GdP: Bundesregierung kapituliert vor Piraten am Horn von Afrika

Als ein Armutszeugnis und Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Kehrtwende der Bundesregierung in der Bekämpfung der Piraterie gegen deutsche Handelsschiffe am Horn von Afrika bezeichnet. GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Während noch im Januar die einhellige Meinung war, dass private Sicherheitsunternehmen für diese Aufgabe nicht in Frage kommen, will die Bundesregierung jetzt ihren Einsatz ermöglichen.“

Als besonders bedenklich bezeichnet es die GdP, dass private Sicherheitskräfte dann mit Kriegswaffen ausgerüstet würden, ohne die eine Sicherung der Schiffe nicht denkbar seien. Witthaut: „Der Schutz von Schiffen und Mannschaften auf hoher See ist auch wohl kaum mit der Bewachung von Geldtransporten im Inland zu vergleichen.“
Am Mittwoch waren Vertreter der Bundesregierung, des Verbandes Deutscher Reeder, des Bundeswehrverbandes, der Gewerkschaft der Polizei und ver.di mit dem Parlamentarischen Staatssekretär und Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto, in Berlin zusammengekommen. Dort hatte Staatssekretär Otto die Wende damit begründet, dass das Bundesverteidigungsministerium und das Bundesinnenministerium eine staatliche Strategie gegen das Piratentum logistisch nicht bewältigen können.
Witthaut: „Das ist die Kapitulation des Landes mit der drittgrößten Handelsflotte vor ein paar Fischerbooten.“

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Themenbereich: Auslandseinsätze | Drucken

21 Kommentare
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  1. Das hat es im 14 Jahrhundert alles schon mal gegeben. Da wurden den Freibeutern von der Königin von England sogenannte Kaperbriefe ausgestellt.
    Das bewaffnen und ausrüsten von privaten Sicherheitskräften ist nichts andere.
    Das kann und darf nicht sein. Solche hoheitlichen Aufgaben müssen beim Staat bleiben und dürfen nicht privatisiert werden.
    Wo soll das alles noch hinführen ?

  2. Nicht schlecht! Kann man sich dann, als Ex-BGSler und Ex-Kombattant vom Dienst freistellen lassen? Bei einem privaten Reeder und einem Freibrief vom Staat müßte man doch ganz gut verdienen. Mogadischu könnte man dann auch in Port Royal umtaufen und ’ne Vergnügunsmeile daraus machen. Schiffe am Horn von Afrika beschützen ist auf jedenfall sinnvoller, anstatt sich mit …. High Potentials zumzuärgern!

  3. Die BPOL ist mit selber beschäftigt und hat eh kein Geld und auch keine Ausrüstung um die deutschen Schiffe zu sichern.
    Also wird von der Regierung einfach nur die weisse Fahne gehisst.

  4. In Zeiten der Geldknappheit und der großen Sparpolitik flammt die Piraterie wieder mächtig auf.
    Die Drahtzieher sitzen meist irgendwo unerkannt im Ausland und verdienen am schmutzigen Geld.
    Da werden auch Geschäfte mit z.B. Versicherungen und der Sicherheit gemacht.
    Traurig, dass die Regierung sich sowas gefallen lässt und den Zepter an private Sicherheitsfirmen abgibt. Die Firma Blackwater wird es freuen.

  5. Den Namen Kongomüller find ich ja geil…

  6. Wenn eine Reederei oder ein einzelner Schiffseigner viel Geld hat kann er sich dann den Schutz und die Sicherkeit selber kaufen.
    Aber was ist mit Unternehmen die wirtschaftlich nicht so gut gestellt sind ?
    Haben in Zukunft nur noch die wohlhabenden Anspruch auf Recht und Sicherheit ?

  7. Na endlich tut sich auch in dieser Hinsicht etwas in Deutschland. Konkurrenz belebt das Geschäft. In anderen Ländern ist es normal, dass man nach einiger Zeit in der Polizei in den privaten Bereich wechselt. Wenn die Politik jetzt noch die nötign Rahmenbedingungen (z.B. prozentualen Pensionsanspruch nach 20 Dienstjahren, Zeitverträge) schafft, wäre es für alle eine win-win Situation. Die BP könnte Personal abbauen (Gehälter und Ausrüstung sparen, da nur die Pensionskosten zu tragn wären), die Leute könnten in der Wirtschaft deutlich mehr verdienen, und der Staat könnte sich auf seine Kernkompetenzen beschränken. Die privatisierung wäre auch für Auslandseinsätze zu überlegen. In diesem Bereich sind andere Länder uns um Jahrzehnte voraus. Aber vielleicht kommt jetzt mal Bewegung in die Sache. Jeder sollte die freie Wahl haben, ohne gleich alle Ansprüche für geleistete Dienste zu verlieren!

