem Mikrokosmaos Bundespolizei!

    Nur so ist auch erklärbar, dass es unsere „Führung“ erschreckend hartnäckig verweigert, die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen, selbst wenn diese wissenschaftlich fundiert bzw. objektiv belegt daherkommen!
    …“das ist nur ein Kratzer“ sprach der schwarze Ritter in Monty Python´s „Ritter der Kokosnuss“, nachdem ihm Arme und Beine abgeschlagen worden waren….
    Ich denke, Monty Python hätte seine helle Freude an der gegenwärtig laufenden Realsatire „Bundespolizei“!

    Selbst auf erkannte bzw. nicht mehr wegdiskutierbare Probleme gipfeln die Problemlösungen gewöhnlich in der Erhebung neuer Statistiken oder Erstellen der 356. Powerpoint-Präsentation zum Thema!

    Die Chance, dem BMI schonungslos reinen Wein einzuschenken, wurde gestern ja ganz offensichtlich durch das BPOLP wieder mal vergeigt!

    Wir werde noch auf längere Zeit einen leider ziemlich aussichtslosen Kampf führen müssen. Das dümmste aber, was wir uns antun können, ist, (wenn auch nur aus Hilflosigkeit) unser Heil in den sogenannten „Einfachen Lösungen“ zu suchen und kräftig gegen einzelne Gruppen innerhalb der Firma gegenseitig vom Leder zu ziehen!
    Die Alternative?

    Wie heisst es doch so schön?: …Das Übel an der Wurzel packen….

  12. Die Zustände in Münster spiegeln den Zustand der Bundespolizei! Einfach ein SAUSTALL.
    Verantwortliche Politiker und Führungskräfte in Potsdam!! …………………- viele Kolleginnen/Kollegen glauben Euch schon lange nicht mehr!!!

  13. @ Real
    Kollege, was schreibst du denn da? Die BePo ist zu 100% voll? Wie kommst du auf so was? Wer behauptet das? Unser E.- Zug besteht aus 25 PVB wenn alle da sind. Bei den beiden anderen Zügen das gleiche. Der jüngste 22 der älteste 55 Jahre alt. Jedes Wochenende im Einsatz für die BPOLI´s die anfordern. Nicht für die LaPo. Die hätten uns gern weil es denen auch nicht besser geht. Abordnungen zum Flughafen sind wieder aktuell. Wir müssen aber so arbeiten als wären alle an Bord. Ich hoffe ich konnte dich etwas aufklären über die Lage bei der BePo. Bei bedarf kann ich dir mehr erläutern.
    Durchhalten, Kollegen!

  14. Beim Lesen des Beitrages meines Kollegen Gerhard Megenberg und natürlich auch den Beiträgen von anderen Kollegen in vergangener Zeit habe ich mich gerade gefragt, ob die Verantwortlichen in der Bundespolizei sich nicht in Grund und Boden schämen, so etwas von ihren Mitarbeitern in der Bundespolizei lesen zu müssen.
    Und vor allem dann noch, wenn dies alle Bürger in der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls lesen können.
    Was derzeit in diesem Land mit allen Sicherheitsbehörden passiert, ist einfach eine Schande und mit einfachen Sätzen nicht mehr zu beschreiben.

    Wie weit kann eine Behörde eigentlich noch sinken?

    Ich frage mich persönlich wirklich jeden einzelnen Tag, wie ein Politiker hier in unserem „Deutschland“ noch mit einem reinen Gewissen in den Spiegel schauen kann und den Menschen hier in unserem Land jeden Tag einfach Lügengeschichten erzählt.

    Hoffentlich erlebe ich noch, oder wenigstens mein Kind, das es Politiker in Deutschland gibt, welche wirklich die Interessen ihrer Mitbürger vertreten wollen und nicht nur die ihrer zukünftigen Einkünfte und Pensionen.

  15. …”das ist nur ein Kratzer” sprach der schwarze Ritter in Monty Python´s “Ritter der Kokosnuss”, nachdem ihm Arme und Beine abgeschlagen worden waren….“

    Auszug aus Eintrag von Gerhard Medgenberg, KG Weil am 18.Mai 2011

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    die „lustige“ Darstellung beinhaltet wirklich eine traurige Realität !
    Gerhard M. – Du hast wieder einmal -leider- Recht.

