GdP: Gute Luftsicherheit braucht engagiertes Kontrollpersonal

Berlin/Hilden, den 31.Juli 2011: “ Ein Höchstmaß an Sicherheit im Luftverkehr kann nur durch den Einsatz von gut ausgebildeten, erfahrenen und hoch motivierten Kontrollkräften erzielt werden. Diese Kräfte müssen in der Lage sein, ganzheitliche Kontrollen, die auch den Passagier selbst im Auge haben, durchzuführen“, so Josef Scheuring (58), Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bezirk Bundespolizei, in Berlin. „Technik kann bei den Kontrollen wichtige Hilfestellung leisten. Wie aber auch die offensichtlich nach wie vor vorhandenen Probleme beim Einsatz des mit großen Erwartungen angekündigten „Bodyscanners“ zeigen, werden auch mittelfristig keine Lösungen verfügbar sein um damit allein sichere Kontrollverfahren technisch durchzuführen. Die Privatisierung der hoheitlichen Luftsicherheitsaufgabe in Deutschland im Jahr 1993 hat inzwischen zu einer deutlichen Verschlechterung der sozialen Rahmenbedingungen und einer massiven Zunahme der Arbeitsverdichtung für die im Luftsicherheitsbereich eingesetzten Kräfte geführt. Diese Entwicklung muss gerade in diesem sensiblen Sicherheitsbereich schnellstens umgekehrt werden“, so Scheuring.

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Themenbereich: Luftsicherheit | Drucken

10 Kommentare
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  1. Wo soll das Personal hierfür denn herkommen ??

  2. Anstatt personell aufzurüsten wird doch ständig gekürzt und gestrichen.

  3. Wenn wir uns die Luftsicherheit nach Einführung der Privatisierung anschauen, so können wir feststellen, dass das Personal einem ständigen Wechsel unterzogen ist. Hier werden Menschen als regelrechte Zeitarbeiter missbraucht und schnell wieder abgeschoben ehe sie die Möglichkeit haben besser zu werden.
    In den Kontrollen sehen wir immer wieder neue Gesichter und die Entlohnung ist für diesen Personenkreis lächerlich.
    Hier spielen alleine wirtschaftliche Belange eines Großunternehmens eine Rolle.
    Moderne Sklaverei, so nennen es selbst die Kontrollkräfte der privaten Sicherheitsdienste, ohne Rechte aber mit vielen Pflichten. Hinzu kommen die mangelnde Ausbildung und die Willkürlichkeit der Arbeitszeit. So ist es zu sehen, dass die Mitarbeiter während der Schicht 1-2 Stunden Freizeit nehmen müssen, um dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder eingesetzt zu werden. Auch ist bei einigen nicht nach 5 oder 6 Arbeitstagen ein Wochenende angesagt. Nein, da sind die Arbeitstage hintereinander auch mal mit 7 oder 8 angesetzt.
    Und gerade dieser Personenkreis muss doch schließlich für die Sicherheit sorgen können, ist aber auf Grund der Ausbildung und der Belastung nicht dazu fähig.
    Zweifelhaft ist auch, dass es sich doch hier um „Beliehene“ handelt. Also um Menschen, die Polizeiliche Aufgaben warnehmen. Und solch eine Beleihung kann einfach so an ein Sicherheitsunternehmen vergeben werden? Zweifelhaft.
    Und ausgerechnet diese Art der Ausbeutung wird noch von Funktionären im Sicherheitsbeirat dieser Unternehmen unterstützt, die zudem noch als Ehrenmitglieder und Lenker in Polizeigewerkschaften sitzen (Nicht GDP!!).
    Eine verkehrte Welt die eigentlich in die Hände des Staates gehört. Ich erhoffe mir eine umgehende Wandlung der Luftsicherheitsaufgaben in die Hände des Staates und die Abschaffung des Einsatzes privater Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnausrichtung auf Kosten eben dieser elementaren Sicherheit.