  8. @Klaus

    Du suchst dir da aber nur die Filetstücke heraus.
    Was ist wenn die privatisierten Sicherheitsleute verletzt oder getötet werden ? Wer kommt dann dafür auf ? Vermutlich wird sich keine private Kranken- Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung finden welche solche Leute aufnimmt bzw. versichert. Und wenn, dann wären die Beiträge unbezahlbar hoch, denn denk daran du müsstest dich dann auch privat Renten- und Krankenversichern.

  9. “ Jeder sollte die freie Wahl haben “

    die freie wahl zum Land wäre mir da aber wesentlich lieber

  10. Das Bundesinnenministerium kann also eine staatliche Strategie gegen das Piratentum logistisch nicht bewältigen. Wieso wundert mich das nicht? Das BMI kann auch andere wichtige Strategien logistisch nicht bewältigen – und da sind keine bösen Piraten mit im Spiel und Afrika ist auch weit, sehr weit…na dann ahoi!!!

  11. @clausthaler

    Unter Kaiser Wilhelms Zeiten gab’s für Kriegsversehrte Drehorgeln. Wir könnten uns so auf einfache Weise was dazu verdienen, wären auf der Straße (1000 Mann mehr…!)und der Staat würde ein Heidengeld sparen!

  12. Wenn die Sparmaßnahmen der Regierung so weiter gehen müssen wir uns in Zukunft vermutlich auch noch als Piraten und Freischärler verdingen.

  13. @ Störtebecker

    Da kommt mir eine Idee:
    Ein Teil von uns macht Beute als Pirat und Freischärler!
    Der zweite Teil verdingt sich auf Frachtschiffen, als Sicherheitsexperten!
    Und der dritte Teil betreibt in Mogadischu (entschuldigung ich meinte Port Royal!) Freudenhäuser, Kneipen und Spielcasinos. Dort treffen wir uns dann alle und machen einen drauf!

  14. Beifall für „Kongomüller“. Endlich mal was zum Lachen. Schon der Nickname: Köstlich..!!

    Grüsse aus dem Süden

  15. @Goethe @Stuttgart21
    Danke Fans!

  16. Wie sagte einstmals Feldwebel Steiner zu Hauptmann Stransky? Ich werde Sie dahin führen wo die Eisernen Kreuze wachsen! …aus dem Film Steiner-das Eiserne Kreuz Teil 1!
    Auch ich liebe Kollegen/Kamerrrrrraden werde wieder dahin gehen wo die Eisernen Kreuze wachsen und pfeife mir dabei das Lied „Hänschen Klein“! Denn sonst kommt mein High Potential und gibt mir eins auf’n Deckel! Tschüss und nochmals Danke an die GdP für die Veröffentlichung meines etwas „Schwarzen Humors“!

  17. Was haben wir mit den sch… Typen da unten zu schaffen? Ich stelle mal die Frage was es bis jetzt gebracht hat dort die Bundesmarine Urlaub machen zu lassen? Nur was um die Leute zu beruhigen. Jeder von Deutschen gefangene Pirat freut sich doch auf den deutschen Knast- ist für die wie Erholung. Und wehe ein deutscher Soldat drückt mal zuerst ab und so ein Freibeuter kippt in die See. Ermittlungen das der deutsche Blätterwald rauscht und Karriereende :-) Jetzt mal im Ernst: Haben wir hier zu Hause in Old Germany nicht genug zu tun? Der deutsche Bürger kapiert das alles nicht mehr, dass alles wichtiger ist nur nicht seine Probleme.Aber die Quittung wird kommen für unsere Politiker!!

  18. Wir brauchen die Kohle ja auch woanders. GRIECHENLAND läßt grüssen.

  19. @bulle 66

    Das Piratenproblem geht uns schon was an, denn wenn permanent deutsche Schiffe entführt werden kommen natürlich diverse Kosten auf deutsche Reeder, Händler und Versicherungen zu.
    Am Ende muß das irgendwer bezahlen. Irgendwie bleibt es dann am deutschen Steuerzahler hängen z.B. in Form von höheren Preisen.
    Vielleicht sollte man auch mal ein bischen nachdenken was man alles so im Forum veröffentlicht.

  20. @ Schiffseigner

    Also ich kenne nur noch die Bundesmarine als rein deutsche Schiffe, der REST ist ausgeflaggt und fährt unter der liberianischen oder zypriotischen Flagge oder Antigua etc. Nix mit Steuern hier. Und die Mannschaft sind Philipinos etc. ,maximal der Kapitän ist deutsch!Also sollen sich diese Länder darum kümmern, welche die billigen Steueranreitze schaffen!!! NUR MAL SO!

  21. @bulle66

    Die sogenannten sch.. Typen da unten waren mal Fischer, denen aufgrund der internationalen Überfischung zB durch chinesische Fangflotten die Existenzgrundlage genommen wurde.
    Wenn aber nun des öfteren Schiffe entführt werden mußt du dich nicht wundern wenn die Preise im Supermarkt und an der Tankstelle ansteigen oder Waren nicht mehr ständig verfügbar sind. Es handelt sich nämlich um eine wichtige internationale Handelsroute.