DGB und GdP streiten weiter für besseres Polizeilaufbahnrecht

Der vom Bundesinnenministerium vorgelegte Entwurf einer neuen Bundespolizeilaufbahnverordnung steht weiter im Zentrum der gewerkschaftlichen Kritik.

Im Rahmen des im Bundesministerium des Innern unter Leitung von Abteilungsleiter Franz-Josef Hammerl sowie seines Vertreters Ralf Göbel, der Referatsleiterin Christine Bullmann, der für den Entwurf federführenden Referentin Elke Büchner sowie der Präsidiumsvertreter Jan Hohendorf und Jörg Pietrkiewicz durchgeführten Anhörungsverfahrens der Spitzenorganisationen der Beamtinnen und Beamten bekräftigten die Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Henriette Schwarz, und der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sven Hüber, die bereits in der schriftlichen Stellungnahme vorgetragenen Einwendungen. Insbesondere der durch die Ministerialen vorgesehene Paradigmenwechsel und damit einhergehende Verschlechterungen bei den Aufstiegsverfahren wurden durch die Gewerkschafter massiv kritisiert. Nach den jetzt vorliegenden Vorstellungen sollen die Möglichkeiten des begrenzten Aufstieges ab 2015 erheblich eingeschränkt und verschlechtert werden.

Der spätestens ab 2015 beabsichtigte Paradigmenwechsel für die Aufstiegsverfahren vom mittleren in den gehobenen Polizeivollzugsdienst äußert sich dabei in folgenden Punkten:
– in der Etikettierung des Aufstiegs mit Fachhochschulstudium von der Bezeichnung „Ausbildungsaufstieg“ in die Bezeichnung „Regelaufstieg“, der nur in Brühl und Lübeck wahrgenommen werden kann. Dieser Aufstieg soll nach den Vorstellungen der ministerialen Erfinder und der anwesenden Vertreters aus dem Bundespolizeipräsidium dann nicht mehr – wie bisher – eine von vier möglichen und auch örtlich alternativen Aufstiegsformen sein, sondern eben die „Regel“-Form.
– in der Abschaffung sowohl des unbegrenzten und als auch des begrenzten Praxisaufstieges, welche – anders als in der Verwaltungslaufbahn – in der Bundespolizei seit 2002 tausendfach absolviert wurden. Eine berufsbegleitende Möglichkeit des Laufbahnwechsels wird damit – aus Gewerkschaftssicht völlig unnötig – abgeschafft.
– in der Verschlechterung der Alterszugangsgrenzen für Beamtinnen und Beamte, die an einem Aufstieg mit begrenzter Ämterreichweite teilnehmen wollen, von 40 auf 45 Jahre. Dieser Aufstieg, der inhaltlich deckungsgleich mit dem bisherigen begrenzten Praxisaufstieg ist, soll umbenannt werden in „Verkürzter Aufstieg“.

Die GdP und der DGB sehen bereits in der Einschränkung der bisherigen Aufstiegsvielfalt auf nur noch zwei Angebote eine Beschränkung, die unnötigerweise die beruflichen und privaten Lebensplanungen eingreift.

Im Gespräch konnten die Ministerialen den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen keine stichhaltige Begründung für die beabsichtigte Abschaffung der Praxisaufstiegsregelungen geben. Die Bundesregierung hatte hingegen noch in der Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mitgeteilt, dass sie „grundsätzlich“ die Auswirkungen des bisherigen vielfältigen Laufbahnmodells mit Ausbildungs-, Praxis- und begrenztem Praxisaufstieg auf den Dienstalltag „positiv“ bewerte und begründete dies seinerzeit auch: „Da in allen Aufstiegsvarianten am Ende der Lernerfolg festgestellt wird, ist sichergestellt, dass nur solche Beamtinnen und Beamte in die höhere Laufbahn aufsteigen, die die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nachweislich besitzen.“
In der jetzigen Anhörung wurde dem von den Ministeriumsvertretern auch nicht widersprochen.