    Solange unsere eigene FÜHRUNG in Potsdam die Augen vor der Realität verschließt und nach OBEN immer noch mit lauter Stimme vermeldet: JAAAWOOOOHL, ALLES IN ORDNUNG, HERR MINISTER !

    siehe wieder einmal:
    http://www.nibelungen-kurier.de/?t=news&s=Aus%20aller%20Welt&ID=36983

    ja, solange wird sich nichts ändern – bis garnichts mehr geht.(frei nach dem Motto: vorwärts immmer, rückwärts nimmer)

    Der IMPULS zum Wollen zur Veränderung muss von OBEN kommen! Zurzeit scheint jedoch ein unüberwindbarer KEIL zwischen Potsdamm und dem Rest zu existieren.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    es fällt schwer sich zurzeit mit der FÜHRUNG der BPOL zu identifizieren, denn Sie tut es offensichtlich auch nicht mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

    wäre schön und für die Sicherheit unsere Bürgerinnen und Bürger wichtig, dass sich das wieder ändert…

  16. Eintrag von bingo am 18.Mai 2011

    …tja, erinnert schon alles ein wenig an „des Kaisers neue Kleider“, gell?

    Ich frage mich allerdings auch, warum es nur den Interessenvertretungen gelungen ist, ganz schüchtern und vorsichtig darauf hinzuweisen, dass die Klamotten des Kaisers vielleicht doch etwas transparent sein könnten….?

    Interessiert das die „Führung“ nicht? Liegt es nicht auch in deren Interesse, vernünftige Arbeitsumstände zu erhalten bzw. wiederherzustellen?

    Was mich dann auch zur nächsten Frage treibt: Was zum Teufel, bringt (nicht nur bei dieser Veranstaltung, sondern ganz allgemein) ausgewachsene Direktoren (SB, also plus/minus….) dazu, Verhaltensweisen an den Tag zu legen, wie wir sie früher (jaja, Opa wieder…) bei Grenzjägern Freitagmittags ,kurz vorm Stubendurchgang, beobachten konnten?
    Wie konnte sich so etwas entwickeln? Und vor allem: wie kommt man davon wieder los? Warum allerorten diese irrationale , diffuse Angst?

    Das wäre eventuell mal, und das meine ich garnicht scherzhaft, eine Frage, mit der sich der psychologische Dienst beschäftigen sollte!

    Ganz so einfach, wie es ein Geheimtipp aus der Frühzeit des BGS empfiehlt, dürfte es heute nicht mehr werden:
    Den Vorgesetzten nackt vorstellen! – Stiefel, Bergmütze, Leibriemen….

  17. die „pojektgruppe neubau“ gibts aber weiterhin im BPOLP.
    zumindest diese ebene in unserer organisation sollte ja adäquat untergebracht werden.

    dafür sehe ich für die kollegen/-innen in MS und in anderen ähnlich schlecht untergebrachten dienststellen vor dem hintergrund der finanzsituation auf jahre schwarz. da wird sich nichts ändern.
    außer man kommt irgendwann zu dem schluß, dass man einzelne inspektionen anderen angliedern kann… dann kann man ja abmieten, führungsstäbe und FEM einsparen.

  18. s. beigefügten Link zum Eintrag von bingo am 18.Mai 2011

    Herr Minister Friedrich, wagen Sie sich doch einmal in eine Flächeninspektion! Schauen Sie sich doch einmal in der Realität um! Wenn ich den o. g. Beitrag im Nibelungen-Kurier lese, glaube ich, ich lebe in einer anderen Welt. Sehen Sie sich einmal unsere Ausrüstung an, werfen Sie einen Blick in unsere Räume, in denen täglich Menschen arbeiten, für deren Zustand sich meine Kolleginnen und Kollegen beim Bürger manchmal sogar entschuldigen! Ich erlaube mir Ihnen noch zwei wichtige Tipps zu geben: 1. Melden Sie sich bitte unbedingt vorher an, damit Sie nicht vor verschlossenen Türen stehen, 2. Kommen Sie mit der DB, Sie nutzen somit Ihre persönliche BahnCard, es ist uns leider nicht möglich Sie irgendwo abzuholen, Sprit muss unbedingt gespart werden, aber das wissen Sie ja sicher, oder?

