Personalratsgespräch mit Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter FriedrichBerlin. Am Montag, dem 04. Juli 2011 empfing Bundesinnenminister Dr. Friedrich den Vorsitzenden des Bundespolizei-Hauptpersonalrates, Sven Hüber, zu einem Gespräch. Anwesend waren auch der Vorsitzende des (zivilen) HPR beim BMI, die Gleichstellungsbeauftragte und die Schwerbehindertenvertretung.
Der Minister betonte, dass ihm sehr an einem intensiven, kontinuierlichem und vertrauensvollen Meinungsaustausch mit den Interessenvertretern in der Polizei gelegen ist und informierte zunächst über seine Entscheidungen zur Beendigung der Diskussion um die Vorschläge der „Werthebach-Kommission“ und die weiteren Schritte bei der Entwicklung der Bundespolizei.Minister Friedrich machte deutlich, dass nach seiner Auffassung „etwas, was funktioniert, nicht verändert werden braucht“. Man müsse nichts reformieren, nur um einer Reform willen. Zudem seien die bisherigen Organisationsanpassungen der Bundespolizei ohnehin schwierig genug gewesen, so dass weitere Zumutungen unterbleiben sollten.
Nach Aussage von Dr. Friedrich soll die geplante Zusammenlegung der Aus- und Fortbildung von Bundespolizei und BKA nun erst einmal in Ruhe konzeptionell entwickelt werden. Das gelte auch für die Entwicklung einer autarken, gemeinsamen IT-Landschaft der Bundespolizei und des BKA. Hier seien bisher nur Ideenskizzen vorhanden, die nun mit Augenmaß ausgearbeitet werden sollen. Der Bundespolizei-Hauptpersonalrat würde darin von Anfang an eingebunden, sicherte der Minister zu.

Breiteren Raum nahm anschließend ein erster Meinungsaustausch über den Entwurf einer neuen Bundespolizei-Laufbahnverordnung (BPolLV) ein. Sven Hüber nutzte das Gespräch, um dem Minister den großen Unmut über die ab 2014 beabsichtige dramatische Verschlechterung der Altersgrenzen für den vereinfachten Aufstieg und die inakzeptablen Restriktionen für eine Aufstiegsteilnahme der Polizeiobermeister darzulegen. Es gäbe keinerlei sachliche Gründe für solche Verschlechterungen, die die Bundespolizei noch weiter in das Hintertreffen gegenüber den Ländern brächten. Zudem habe bereits am 10. Dezember 2008 der damalige Minister Schäuble öffentlich Verbesserungen beim Aufstieg angekündigt, die sich nun jedoch als Verschlechterungen entpuppten. Eine Verschlechterung der beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten könne nicht der Dank der Bundesregierung für die Bundespolizistinnen und –polizisten sein.
Die jetzt auf dem Tisch liegenden, verschlechternden Vorschläge zur Neufassung der BPolLV waren noch von Dr. Friedrichs Amtsvorgänger in Gang gesetzt worden.
Minister Dr. Friedrich zeigte sich erstaunt über die geplante Verschlechterung der Zugangsaltersgrenzen, für die es offensichtlich gar keine sachliche Begründung gäbe und die ihm auch nicht bekannt gemacht worden sei. Verschlechterungen wolle er auf jeden Fall nicht, zudem müsse man auch schauen, was sich bei den Polizeien der Länder entwickle. Der Minister ordnete eine erneute Vorlage der Laufbahnsache zur Überprüfung bei ihm an und sagte weitere Gespräche zu.

Der Vorstand des Bundespolizei-Hauptpersonalrates wird am 20. Juli 2011 ein weiteres Gespräch mit Bundesinnenminister Dr. Friedrich zu Themen der Entwicklung der Bundespolizei führen.

Artikel zum ausdrucken

Share

Themenbereich: Bundespolizei - Reform | Drucken

28 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Ich denke mit Herrn Innenminister Dr. Friedrich hat die BPOL einen guten Minister erhalten, der auch das nötige Verständnis für die Polizeibeamtinnen und – beamte aufbringt.