Die Gewerkschaftsvertreter wiesen darauf hin, dass bereits seit Mai 1993 (also bereits weit vor dem Attraktivitätsprogramm und eingeführt durch die damalige CDU/CSU-FDP-Koalition) für Beamtinnen und Beamte des mittleren Polizeivollzugsdienstes in der Bundespolizei die laufbahnrechtliche Möglichkeit besteht, um den Preis einer begrenzten Ämterreichweite auch vereinfacht in den gehobenen Polizeivollzugsdienst aufzusteigen. Zwar wechselten mit den Jahren die Bezeichnungen (zunächst „Aufstieg für besondere Verwendungen“, später „Begrenzter Praxisaufstieg“), jedoch blieb der tragende laufbahnrechtliche Ansatz regelmäßig der Gleiche:

1. der Polizeiberuf ist auch beim Bund grundsätzlich und regelmäßig ein Aufstiegsberuf
2. für Funktionen, die keine volle Ämterreichweite benötigen, können Beamte des mittleren Dienstes auch ohne Fachhochschulstudium (Bachelor-Studium) aufsteigen und bis zur Besoldungsgruppe A 11 befördert werden
3. die Funktionen des gehobenen Polizeivollzugsdienstes, die eine volle Ämterreichweite und einen Bachelorabschluss erfordern, bleiben Aufstiegsbeamten mit voller Fachhochschulausbildung oder sogenannten „Seiteneinsteigern“ vorbehalten

Etwa ein Drittel der Stellen des gehobenen Dienstes wurde seither durch sogenannte Seiteneinsteiger (Abiturienten, die direkt in das Fachhochschulstudium einsteigen) besetzt, zwei Drittel durch Aufstiegsbeamte aus dem mittleren Dienst. Von den zwei Dritteln Aufstiegsbewerbern wiederum nahmen ca. 33 Prozent am Ausbildungsaufstieg mit Fachhochschulstudium, 12 Prozent am berufsbegleitenden Praxisaufstieg mit Fachhochschulabschluss sowie 55 Prozent am begrenzten Praxisaufstieg mit bei A 11 eingeschränkter Ämterreichweite teil; der Anteil der Aufstiegsbeamten im Bereich des gehobenen Polizeivollzugsdienstes der Bundespolizei sollte grundsätzlich 2/3 nicht übersteigen (so in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der FDP, BT-Drucksache 16/4332). Diese sogenannte „Drittelregelung“, wonach ein Drittel „Seiteneinsteiger“, ein Drittel Aufsteiger mit voller Laufbahnbefähigung und ein Drittel Aufsteiger mit begrenzter Ämterreichweite den Personalersatz für den gehobenen Polizeivollzugsdienst stellen sollen, ist seit 1993 tragender Grundsatz der Personalentwicklung in der Bundespolizei.

Das Bundesministerium des Innern vertrat bisher zudem die zutreffende und auch von der GdP geteilte Auffassung, dass – abweichend von der allgemeinen inneren Verwaltung – bei der Gestaltung der Aufstiegsverfahren der Bundespolizei „die Besonderheiten des Polizeiberufes eine besondere Rolle“ spielen, weil „die Laufbahn der Polizei seit Alters her vom Aufstieg geprägt ist (sog. Einheitslaufbahn). Sogenannte Seiteneinsteiger bilden […] nach wie vor nicht die Regel. Polizeiarbeit ist eine von Berufserfahrung lebende und davon fortentwickelte Tätigkeit“ und der Personalbedarf im gehobenen Dienst durch Aufstiegsverfahren, die die volle Ämterreichweite vermitteln (wie bisher der Ausbildungs- und unbegrenzte Praxisaufstieg und nunmehr der ‚Regelaufstieg‘) „nicht vollständig gedeckt werden kann und aufgrund der Dienstpostenstruktur auch nicht gedeckt werden muss“. „[Die Bundespolizei] verfügt über eine beachtliche Zahl von Funktionen, die sich im Schnittbereich von zwei Laufbahnen bewegen. Beamtinnen und Beamten, die diese Funktionen aus Gründen der Kontinuität längerfristig wahrnehmen sollen, benötigen auf der einen Seite Erfahrungen und Kenntnisse aus der niederen Laufbahn, auf der anderen Seite aber keine volle Ämterreichweite.“

Diese Feststellungen haben nach wie vor Bestand; auch ihnen wurde in der Anhörung durch die Ministeriums- und Präsidiumsvertreter nicht widersprochen. Umso mehr kritisieren die Gewerkschaften, dass der jetzt vorgelegte Laufbahnverordnungsentwurf nicht zu der beschriebenen Personal- und Funktionsstruktur der Bundespolizei passt.

