Polizei macht Druck

Artikel aus „süddeutsche.de“ vom 29. Oktober 2011:
„Frankfurt/München – 99 verletzte Beamte hat die Bundespolizei in der vergangenen Saison bei Fußball-Einsätzen registriert. Davon 48, also fast die Hälfte, durch bengalische Feuer und Pyrotechnik, die ein harter Kern der Fans gerne entflammt. ‚Mich wundert, dass da noch nicht mehr passiert ist‘, sagt Friedrich Eichele, Präsident der Bundesbereitschaftspolizei. Das ist jene Einheit, die sich Wochenende für Wochenende mit 2000 bis 3000 Leuten vor und nach den Spielen der Bundes- und Regionalligen um die Sicherheit auf den Bahnsteigen, in den Bahnhöfen und Zügen kümmert. In den Stadien sind die jeweilige Landespolizei und der Ordnungsdienst der Klubs zuständig. Manche Fans, so berichten die Beamten, werfen schon bei der Anreise oder später bei der Rückfahrt mit Feuerwerkskörpern um sich. Wie gefährlich das ist, belegen Dokumentationen der Bundespolizei, die schon seit Jahren bei entsprechenden Gelegenheiten auch Vertretern von Politik und Fußball gezeigt werden. ‚Politik und Gesellschaft sollten auf die Fanszene einwirken und erreichen, dass sie Pyrotechnik nicht länger als Teil ihrer Kultur betrachtet‘, sagt Eichele. Diese Art von Feuerwerk müsse ‚gesellschaftlich geächtet werden‘. Der Polizeichef verweist darauf, dass der Rauch und die große Hitze, die beim Abbrennen bengalischer Feuer entstünden, zu schweren Verletzungen führen könnten. Gleiches gelte für Knallkörper – deshalb tragen Polizisten bei ihren Einsätzen inzwischen oft Gehörschutz. Eichele kennt sich aus mit heiklen Situationen. Er war mal Chef der Spezialeinheit GSG 9. Trotz der Gefahren greifen mehr und mehr Fans zu solchen Mitteln. In der Saison 2008/2009 registrierte die Bundespolizei allein im Bereich der Bahn 198 Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, in den beiden folgenden Spielzeiten waren es bereits 424 beziehungsweise 462 Delikte. Trotzdem haben sich manche Fußball-Funktionäre auf eine Diskussion mit sogenannten Ultras eingelassen, ob der verbotene Gebrauch von Pyrotechnik in speziellen Bereichen der Stadien erlaubt werden könne. Erst jetzt, nach den Randalen der Dresdner Fans beim Pokalspiel in Dortmund, gibt es klare Worte aus der Bundesliga. ‚Das ist verboten‘, sagt Liga-Präsident Reinhard Rauball. Der Deutsche Fußball-Bund dagegen hat im Sommer einstweilen ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie solche Feuerwerke haftungsrechtlich und versicherungstechnisch zu bewerten seien. Wann es fertig ist, steht noch nicht fest. Die zündelfreudigen Fans sind übrigens offenbar weniger gefährdet als Polizisten. Die Bundespolizei registrierte vergangene Saison in ihrem Einsatzbereich 88 verletzte Gewalttäter, nur zwei davon durch Pyrotechnik.o.k./mawi

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Themenbereich: Aus dem Bezirksvorstand | Drucken

7 Kommentare
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  1. Wir stehen den FußballRANDALIEREN entgegen…. jedes Wochenende….

    Wenn IHR uns helfen wollt:

    – Einstellung von mindestens 3000 PVB mD Davon ca 1000 für BPOLD Bundesbereitschaftspolizei

    – KSA in Blau für alle

    – Endlich bessere Funkverbindung
    (Wenn schon nicht digital, dann analog für ALLE Einsatzkräfte und kein Funkverkehr mehr über Relais (funktioniert einfach nicht)

    – Videoausstattung für jeden Einsatzzug!

    – Richter vor Ort (Maßengewahrsamnahmen und zurück mit den Randalieren – kein Hinbringen zum Stadtion mehr: sondern Reiseende bei Straftaten)

    – Konsequentes Alkoholverbot auf der Anreise / Rückreise

    – Durchsuchung aller Risikofangruppen am Heimatbahnhof

    – KONSEQUENTE Meldeauflagen gegen Gewalttäter und damit Spielausschluss

    – harte und richtungsweisende Urteile bei Gewaltstraftaten

    – und endlich mal Züge Seitens der DB bereitstellen wo alle Fans und die Polizei reinpassen und genügend Toiletten sind

    – viel mehr Wert auf Strafverfolgung (Täter aus der Maße herausfiltern)

  2. Und wer hält dafür Wochenende für Wochenende den Kopf hin?
    Unterbezahlte Polizeibeamte aus der EHU und dem Streifendienst(!!!).
    Nicht das eine bessere Besoldung vor Verletzungen schützt, es wäre aber zumindest eine gerechte Anerkennung.
    Wer täglich “ In the Line of Fire“ steht ( EHU, Bahn, grüne Grenze… )und tatsächlich polizeiliche Aufgaben wahrnimmt, sollte in diesem mittlerweile zum unattraktiven Dienstzweig verkommenen Aufgabenbereich bevorzugt beurteilt und gefördert werden.

  3. 100% Zustimmung….Alles mach und finanzierbar,sogar kurzfristig. Also GDP,tretet den Machern auf die Füße.Nächste Woche Sonntag gehts mit den Rostockern wieder Richtung Frankfurt….Ich weiß was kommt

  4. Wie wäre es mit einer „Sonderabgabe“ aus den Töpfen des DFB zugunsten der Einsatzkräfte? Wenn mit dem Fußball schon Geld verdient wird, dann sollte man es auch an die Kreise steuern, die die undankbarste Aufgabe haben.

  5. @ aeM

    es sind einige deiner Vorstellungen in der Verwirklichung:

    KSA blau für alle kommen, nur werden nicht auf einmal 20.000 KSA in blau gekauft. Warum dürfte klar sein.

    Videoausstattung je Zug ist vorgesehen in der neuen Konzeption Foto/Video

    Wer Straftaten begeht kommt nicht zum Spiel! Dies ist Strategie der BPOL, sollte aber auch von den verantwortlichen PF umgesetzt werden.

    Ich glaube wir sind auf dem richtigen Weg. Die Schnelligkeit ist aber leider abhängig vom Geld!!!

  6. Bitte lesen:
    Spiegel-online vom 01.11.11:

    „Polizei gegen Ultras“
    > Draufhauen statt Dialog < von Rafael Buschmann

  7. Es ist doch immer wieder nur Gerede. Es passiert ja doch nichts.
    Der rechtsradikale Fußballfan, welcher in Frankreich dabei war und den Kollegen Daniel Neville zum Krüppel geschlagen hat ist heute Vollmitglied bei den Hells Angels und auf freiem Fuß.
    Er genießt in diesen gewaltbereiten Kreisen höchstes Ansehen.
    Das kann und darf nicht sein, aber es ist leider traurige Realität !