    Wenn Herr Friedrich wie sein Landeskollege Minister Herrmann hinter der Polizei steht und das auch in der Öffentlichkeit, dann sollte es aufwärts gehen.

  2. Erst müssen Taten folgen, um zu schreiben, dass der neue IM ein „Guter“ ist.

    !

  3. Zitat: „Zudem seien die bisherigen Organisationsanpassungen der Bundespolizei ohnehin schwierig genug gewesen, so dass weitere Zumutungen unterbleiben sollten.“

    Der Kernsatz ….Danke für die neue Hoffnung – aber nur wenn das die Leitlinie für die zukünftige Personal-und Organisationsplanung ist.

    …und das aus dem Munde unseres IM. RESPEKT Herr Friedrich!!!
    Hoffentlich wurde/wird das auch in Berlin und Potsdam vernommen.

  4. Mal sehen, ob der Innenminister wirklich zu seiner Meinung steht. Es wäre ja schön.
    Also warten wir es mal ab !

  5. …es tönt in der Tat moderater und vernünftiger als das, was wir das von den Vorgängern gewohnt waren…. Messen lassen wird sich jedoch auch dieser Minister nicht an den Worten, sondern an den Taten!

    Und hier gibt´s weiss Gott genug zu tun!

    Die Frage wird auch sein, inwiefern „der Neue“ seine eigene Ministerialbürokratie im Griff hat! Diese wechselt bekanntlich bei einem Ministerwechsel nicht und ist auch im Hintergrund eigentlich verantwortlich für die gesammelten „Wohltaten“, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auf uns zukommen.
    Wie zum Beispiel die gesammelten „Reformen“ oder den weiter unten erwähnten, vollkommen durchgeknallten Entwurf einer Neufassung der BPOLLV! Ich empfehle jedem, sich damit mal genauer auseinanderzusetzen, da hier noch wesentlich mehr Pferdefüsse enthalten sind, als es aus dem Beitrag hervorgeht!
    Alles anzuführen, hätte aber sicherlich auch den Rahmen gesprengt… – als kleines Beispiel mag allerdings dienen, dass dieser Entwurf u.a. den Weg freimacht zu den reduzierten „Richtwerten“ in den Beurteilungsrichtlinien… – Klartext: damit ist der Weg frei zu einer Quotierung der Spitzennote auf 3 Prozent! – Dass damit keine Probleme gelöst, sondern neue geschaffen werden, darüber brauchen wir uns wohl nicht unterhalten!

    Man müsste die Ministeraussage also dahingehend ergänzen, dass es nicht nur keinen Grund gibt, Bewährtes zu ändern, sondern ebenso wenig einen dafür, Schlechtes noch schlechter zu machen….
    Die Ministerialbürokratie arbeitet jedoch ganz offensichtlich mit Hochdruck daran, die in der allgemeinen Politik zur Richtschnur erhobene Umverteilung von unten nach oben auf jeden Bereich auszuweiten! D.h. es wird der großen Masse überall etwas abgeknapst, um den „Erlös“ dann einigen wenigen in den Rachen oder sonst wohin zu schieben.

    Hierauf (und natürlich auf den Stellenobergrenzen) fußt nämlich auch unser Problem der O-Bäuche! – Momentan vornehmlich der Obermeister, in naher Zukunft der Oberkommissare und, wenn wir ehrlich sind, auch der Oberräte!

    Wohlgemerkt: Nichts gegen „Zuckerle“ für besonders leistungsstarke, Auslandsverwender oder was auch immer! – Aber bitte „on Top“! – Und nicht finanziert durch die, die dafür im Eingangsamt in Pension gehen müssen!

    Weiterhin wird der Minister irgendwann nicht darum herumkommen, sich dazu zu äußern, wie man sich die Zukunft der Bundespolizei denn nun wirklich vorstellt?