Die Altersgrenze für den Aufstieg mit bei A 11 begrenzter Ämterreichweite lag anfangs bei 45 Jahren und wurde im November 2008 auf 40 Jahre verbessert. Ähnliche Verfahren gibt es bei den Polizeien der Länder; so kann man z.B. bei der Polizei Berlin ab dem 35. Lebensjahr in einer einjährigen dienstbegleitenden Einführungszeit in den gehobenen Dienst aufsteigen, im Land Baden-Württemberg kann ab dem 40. Lebensjahr mit begrenzter Ämterreichweite vereinfacht aufgestiegen werden.

Der Bundesminister des Innern teilte zudem in einer Presseerklärung am 10. Dezember 2008 mit, dass er „weitere Verbesserungen“ beim Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst anstrebe. Dieser politischen Zusage, an der sich auch der jetzige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich  messen lassen muss, wird der jetzige Verordnungsentwurf nicht gerecht. Die Zusage von weiteren Verbesserungen kann nach Gewerkschaftsmeinung nicht durch die Einführung von Verschlechterungen gebrochen werden.

Insbesondere sollen nach den jetzt vorliegenden Vorstellungen die Möglichkeiten des begrenzten Aufstieges ab 2015 erheblich eingeschränkt und verschlechtert werden.
Damit werden insbesondere die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen wieder verschlechtert, weil es vielen Beamtinnen aus familiären Gründen nicht möglich ist, ein mindestens 26 monatiges, ausschließlich in Brühl und Lübeck angebotenes Fachhochschulstudium anzutreten und zudem der Praxisaufstieg als berufsbegleitendes Studium entfallen soll. Für viele Frauen soll nun Alternative einer heimatnahen Aufstiegsmöglichkeit mit begrenzter Ämterreichweite ab dem 40. Lebensjahr entfallen.

Zudem steht für die Gewerkschafter zu befürchten, dass der nun ab 2015 vorgesehene durchgängige Regeleinsatz von vornehmlich Bachelor-Absolventen auf Dienstposten, die „keine volle Ämterreichweite [benötigen]“, mittel- und langfristig zu weiteren Frustrationen führen muss, weil diese Beamtinnen und Beamten mit voller Ämterreichweite sich aufgrund der Planstellenkegelung im gehobenen Dienst nicht oder nur zeitlich sehr mühsam fortentwickeln können.

Ergebnisse der bereits im Februar 2007 gegenüber der FDP angekündigten Evaluation der bisherigen Aufstiegsverfahren, insbesondere auch zu den Abschlussergebnissen der Verfahren des begrenzten Praxisaufstieges und der nachfolgenden Bewährung und Beurteilung in der neuen Laufbahn, konnten in der Erörterung durch das BMI nicht offeriert werden, weil die Evaluation immer noch nicht abgeschlossen ist. DGB und GdP fordern daher, die bisherigen Verfahren des Praxisaufstieges ohne Analyse ihrer Bewährung nicht abzuschaffen.

Der DGB und die GdP müssen und werden im Interesse und in Verantwortung für eine zukunftsfähige Personalentwicklung in der Bundespolizei den Druck auf das Ministerium auch über die Politik weiter erhöhen, damit die sachlich nicht begründeten, unnötigen und zukunftswidrigen Verschlechterungen in den Aufstiegsverfahren verhindert werden.
Nach Gewerkschaftsauffassung sollten die ohnehin schlechten Beförderungsmöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht noch durch zusätzliche Verschlechterungen der Aufstiegsmöglichkeiten verschärft werden.

Aufgrund der gewerkschaftlichen Einwendungen überprüfen will das BMI hingegen bereits jetzt seine Positionen in zwei ebenfalls kritisierten Feldern. Zum einen soll das Thema „Treppenaufstieg“ neu geprüft werden. Damit ist die Möglichkeit der vollen Ämterreichweite der Laufbahn für Beamtinnen und Beamte gemeint, die bisher nur eine begrenzte Ämterreichweite besaßen. Zum anderen will das BMI erneut Sinn und Notwendigkeit der Einführung einer mindestens dreimonatigen, generellen „Erprobungszeit bei der Übertragung eines höherwertigen Dienstpostens“ prüfen. DGB und GdP hatten kritisiert, dass dies lediglich neue, völlig unnötige Bürokratie produziere und niemand nachvollziehen könne, warum zum Beispiel der Wechsel eines PVB aus der Gruppe einer Einsatzhundertschaft in die Funktion eines Kontroll- und Streifenbeamten nun nochmals mit einer Bewährungszeit samt Vermerken und Bürokratie überfrachtet werden soll. Auch über die Möglichkeit der Entsendung zum Studium in gesuchten, dienstlich begehrten bestimmten (technischen) Fachrichtungen wird erneut beraten.