  19. „Aber manchmal – ich sage das so deutlich – wird in unserer Organisation auf einem sehr hohen Niveau geklagt. Auch darüber sollten wir nachdenken und uns bewusst machen, was wohl vorherige Jahrgänge und Generationen zu unseren Problemen gesagt hätten.“

    Ich brauche wohl nicht die Quelle und Urheber benennen, oder ?

    HURRA, HURRA – ALLES IST PRIMA, nur etwas wehleidige Kammeraden in Münster und anderswo, Herr Minister.

  20. Eintrag von gilliom4 am 19.Mai 2011
    bzgl. Mitarbeiterbrief BPOLP

    …ja, da hat´s mit vorhin auch schier die Sicherung ´rausgehauen!

    Was ist jetzt das wieder?

    Vollkommene Fehleinschätzung bezüglich des Ernstes der Lage/Stimmung im Personalkörper?

    Schlichte Ignoranz?

    Oder tatsächlich eine Kampfansage an die GdP?

    Das BPOLP sollte wissen, dass es an Ansehen in der Kollegenschaft nur verlieren kann (sofern das noch möglich ist), wenn es sich derart zum Büttel der Politik machen lässt!

    Wir befinden uns in einem hierarchischen System und insofern sind die Möglichkeiten der Einwirkung auf die vorgesetzte Ebene begrenzt. – Das wissen wir alle! Das Tragische an der Sache ist aber, dass ganz offenkundig niemand überhaupt erst den Versuch unternimmt, auf die erkannten (bzw. deutlichst benannten!) Probleme der Organisation einzugehen!

    Offenbar war „Klartext“ immer noch nicht deutlich genug!

  21. Mitarbeiterbrief

    Fassungslos lese ich den Mitarbeiterbrief unseres Präsidenten. Überschrift: „Kostenbewusstsein heißt das Wort der Stunde“! Umkehrschluß: Die Bundespolizei war seit 1.3.2008 nicht kostenbewusst!?

    Zum Thema: Klagen auf einem sehr hohen Niveau und der Hinweis auf vorherige Generationen/ Jahrgänge!

    Mein Vater war bis Nov. 1991 Bundesgrenzschutzbeamter.
    Er sagt:
    Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass die positiven Veränderungen hin zu einer hervorragend motiverten Bundespolizei innerhalb von nur drei Jahren im Chaos enden.

    Wenn fast 40.000 Menschen in der Bundespolizei mit einem
    Haushaltsvolumen von 2,4 Milliarden € ihre Aufträge nicht mehr erfüllen können – weil Personal, Material und Betriebsmittel fehlen – dann empfehle ich die Umbennung in „Bundessparverein“ mit entsprechenden und erfüllbaren Aufgabeninhalten.

    Dem zu widersprechen fällt schwer.

  22. Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    der MITARBEITERBRIEF unseres Herrn Präsidenten hat es mal wieder in sich!
    Ich frage dieses Mal nicht danach, WER diesen Mann so „gut“ berät, solche DINGER rauszuhauen.

    “Kostenbewusstsein heißt das Wort der Stunde”

    Es ist doch schon wirklich -unverfroren-,
    das „Mutterhaus“ selbst verpulverte und verpulvert künftig Millionen in den Todesstern „CITRIX“ und hat dann noch die DREISTIGKEIT, das „neue Leitmotto“
    -Kostenbewusstsein heißt das Wort der Stunde- für den Rest rauszugeben !

  23. Sehr geehrter Herr Gerdes,
    liebe Münsteraner Kollegen:

    Ihr jammert auf hohem Niveau, so unser Präsident Seeger.

    Bei ihm hört es sich so an:
    „in unserer Organisation… wird… auf einem sehr hohen Niveau geklagt…“

    Also, stellt Euch nicht so an.