    Ständig neue Aufgaben ohne Personalzuwachs geht nicht! Wenn wir noch mal ehrlich sind, müssen wir ohnehin zugeben, dass derzeit mit dem vorhandenen Personal die Aufgabenerledigung, zumindest in der Fläche, ohnehin nicht mehr möglich ist! – das war schon immer schwierig, ist aber dank „Reform III“ , Zentralisierung sowie der Umverteilung von Personal in die „schwarzen Löcher“ Großflughäfen, Ballungsräume und Stäbe bei Direktionen und Präsidium endgültig Geschichte!

    Wohlgemerkt: (weil das wieder kommen wird) nichts gegen die dort tätigen Kolleginnen und Kollegen! Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass die operative Basis bereits jetzt weit über Gebühr geschwächt wurde und es allmählich an der Zeit ist, nicht über weitere Umverteilung von Aufgaben zu reden, sondern darüber, entweder das notwendige Personal zur Verfügung zu stellen, oder aber darüber, was von diesen Aufgaben nicht mehr leistbar ist!
    Das aber bitte laut, deutlich und öffentlich! – da hätten die Länder nämlich auch noch ein Wörtchen mitzureden, die bereits heute einen großen Teil der Aufgaben in der Fläche mit übernehmen müssen!

    Wie sich das weiter entwickelt, wie er zum Beispiel mit den als Ergebnis der AG ODB zu erwartenden Konsequenzen (von denen man wohl nicht ohne Grund nur hinter vorgehaltener Hand etwas hört…), vor allem mit denen der dann wieder einmal betroffenen Kolleginnen und Kollegen umgeht, daran wird er sich messen lassen müssen!

    Hoffen wir mal, dass er zumindest so lange im Amt bleibt, dass dieses überhaupt möglich wird!

  6. Ich möchte an dieser Stelle nur mal anmerken, was mir mein DGL mal in einem offenen Gespräch gesagt hat.

    Die Beurteilungsnoten ob 9 oder 8 oder wie auch immer haben ansich mit der Beförderung nicht viel zu tun.

    Es liegt vielmehr am GELD und an der Tatsache wie viel Kolleginnen und Kollegen eine Beförderung erhalten.

    UND mein DGL hat RECHT!

    Solange es Planstellenobergrenzen gibt, an denen man scheinbar nicht vorbeikommt, wird sich auch nichts grundlegendes ändern.

    Ich würde eh die Beförderung von den Dienstjahren abhängig machen und das Thema ist erledigt und jeder kann planen. Wer motiviert ist der macht eh sein Zeug und wer kein Bock hat, der macht so und so nix.

    Zudem wie schon davor angeprochen, sollte man sich mal Gedanken darüber machen, was eigentlich die grundlegensden Aufgaben der Bundespolizei sind.

    Ist es wie beim alten BGS noch der Grenzschutz?
    Bahnpolizei? Unterstützung der Länder? Auslandseinsätze?

  7. Kleine Anmerkung: was ist denn bitteschön am Bundespolizei-HPR nicht „zivil“? Diese merkwürdige Unterscheidung in einem der ersten Sätze eures Beitrages gibt mir mal wieder zu denken…