Das Bundeskabinett soll sich voraussichtlich im Oktober 2011 mit der Bundespolizeilaufbahnverordnung befassen.

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32 Kommentare
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  1. nicht nur mütter können sich eine 2 jährige abwesenheit von zu haus nicht leisten.
    ich für mich hatte den 2jährigen praxisaufstieg ins auge gefasst, kann ich dann wohl nach jetziger lage vergesen.

  2. Bitte liebe GdP, kein Treppenaufstieg. Die volle Ämterreichweite nur für Kollegen mit Diplom oder Bachelor. Ich fände es ungerecht wenn die VAV Kollegen auf Jahre hinaus die Stellen in der mittleren Führungsebene besetzen und die mit voller Reichweite nicht nachrücken können.
    Bitte nicht falsch verstehen Kollegen. Ich gönne jeden die Euros mehr und auch die Führungsverantwortung.Aber für VAVler bitte die „untere“ Führungsebene und Deckelung bei A11. Das wäre nur gerecht für alle anderen die sich 2 oder 3 Jahre „durchboxen“.
    Kollegiale Grüße

  3. Aufstieg mit bei A 11 begrenzter Ämterreichweite ist schon so ok.Müsste aber so sein, dass der PVB auf seinem DP auch A11 werden kann. Also Anhebung des aufschichtungsfähigen DP von A 9/10 nach A 9/11.

  4. Es sollte so bleiben wie es ist. Ein Kollege, der den begrenzten Aufstieg wählt, sollte das weitermachen, was er vorher auch gemacht hat. Wenn ich jetzt sehe, dass die Kollegen GL Praktikas absolvieren, dann frage ich mich wieso. Die GL Stellen und aufwärts sollten durch die Kollegen besetzt werden, welche die 2 bzw. 3 jährigen Ausbildung gewählt haben. Wenn jemand meint (begrenzter Aufstieg), eine GL Stelle besetzten zu wollen, sollte er einen extra Lehrgang besuchen (gibt`s zwar noch nicht`, müßte also geschaffen werden). Kurzum, begrenzter Aufstieg für Kollegen, die dann das weitermachen, was sie vorher gemacht haben.

  5. @ aufsteiger

    Ich geb Dir vollkommen Recht. Hab auch den vollen Aufstieg über 2 Jahre in nem A Lehrgang gemacht. Lübeck, Brühl Afz etc. Und jetzt sitzt man auf ner 9-10 er Stelle und kommt nicht auf ne 9-11er weil die Kollegen vom VAV vorher Z waren und gleich POK sind. Somit schlagen sie einen immer bei Bewerbungen wenn man selber noch PK ist. Und das seit 4 Jahren.

  6. POM, 41Jahre alt, KSB.
    Keine Hoffnung mehr, mittlerweile wird das ganze System als sowas von ungerecht empfunden, es produziert 50% Gewinner und 50% Verlierer. Verlierer sind immer die Gleichen.
    In dem Bericht oben extra Frauen als benachteiligt zu sehen, zeigt den ewig gestrigen Geist der Veranstaltung. Ich kann es mir auch nicht leisten 2 Jahre umzäunt zu wohnen. Der Aufstieg kann die Scheidung nicht bezahlen.
    Macht einfach einen Regelaufstieg, die Guten früher die anderen eben regelmäßig.

  7. Genau, denn das tun sie jetzt schon, weil die mD-Beurteilungen der VAV-ler noch einige Jahre „nachwirken“…

  8. Was für eine hervorragende Diskussion ihr doch führt.
    Schon 4 Jahre PK? Mein Gott wie fürchterlich. Ich kenne Kollegen die sind seit 6 Jahren PM. Was denn, so ein nachgemachter Offizier hat eine 9-11 Stelle und der richtige Offizier nur 9-10? Sofort klagen Kollege, das darf nicht sein. Schließlich hat man ja Abitur gemacht und wurde 3 Jahre ausgebildet. Und zwar in Lübeck, Brühl und sogar in einem AFZ. Und bitte, bitte, bitte keine VAV Menschen in Führungspositionen. Solange es Mitarbeiter wie euch gibt wird es mir nicht Bange um den Buschu.
    An alle Kollegen: Glück auf

  9. @ Herr Schulze,

    genau so ist es. Während man sich im mD den allerwertesten aufreist, nur um 1 Bewertungsstufe nach oben zu kommen, wird man im gD nach oben gelobt wenn man nur ein 4 leistet (Erfüllung der Anwesenheitspflich).
    Tolles Bewertungssystem, wenn man sich anhören muss dass man ein „Quotenopfer“ ist… ludicrous!