    Herunterfallende Fliesen?
    Die Kollegen in Afghanistan haben überhaupt keine Fliesen!

    Damen ín die Herrenumkleide?

    Seit froh, dass Ihr eine Umkleide habt.

    Veraltete Duschen?

    Duschen mit warmem Wasser? Auf Bundeskosten? Das ist eigentlich einsteuerwerter Vorteil, der Euch gewährt wird!
    Was wollt Ihr eigentlich?

    Ich hoffe, ich habe die Leitungsdenke korrekt wiedergegeben…

  24. @Gerhard Medgenberg

    Zitat: …Das Übel an der Wurzel packen…. Zitat Ende

    Wenn du ein Loch graben würdest, um an diese Wurzel zu kommen, würdest du bei deinen Grabungen den Mittelpunkt der Erde erreichen.

  25. Was nun. Da wir festgestellt haben das der Karren im Dreck schon fast versunken ist, muss man sich doch fragen warum ist das so. Seien wir doch mal ehrlich. Auch in der Freien Wirtschaft, schauen die Top Manager auf Eines. Auf sich selbst – auf Macht und auf Kohle.
    Wir haben mittlerweile in der BPOL künstlich inizinierte Wettbewerbe, welche nur eines produzieren. Unsinn.
    Jeder sollte doch begreifen, dass man Qualität einer Behörde nicht messen kann. Qualität ist nicht messbar. Unsere Jagd nach interen Vergleichen und Kennzahlen zwingt jede Inspektion die Zahlen so zu tricksen das sie passen. Man meint es zu schaffen quantitative Erfassung von qualitativen Leistungen zu vollziehen. Man orientiert sich lieber an falschen Zahlen, statt einer qualitativen Aussage zu glauben. Und wenn man Qualität nicht messen kann, muss auch der Begriff Effizienz anders definiert werden.
    Wer arbeitet effizient. Derjenige der viele EVLS anbringt, oder derjenige der die Lage beurteilt, dem Bürger hilft, diesen anspricht, und dem Bürger ein Sicherheitsgefühl vermittelt, ohne eine Artus Nummer zu ziehen. Bei uns herrscht eine arrogante Kultur des Besserwissertums. Sachen werden von oben verschrieben, ohne das die Oben von dem Irrsinn jemals betroffen wären. Ausbaden dürfen es andere. Es wird einfach über unsere Köpfe entschieden. Um diesen Unsinn abzustellen muesste die Basis und verschiedene Ebenen mit in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Für mich gibt es zur Zeit wirklich nur eine Alternative. Löst die BPOL auf. Kben zum BKA, BBPOL, BaPo, Flughafen zu den Ländern. Wir würden sehr viel Geld sparen. Und der Irrsinn hätte ein Ende.

  26. Man orientiert sich lieber an falschen Zahlen, statt einer qualitativen Aussage zu glauben.
    Eintrag von Werthebach am 20.Mai 2011

    …und das ist e i n e r (unter vielen) der springenden Punkte: Es wird unendlich viel Gehirnschmalz
    , Arbeitszeit und auch Kohle versenkt, um akribisch irgendwelche Zahlen zu erfassen, auszuwerten, zu vergleichen oder was auch immer, wovon die allermeisten einen entscheidenden Fehler haben: sie stimmen nicht! – Eben weil man, kreativ wie man ist, gezwungen ist, sie so hinzufrisieren, dass man nachher nicht mit der Deppenmütze in der Ecke steht!Deshalb in aller Deutlichkeit: wenn man ******** erfasst, kann nachher keine Schokolade dabei herauskommen!
    Diesbezügliches Paradebeispiel war ja wohl die „Mach Web“ Zeiterfassung, an die heute wohl niemand der Verantwortlichen gern erinnert werden möchte!(Vielleicht auch, weil er froh ist, für diese Idee nicht mindestens geteert und gefedert worden zu sein….)
    In der Endphase, bevor die Sache mehr oder weniger sanft entschlummerte, gab es kaum jemanden, der nicht umunwunden zugegeben hätte, dort lediglich Blödsinn (oder garnichts…) eingegeben zu haben!
    Aber daraus lernen? – Bei uns doch nicht!