  8. Vielleicht ist es den Kollegen im HPR ja entgangen – oder es gibt da eine Strategie, die ich nicht durchblicke: Verschlechterungen gibt es bereits seit Ausbruch der laufenden und derzeit evaluierten Neuorganisation im Bereich der Tarifbeschäftigten: die wenigen, noch einigermaßen lukrativen Stellen wurden aus den Ortsdienststellen abgesaugt und wohl beim Bundespolizeipräsidium wieder ausgespuckt. Von uns Verwaltungsbeamten will ich erst gar nicht reden, das Thema ist ja hinreichend bekannt, sollte man vermuten…
    Wenn schon der „zivile“ (?!) HPR-Vorsitzende beim Ministergespräch zugegen war, hätte man dem Minister auch in diesem Themenbereich mal reinen Wein einschenken können; er hätte vielleicht auch in dieser Hinsicht gestaunt.
    Leider hat man ihm diese Möglichkeit des Staunens vorenthalten, so wie man uns Verwaltungsleuten auch sonst eine kontinuierliche Unterstützung vorenthält. Ja, punktuell, und wenn es gar nicht mehr anders geht, dann wird auch mal – merkwürdigerweise immer im Zusammenhang mit dem POM-Problem -die Verwaltung erwähnt, offenbar wohl wissend, dass man ja eh nichts ändern kann usw.
    Tut mir leid, aber all diese wohlfeilen Äußerungen über das ach so große Interesse an einer angemessenen Personalentwicklung kann ich schon nicht mehr hören, weil zumindest die Kollegengruppe, der ich zugehöre, regelmäßig außen vor bleibt.
    Ich weiß: wenn ich es besser haben will, muss ich mich beim Präsidium bewerben oder die Organisation verlassen.
    Wurde mir alles schon gesagt…
    Und die gerade angelaufene Evaluierung des Präsidiums wird schon wieder so ausfallen, dass ich mit meinem Gemecker aufhören muss: die Abgabe von Aufgaben an die BIMA, das BVA, die Direktion, das Präsidium war und ist natürlich vollkommen richtig (oder: richtig vollkommen?), dafür müssen die Verwaltungsleute halt auf Höhergruppierungen und Beförderungen verzichten, muss man doch verstehen…!

  9. Hallo!!!!
    Ich kann nicht eine Stelle in den bisherigen Beiträgen finden, wo die Verwaltungsbeamten erwähnt wurden.
    Aber – man spricht und schreibt mittlerweile über die notleidenen POR – Bin ich im falschen Film!?!?
    Die BPOL besteht nicht ausschließlich aus PVB’s!!!
    Was ist mit den Planstellenobergrenzen im VB-Bereich??
    Warum wird über das Präsidium das Füllhorn an Beförderungsmöglichkeiten im VB ausgeschüttet???
    Wird unterhalb des Präsidiums keine anständige Arbeit geleistet??

    Glück-Auf

  10. Lieber Jürgen R. Rubeck,
    es gibt auf der Ebene des Bundesministeriums des Innern einen Bundespolizei – Hauptpersonalrat, der die Interessen der mehr als 40.000 Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei vertritt und einen Hauptpersonalrat, der die Interessen aller anderen, im Zuständigkeitsbereich des BMI arbeitenden Beschäftigten vertritt.
    Zur Unterscheidung der beiden Gremien spricht man vom Bundespolizei – Hauptpersonalrat und vom zivilen Hauptpersonalrat. Diese Aufstellung besteht in gleicher Weise auch in nahezu allen Innenministerien der Länder. Auch dort sind neben den sogenannten zivilen Hauptpersonalräten Polizei – Hauptpersonalräte gebildet.
    Herzliche Grüße
    Die Redaktion

  11. Liebe Redaktion,

    ich denke dem Kollegen J.P.Rubeck ging es in erster Linie darum, dass bei dem Gespräch zwischen dem Minister und Kollege Hüber nicht auch auf die Probleme (s. Beitrag @perpektivlose VB) im Verwaltungsbereich hingewiesen wurde.

    Hat uns der Hauptpersonalrat nicht mehr auf der Liste?

    Oder ist es eine Vorangliste auf der wir weiter unten geführt werden?

    ROS

    Antwort der Redaktion

    Lieber „ROS“,
    Du kannst sicher sein, dass der Hauptpersonalrat der Bundespolizei jede (!) Gesprächsgelegenheit dazu nutzt, die politisch Verantwortlichen auf die unhaltbare Situation im Verwaltungsbereich hinzuweisen, so ähnlich, wie dies Cato seinerzeit immer wieder tat – letztlich mit Erfolg.