  10. Kleine Korrektur. In Berlin kann man ohne jeden Lehrgang in den gD aufsteigen. Nach POM kommt PK. Alle PHM, mich eingeschlossen, wurden im letzten Jahr „umlackiert“. Ich kann OHNE Lehrgang POK werden. Das kam natürlich bei allen Betroffenen Kollegen gut an. Auch aus den Reihen der „richtigen“ PK´s gibt es wenig bis gar kein Neid.

  11. @ Goethe

    So soll`s sein. Auch bei anderen Bundesländern funktioniert das. In unserem Bundesland wird der PHM, der das Z erhält, kurze Zeit später PK und wieder etwas später POK. Alles prüfungsfrei. Wie gesagt, beim Land geht`s.

  12. hallo,

    ich bin 49 jahre und pom im direktionsbereich hannover…gibt noch mehr von mir…..

    was haben die pk oder pok für sorgen…

    und welcher aufstieg bleibt für uns ältere pom…..praxisaufsteig,2 jahre….toll…für die älteren im grunde der schwirigste aufstieg,den darf man,aber den 1/2-jährigen nicht,dafür ist mannicht geeignet….

    danke…ein pom

  13. @ PVB aus Mitte:
    Dann schlage doch den Kollegen vor sich auch dem EAV gD zu stellen.
    Wenn du so unzufrieden bist dein Problem. Es ist an dir etwas zu ändern oder deine Kollegen zu motivieren.
    Bis zu deinem Beitrag war hier eigentlich nur sachliches zu lesen.
    Na denn. Auch Glück auf

  14. Würde der Dienstherr seine Beamten des m.D. in der BPOL tatsächlich bis in das Endamt A9z befördern, wären diese Diskussionen überflüssig.
    Viele Bundesländer machen es uns vor ihre PVB, gerade aus dem m.D., gerecht zu besolden. Angefangen durch Regelbeförderung, Beförderungen bis zum Endamt vor Erreichen der Altersgrenze bis hin zur Überleitung.
    Wenn der Dienstherr die Angehörigen der BPOL nicht anders besolden möchte oder kann, sollte zumindest die Hürde für einen Wechsel zu einer anderen Behörde abgebaut werden!

  15. Tut mir leid, aber ich muss mal wieder „stänkern“:
    der Polizeiberuf ist – um Unterschied zur Verwaltung – seit Alters her – vom Aufstieg geprägt!!
    Na also: hier spricht der wahre Geist, der uns Verwaltungssleuten den berühmten Tritt in den Allerwertesten verpasst. Der Beruf des Verwaltungsbeamten ist damit also – im Unterschied zum Polizeiberuf, siehe oben! – vom Stillstand geprägt.
    Damit haben sich die Schreiber dieser Zeilen selbst geoutet, als Verwaltungsbeamter brauche ich da, glaub ich, nichts mehr zu sagen – und auch nichts mehr zu erwarten.
    Danke jedenfalls für die Offenheit!

  16. … warum einfach, wenn es umständlich auch geht …

    … bei den länderpolizeien gab und gibt es funktionierende und sinnvolle aufstiegsverfahren …

    … nur wir wollen / müssen das rad neu erfinden …

    … und erfinden genau DAS was zum scheitern verurteilt ist … nach dem motto … der ist zwar gegen die wand gelaufen ohne sie zu durchbrechen … das probieren wir jetzt auch einige jahre und stellen dann fest … es klappt ja doch nicht … um dann noch einige jahre später zu sagen, das was xy vor vielen vielen jahren gemacht hat funktioniert … jetzt machen wir das auch …

    … nur nicht zugeben das andere polizeiorganisationen funktionieren, immer schön darauf bestehen das ummögliche zu fordern und zu gestalten … nichts anderes als duftmarken zu setzen … die organisation zukunftsweisend zu entwickeln zählt nicht … bin ja eh bald weg … der nächste macht es auch so … schon sind wir angekommen wo wir jetzt stehen …

    … die hoffnung stirbt zuletzt … augen zu und durch … auch wenn es in der seele schmerzt … mit hoher geschwindigkeit gegen den brückenpfeiler … und wehe es wagt jemand etwas von lenken oder bremsen zu sagen … dann aber du ewig gestriger … reformbremser … und so weiter … und so weiter … lol …

  17. @Hauke,

    könnte man da bei der BPOL nicht von „Futterneid“ oder „Kompetenzneurose“ reden?

