Entsetzliche Blutspur

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, im Fall der Polizisten- und Döner-Morde schnell nach möglichen Hintermännern und Helfern der Täter zu suchen.
Sämtliche Hintergründe müssten ausgeleuchtet werden – und zwar «mit allem, was die Sicherheitsbehörden zur Verfügung haben», betonte GdP-Chef Bernhard Witthaut am Freitag in einer Mitteilung. «Wenn die Hinweise aus Eisenach und Zwickau zutreffen, hat in Deutschland erstmals eine rechtsextremistische Terrorzelle eine entsetzliche Blutspur hinterlassen», sagte Witthaut.
Die Bundesanwaltschaft hatte die Fälle zuvor an sich gezogen, nachdem im Versteck einer Bankräuber-Bande in Zwickau (Sachsen) die Tatwaffe der Döner-Morde gefunden worden war. Das Räubertrio steht außerdem im Zusammenhang mit dem Mord an einer Heilbronner Polizistin vor viereinhalb Jahren.

Die Morde an einer Heilbronner Polizistin und an acht ausländischen Imbissbesitzern könnten nach Einschätzung des Unions-Innenexperten Hans-Peter Uhl eine Verfassungsschutz-Affäre nach sich ziehen.
„Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich aus all dem noch ein Verfassungsschutzproblem ergibt“, sagte Uhl der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). Möglicherweise habe der Geheimdienst mehr über die Hintergründe der Taten gewusst, als bisher bekannt sei, wurde Uhl in dem Vorabbericht zitiert. „Ich habe das Gefühl, das wird noch sehr interessant“, sagte der CSU-Politiker.
Die Morde gehen möglicherweise auf das Konto einer rechtsterroristischen Zelle. Die Bundesanwaltschaft gab am Freitag eine spektakuläre Wende in dem mysteriösen Polizisten-Mordfall bekannt und zog die Ermittlungen wegen Terrorismusverdachts an sich. Im Haus der mutmaßlichen Mörder in Zwickau sei die Pistole gefunden worden, mit der zwischen 2000 und 2006 die sogenannten Döner-Morde an sieben türkischstämmigen Deutschen und einem Griechen verübt worden seien.

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Themenbereich: Gewaltbereitschaft | Drucken

2 Kommentare
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  1. Dass die Brut solange unbehellig hat wirken können, ist auch sicher in Teilen der „rechtsstaatlichen Errungenschaft“ des Trennungsgebotes zu verdanken. Vielleicht sollte man sich auf politische Ebene mal überlegen, ob solch fragwürdige Relikte Angesichts der heutigen Bedrohungslagen noch zeitgemäß sind. Schließlich kämpfen wir alle für die gleiche gute Sache (FDGO), dürfen aber untereinander keine Informationen austauschen. Ich kann darin keinen Sinn erkennen.

  2. Kompetenzgerangel und Datenschutz sind immer Täterschutz.

    Solange sich jedes Bundesland eine eigene Polizei, ein eigenes LKA und einen eigenen Verfassungsschutz leistet und jede dieser Behörden hauptsächlich nur im eigenen Bereich ermitteln (dürfen), wird sich nichts verbessern.

    Die gerade aktuelle und erwartete Profilierungssucht und Besserwisserei in den Medien durch unsere Politiker aufgrund dieses Falles ist ja wieder mal unerträglich und verhöhnt die Opfer …