  12. Tach zusammen,

    bei der letzten Reform sind Verwaltungsaufgaben der Ämter ja nicht nur noch oben zu den Direktionen abgegeben worden, sondern auch nach unten zu den BPOLIen.
    Trotzdem sind die Stellen im mittleren Verwaltunsdienst von grundsätzlich 7/9mZ auf 6/8 abgewertet worden.
    Das hätte für mich als RHS mit damals 44 Jahren 23 Jahre Perspektivlosigkeit bedeutet.
    Bei den vielen Versuchen dies rückgängig zu machen hat sich bei mir der Satz eines angagierten Gdp Kollegen eingeprägt „Die Verwaltung interessiert dort oben keine Sau“. Vielleicht etwas drastisch ausgedrückt, aber durchaus richtig, wir sind halt eine Polizeibehörde.
    Also bin ich zur Direktion, habe meine 9mZ Stelle wieder und bin trotzdem ohne Perspektive.

    In diesem Sinne

    Glück auf

    Uwe Grabosch

  13. Gerhard Medgenberg schrieb

    „….es allmählich an der Zeit ist, nicht über weitere Umverteilung von Aufgaben zu reden, sondern darüber, entweder das notwendige Personal zur Verfügung zu stellen, oder aber darüber, was von diesen Aufgaben nicht mehr leistbar ist!…“

    und bringt es dabei einmal mehr genau auf den Punkt !

    Ich selbst sage gerne provokativ. „Entweder hat die Bundespolizei 10.000 Mann/Frau zu wenig, oder eine Aufgabe zu viel.“

    Wir sollen alles machen, kriegen aber fast nichts nichts mehr ordentlich abgearbeitet und werden von Nachbarbehörden schon gerne mal belächelt.

    Das schafft auch Berufsunzufriedenheit !

    Es ist schön das der Minister der BPOL keine weiteren Organisationsanpassungen zumuten will.
    Viel wäre aber schon geholfen (auch haushaltstechnisch) wenn man die Inspektionsstruktur auf die Zeit vor der letzten Reform zurücksetzen würde.

  14. @kimi

    Da gebe ich dir auch vollkommen recht. Diese Reform hat wirklich genau das Gegenteil bewirkt von dem was geplant war. Vermutlich sind 1000 PVB mehr in den Stäben als auf der Strasse. Aus 5 Präsidien hat man 9 Direktionen gemacht, welche jetzt personell so besetzt sind und die selben Aufgaben wie vorher eben die Präsidien haben.
    Die Postwege und die Fahrwege z.B. zu Besprechungen sind alle viel länger und umständlicher geworden. Alles in allem sind die anfallenden Kosten erheblich potenziert worden. Es ist mir völlig unverständlich warum das niemand aus der Führung, der Politik bzw. der Bundesrechnungshof bemerkt !

  15. …ihr seit alle so negativ??? Lest ihr kein Intranet?? Es gibt jetzt eine Evaluierung im Präsidium und danach eine der gesamten Reform—mmhhh, ja. Da werdet ihr sehen das alles schick und schön ist, alles genau so eingetroffen ist wie geplant, das 1001 Beamter mehr im richtigen Polizeiberuf ist, das richtig Geld gespart wurde, alles effektiver, kürzer, besser, schneller ist und der begonne erfolgreiche Weg zu einer schlanken wettbewerbsfähigen, prozeßorientierten Verwaltungsbehörde weitergegangen werden muß und werden wird – weil unumkehrbar…aber ich will ja nicht so viel vorweg nehemen. Die Ergebnisse sind ja noch nicht offiziell und wir stehen ja erst am Anfang einer glänzenden Zukunft.
    So jetzt muss ich mir noch Gedanken machen, was ich mit meinen 3 weiblichen BUK heute Abend spiele – Nachtschicht in der Realität 1 PVB (ich) + 3 BUK und 600km2 Binnengrenze…

  16. nochwas zur sog. „Reform“

    früher bin ich zum Tausch meines Verwarngeldblockes eine Treppe höher, jetzt fahre ich mit <hin und <rückfahrt in die Inspektion dafür 110 km. Mir fällt auch keiner ein, der früher in irgendeinem Büro saß, der jetzt auf der Straße wäre. „was für eine tolle Reform“,

  17. Alles nur Lippenbekenntnisse. Wann folgen endlich Taten ?
    Die sind heute mit dem Beschluß der Diätenerhöhung für die Damen und Herren Volkstreter erfolgt.
    Und was bekommen wir ?