  18. Die Diskussion erinnert mich an die Anfang-Neuziger-Jahre dort wurde, z.B. im GSK Mitte, doch ernsthaft darüber debattiert, ob die 16a Leute auch ins Offizierskasino der richtigen Offiziere dürfen – eigentlich sind das doch – naja, also, die sind doch keine richtigen…usw…
    Nach meiner Erfahrung zeigt sich doch im Laufe der Dienstzeit und meist sehr schnell, wer das Zeug zum Aufstieg hat, wer eine Führungsneigung hat, wer führen will und kann, wer eine natürliche Autorität hat, wer akzeptiert wird auch ohne große Deko auf der Schulter, wer sich versteckt, wer Tagebuchnummer machen will und sie bearbeitet, wer nur immer dabei ist, und wer sich ab und zu anhören muss: „Warum machst du das – du bist doch schon POK oder PHMZ oder was auch immer??? Das sind die Leute die den Aufstieg machen sollten egal ob POM, PHM oder PHMZ. „Geschenke“ und Gefälligkeitsbeurteilungen weil man nah am Chef dient, sind daber leider immernoch die Regel.

  19. Eintrag von PVB aus Mitte:

    „Was für eine hervorragende Diskussion ihr doch führt.
    Schon 4 Jahre PK? Mein Gott wie fürchterlich. Ich kenne Kollegen die sind seit 6 Jahren PM. Was denn, so ein nachgemachter Offizier hat eine 9-11 Stelle und der richtige Offizier nur 9-10? Sofort klagen Kollege, das darf nicht sein. Schließlich hat man ja Abitur gemacht und wurde 3 Jahre ausgebildet. Und zwar in Lübeck, Brühl und sogar in einem AFZ. Und bitte, bitte, bitte keine VAV Menschen in Führungspositionen. Solange es Mitarbeiter wie euch gibt wird es mir nicht Bange um den Buschu.
    An alle Kollegen: Glück auf“

    Danke, Du sprichst mir aus der Seele. Im Gegensatz zu vorstehenden Beitrag, ist das nicht ironisch gemeint!!! Wir müssen uns nicht selber gegenseitig etwas vorwerfen. Davon provitiert nur Einer. Gruß

  20. @PVB aus Mitte
    Ich habe selten so einen Blödsinn wie von dir gelesen. Ich bin jetzt seit Übernahme der Bahnpolizei auf einem sehr großen deutschen Bahnhof, einer Schwerpunktdienststelle, beschäftigt. Also seit 20 Jahren im Einzeldienst. Ich habe letztes Jahr mein VAV gemacht und habe keine GL-Stelle. Die haben bei uns die ganz jungen PK aus der Kaderschmiede in Lübeck. Und die haben weder Führungseigenschaften, noch Lebenserfahrung noch Berufserfahrung. Ich fühle mich tausendmal wohler, wenn bei uns ein alter Hase oder ein guter PHM führt. Denn dann brauch man draußen keine Angst zu haben, dass einem etwas passiert.

    Und wer das VAV in der kurzen Zeit absolviert hat, der weiß auch was er getan hat. Auch beim VAV gibt es Klausuren und ein abschließendes Gespräch. Auf meinen Lehrgang haben alle ständig gelernt, damit diese Hürden zu nehmen sind. Geschenkt wird dort einem rein gar nichts.

    Hätte ich vorher mein Z gehabt, hätte ich den Humbug gar nicht gemacht. Denn nun bekommt man als dreifacher Familienvater, der ein Haus gebaut hat und über 25 Jahre bei diesem Verein ist von der Führung gesagt, dass jeder voll laufbahnbefähigte Kollege immer besser ist, wie ein VAV-PVB. Und das kann es in meinen Augen gar nicht sein. Denn die Lebens- und Berufserfahrung hat dieser junge Kollege niemals. Aber so ist es von der Führung gewollt. Für mich nicht nachvollziehbar, denn die Ausbilder in dem AFZ haben einem immer wieder gesagt, dass die Ausbildung des VAV auf GL abgestimmt ist. Deswegen auch die ganze Führungslehre, die ich bis dato noch nicht einmal brauchte…..

