Arbeitstagung Mobile Kontroll- und Überwachungseinheiten in Berlin

Auf Einladung der Gewerkschaft der Polizei trafen sich am 14. und 15. November 2011 Vertreter aller Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheiten der Bundespolizei in Berlin. Die Arbeitsweise aller MKÜ´n wurde vorgestellt und ausführlich beraten. Es wurde deutlich, dass das in der Bundespolizei bestehende Personalfehl sich auch gravierend auf die Arbeit der MKÜ´n auswirkt. Auch wurde die Rahmenkonzeption MKÜ einer kritischen Betrachtung unterzogen. Es wurde deutlich, dass diese dringend einer Fortschreibung bedarf. Daher wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, welche einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der Rahmenkonzeption für die MKÜ´n entwickeln wird.
Die Teilnehmer der Arbeitstagung, die unter der Leitung von Jürgen Stark (GBV) und Hartmut Kühn (Geschäftsstelle Hilden) stand, haben sich zum Ziel gesetzt für die MKÜ`en in der Bundespolizei gleiche Standards zu erreichen, ohne dabei die regional unterschiedlichen Interessenlagen außer Acht zu lassen.

Nach ausführlicher Diskussion wurden folgende Forderungen zur Verbesserung der Situation der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheiten festgehalten:

  • Die MKÜ ist keine „Personalreserve“. MKÜ-Kräfte dürfen nicht als Personalersatz in den Inspektionen eingesetzt werden.
  • Es ist erforderlich, dass die MKÜn personell gemäß ODP aufgestockt werden. Auch unter Einbeziehung der Laufbahnabsolventen. Es muss genau betrachtet werden, wer im Rahmen der Umsetzung der Reform der Bundespolizei einen Zuschlag für eine Verwendung in einer MKÜ erhalten hat. Dieses Personal muss dann auch definitiv dort hinkommen
  • Das Standortkonzept MKÜ hat sich grundsätzlich bewährt und muss auch so bleiben. Daher setzt sich die GdP für einen Standorterhalt aller MKÜ Standorte ein. Auch für die Kolleginnen und Kollegen der MKÜ gilt: Keine weitere Reform in der noch nicht abgeschlossenen Reform der BPOL . Das gilt auch für eventuell vorgesehene „kleine kosmetischen Korrekturen „ des bestehenden Standortkonzeptes.
  • Es bedarf einer Entwicklung der Definition, welche Aufgaben einer MKÜ einzeldienstliche Aufgaben sind und welche Aufgaben zwar verbandliche Aufgaben sind, aber dennoch unbedingt in die Hand der MKÜ gehören. Dies bedeutet, dass die Konzeption der MKÜ weiter zu entwickeln ist. (Hierzu sollte eine kleine Arbeitsgruppe bis zur nächsten Sitzung eine Vorlage entwickeln.
  • Es bedarf einer planbaren Arbeitszeit, mit dem Ergebnis eines „Planbaren Frei“ (gilt ebenso für die Bundesbereitschaftspolizei) für die Angehörigen der MKÜ.
  • Die Planung der Einsatzzeiten (dies gilt ebenso für die Bereitschaftspolizei) muss dringend verbessert werden, da auch die meisten Einsätze (z.B. Fußballeinsätze) wirklich planbar sind. Hier bedarf es zudem eines besseren Kräftemanagements aller dafür zuständigen und verantwortlichen Dienststellen in der BPOL.
  • Eindeutig definierte Aufgabenbeschreibung der MKÜ hinsichtlich ihrer einzeldienstlichen und verbandspolizeilichen Tätigkeiten. Das bedeutet einerseits folgerichtig die Fortschreibung der bestehenden Rahmenkonzeption und andererseits die klare Beschreibung der Aufgabenschnittstelle von MKÜ und Bundesbereitschaftspolizei.
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Themenbereich: Internes & Personalien | Drucken

11 Kommentare
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  1. Sauber !!! Wollen wir hoffen, dass die beschlossenen Ziele so umsetzbar sind! Ich wünsch euch die Kraft dafür!

  2. Kollegen Mitte 30 mußten die Verbände zwangsweise verlassen.Angeblich zu alt und Standzeit voll. Im Anschluß bekamen Kollegen über 50 Jahre Planstellen in der MKÜ.

    Immer schön Konzepte entwickeln! Wann gibt es endlich ein Konzept zum Wechsel für die Länderpolizeien? Gab ja disbezüglich auch mal Vorgaben der EU!!!!

  3. Von welchen Vorgaben sprichst du? Wie sehen die aus?

    @ Falke

  4. Wenn ich unsere MKÜ in unserer Direktion sehe, sind die schon lange zu alt für Aufgaben der Verbände (Fußball etc.).
    Für fahndungsmäßige Kontrollen an der Grenze haben sie das Alter wie die Kollegen im Einzeldienst.
    Vielleicht sollte man mal über eine Verjüngung nachdenken.

  5. Liebe Kollegen,
    ich war auf der Arbeitstagung zugegen und kann mich hier nur bei ALLEN Anwesenden für die konstruktive und faire Zusammenarbeit bedanken. Die hier geschilderten Forderungen sind der Querschnitt aus den Situationsberichten aller MKÜ´en und deren anwesenden Mitarbeiten aus verschiedenen Funktionen. Natürlich sind die Aufgabenschwerpunkte der jeweiligen Einheit auch den regionalen und personellen Aspekten geschuldet. Ich darf hier anmerken, dass man nun gewerkschaftlich das Thema in die Hand nimmt. Dieses hätten sich wohl viele Kollegen bereits eher auch vom Dienstherrn gewünscht.

