GdP zur Verurteilung des U-Bahn-Schlägers Torben P.

Witthaut: Deutliches Signal gegen Gewalt im öffentlichen Raum

Berlin. Als „deutliches Signal“ bezeichnete die Gewerkschaft der Polizei (GdP) das Urteil des Landgerichts Berlin gegen den sogenannten U-Bahn-Schläger Torben P. GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Die Richter haben mit dem Urteil zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten eindeutig klar gemacht, dass Gewalttaten nicht nur gesellschaftlich geächtet, sondern von der Justiz auch spürbar bestraft werden. Wir können nur hoffen, dass dieses ausgewogene Urteil dazu beiträgt, die Welle der Gewalt im öffentlichen Raum zu brechen.“
Die GdP begrüße insbesondere, dass das Gericht mit ihrem Urteil nicht dem Antrag der Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe gefolgt sei.

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Themenbereich: GdP Bundesvorstand | Drucken

21 Kommentare
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  1. Was bitte ist daran ein deutliches Signal ????

    Er hat den Tod des Opfers wohlwollend in Kauf genommen und da sind für mich persönlich 2 Jahre und 10 Monate ein absoluter Witz.Und dann ist noch nicht einmal klar ob der Täter die Haftstrafe überhaupt antreten muss oder sie unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wird.

    Das ist kein deutliches Signal sondern ein Schande.

  2. Viel mehr als eine vermeintlich „hohe“ Strafe (die Anwältin des Nebenklägers hat dies ganz anders empfunden) schreckt aber doch die Gefahr ab, überführt zu werden. Und da wirkt meiner Meinung nach polizeiliche Präsenz immer noch besser als eine versteckte Kamera (die allerdings bei der Beweisführung auch unentbehrlich ist!!) Aber noch besser als ein aufgeklärtes Verbrechen wäre doch ein verhindertes, oder nicht…?

  3. Deutliches Signal an wen denn?

    Die Anwältin des Opfers hat da eine ganz andere Meinung.
    “ Die Strafe ist nicht geeignet, um ander Täter abzuschrecken“. Sehe ich genauso.

    Das Bübchen ist ganz gut weggekommen.
    Da kann man nur den Kopf schütteln.

    Schutzmann

  4. Ich schließe mich den kritischen Tönen an – ich halte das Urteil, gelinde gesagt, für einen typischen deutschen Justiz-Witz und einmal mehr einen Schlag ins Gesicht der Opfer.
    Es fängt für mich schon dabei an, dass es eigentlich gar keinen „versuchten Totschlag“ geben dürfte.
    Entweder ist es versuchter Mord oder (vollendeter) Totschlag.
    Aber versuchter Totschlag?
    Was für eine lächerliche Wortklauberei zugunsten von Tätern.
    Egal, es geht so weiter wie eh und je, in diesem Land behalten die Täter auch weiterhin mehr Rechte als ihre Opfer.
    Nix neues.

  5. Und dann auch noch nach Jugendstrafrecht un nicht nach Erwachsenemstrafrecht.
    Wählen, Autofahren, Verträge schließen darf man ab 18, aber man soll nich erkennen können, das man mit seinem Verhalten Menschen schädigt?

    Diese Strafe ist das genaue Gegenteil von einem deutlichen Signal, es zeigt eher wie leicht man Gerichte beeinflussen kann, in dem man dort den braven Bengel spielt.

    Ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer von Gewalttaten.

  6. Höchstwahrscheinlich hätte polizeiliche Präsenz – im Gegensatz zu einer Kamera – die Straftat verhindert oder zumindest abgemildert. Aber offenbar bewerten andere dies etwas ähm differenzierter:

    Bundespolizei hat 6000 Stellen zu viel
    http://mobil.stern.de/op/stern/de/ct/detail/panorama/bundespolizei-hat-6000-stellen-zu-viel/1730137/?mobile=1

  7. Man redet sogar darüber, ob er die verbliebenen Monate im offenen Vollzug absitzen kann – und nach 2/3 ist sowieso Schluss mit der Haftstrafe… Ein Witz ist diese Verurteilung!

  8. Auch ich sehe dort kein deutliches Signal, sondern das Gegenteil. Ich hoffe nur, das die STA das Urteil anfechtet. Ich habe mir das Video mal angeguckt und ich bin fassunslos, wie ein „Mensch“ so brutal auf einen wehrlosen, auf den Boden liegenden Menschen eintreten kann. Und immer und immer wieder auf den Kopf. Da frage ich mich, wo ist dort ein deutliches Signal zu sehen?
    Ich finde, das Urteil ist eine Frechheit.

  9. Was regt ihr euch noch darüber auf?
    Das ist doch kein Einzelfall. Es werden doch ständig solche Wattebausch-Urteile gefällt… und das im Namen des Volkes.