    Erhöhung der Sonderzuwendung, wie versprochen, wieder auf 60%,
    Bezügeerhöung auf 3,5%, Rückkehr zur 39 Std.-Woche,
    Zahlung eines Urlaubsgeldes.
    Abschaffung des POM-Bauches und und und…..
    Das wären Maßnahmen. Aber ich befürchte schlimmes !!!!
    Wir sind doch selber Schuld. Wer hat diese Leute bloß gewählt ?

  18. „@kimi

    Da gebe ich dir auch vollkommen recht. Diese Reform hat wirklich genau das Gegenteil bewirkt von dem was geplant war. Vermutlich sind 1000 PVB mehr in den Stäben als auf der Strasse. Aus 5 Präsidien hat man 9 Direktionen gemacht, welche jetzt personell so besetzt sind und die selben Aufgaben wie vorher eben die Präsidien haben.
    Die Postwege und die Fahrwege z.B. zu Besprechungen sind alle viel länger und umständlicher geworden. Alles in allem sind die anfallenden Kosten erheblich potenziert worden. Es ist mir völlig unverständlich warum das niemand aus der Führung, der Politik bzw. der Bundesrechnungshof bemerkt !

    Eintrag von Skeptiker am 7.Juli 2011 “

    Kann Dem nur zustimmen! Genau so ist es!
    Das Feinkonzept dieser Reform, sah etwas völlig Anderes vor.
    Es wurde sich nicht daran gehalten.Niemand wird zur Rechenschaft gezogen…wie immer!

  19. „Was ist mit den Planstellenobergrenzen im VB-Bereich??
    Warum wird über das Präsidium das Füllhorn an Beförderungsmöglichkeiten im VB ausgeschüttet???“
    Eintrag von Der perspektivlose VB am 6.Juli 2011

    …Du sprichst die Lösung ja gewissermassen schon selbst an!

    Das BPOLP nimmt für den eigenen Organisationsbereich die Planstellenobergrenze „de luxe“ (Für Oberbehörden)in Anspruch und vollzieht dies aus dem allgemeinen Beförderungshaushalt. Was aber ist in diesem Falle die Folge für die „unten“ (wenn die „oben“ sich etwas mehr gönnen)? – Richtig: Arschkarte! –

    Für „unten bleibt noch weniger, als es die ohnehin bereits katastrophale Stellenobergrenzensituation im Verwaltungsbereich hergibt! Ein übriges tut noch die permanente und fortlaufende Einsparung von Haushaltsstellen im Verwaltungsbereich dazu, die den Flaschenhals für Beförderungen nochmals verengt!

    Eine Lösung wäre es zum Beispiel, die Verwaltungsbeamten insgesamt als Angehörige des BPOLP zu betrachten , um auf diese Weise eine einheitliche Stellenobergrenze von, (glaube ich), 40% A8 und 40% A9 zu erreichen. (Die gleichen Überlegungen betreffen übrigens den Vollzugsbereich auch, sind aber im Verwaltungsbereich zugegeben brisanter)

    Das wären zwar immer noch erheblich zu wenige Beförderungsmöglichkeiten, aber wenigstens mal ein kleiner Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit.

    Dieses Thema ist aber m.W. durch die GdP durchaus bereits vorgetragen worden, hat jedoch kaum eine Chance auf Umsetzung, weil es den oben von mir bereits angesprochenen „Grundsätzen der Umverteilung von unten nach oben“ widersprechen würde…

  20. Lieber Kollege Medgenberg,

    vielen Dank für Deinen Kommentar vom 08.07.2011!!

    Wenn es nicht möglich ist, „die Verwaltungsbeamten insgesamt als Angehörige des BPOLP zu betrachten“ – was äußerst schade ist – sollte man trotzdem, wie bei der POM(POK, POR)-Bauch-Problematik, das Thema immer wieder ansprechen, damit WIR nicht in Vergessenheit geraten.

