Zeitdruck belastet viele Beschäftigte

* Quelle: Lars Eric Kroll, Stephan Müters, Nico Dragano: Arbeits belas - tungen und Gesundheit, Herausgeber: Robert Koch-Institut Berlin 2011 Download und Quellendetails: www.boecklerimpuls.de

* Quelle: Lars Eric Kroll, Stephan Müters, Nico Dragano: Arbeits belas - tungen und Gesundheit, Herausgeber: Robert Koch-Institut Berlin 2011 Download und Quellendetails: www.boecklerimpuls.de

Jede siebte Frau und jeder fünfte Mann arbeiten unter Bedingungen, die sie als Gefahr für ihre Gesundheit empfinden.

Ein erheblicher Teil der Beschäftigten geht davon aus, dass mit ihrem Tagewerk Gefahren für das körperliche und seelische Wohlbefinden verbunden sind. Jeder fünfte Mann bezeichnet seine Arbeitsbedingungen als insgesamt „stark oder sehr stark gesundheitsgefährdend“. Zu dem gleichen Schluss gelangt jede siebte berufstätige Frau. Das berichtet eine Studie des Robert-Koch-Instituts, für die knapp 13.700 erwerbstätige Frauen und Männer von 18 bis 64 Jahren befragt wurden.
Seele. Die häufigste Einzel-Belastung ist das Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck. 36 Prozent der Frauen und 44 Prozent der Männer sagen, dass sie im Job häufig unter Zeitnot und Leistungszwang leiden. Dieser Stressfaktor steigert ebenso wie ein schlechtes Betriebsklima die Sensibilität für andere schädliche Einflüsse. Gerade Frauen erleben diesen Effekt besonders stark, schreiben die Studienautoren Lars Eric Kroll, Stephan Müters und Nico Dragano. 18,5 Prozent aller Befragten nannten strikte Vorgaben als potenzielle Ursache von Krankheiten.
Körper. Trotz des fortschreitenden Wandels der Wirtschaft müssen noch immer viele Menschen in Deutschland im Beruf mit körperlichen Belastungen und schlechten Arbeitsbedingungen zurechtkommen. Jeder dritte Befragte arbeitet häufig bei Lärm, Hitze oder Kälte. 27,3 Prozent der Erwerbstätigen müssen oft schwere Lasten heben und tragen. Insbesondere Frauen sorgen sich der Studie zufolge, dass dies ihre Gesundheit gefährden kann. Bei ihnen ist die körperliche Belastung in der Kranken- und Altenpflege besonders stark. Männer sehen die eigene Gesundheit vor allem am Bau, im Handwerk, im Güterverkehr und im Personentransport in Gefahr.
Status. Arbeiter berichten etwa doppelt so häufig wie Angestellte und Beamte von einer starken gesundheitlichen Gefährdung durch den Beruf. 30 Prozent der männlichen Facharbeiter geben an, dass sie starken oder sehr starken Gesundheitsgefährdungen ausgesetzt sind – bei Angestellten sind die Zahlen nur etwa halb so groß. Laut Deutscher Rentenversicherung gingen vor zwei Jahren 80.702 Frauen und 90.427 Männer aufgrund einer krankheits- oder unfallbedingten Verminderung ihrer Erwerbsfähigkeit vorzeitig in Rente. Das waren etwa 14 Prozent aller Rentenzugänge.

Artikel zum ausdrucken

Share

Themenbereich: DGB | Drucken

4 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Ja, gut. Diese Studie hat Deutschland noch gebraucht.
    Nur wen interessiert das, schaun wir doch in unsere Organisation… Hilft Dir keiner, hilf Dir selbst!
    Ich gehe davon aus, dass von der BPOL und der BReg, trotz vollmundiger Versprechungen, nix passieren wird.
    Alles andere würde mich überraschen. Aber, ich lass mich gerne überraschen…

  2. Zeitdruck haben wir bei der BuPo selber genug. Geschaffen wurde dieser Druck insbesondere von den „High Potentials“ aus der selbsternannten Managementriege durch Zahlen Daten Fakten, Extrafahndungstage, Aufgriffsstatistiken, Dienstgruppenvergleichsstatistiken und die tollen Powerpointpresentationen mit den „Kuchen und Türmen“.
    Es muß ja immer alles schneller, höher und weiter gehen.
    Da bleibt halt die Gesundheit und Berufszufriedenheit der Belegschaft auf der Strecke !

  3. Danke für diese Infos…, es ist schön nicht allein zu sein, aber der Zeitdruck ist es nicht wirklich der uns zu schaffen macht.
    Eher das Gegenteil. Die endlosen Wochen, Monate und Jahre ohen Ergebnisse und Informationen.
    Es wäre schon ein Fortschritt gewesen, wenn man die laufende Reform zeitlich mal etwas eingegerenzt hätte. So ist der Ungewissheit und der Gerüchteküche Tür und Tor geöffnet und die viele Zeit, die vergeht und vergangen ist, wirkt schlimmer als ein möglicher Zeitdruck beí arbeitsmäßiger Zufriedenheit.
    Es gibt auch so etwas wie positiven Stress-der kommt aber nur auf wenn alle in eine Richtung marschieren und das „Heer“ der Krieger nicht von Jahr zu Jahr weniger wird.

  4. Leute, macht euch nicht kaputt. Denkt an eure Gesundheit und an eure Familien. Derer Dank ist euch gewiss… der des Dienstherren wird euch stets hinterher eilen!!!