  21. an pvb bfhu….

    lies mal richtig…es geht darum,warum dem phm ein halbes jahr reichen zum pk oder pok und der pom überhaupt gar keine chance hat,den begrenzten praxisaufstieg zu machen….
    der pom hat ja noch nicht einmal die chance auf den begrenzten,wenn er das eav besteht…..nicht das vav,sondern das eav….
    und netten gruß kollege,ich bin im aufstieg,2 jahre….mir würde aber der begrenzte reichen,wäre ich mit zufrieden…..

    gruß

  22. Im Grunde genommen, wird doch den Verlierern im System die Ehre genommen. Auf jedem Lehrgang wird man gefragt, „was hast Du den ausgefressen“. Fussballeinsätze sehen immer öfter wie ein Ausflug des Altersheims aus, nur in Uniform.
    Man will doch den Leuten die Würde und Ehre nehmen. Schade nur, dass schlecht motivierte Leute die auch noch überaltert sind, unsere Landsleute beschützen sollen. Im GD wird mitunter im 2 Jahre Rythmus befördert. Ein POM mit 50 Jahren und 6 Punkten kann sich im Verhältnis gar nicht schlecht genug dabei fühlen.
    Wir brauchen die Starke GdP und einfache Laufbahnsysteme. Macht die Leute im MD nicht kaputt mit verschiedenen Aufstiegen. Handauflegen und Kaminzimmergespräch reichen, zumal doch hinterher der gleiche Job gemacht wird.
    So, und jetzt nehme heißt es ackern.

  23. @ ah
    Du hast mich nicht verstanden, oder?
    Bin aus dem mD. Muß das VAV machen, weil mein Dienstposten es verlangt.
    Mache danach das gleiche wie jetzt. Werde kein A9z und auch kein POK. Ist mir aber egal.
    Vielleicht liest du meinen Beitrag mit diesen Informationen noch mal durch und du wirst wissen, wie ich es meine.

  24. Vielen Kollegen wurde durch das EAV- Verfahren die Ehre, Anerkennung und Selbstwertgefühl genommen. Wer dort durchgefallen ist, der ist für uns alle oft verloren gegangen. Schade. Wir waren schon einmal ein besserer Laden.

  25. habe da mal eine Frage an die erfahrenen Gewerkschaftler, obwohl ich selber nicht „betroffener“ bin. Bei unserer Dienststelle/ Standort hält sich hartnäckig das Gerücht, dass man demnächst mit eingeschränkter Laufbahnbefähigung auch A 12 werden kann. Es sollen schon „Pläne“ in den Schreibtischen liegen. Persönlich kann ich mir das nicht vorstellen, wäre aber schön, wenn sich hier mal ein kompetenter dazu äußern würde.
    Grüße aus dem Norden,

  26. Im vergangenen Jahr machte es und mal wieder eine LaPo vor. In Berlin wurden zum 01.08.2010 knapp 3000 PHM’s & PHM’s(z) ohne zusätzliche Qualifikation zu Kommissaren befördert. Den Dienstgrad PHM wird es zukünftig nicht mehr geben. Vom POM zum PK.
    Wieso schaffen es andere Verwaltungen, nicht nur bei den Polizeien, ihre Beamten angemessen zu besolden?
    Daran gemessen erkennt man die geringe Wertschätzung die uns die Bundespolitiker entgegenbringen.
    Anfrage an die GdP:
    In wieviel Bundesländern gibt es mittlerweile die zweigeteilte Laufbahn bzw. diese Überleitungen? Zu den Ländern mit den drei Laufbahnen: Wie hoch ist hier der Anteil der PHM & PHM(z) und wie alt sind die POM’s dort im Schnitt?
    Diese Zahlen sollte man dem BMI vorlegen und fragen, was unsere Leute im Gegensatz zu den Länderkollegen, falsch machen oder ob wir schlechtere Arbeit leisten.

  27. @zufriedner

    Ich denke bei A 11 reicht es für die VAV-Aufsteiger!

    Wichtiger wäre dass im mD von Allen die A9 + Z erreicht werden könnte!

    Und ich bin guter Hoffnung, dass die GdP das auch als eines ihrer Schwerpunkte angeht und noch fertig bringt!