    Und wenn das nicht zum Erfolg führt, muss man (z.B. unsere Personalvertretungen) sich eben andere Wege, die zu mehr Gerechtigkeit führen, überlegen.
    Wie wäre es denn mit einem „Attraktivitätsprogramm für VB’s“??? oder, oder????

    Schaut mal hier:
    http://www.verwaltung-innovativ.de
    Auf dieser Seite unter Personal/Personalmanagement steht:
    „Die öffentliche Verwaltung ist nur mit kompetenten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern innovativ und leistungsfähig. Die öffentliche Verwaltung braucht ein vorausschauendes und motivierendes Personalmanagement. Dessen breites Spektrum umfasst unter anderem eine quantitative und qualitative Personalbedarfsplanung, Personalgewinnung, Personaleinsatz, Personalführung, Personalentwicklung. Nur durch ein professionelles Zusammenspiel der einzelnen Instrumente kann es gelingen, jederzeit alle Stellen mit Beschäftigten entsprechend ihren Neigungen und Kompetenzen zu besetzen.“

    Ist das im BPOLP oder BMI bekannt??

    Glück-Auf

  21. Eine grundsätzliche Verbesserung der Situation der Verwaltungsbeamten mD wird es in absehbarer Zeit nicht geben, machen wir uns nichts vor, so sehr diese auch wünschenswert wäre.

    Eine Möglichkeit, etwas Druck aus dem „Verwaltungskessel“ zu nehmen wäre es, Funktionsausschreibungen für Aufstiegsdienstposten zu tätigen.

    Hier könnte díe Personalvertretung den Verantwortlichen in den Direktionen immer wieder entsprechende Vorschläge unterbreiten.

    Dies wäre dann die Möglichkeit, ohne Vaseline, allein durch Eignung, Befähigung … etwas zu erreichen.

    – Kein Vorgesetzter, dem meine Nase nicht passt,
    – niemand, in dessen Hinterteil schon Kollege XY steckt
    – kein dummes Gerede über die ach so rigide Quote

    Beim Aufstieg kann dann jeder zeigen, was in ihm steckt.

    Oder auch nicht.

    Aber, der Aufstieg wäre zumindest eine Tür, die einen kleinen Spalt aufstünde.
    In der Vergangenheit nur leider viel zu selten angeboten, durch den Dienstherrn.

    Also, die Herrschaften von der Personalvertretung, nutzt Euren Einfluss in den Direktionen!

  22. Wir VB in den Direktionen haben es ja fast noch gut. Ca. alle zwei Jahre wird einer im mD befördert. Ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal ein VB in den Inspektionen befördert worden wäre. Das war aber auch schon vor der Reform so. Resignierende Grüße

  23. Zitat:

    „Wir VB in den Direktionen haben es ja fast noch gut. Ca. alle zwei Jahre wird einer im mD befördert. Ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal ein VB in den Inspektionen befördert worden wäre. Das war aber auch schon vor der Reform so. Resignierende Grüße

    Eintrag von ROS aus H am 8.Juli 2011“

    Schön, dass Du an Deine Kolleginnen / Kollegen in den Inspektionen denkst!!! Aber bitte nicht resignieren!!!!!

  24. Hat seine Hoheit, König Hans-Peter der 1. auch Stellung zur, im Fokus angekündigten, Etatkürzung genommen ?

  25. Eintrag von „Gelegenheitsgast am 9.Juli 2011“
    Zitat:
    „Schön, dass Du an Deine Kolleginnen / Kollegen in den Inspektionen denkst!!! Aber bitte nicht resignieren!!!!!“
    Frage:
    Warum soll man nicht resignieren???
    Ich wüsste nicht, warum man nicht resignieren kann!!!
    Weißt Du mehr??? Raus damit!!!
    Gibt es ein Licht am Ende des Tunnels???
    (Nur hier muss man aufpassen, das es sich dabei nicht um einen entgekommenden Zug handelt….!!)