  4. @ HoHü

    Es gibt in unserer Behörde noch viele BUK´s die bei einer ordentlichen Schulung diese Lücke schliessen könnten.Aber diese wollen nicht und sind sich sicher das sie bis zur Rente ihren Arbeitsort behalten.

  5. „Eine verkehrte Welt die eigentlich in die Hände des Staates gehört. Ich erhoffe mir eine umgehende Wandlung der Luftsicherheitsaufgaben in die Hände des Staates und die Abschaffung des Einsatzes privater Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnausrichtung auf Kosten eben dieser elementaren Sicherheit.“
    Eintrag von Düssel am 3.August 2011

    …sehr schön auf den Punkt gebracht! Im übrigen stünde gerade auch uns Beamten die Solidarität mit den Fluggastkontrollkräften recht gut an! (An denen wird ausprobiert, was uns auch irgendwann erreichen wird!)

    Nicht zu vergessen die Tatsache, dass dieses selbst als staatliche Tarifbeschäftigte kaum ein Auskommen hätten, man könnte aber zumindest darauf aufbauen!

    Im übrigen: wer glaubt denn daran, dass dieser ganze „Deregulierungszirkus“ irgendetwas für die Allgemeinheit bringt? – Kostenersparnis? – Vielleicht auf den ersten Blick…. (…die „schön billigen“ Flüge…) – wenn man dann aber die Folgekosten für die Sozialsysteme dazuaddiert…

    Das ganze Spiel ist lediglich Teil der allgemeinen Umverteilung von unten nach oben! Einige wenige machen damit richtig Kohle! (Ebenso wie z.B. im ebenfalls deregulierten Paketgeschäft… – fragt mal einen Paketdienstfahrer dazu, wie „blendend“ es ihm in der schönen neuen privatisierten Welt als Scheinselbstständiger geht…)

    Inzwischen mehren sich ja bereits die Stimmen selbst konservativer Politiker, die als größte Gefahr für das Gemeinwesen die „grenzenlose Geldgier der Superreichen“ ausgemacht haben .

    Für diese jedoch hat die ganze Kohle eigentlich nur noch einen theoretischen Wert, denn „ausgeben“ im Sinne von Konsumieren können diese das nicht mehr. (Wie würde jetzt „Graf Zahl“ sagen, der Dracula-Verschnitt aus der „Sesamstrasse“ ? – „Ich will es ja auch nicht ausgeben, sondern nur z ä h l e n !“)

    Diese Mechanismen sind eigentlich bekannt, weswegen es umso mehr deprimiert, dass der bereits als falsch erkannte Weg zum Wohle einiger Weniger unbeirrt weiter beschritten wird!

    Dass ein alternder „Ex-General“ (dessen dienstliche Verdienste im übrigen unbestritten sind) sich im Sicherheitsbeirat einer privaten Security-Firma lächerlich macht, kann man verwinden, dass sich jedoch auch ehemalige oder selbst Noch-Gewerkschafter dafür hergeben, ist beschämend! – Selbst, wenn es sich „nur“ um solche der „Konkurrenz“ handelt!

  6. Mein lieber qwer,
    diese Aussage ist so was von daneben.
    Seit Jahren haben Kollegen und auch Gewerkschafter die Verbesserung der Situation der BUK gefordert und was ist passiert? NICHTS. Keine Lehrgänge, weder für die Abfragen, Englisch noch sonst was. Für ARTUS wurden Sie geschult und wer darf darin was tun? Eine kleine Handvoll die im Ermittlungsdienst, Bußgeldstellen oder in der Auswertung sind. Und noch was sollte man nie vergessen, die BUK erhalten nicht das Geld eines PVB und freie Fahrt in den Zügen. Also erst überlegen und dann schreiben.

    ostler

  7. @ostler

    du bist vielleicht selber BUK aber ich weiß persönlich von unserer Inspektion das der größte Teil gar keine Lehrgänge besuchen möchte oder gar am Computer arbeiten will.
    Und das eine sinnvolle Beschäftigung gefunden wird ist auch die Meinung der Beamten.