    YES

  28. Alle PHM zum PK ernennen hat man in RLP auch gemacht, jetzt gehen die Kollegen halt nicht mehr als PHM sondern als PK in Pension. Als PHM hätten die Kollegen ggf. noch die Chance auf das (Z) gehabt, aber als PK ist für die allermeisten EDEKA. Ist m. E. auch nicht gerade der Weisheit letzter Schluß.

  29. @Hauke

    Es sollte so bleiben wie es ist. Ein Kollege, der den begrenzten Aufstieg wählt, sollte das weitermachen, was er vorher auch gemacht hat. Wenn ich jetzt sehe, dass die Kollegen GL Praktikas absolvieren, dann frage ich mich wieso. Die GL Stellen und aufwärts sollten durch die Kollegen besetzt werden, welche die 2 bzw. 3 jährigen Ausbildung gewählt haben. Wenn jemand meint (begrenzter Aufstieg), eine GL Stelle besetzten zu wollen, sollte er einen extra Lehrgang besuchen (gibt`s zwar noch nicht`, müßte also geschaffen werden). Kurzum, begrenzter Aufstieg für Kollegen, die dann das weitermachen, was sie vorher gemacht haben.

    Auch ich habe den begrenzten Aufstieg gemacht (16a) und hatte anschließend das gemacht, was ich vorher gemacht hatte, nämlich DGL. Bin ich jetzt, nach der letzten Reform, nicht mehr. Aber ich habe noch das Ernennungsschreiben bei mir: Aufstieg beschränkt auf die Tätigkeit als Dienstgruppenleiter.
    Soviel zu Deiner Aussage: Jeder solle das weitermachen, was er vorher gemacht hat.

  30. @loddel:

    Der begrenzte Praxisaufstieg beinhaltet unter anderem auch, ausser das man den bisherigen Posten weiter macht, wenn es dienstlich erforderlich ist, eine Funktion bis stellv. DGL wahrnimmt. Daher auch die, begrenzte, Ausbildung im Aufstieg mit FFB, Führungslehre, Einsatzlehre pp. Und warum sollten die Kollegen nicht die Funktion als GL wahrnehmen? Durch jahrelange Praxis/Erfahrung sind sie damit qualifiziert. Diese würde ich frischen Absolventen vorziehen, ohne die 2 bzw. 3 jährigen abzuwerten. Eine absehbare Zeit in der Praxis und dann bei Bedarf und Eignung eine Führungsfunktion übertragen. Hat sich bewährt und sollte beibehalten werden.

  31. Praxisaufstieg JA, Prüfungsfreier Aufstieg NEIN.
    In gewissen Abständen sollen bis zum 35. Lebensjahr alle zum PHM befördert werden, nach 5 Jahren VAV, Aufstiegslehrgang mit Prüfung, dann Beförderung mit 45 Jahren zum POK und zum Schluß mit 52 oder 55 Jahren zum PHK/A11.
    Ich bin total gegen den prüfungfreisen Aufstieg von POM/PHM/PHMZ, dies wäre Perlen vor die Säue geworfen und ein Schlag in das Gesicht von den Leuten, welche sich hochgearbeitet haben und den Aufstieg gemacht haben.
    Was wirklich aufstößt, und daß stößt jeden auf, wenn junger Lübeck-Kommissar/in ohne Lebenserfahrung, Berufserfahrung und Führungserfahrung eine Gruppenleiterstelle bekommt.
    GL nur noch an erfahrene PVB mit Praxisaufstieg oder die Jung-Kommissare können nur mit max. 10 Jahre Berufserfahrung als KSB sich auf diese Stellen bewerben.

  32. Nur mal ein kleines Gedankenspiel.
    Es gäbe ja auch die Möglichkeit, dass der PVB prüfungsfrei auf entsprechenden Dienstposten AF A9/10 gD bei A 10 ausbefördert ist. Ein A 9/10 gD Posten nach absolviertem sechsmonatigem Auftieg ist nicht sonderlich attraktiv. Der Beamte übt die gleiche
    Wenn der PVB doch A 11 werden möchte, muss der sechsmonatige Aufstieg erfolgreich absolviert werden. Dadurch steigen ohne zusätzliche Kosten PVB vom mittleren in den gehobenen Dienst. Der PHM wird zum PK und der PHM Z zum POK. Der PK kann max. POK werden. Dadurch werden A 9 und A 9 Z Stellen im mD frei und für die POM besteht auch wieder die Möglichkeit der Beförderung. Was hält die GDP von diesem Vorschlag ?