    Glück-Auf

  26. „Minister Dr. Friedrich zeigte sich erstaunt über die geplante Verschlechterung der Zugangsaltersgrenzen, für die es offensichtlich gar keine sachliche Begründung gäbe und die ihm auch nicht bekannt gemacht worden sei. Verschlechterungen wolle er auf jeden Fall nicht, zudem müsse man auch schauen, was sich bei den Polizeien der Länder entwickle.“
    Naklar die sparen auf Teufel komm raus!
    Und was ist Ihm denn noch nicht bekannt gemacht worden?
    Hat er sein Laden etwa nicht im Griff?
    Und wie scheinheilig ist das denn bitte?
    Gerade 6 Tage,nach diesem Interview, später muss man erfahren das mal eben 66 Mio eingespart werden sollen!
    Bananenrepublik sag ich da nur noch!
    Wehe wenns mal hier kracht!
    Wir brauchen ein Streikrecht,laut EU könnten wir das auch!
    Was machen denn unsere Gewerkschaften denn zu dieser Thematik bitte schön! Bitte kümmert Euch darum!

  27. Liebe Redaktion!
    Vielen Dank für eure Aufklärung in Sachen „ziviler“ HPR, aber mein diesbezüglicher Einwurf (als alter Kombattant) war eigentlich eher ironisch gemeint…
    Interessant finde ich dabei, dass sich hier etliche Verwaltungskollegen zu Wort gemeldet haben – was ich sehr begrüße! – aber d a r a u f noch keine Reaktion erfolgt ist.
    Machen wir uns nichts vor: die Verwaltung dieser Organisation hat man trotz durchaus realer GdP-Versuche, die es zweifellos schon gab, kaputt-reorganisiert, kaputtgespart und damit letztlich in weiten Teilen demotiviert.
    Vor einigen Jahren sprach die GdP noch von der „Polizeiverwaltung“, heute traut sich das wohl keiner mehr zu sagen, denn die verkorksten Restposten, die sich noch nichtmal mehr überall „Verwaltung“ nennen dürfen, sind das kümmerliche und beschämende Ergebnis einer in jeder Hinsicht stümperhaft und unprofessionell durchgeführten „Neu-Organisation“.
    Und da sich bei dieser Chose einige Herren von ganz oben offenbar sehr engagiert ins Zeug gelegt haben und Anregungen von „unten“ (meine zum Beispiel) außer einem müden Lächeln und einem Formschreiben keinerlei Beachtung fanden, darf man jetzt natürlich nicht mehr zurückrudern, damit nur ja niemand sein Gesicht verliert, oder gar seine neu erworbene Pfründe…
    Und dieses organisierte Chaos, verquirlt mit der Haushaltssch…, sorry, der Haushaltsmisere (!), bei der in Zeiten von Höchststeuereinnahmen zugleich ein Höchstmaß an uneinsichtiger Sparwut ausgelebt wird, erschlägt auch noch die letzten kleinen Fünkchen Hoffnung für uns Verwaltungsleute.
    Jetzt ist es ja mittlerweile auch so weit, dass diese Auswüchse sogar den Vollzugsdienst mit voller Härte treffen – und da muss es ja wirklich schlimm sein…
    Wie sich das alles auf die Organisation und ihre Mitglieder auswirkt, kann man täglich erleben und – wenn ich mich so dunkel erinnere – kann man auch in der „Klartext“-Studie nachlesen.
    Aber: wen interessiert die überhaupt noch?
    Und wir Verwaltungsleute haben in dieser ehemals löblichen Organisation nichts mehr zu erwarten, weshalb wir außer einer kollegialen Erwähnung seitens der GdP (immerhin!) einfach nicht mehr stattfinden.

  28. Danke Jürgen P. Rubeck!!!
    Du sprichst mir aus der Seele!!
    Ich kann von einer Seite nur sagen:
    Mein Begeisterung hat einen gewaltigen Knacks bekommen, denn für uns Verwaltungsleute zählt nur noch:
    „Auch MIT Fleiß – KEINEN Preis!!“

    Glück-Auf