  8. Gut ausgebildete und hochmotivierte Kräfte findet man auch im privaten Bereiche. Immerhin dauert die Ausbildung zur Werkschutzfachkraft (IHK) länger, als die Ausbildung zum PVB mD UND gD. Nachdem ich nun auf AO-Basis Luftsicherheitsluft schnuppern darf, muß ich ehrlich sagen:

    Ich habe noch nie bei einer Behörde eine dermaßen brutale Verschwendung an Personal und Geld gesehen wie im Bereich Luftsicherheit. Hervorragend ausgebildete, hoch motivierte junge PVB werden an die Flughäfen gesteckt, an denen sie ihre, in der Ausbildung erlernten, polizeilichen Fertigkeiten nicht einsetzen können, weil sie schlichtweg nur dem Namen nach PVB sind. Währenddessen wissen die Grenz- und Bahnpolizeidienststellen nicht, was sie noch alles anstellen sollen, um ihre Aufträge zu erfüllen. Mein Appell an Gewerkschaften und Politik: Lasst nicht zu, dass die BPOL auch noch die Luftfracht kontrollieren soll, dafür braucht es keine PVB, kommt endlich zu der Einsicht, dass LuSi keine PVB des Bundes braucht, bis man es nicht genau so aufzieht wie die Bahnpolizei, nämlich repressive Zuständigkeiten für alle Straftaten im Vergehensbereich, die auf dem Flughafengeläne passieren. Wenn das nicht machbar ist, dann sollte die LuSi endlich privatisiert werden, denn auch ein privater Sicherheitsdienst kann die LaPo holen, wenn er etwas feststellt. Dafür braucht man keine hochqualifizierten PVB.

  9. Qwer,
    wir können diese Problematik nicht ändern, dies kann nur der Dienstherr alleine.
    In der 17. Innenausschusssitzung am 05. Juli 2010 wurde das Thema BUK von Gewerkschaftsvertretern angesprochen und Lösungen für eine sinnvolle Beschäftigung aufgezeigt.
    Für diese Lösungen braucht man allerdings Geld. Da die Bundespolizei dieses nicht hat und zum sparen gezwungen wird, wird sich in dieser Sache nichts ändern.
    Schlecht für die BUK, für die PVB und für den Dienstherrn.

    ostler

  10. Eine Lanze brechen für unsere BUK´s.

    Ich bin seit 21 Jahren Polizeibeamter und habe die personelle Entwicklung auf meiner Dienststelle, und zwar eine mit Angestellten, sog. BUK´s, verfolgen können. Und ich finde: Sie sind für uns nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen dafür, dass unsere Einsatzfahrzeuge regelmäßig gereinigt werden und auf Verkehrssicherheit überprüft werden (Licht, Reifen etc.). Sie pflegen die sonstigen Einsatzmittel die mit auf Streife genommen werden. Sorgen dafür, dass in den Fotoapp., Taschenlampen, Handy volle Akkus sind. Sie packen für die Streifen die Einsatzkoffer, sorgen für Vollständigkeit, geben sie aus und nehmen sie wieder zurück. Im Anschluss sind sie in der Telefonvermittlung und bedienen die Abfrageterminals. Sie nehmen hierzu monatlich ca. 21.000 (!) telefonische (!) Anfragen ihrer Streifenkollegen entgegen. Helfen bei organisatorischen Dingen wie Dienstplaneintragungen (in Absprache mit DGL/GL). Sind durchaus in der Lage @rtus-Ersteinträge durchzuführen. Sicher, nicht jeder dieser BUK ist optimal motiviert. Aber das können wir von uns verbeamteten Kolleginnen und Kollegen auch nicht unbedingt zu 100% behaupten.
    Ich glaube, BUK´s können sehrwohl eine Dienststelle und damit jeden von uns von administrativen Tätigkeiten entlasten. So ist, schlicht und einfach gesagt, mehr Polizei auf der Straße.
    Es ist also Sache der Führungsverantwortlichen und natürlich auch eines jeden PVB die BUK´s an der richtigen Stelle einzusetzen.
    Ich finde es gut, dass es sie gibt!