  27. Kein Geld für Recht und Ordnung: Zugige Fenster und Ratten im Keller

    http://www.westfaelische-nachrichten.de/home/homepage_thema_3/1552408_Kein_Geld_fuer_Recht_und_Ordnung_Zugige_Fenster_und_Ratten_im_Keller.html

    Sehr geehrter Herr Gerdes,
    DANKE für den tollen Einsatz für die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

    Sehr geehrter Herr präsident Seeger,
    Ihnen kann ich leider nicht danken für den tollen Einsatz für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber…vielleicht kommt noch die Zeit auch Ihnen wieder Danke sagen zu können…

  28. Ein Hallo an Alle die diese Zeilen lese werden. Was ist denn das eigentliche Problem in BuPol, LaPo usw.. Solange Menschen hinter Gedanken und Entscheidungen stehen und dafür Belohnt werden können (Beförderung) werden die meisten alles tun es zu erreichen…..aber geht dabei nicht eine Menge bei dieser Person verloren ! Haben wir nicht schon genug Egoismus in der gesamten Gesellschaft…wenn man seine soziale Kompetenz nur in den Ellenbogen trägt… tja wir wissen was dabei herauskommt. Solange sich die Menschen nicht vom Kopf her verändern und vorallem ihre Einstellung zum Leben…was ist denn wirklich wichtig ? verändern, dann wird es immer schlimmer. Ist denn wirklich höher-weiter-schneller-stärker das Wichtigste….vergesst nie, es wird immer wieder Einer/Eine kommen, der/die höher-weiter-schneller-stärker kann und dann ? Im jetzt und heute magst Du vielleicht diese Attribute haben aber morgen schon kann es vorbei sein. Du hast dann heute soviele andere Menschen verärgert, gedemütigt usw., dass diese Dich morgen nicht leiden können…..dann stehst Du plötzlich allein da….willst Du das ? Also fragt Euch….was ist wirklich wichtig….und ist Macht, auch wenn es nur durchs Schulterstück ist…..das Einzige was zählt…..ich glaube nicht. Ist es das alles wert ? Schönes restliches Wochenende.
    ehemaliger

  29. Es geht doch nur darum, für einen sehr kleinen Teil der Gesellschaft den „angemessen“ Lebensstandart und Machteinfluss zu erhalten und Derer, die…“ Wie sagt man „volksläufig“ , die in deren Speckgürtel leben. Die BPOL ist doch nur ein Teil (der Gesellschaft) davon und zwar ein völlig unwichtiger. Aber na gut, in den arabischen Staaten findet gerade Etwas vollkommen überraschendes statt. Dort gab / und gibt es es Diktatoren, Volksunterdrückung usw. und die Menschen lehnen sich auf einmal auf. Blöde Sache, denn wie soll man jetzt begründen warum und weshalb diese Staaten bis dahin nicht nur diplomatisch anerkannt (und in Ruhe) gelassen worden sind. Schön, das der deutsche Export so boomt. Leider auf Kosten Anderer. Es wird auch Deutschland treffen. Minister wechseln ständig (weil sie Universalgenies sind (Gesundheit ist ja z. B. das Gleiche wie Wirtschaft). Aber bitte Eines nicht vergessen…immer schön auf die Anderen schimpfen (Griechenland / Irland / Portugal und nicht zu vergessen unsere polnischen Nachbarn). Das befreit vom Nachdenken und lenkt ab, von den Problemen im eigenem Haus.

  30. Ende 2007 wurde Citrix gekauft, dadurch sollten die VPN Bandbreiten um 40-65% reduziert werden. Pro Jahr wollte man 2 Mio Euro einsparen. Fakt ist, dass durch Citrix die VPN Bandbreiten um das x-fache gestiegen sind. Jährliche Mehrkosten von ca 12 Mio Euro und kein Ende in Sicht.

    Man bedient sich aus dem Personalbereicht um die Kosten zu decken (Obermeisterproblem).

    Wo ist ein Kontrollorgan welches dieses prüft oder stoppt.

    Was macht die GDP um dieses aufzuklären ?