    Komisch nur, dass das Volk eine andere Sprache spricht!

    Wessen Sprache spricht die Rechtsprechung; die der Täter?

    M.E. sollte man, wenn es gehen würde, die Rechtsprechung gleich mit auf die Anklagebank setzen… ohne wenn und aber!

  10. Die Unabhängigkeit der Gerichte hat sich in Deutschland etabliert und das aufgrund einer sehr traurigen Vergangenheit während der Nazi Diktatur. Wir sollten uns schon ein wenig in Demut üben, bevor wir jedes Urteil von Richtern in Frage stellen, da es immer ein Versuch ist Einfluss zu nehmen, der uns auch als Polizei nicht zusteht. Anstatt also auf die Richter verbal rumprügeln, müssen wir unsere demokratisch gewählten Palamentarier ins Gebet nehmen, das Jugendstrafrecht so abzuändern, das es den heutigen Gegebenheiten angepasst wird.

    Kaum einer der hier verewiglichten Autoren, scheint sich Gedanken darüber gemacht zu haben, wie alt unser Jugendstrafrecht eigentlich ist und wie es zustande gekommen ist. Die Zeiten wo man Jugendliche für den Kohleklau bestrafen wollte ist lange vorbei, das Strafrecht ist aber immer noch das selbe.

    Richter bewegen sich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und sind vor allem ihrem Gewissen unterworfen, wenn man also Straftaten, wie Mord, versuchter Mord, Totschlag usw. Härter bestrafen will, dann muss das Jugendstrafrecht auch dementsprechend angepasst werden, dies ist aber nicht Aufgabe der Richter sondern des Deutschen Bundestages.

    Prügelt also eure Abgeordnenten und lasst die Richter in Ruhe die machen ihren Job genauso wie wir als Polizisten und wir sind auch an Gesetze gebunden, worüber wir uns auch immer wieder wundern, da wir oft nicht so arbeiten können, wie wir es gerne würden.

  11. Kölle nur das der Richter den Strafrahmen viel weiter hätte ausbutzen können, oder auch komplett aufs Jugendstrafrecht verzichten können, das eigentlich ja eh nur in Ausnahmen angewendet werden soll…

  12. Wir reden doch hier nicht vom Brötchen klauen oder was? Bei der Schilderung des Tathergangs sträuben sich einem doch wohl die Haare. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Opfer das Urteil als gerecht empfindet. Ich kann mich diesbezüglich natürlich auch irren. Ich persönlich kann wieder einmal nur den Kopf darüber schütteln – tolle Abschreckung…

  13. @Kölle,

    ich schliesse mich der Aussage des EX-PMA und vonThomas Jahnke an.
    Ich schätze, dass du die Sachlage mitnichten verstanden hast!
    Jeder Richter kann, unter Anerkennung seiner moralischen Bedenken, das Strafmaß voll ausschöpfen. Im Nachgang kann man sich darüber „streiten“ und gegen das Urteil Revision einlegen.

    Das sind komische Ansichten hier…

  14. Ich bin ebenfalls verwundert über dieses Urteil, und zwar über die angewandte Härte!

    Nach meinen Erfahrungen wird in Berlin ohnehin fast immer bei bis zu 21jährigen das Jugendstrafrecht angewandt, Freigang ist usus bzw. das Verfahren wird am liebsten gleich eingestellt.
    Vorstrafen oder Bewährungszeiten interessieren ebenfalls kaum.

    Ich hatte ernsthaft mit einer Bewährungsstrafe gerechnet, ohne jede Ironie.
    Und die hätte der Täter vermutlich auch bekommen, wenn nicht die Polizei dummerweise dieses brutale Video veröffentlicht hätte.
    Danach konnte man wohl nicht anders…

    Und jetzt haben schon wieder zwei polizeibekannte, gewalttätige Berliner Kriminelle einen jungen Mann zu Tode gebracht, bei denen man sich fragen muss, wieso diese eigentlich in Deutschland und auf freiem Fuß sind!

  15. Das Urteil ist zu milde ausgefallen, neben dem Resozialisierungsgedanken und der Sühne ist die Abschreckung und damit die Wiederherstellung des Rechtsfriedens der entscheidende Gedanke bei einer Verurteilung. Ein besonderer Schlag ins Gesicht des Opfers, das diesmal mit dem Leben und nur geringen bleibenden Schäden davon gekommen ist, muss die Inaussichtstellung des offenen Vollzuges sein. Also regelmäßig bei der Polizei melden.(Gelächter)
    Dieses Urteil wurde wahrlich nicht im Namen des Volkes gesprochen.

