Castor 2011: Den warmen Worten des Dankes müssen endlich Taten folgen

Der Castortransport 2011 war für die eingesetzten Polizistinnen und Polizisten der längste und  härteste Castor Einsatz seit der Atommüll von La Hague nach Gorleben transportiert wird.  Und wieder sparen die politisch Verantwortlichen nicht mit Lob und warmen Worten für die eingesetzten Polizeikräfte.

„Dieses Lob ist nicht glaubwürdig, solange die wohl gewählten Dankesworte mit einer deutlichen Verschlechterung der beruflichen Perspektiven in der Bundespolizei einhergehen“, so Josef Scheuring, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) – Bezirk Bundespolizei. „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten Schwerstarbeit und sind schon lange am Limit. Dies belegen wissenschaftliche Studien der Universität Chemnitz und der Fachhochschule Magdeburg. Wer unsere Kollegen nach Gorleben ins Feuer schickt und Ihnen nur eine Woche vorher mit der Verabschiedung einer neuen Bundespolizei Laufbahnverordnung die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten verhagelt, muss sich nicht wundern, wenn die Kollegen völlig frustriert sind.  Uns klingen noch die warmen Worte zum 60. Jubiläum der Bundespolizei im Ohr – doch der Lösung der extremen Probleme in der Bundespolizei, hat sich von den Festrednern noch niemand angenommen,“ so Scheuring weiter.

Aktuell sind mehr als 8.000 Polizeiobermeister und Polizeiobermeisterinnen, eine große Anzahl an Verwaltungsbeamten sowie Arbeitnehmer der Bundespolizei ohne berufliche Entwicklungsperspektive. Für viele Polizistinnen und Polizisten bedeutet das in der Praxis, dass ihnen die Bundespolizei trotz guter Arbeit und jahrelanger Polizeierfahrung keinerlei Karriereoptionen bietet.

Die GdP fordert eine klare Verbesserung der Arbeitsbedingungen, bessere Entwicklungsmöglichkeiten und vor allem eine Personalausstattung die den vielfältigen Aufgaben der Bundespolizei angemessen ist. Den GdP Bundesvorsitzenden Witthaut und den DGB Vorsitzenden Sommer fordert Scheuring auf, Ihr Gewicht bei Kanzlerin Merkel einzubringen und sie aufzufordern, die Verbesserung der Situation der Bundespolizei endlich zur Chefsache zu machen.

Share

Themenbereich: Fussballeinsätze und Gewalt | Drucken

6 Kommentare
Eure Meinung zu diesem Beitrag ist uns wichtig: »

  1. Und wieder einmal heisst es „Danke!“.
    Aber was passiert denn nun ? Werden Kollegen endlich mal nach Jahren befördert oder bekommen wir neue Ausrüstung ?
    Wo bleibt der Digitalfunk ?
    So rechte mag man der „Danksagung“ nicht mehr glauben. Es klingt doch etwas abgedroschen.

  2. Danksagungen landen bei mir schon lange ungelesen in den elektronischen Papierkorb oder den Schredder.
    Was wirklich dahintersteckt erleben wir ja schließlich ständig im alltäglichen Dienst.

  3. Danksagung geht so:
    – Rückkehr zur 38,5 Stunden-Woche
    – Rückkehr zu 100 % Weihnachtgeld
    – Rückkehr zur Pension mit 60 Jahren
    – Wiedereinführung Altersteilzeit

  4. @Ludolf

    So ist es! Alles andere sind Politiker-Sprechblasen! Und damit kann man mittlerweile den Luftraum über Deutschland füllen!

  5. Dem Ludolf kann man nur recht geben, in einem erten Schritt zurückgeben bevor man verbessert. Ansonsten lohnt sich die weitere Diskussion gar nicht. Wobei die Liste sehr unvollständig ist. Mach mal weiter mit der Heilfürsorge und Beihilfe.
    Die Kennzahlen für unsere Volksvertreter sind nicht so toll.

  6. @Ludolf + Karo1

    RICHTIG – RICHTIG – RICHTIG!

    Super Forderung!

    Wir brauchen keine DANKSCHREIBEN von Präsi oder Sonstwenn! Wir brauchen Verbesserungen die man spürt und merkt – und ein Dankschreiben könnt ihr euch sparen – das wird sowieso nicht gelesen und gleich gelöscht!!

    Fredy