    Danke Jupp ! Danke an den GBV, dass ihr die Kollegen und Kolleginnen der MKÜ nicht hängen lasst.

  6. Die Ergebnisse sprechen für sich – ANERKENNUNG !

    Hier noch eine Bitte:
    Wenn eine MKÜ Tagung stattfindet, sollte sich nicht über die BePo gedanken gemacht werden. Die BePo kann ihre Ziele selbst definieren. Daher bitte die in Klammern gesetzte Ergänzungen „gilt auch für Bereitschaftspoliziei“ ersatzlos streichen.

  7. Kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen…ich find es gut, dass auch die Kollegen der MKÜ ein wenig Aufmerksamkeit verdienen und die GdP versucht die Situation der MKÜ’en zu verbessern. Wir hier erleben die Kollegen der MKÜ beinahe wöchentlich und ich kann nur den Hut ziehen vor den Jungs und Mädels. Nur auf Achse, tagelang aus der Tasche leben und für alles eingesetzt.

    Da wir auch s.g. Di-Mi-Do Kräfte zu Gast haben ist eine angesprochene Abgrenzung MKÜ-BPOLAbt wirklich schwierig zu finden. Den Einsatzwert mal nicht verglichen und vollkommen unpersönlich und sachlich betrachtet haben aber die MKÜ’en einen großen Vorteil…sie kennen den Einsatzraum besser als mancher KSB, sie kennen die Abläufe der Dienststelle und in den Dienststellen sitzen bekannte Gesichter, so dass die Zusammenarbeit mit der MKÜ einfacher und unkomplizierter ist. Auch in verbandspolizeilchen Einsatz erscheinen mir die MKÜ professioneller als so mancher zusammengewürfelter Einsatzzug der BPOLAbt…

    Also wo ist die Schnittstelle…meiner Ansicht nach gibt es keine… Beide Einheiten agieren professionell in dem Aufgabengebiet das sie abdecken…daher wäre ja vielleicht auch denkbar, wenn die MKÜ als auch einzeldienstlich qualifizierte verbandsähnliche Einheit als solche verstanden wird, bspw. verbandspolizeilchen Direktionslagen durch die MKÜ der Direktion abgearbeitet wird und sobald ein Kräftefehl auf Grund einer entsprechenden (zentralen?) Bewertung erkennbar ist oder die Lage direktionsübergreifend wird entsprechende Abteilungskräfte dazu kommen…

    Macht weiter so liebe GdP ! Der Wind der uns allen entgegenbläst wird stärker und ihr seit die letzte Bastion gegen die Willkür des Dienstherren!

  8. @ Falke

    Ich will GAR NICHT zu einer Landespolizei !

    @ Ideen MKÜ

    Laufbahnabsolventen gehören in den Verband nicht in den Einzeldienst und nicht in die MKÜ; nach 5- 15 sollten diese Beamte in die MKÜ und schließlich in den Einzeldienst abfließen.

    Es fehlen
    – 1000 Beamte bei der BPOL
    – 1000 Beamte im Bereich Dir: M, S, FFM
    – und dann noch mal in allen Inspektionen Beamte für jede Dienstgruppe

    es werden noch Rentenabgänge erwartet.

    Wir brauchen sofort Neueinstellungen von ca. 3000 PVB mD.

  9. Ich bin der Meinung das man aufpassen muss das die MKÜ nicht verheitzt wird. Fast jede Woche und Wochenenden 14-16 Std. Dienst – wenig Frei – das macht man ein paar Jahre und dann sind die ausgebrannt und können nicht mehr.
    Was da mit dem Personal gemacht wird ist nicht ok. Es muss eine Balance zwischen Dienst und Frei bestehen. Der erste Schritt wäre zurück zur 38,5 Std. Woche.

  10. „…Ich bin der Meinung das man aufpassen muss das die MKÜ nicht verheitzt wird. Fast jede Woche und Wochenenden 14-16 Std. Dienst
    AZV…? manchmal habe ich in den Einsätzen den Eindruck, dass hier ein „Status/Ruf“ aufgebaut/gepflegt werden soll.
    BFHU light??????

  11. Also ich seh das so.

    Die Arbeitsbelastung, egal ob MKÜ, Züge der BP oder Einzeldienst ist einfach zu hoch.

    Aber Plan ist ja anscheinend:
    Junge PVB zur BP, dann zu den Flächendirektionen.

    Deswegen ist PVB im Zug der BP auch deutlich schlechter bewertet als in einer MKÜ! (50 % 8/9 Rest 8/9mZ!!!)

    Ich glaube die Kollegen in den MKÜ´en sollten etwas „ruhiger“ treten. Die E-Züge machen die gleiche Sch. aber mit deutlich schlechteren Rahmenbedingungen.

    Und so schlecht scheinen die MKÜ ja nicht zu sein. Googelt mal „Einheit gegen Hooligans“ bei Youtube. Offizieller Film der BPOLD STA!