  16. Ja ist mir schon bewusst das ihr alle findet das dieser Täter hätte härter bestraft werden müssen, aber nochmal darauf ist unser Jugendstrafrecht nicht ausgelegt. Sicherlich hätte man das Strafmaß höher wählen können, aber warum glaubt ihr hat die Gewerkschaft dieses Urteil begrüsst?.
    Im Jugendstrafrecht steht die Resozialisierung an obester Stelle. An diesen Regeln ist auch der Richter gebunden. Man sollte sich vieleicht mal mit einem Jugendrichter unterhalten, was möglich ist und was nicht.

    Auch ich finde das er so eine Tat anders gesündt werden muss, aber ich weiss auch wie das Rechtssystem funktioniert und da ist der Richter immer noch der falsche Ansprechpartner. Er muss sich an den Rahmen halten und hat alles zuberücksichtigen was der Tat zugrunde lag.

    Also nochmal ich gehöre nicht zu den Weltverbessern die meinen die jugendlichen Kriminellen gehören nicht härter bestraft, sondern unser Rechtssystem muss so geändert werden, dass auch diese jugendlichen Straftäter von vornherein wissen, wenn sie versuchen jemanden zu töten, das sie dann für viele viele Jahre in den Knast wandern. Aber die Rechtslage im Jugendrecht ist nun mal ne andere, zumal da auch noch andere Parteien mitzureden haben, wie Jugendamt, Schöffen usw..

    Was ich damit sagen will ist, auf den Richter verbal rumzuprügeln bringt euch eurem Ziel kein Stück weiter, ausser euren Frust, die Politik muss was ändern :).

    Mfg
    Kölle

  17. Ich schlage vor, dass wir in Deutschland für die Einführung -nach US Vorbild- ein paar Bootcamps einrichten sollten.
    Wer versagt, wandert direkt und ohne über Los zu gehen in den Bau.

    Ebenfalls sollte gelten, keine Arbeit, kein Brot!!!

  18. Dieses Urteil zeigt wiedereinmal, dass die Wertevorstellung der Richter der „Gewaltsituationen der Straße“ nicht gerecht werden.

    Liebe GDP,

    da ich nicht nur schimpfe sondern auch Ideen mit ein bringe, die ihr umsetzten könnt – denn gute Ideen auf der einen Seite aber auf der anderen braucht es einen starken Partner der diese auch politisch, tatsächlich und mit mit Nachdruck umsetzen kann:

    Sorgt dafür dass Richter und Staatsanwälte ein Bild vom Kiez, von Taten und Tätern vor Ort gewinnen; in der Verhandlung mit sauberen Hemd und „gewaschenem Kopf“ sind diese Täter anders als in der Nacht / vor Ort.

    Ladet Staatsanwälte und Richter ein, dass sie die Polizei besuchen, auf dem Funkwagen mitfahren und sich mal ein Bild über Polizeiarbeit und Täter machen können.

    Ich wette (gerade an Problemwachen) freuen sich die Kollegen, wenn sie dem Richter und Staatsanwalt einmal zeigen können welchen Angriffen, Beleidigungen, Widerständen und Aggressionen die Polizei ausgeliefert ist und wie gefährlich die Stadt für ihre Bürger sein kann.

  19. @Kölle

    Hier soll ja nicht DER RICHTER angegriffen werden, es geht wohl mehr um die inzwischen „permanete“ Anwendung des Jugenstrafrechts, welches eigentlich nur in begründetet Ausnahmefällen angewendet werden sollte. Und schon wäre das ganze Thema vom Tisch.Und es wäre endlich das ersehnte Zeichen an die gewalttätige Jugend. Das einzige Zeichen das so zustande kommt ist: egal, 18, 20..ich bekomm eh noch das Jugendtrafrecht. Das kanns doch auch nicht sein, oder? Bleibt nur zu hoffen das die Medien ab sofort noch schärfer nach solchen Taten suchen und diese weiter verfolgen und bekanntmachen. Offensichtlich ist das in unseren Zeiten die einzige Möglichkeit etwas zu ändern. In diesem Zusammenhang könnte man auch über die angebliche Gewaltenteilung diskutieren (wurde glaube ich auch weiter oben schon angerissen), aber das sprengt dann sicher das Forum ;o)

  20. …. saufen wie die Erwachsenen ….. schlagen wie die Erwachsenen ……. Rechte wie die Erwachsenen …..

    ….. bei Verfehlungen bestraft wie ein Jugendlicher!

    BRAVO! TOLLE LEISTUNG IHR RICHTER!

    YES

  21. Neben der permanenten Anwendung von Jugendstrafrecht bei jungen Erwachsenen sollte noch eine andere Fehlentwicklung im deutschen Strafrecht kritisch betrachtet werden:

    Verkehrsverstoß – Alkohol = strafverschärfend
    Köperverletzungs- o. Tötugnsdelikte – Alkohol = strafmildernd

    Das verstehe wer will, ich nicht!